Digital Nippon ~ Feels Like Home...

Digital Nippon » Lifestyle » Movies » [Movie] Wer ist Hanna? (Hanna) » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | Thema zu Favoriten hinzufügen
  • Assassins Creed
  • Nocturnal Animals
  • King Cobra
  • Resident Evil The.Final Chapter
  • Sing
  • The Great Wall
  • Passengers
  • Split
Antwort erstellen
Wer ist Hanna? (Hanna)  
Voice




Şaving £ight
Dabei seit: 03.06.2004
Herkunft: Arcadia
Pet: Tama-chan
Beiträge: 9.472
Sammelalbum
Credits: 5939
gekaufte Marken: 319
verdiente Marken: 795
Wer ist Hanna? (Hanna)       



Genre: Thriller, Drama
Produktionsland: :USA: :UK: :D: | Produktionsjahr: 2011 | Laufzeit: ca. 111 Minuten | Altersfreigabe: FSK16
Regie: Joe Wright
Darsteller:
Hanna - Saoirse Ronan
Erik - Erik Bana
Marissa - Cate Blanchett
Isaac - Tom Hollander
Johanna - Vicky Krieps
Rachel - Olivia Williams
Sebastian - Jason Flemyng Picture
Sophie - Jessica Barden
Miles - Aldo Maland

Trailer:


Zitat

Nordfinnland. In den schneebedeckten Wäldern lebt die 14-jährige Hanna mit ihrem Vater Erik. Sie wird von ihm militärisch gedrillt und ausgebildet. Durch fehlende soziale Kontakte und ihre umfassende Ausbildung ginge sie für andere als "abnormal" durch. Sie kennt die Welt nur aus der Theorie und hat es satt, dass ihre praktische Erfahrungen vorenthalten werden. Sie kennt das Leben nur aus Büchern. Erik stellt ihr einen Buzzer auf: Sobald sie diesen betätigt, beginnt ihre Mission: Sie soll die CIA-Agentin Marissa töten, das wurde ihr von kleinauf eingebläut. Der Tag kommt, an dem Hanna den Buzzer tätigt, woraufhin Erik aufbricht - in Berlin sollen sie sich wiedertreffen. Doch alles kommt anders und Hanna erwacht in düsteren Katakomben anstatt ihrer glänzenden Eiswelt...


Vorab ein kleiner Hinweis: Wie wohl viele andere wurde ich durch diesen Film stark an Elfen Lied erinnert. Wer diese Serie mag, wird hier den richtigen Film für sich gefunden haben.

Und dann muss ich auch gleich loslegen: Wer ist Hanna? ist eine absolute Granate. Selten hat mich ein Film derartig weggepustet. Zunächst ist man nur interessiert, wieso dieses Mädchen in dieser Welt lebt, die scheinbar nur aus Theorie und Eiswüste besteht. Doch dann kommt alles knallhart.

Spoiler

Die Katakomben, da begann der Film mich so richtig zu fesseln. Wie Hanna Marissas Double einfach mal eben das Genick bricht - da nahm der Film so richtig seinen Lauf. Wer hätte zu dem Zeitpunkt damit gerechnet? Ihr Ausbruch ist inszenatorisch ein ganz großes Feuerwerk. Perfekt geschnitten und auf den Sound abgestimmt, turnt und klettert sie durch die Schächte. Wie sie mit den dortigen Angestellten "kommuniziert" ist schon interessant. Schmunzeln muss man wohl über denjenigen, der sich freiwillig in den Schrank begibt :D
Und plötzlich steht sie da in der Wüste. Das erste Treffen mit Sophie ist großartig. Ich habe Sophie insgesamt schon sehr ins Herz geschlossen, ein tolles Mädchen, welches auch recht gewieft ist. Ich mag die Szene in Spanien beim Essen, als sie ihre Eltern darauf hinweist, dass diese sich nicht taktvoll benehmen mit ihren Fragen. Bei der Szene mit Hanna unter der Decke mag manch einer Bedenken haben, aber die gewählten warmen Farben und diese zärtliche Unberührtheit verleihen dem Moment eine wundervolle Magie und machen ihn zu etwas ganz Besonderem. Dieses intime Gespräch und die Vertrautheit der beiden Mädchen faszinieren. Miles ist wohl weniger interessant, gewundert habe ich mich nur, dass er Hanna bei der Mitreise nicht verpetzt hat. So wichtige Momente bekommt er nicht.
Die Eltern fand ich wahnsinnig unsympathisch, ich kann mich mit solchen Ökos nicht identifizieren und der einzige Grund, weshalb Hanna soweit kommt ist wohl auch nur, dass die Eltern so locker drauf sind. Zwar hinterfragen sie Hannas Ziele, aber jeder andere hätte wohl versucht, sie bei der Polizei abzugeben. Insgesamt gibt es nur einen Minuspunkt, den ich hier anzukreiden habe: Man erfährt leider nicht, was aus der Familie letztlich wurde. Muss man davon ausgehen, dass sie am Ende umgebracht worden sind?

Marissa ist wohl die interessanteste Figur im Film. Cate Blanchett mit Agent Scully-Gedächtnisfrisur gibt eine wunderbar steinerne Taktikerin ab. Marissa hat so viele glanzvolle Moment, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Erstmal dachte ich ja, dass sie eine sei, die immer die anderen ausführen lässt. Aber spätestens als Erik sie im Hotel überfallen hat, hat sie gezeigt, was sie drauf hat. Sie ziert sich auch nicht, sich selbst die Hände schmutzig zu machen (beim Mord an Johannas Mutter) und dann richtet sie eiskalt Erik hin. Zwischen ihm und ihr bricht ein Katz-Maus-Spiel aus, das handlungstechnisch absolut ebenbürtig ist mit Hannas Reise. Ich freute mich über jeden Wechsel, egal in welche Richtung.

Hanna... schwierig. Es ist absolut gelungen, die Welt aus ihren Augen einzufangen. Sie ist kein Roboter, sondern nur ein unbeholfener Mensch, dem die Erfahrungswerte fehlen. Das ist ganz wichtig festzuhalten. Deshalb ist es wohl das Schwierigste gewesen, ihre Situation auch glaubhaft umzusetzen. Etwas überinszeniert war ihre Nacht in Marokko schon, also von wegen kollektiver Terror durch Wasserkocher, Telefon, TV und Licht :freak: Aber klasse geschnitten! Mir tat nur der Besitzer sehr leid - wie auch Herr Grimm ist er eine so hilfsbereite Figur, die pervers ermordet wird. Ach, Grimm kann man nur mögen! Er fängt den Zauber so richtig ein, den der gesamte heruntergekommene Park schon bietet. Seine Welt ist Hannas ziemlich ähnlich, beide leben in Märchen. Deshalb war auch der Showdown mit Marissa sehr bezeichnend - ich sage nur: Wolfschlund.
Ein wenig overpowered ist Hanna schon, muss ich zugeben. Aber das stört nicht weiter, weil sie genug "Fehler" macht inpunkto Sozialverhalten, was alles wieder ausbügelt. Der erste Kuss z.B., das ist eine (un)freiwillig komische Szene :)

Viele Momente gefielen mir einfach gut, weil sie ein wunderbares Pendant zu der sonst harten Gangart des Films bildeten. Wie beispielsweise der Aufenthalt auf dem Campingplatz, da kam Stimmung auf. Bis der Sandmann kam. Eine gruselige Gestalt, aber hier ist es einfach gelungen, ihm ein bösartiges überzogenes Comic Image zu verpassen. Wie auch bei Marissa finde ich sowieso alle Bösewichte ein wenig karikaturartig, was aber einfach passt, weil man umso erschütterter ist, wenn sie gnadenlos ihren Wahnsinn ausspielen. Bei den beiden Skins in Berlin dachte ich mir nur: TYPISCH deutsch. Die Bilder von Berlin sind aber wirklich grottig (das ist keine Kritik am Film!), aber Plattenbau und Schrebergärten zeigen einfach so etwas Unbeschönigtes, das man es mag.


Ich könnte über den Film noch seitenweise schreiben, werde ihn mir aber erst ein zweites Mal im Kino ansehen. Noch immer bin ich geflasht und schlichtweg begeistert. Ich meine - es ist ein Actiondrama. Eine Kombination, die ich so selten in harmonischem Einklang funktionierend auch vorgefunden habe. Das liegt in vielen Punkten aber auch an der Technik. Man hat so eine richtige Videoclipästhetik - und das bei sämtlichen Schauplätzen. Die Kämpfe sind so perfekt ausbalanciert und choreographiert, dass man nur noch die Musik anpassen musste. Die Schnitte sind schlichtweg Gold wert (ich bin übrigens riesiger Fan der Container Bahnhof Szene - wow, wow, wow! Was man alles aus diesem Setting rausgeholt hat). Stilistisch ist hier ein wahres Actionbalett aufgezogen worden. Die Chemical Brothers liefern einen knalligen elektrischen Soundtrack, der hypnotisiert! Alleine durch ihn wird die Spannungsschraube so richtig nach oben gezogen. Rhythmisch steckt hier soviel Gespür dahinter, dass ich einfach nur noch gefesselt war (und noch immer bin).

Über jeden einzelnen Punkt könnte ich hier schwärmen, Musik, Kulissen, Schnitte, Drehbuch - einfach alles. Aber ohne die entsprechenden Schauspieler hätte das Zusammenspiel nicht funktioniert und das ist alles Saoirse Ronan zu verdanken, die ihrer Figur Kälte und Wärme in einem gelungenen Wechselspiel einzuhauchen weiß. Klingt weit hergeholt, aber wer den Film gesehen hat, weiß wohl, was ich meine. Cate Blanchett habe ich ja schon gelobt.

Der Film bietet so ein weites Spektrum an Szenen, Momenten und Dingen, die so schnell nicht mehr in Vergessenheit geraten werden, dass ich am liebsten jedem eine Kinokarte schenken möchte :D Für mich der beste Film der letzten Jahre :anbet: :anbet: :anbet:

:max:


29.05.2011 19:43
Lucki




Lucki is not lucky
Dabei seit: 03.01.2007
Herkunft: München
Beiträge: 1.076
Sammelalbum
Credits: 1134
gekaufte Marken: 0
verdiente Marken: 80
      

Warum eigentlich dieser unnötig aufgeblähte deutsche Titel? Wieso reicht "Hanna" nicht, warum muss man "Wer ist Hanna?" daraus machen?

Ich habe mir den Film im Original mit Untertiteln angeschaut und das war wohl die richtige Entscheidung. Der Film hat wenig Dialog und teilweise wird sogar Deutsch gesprochen.

Wenn ich die Machart des Films mit anderen bekannten Filmen vergleichen soll, dann würde ich ihn am ehesten als Mix aus "Lola rennt" und "Bourne Identität" bezeichnen.

Bei der Story ist es - wie Voice schon erwähnt hat - definitiv sehr ähnlich zu "Elfen Lied". Diese Aussage könnte man schon fast als Spoiler einstufen, allerdings erübrigt sich das denn der Trailer verrät bereits einen Tick zuviel, so dass man recht früh ahnt welches Geheimnis hinter Hanna steckt. (ich bin übrigens komplett ohne Vorabinfos in den Film gegangen, habe weder Trailer gesehen noch den Beitrag von Voice gelesen, aber selbst so konnte ich recht früh erahnen was es mit Hanna auf sich hat)

Bemängeln muss ich ein paar Klischees und Logiklöcher:

Spoiler

- Wieso haben die die USA ein gigantisches Geheimforschungslabor in der Wüste Marokkos? Das ist echt völlig unlogisch, vor allem wenn das Forschungslabor in dem Hanna erzeugt wurde in Polen liegt.

- Und dann trifft Hanna, nachdem sie aus dem Forschungslabor geflüchtet ist, in der Wüste auf Amerikaner. wtf? Erst später trifft sie auf einheimische Araber. Wäre der Film zu kompliziert geworden wenn sich Hanna mit einem arabischen Mädchen angefreundet hätte oder was war der Grund für diesen Knoten in der Story?

- Die Bösewichte kommen in Form von Schläger-Typen der Marke "Neonazi-Skinhead" und sprechen Deutsch. Klischee, anyone?

- Das allergrößte Logikloch kommt jedoch schon sehr früh im Film: Der Peilsender! Meine Fresse, wie dämlich ist das? Wieso schlagen Hanna und Erik nicht unerwartet aus dem Nichts zu und töten Marissa (bzw. versuchen es) bevor die überhaupt checkt was los ist? Neiiin, sie schalten dieses Funkgerät ein, so als sie vorher anrufen würden um mitzuteilen: "hallo, wir kommen jetzt vorbei und machen Ärger, sei vorbereitet".

Ich mochte die vielfältige Optik des Films. Mir persönlich war jedoch zuviel Effekthascherei darunter. Damit meine ich z.B. die Flucht aus dieser Hochsicherheits-Anlage, wenn Hanna durch Betonröhren kriecht. Wozu muss an dieser Stelle dauernd das Licht flackern und der Film total hektisch geschnitten sein? Dazu noch total laut hämmernde Musik. Da wollte man wohl auf Nummer Sicher gehen und hat die Szene aufgebauscht um für Spannung zu sorgen. Dabei hätte man diese Szene mit ruhigeren Stilmitteln viel besser machen können, mit Spannung die unter die Haut geht und nicht nur bis zu Augen und Ohren vordringt. Insbesondere wenn man so begabte Schauspieler vor der Kamera hat ist derartige Effekthascherei nicht nötig sondern sogar kontraproduktiv.

Nur um sicherzugehen: Bevor Hanna in diesen Tunneln rumgekrochen ist hatte ich nichts zu bemängeln - im Gegenteil, der Anfang ihrer Flucht war großartig inszeniert. Aber kurz danach hat man die Stilmittel meiner Meinung nach zu dick aufgetragen.

Es gab auch eine Stelle an der die übertriebene Effekthascherei perfekt gepasst hat:

Spoiler

Hanna wird zum ersten Mal mit elektrischen Geräten konfrontiert. Halogenleuchten, Fernseher, Wasserkocher, Telefon, ... das führt zur totalen Reizüberflutung, ist einfach zuviel für sie.

(wobei ich hier wieder fragen muss: Warum hat Erik sie nicht auf so etwas vorbereitet? Wieso umfasste das Training nur ein Überlebens- und Kampftraining in der Wildnis? Wieso haben sie nie ein Dorf oder eine Kleinstadt besucht um Hanna auf die Zivilisation vorzubereiten?)

Gut gefallen hat mir z.B. die Verfolgungsjagd im Container-Hafen. Kein sinnloses Licht-Geflacker, keine hektischen Schnitte, dezenter eingesetzte Musik. Da hat der Regisseur richtig Talent bewiesen und eine super Action-Verfolgungsjagd abgeliefert.

Alles in allem ein sehr experimeller Film, jedenfalls für Hollywood-Verhältnisse. Die Lobpreisungen von Voice kann ich nicht ganz nachvollziehen. Für mich war es ganz sicher nicht der beste Film der letzten Jahre. Ich überlege gerade ob ich dem Film 6 oder 7 Punkte gebe. Weil die Schauspieler wirklich erstklassig waren sind es am Ende dann doch 7 Punkte.

:7.0: 7 von 10 Pfeile die das Herz knapp verfehlen.


"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." [spoiler]Sokrates, 470 v.Chr. - 399 v.Chr.[/spoiler]
31.05.2011 23:19
Misato




Rebel Scum
Dabei seit: 11.06.2005
Herkunft: Earth-1218
Pet: Maya
Beiträge: 4.403
Sammelalbum
Credits: 2311
gekaufte Marken: 199
verdiente Marken: 373
      

Zitat von Lucki

Hollywood-Verhältnisse

"Hanna" eine Hollywoodproduktion zu nennen ist einfach nur... falsch. Das Drehbuch, das schon ewig rumgeistert stammt von einem Kanadier und einem Briten. Der Regisseur ist Brite, man dreht in Europa, baut einen Sprachenmix ein, wie Hollywood das nicht so gern hat und am Ende des Abspanns kann man lesen, dass vor allem deutsche Filmförderungen eingeflossen sind. Nein, von Hollywood ist der Film weit entfernt, da ist der europäische Einfluss sehr stark zu spüren.

Spoiler

Deshalb muss ich auch gleich sagen, da ist keine amerikanische Familie in dem Film. Das sind Engländer. Und natürlich trifft Hanna auf eine englischsprachige Familie, weil die Untertitel sonst kein Ende genommen hätten und das vergrault viel Zielpublikum. Das ist eine Tatsache, die man akzeptieren muss, auch wenn man selbst nicht so untertitelphob ist. Außerdem hätte eine marokkanische Familie dann ganz zufällig Urlaub machen wollen, nach Spanien übersetzen und Hanna so mitnehmen. Wäre auch merkwürdig.

Im ersten Moment erscheint es komisch, dass Hanna Elektrizität halt nicht kennt. Da ist sie wirklich unvorbereitet, denn Theorie reicht nicht unbedingt. Aber Erik kann ja sagen, was er will. Ich glaube sogar, dass er Hanna als seine Tochter gesehen und sie geliebt hat. Aber ein guter Vater ist was anderes. Ein guter Vater hätte sie in einem Waisenhaus in Italien untergebracht oder so. Aber nein, er trainiert sie. Denn das ist das einzige, das Erik kennt. Das ist das einzige, wofür Hanna gezüchtet wurde. Das ist das einzige, von dem er weiß, dass es ihr helfen wird.
Auf den ersten Blick ist es auch komisch, dass das Spiel mit dem Umlegen des Schalters beginnt. Erik zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Vielleicht muss man das unter einem Heldenkomplex verbuchen. Er sieht sich in dieser Sache als einer der guten Jungs, will nicht so einen feigen Anschlag begehen wie den, dem Johanna zum Opfer fiel. Ich glaube, anfangs wusste er mit Hanna nichts anzufangen. Der Plan Marissa zu töten, vor allem von ihr töten zu lassen für die poetische Gerechtigkeit, reifte dann langsam, als er sich an die Einsamkeit gewöhnte. Und wer weiß, vielleicht hatte Erik auch Angst vor Hanna. Sie war die einzige überlebende Testperson. Ihre Entwicklung konnte niemand vorher sagen. Vielleicht wollte er sie deshalb nicht unter Menschen aufziehen oder sie ihnen "aussetzen". Immerhin wurde ja die soziale Umgänglichkeit auch absichtlich beeinflusst. Vermutlich wäre er stolz gewesen, wenn er gesehen hätte, dass Hanna fähig zu Freundschaft ist.

Ich hatte im Januar den Trailer gesehen - der leider schon sehr gute Szenen enthält - und dachte nur "sehen muss". Der totalen Euphorie von Voice möchte ich mich zwar nicht anschließen, aber der Film ist auf alle Fälle ein wirklich guter Kinotipp. Ich mag ja selbst nicht, dass das Actionkino von heute zu Schnitten tendiert, die Acid House Videos gleich kommen. Die angesprochene Videoclipoptik fand ich hier aber sehr gut eingebaut. Ja, nicht der gewöhnliche Soundtrack, die ich sonst so gern höre, aber da kann ich The Chemical Brothers nur loben. Hat mir immens gefallen, wie Bilder und Audio zusammen kamen. Mir gefiel das Flair des Films sehr. Vor allem ist er doch sehr gradlinig geraten und sehr konsequent.

Spoiler

Daher möchte ich zu der traurigen Möglichkeit tendieren, dass die Familie tot ist. Ich hab grade gelesen, dass Regisseur Joe Wright die Szenen ihrer Ermordung gedreht hat, für den Film aber zu düster fand. Ich bin gespannt, ob sich diese als Deleted Scenes auf der DVD werden finden lassen. Es wäre die einzig logische Handlung. Immerhin war Marissa nicht allein, wenn überhaupt würde sie schwach werden. Aber wir haben gesehen, was "der Sandmann" ( :fuercht: gruslig, wie er ins Zelt rein geschaut hatte) mit den Pfeilen und Grimm getan hat. Er wäre sicher dagegen die Familie leben zu lassen, sie wissen zwar im Grunde nichts, aber doch schon längst zu viel. Es wäre nahezu fahrlässig nicht ordentlich aufzuräumen.

Sophie ist ja... einerseits will man sie schütteln, aus dem Fenster werfen und ertränken, andererseits ist sie einfach so ohne Grund nett zu Hanna und dadurch sympathisch. Die hat kein Filtersystem zwischen Hirn und Mund. Was in ihrem Hirn abgeht versteht man auch nicht wirklich, aber sie ist halt irgendwie ganz ein Teen der reizüberfluteten Welt. Denkt über Promis nach, macht ein Date aus, verschenkt ein Freundschaftsarmband. Ich bin froh, dass Hanna eine so offene Person kennen lernen durfte.

Die Actionszenen waren super. Sehr schöner Nahkampf (was an und für sich auch nicht immer Sinn machte) und man kriegt viele verschiedene Orte und Abläufe geboten. Ja, die Hafen-Container-Szene ist ein schöner Augenschmaus dabei.

Saoirse Ronan finde ich einfach nur super. Sie hat mich bisher in jeder ihrer Rollen, die ich gesehen hab, absolut überzeugen bis begeistern können. Das ist ein positiver Ausblick auf die Zukunft der Schauspielstars. Sie hat auch viel Training in Kauf genommen und dadurch einiges an Stuntarbeit selbst ausführen können. Mein Respekt. Ich glaube, nur wegen ihr werde ich Stephenie Meyers "The Host" lesen, weil sie die Hauptrolle in der Verfilmung hat. Das will ich mir antun. XD
Cate Blanchett mag ich sowieso und so eiskalt... whoa, Ausstrahlung much.
Eric Bana fällt daneben ja nicht mehr auf. :D
Insgesamt echt super besetzt und sehr schön stimmungsvoll gespielt.

Auf die DVD freue ich mich auch für den O-Ton, um diesen wilden Sprachenmix noch deutlicher zu erleben. :D


01.06.2011 02:46
Lucki




Lucki is not lucky
Dabei seit: 03.01.2007
Herkunft: München
Beiträge: 1.076
Sammelalbum
Credits: 1134
gekaufte Marken: 0
verdiente Marken: 80
      

@ Misato:

Ups, also doch kein Hollywood-Film, das erklärt einiges. Ich hatte mich wie erwähnt vorab Null über den Film informiert und dachte halt wenn Eric Bana und Kate Blanchett mitspielen dann wird es wohl Hollywood sein ...

Zitat von Misato

Spoiler

Deshalb muss ich auch gleich sagen, da ist keine amerikanische Familie in dem Film. Das sind Engländer. Und natürlich trifft Hanna auf eine englischsprachige Familie, weil die Untertitel sonst kein Ende genommen hätten und das vergrault viel Zielpublikum. Das ist eine Tatsache, die man akzeptieren muss, auch wenn man selbst nicht so untertitelphob ist. Außerdem hätte eine marokkanische Familie dann ganz zufällig Urlaub machen wollen, nach Spanien übersetzen und Hanna so mitnehmen. Wäre auch merkwürdig.

Im ersten Moment erscheint es komisch, dass Hanna Elektrizität halt nicht kennt. Da ist sie wirklich unvorbereitet, denn Theorie reicht nicht unbedingt. Aber Erik kann ja sagen, was er will. Ich glaube sogar, dass er Hanna als seine Tochter gesehen und sie geliebt hat. Aber ein guter Vater ist was anderes. Ein guter Vater hätte sie in einem Waisenhaus in Italien untergebracht oder so. Aber nein, er trainiert sie. Denn das ist das einzige, das Erik kennt. Das ist das einzige, wofür Hanna gezüchtet wurde. Das ist das einzige, von dem er weiß, dass es ihr helfen wird.
Auf den ersten Blick ist es auch komisch, dass das Spiel mit dem Umlegen des Schalters beginnt. Erik zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Vielleicht muss man das unter einem Heldenkomplex verbuchen. Er sieht sich in dieser Sache als einer der guten Jungs, will nicht so einen feigen Anschlag begehen wie den, dem Johanna zum Opfer fiel. Ich glaube, anfangs wusste er mit Hanna nichts anzufangen. Der Plan Marissa zu töten, vor allem von ihr töten zu lassen für die poetische Gerechtigkeit, reifte dann langsam, als er sich an die Einsamkeit gewöhnte. Und wer weiß, vielleicht hatte Erik auch Angst vor Hanna. Sie war die einzige überlebende Testperson. Ihre Entwicklung konnte niemand vorher sagen. Vielleicht wollte er sie deshalb nicht unter Menschen aufziehen oder sie ihnen "aussetzen". Immerhin wurde ja die soziale Umgänglichkeit auch absichtlich beeinflusst. Vermutlich wäre er stolz gewesen, wenn er gesehen hätte, dass Hanna fähig zu Freundschaft ist.

Spoiler

Dass die Campingbus-Familie englisch spricht dient wohl wirklich der Vermeidung von Untertiteln, andererseits frage ich mich dann wieso man Marokko als Film-Kulisse nutzt wenn man anschließend nicht bereit ist das konsequent durchzuziehen. Dieses Geheimforschungslabor hätte genausogut irgendwo in Europa stehen können und schon wäre es völlig plausibel dass Hanna auf englisch sprechende Touristen trifft.

Zu Eriks Vater-Rolle:
Ja, ich denke auch er hat sie geliebt wie eine eigene Tochter. Er wollte, dass sie überlebt. Damals als er sie aus dem Labor gerettet hat, und in Zukunft wenn sie ihr eigenes Leben lebt. Erik wusste aber auch, dass Marissa niemals Ruhe geben würde bevor Hanna tot ist - oder alternativ Marissa tot ist. Darum bildete er Hanna zur Überlebenskünstlerin aus. Die beiden hätten auch die Wahl gehabt, in ihrer Deckung zu bleiben, Marissa hätte sie dort nie gefunden. Aber in dem Moment wo sie ihre Deckung verlassen haben blieb ihnen nur eine Möglichkeit: Marissa muss sterben!

An diesem Punkt verstehe ich immer noch nicht wieso sie per Funksender eine Vorwarnung gegeben haben. Das erhöht zwar die Dramatik des Films wenn die Gegenseite vorbereitet ist, aber unlogisch ist es trotzdem. Als Drehbuchschreiber hätte ich alternativ den ersten, unangekündigten Marissa-Mordversuch scheitern lassen, so dass die Marissa ab dann vorgewarnt ist und Erik + Hanna vom Jäger zum Gejagten werden. Danach würde der Film wie gehabt ablaufen.

Die anderen, also die Agency, haben sich übrigens genauso dämlich angestellt. Das Killerkommando kommt zwar nachts, aber anstatt sich lautlos an ihre schlafenden Opfer heranzuschleichen kreisen sie mit einem Hubschrauber über der Holzhütte. *facepalm*

Völlig unlogisch, aber der Regisseur wollte die Szene wohl mit etwas Action und Special-Effekts aufbauschen, also musste ein Hubschrauber her. Das sind so Kleinigkeiten die sich leider quer durch den ganzen Film ziehen. Weniger ist manchmal mehr.

Man kann eine solche Szene, in der sich ein Killerkommando lautlos an eine Holzhütte im Schnee heranpirscht, auch ohne Effekthascherei sehr intensiv und packend drehen. Dass der Regisseur es kann hat er wenige Filmminuten davor bereits bewiesen als er Hanna im verschneiten Wald auf Rentier-Jagd gehen ließ. Ich hätte mir mehr Szenen von dieser Sorte - und Qualität - gewünscht.

Letztlich hat der Film zwei Schwachstellen: ein unlogisches Drehbuch und einen übereifrigen Regisseur.

Zitat von Misato

Auf die DVD freue ich mich auch für den O-Ton, um diesen wilden Sprachenmix noch deutlicher zu erleben. :D

Der Film wird bei mir nicht als DVD ins Regal wandern aber du wirst es nicht bereuen den Film nochmal im O-Ton zu erleben. Ich habe mich im Kino stellenweise gefragt wie man den Sprachenmix wohl sinnvoll in eine deutsche Synchro packt. Meine Vermutung: Gar nicht!


"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." [spoiler]Sokrates, 470 v.Chr. - 399 v.Chr.[/spoiler]
01.06.2011 12:37
Misato




Rebel Scum
Dabei seit: 11.06.2005
Herkunft: Earth-1218
Pet: Maya
Beiträge: 4.403
Sammelalbum
Credits: 2311
gekaufte Marken: 199
verdiente Marken: 373
      

Voice hatte hier auch zwei wichtige Flaggen vergessen. UK und D waren gut beteiligt. ;)

Spoiler

Der Plan sah halt vor, dass Hanna Marissa töten soll. Ich glaube, man darf den Film nicht komplett als real ansehen. Die ständigen Verweise auf Märchen sind wichtig für die Erzählstruktur. Und da bricht Hanna als Figur aus, weil sie für sich selbst kämpfen und einstehen soll. Sie soll ihre Vergangenheit bzw mit ihrer Entstehungsgeschichte abschließen. Rotkäppchen bringt den bösen Wolf hier selbst um, weil sie schon besser ist als der Jäger.
Was mir im Film wirklich fehlt, ist mehr über Erik zu wissen. Was ich mich wirklich, wirklich, wirklich dringend frage ist, wie er Marissas Wohnung finden konnte. Bei ihrem Job kann ich mir gut vorstellen, dass sie regelmäßig umziehen muss. Am merkwürdigsten erscheint mir daher, dass Erik überhaupt vor ihrer Tür auftaucht. Aber er ist ja ein Superagent, vielleicht hat er sich da Spezielequipment oder sonstwas beschaffen können. Will ich mal glauben. Nur war er sich eventuell nicht sicher, ob er das schaffen konnte. Der Plan war also einfach - Signal absetzen, Hanna einschleusen, sie bringt Marissa um, wenn sie sie trifft. Hier liegt der Fehler bei Erik, der seine Gegnerin unterschätzt hat. Vielleicht ist da in ihm auch der Drang, Marissa ganz deutlich zu zeigen, was die Experimente schlussendlich hervor gebracht haben. Wie gesagt, da kommt es mir vor, dass der Film sich eben auch wie eine Form von Märchen erzählt, wo es wichtiger ist, welche Figuren aufeinander treffen als die Frage nach der Logik an sich. Wenn ein Stück Apfel in der Luftröhre sitzt, fällt man ja auch nicht einfach nur ins Koma. ;) Erik gibt den Peilsender Hanna, damit sie entscheiden kann. Aber er macht klar, dass ist es dann. Es gibt kein zurück, es wird durchgezogen. Vielleicht glaubt er, wenn sie sich langsam an Marissa schleichen, sieht Hanna so viel von der Welt und verliert das Ziel zu schnell aus den Augen?

Ja, viele Spekulationen. Aber ich kann nachvollziehen, was dich an dem Film stört, denn augenscheinlich lässt die Ausgangslage die Logik vollkommen vermissen. Da verpasst der Film, uns besonders Erik als Figur näher zu erklären. Deshalb ist meine Euphorie halt nicht auf dem Level von Voice, obwohl ich den Film selbst als super Granate empfand. :^_^:

Ganz einfach. Alles, was Englisch ist, wird synchronisiert. Alles was Deutsch ist, bleibt Deutsch (wird aber nachsynchronisiert, damit die Stimme sich nicht verändert). Der Rest kommt mit Untertiteln. Finde ich jetzt auch nicht schlimm oder irgendwie schlecht. Keine großen Experimente und nichts, woran man sich lange stört. Das größte Ärgernis der letzten Jahre war, ist und bleibt in dieser Hinsicht "Heroes", wo einfach alles übersetzt wurde. Hier wird eben Englisch, die "Hauptsprache", übersetzt. Ich denke, den meisten Kinogängern ist das eh egal und viele werden auch mitkriegen, dass die beiden Sprachen sich hier eben zu einer mischen. In der Reihe hinter mir war ja einer ganz stolz, als er nach einer weiteren Nahaufnahme gemerkt hat, dass das Lexikon am Anfang auf Deutsch geschrieben war. Musste er gleich ganz laut und deutlich sagen. Vielen Dank, Captain Obvious, ich gucke ja nicht zur Leinwand. :facepalm:


01.06.2011 12:59
Kenshin




~* Psychosocial *~
Dabei seit: 14.03.2005
Herkunft: Ank Morporkh
Pet: Ein
Beiträge: 2.448
Sammelalbum
Credits: 1328
gekaufte Marken: 103
verdiente Marken: 338
      

Ich weiß nicht was ich von dem Film halten soll. Auf der einen Seite find ich ihn schon genial, auf der anderen Seite ist es ein sehr experimentieller Film der auf einen Selbstfindungstrip ist.
Damit will ich sagen, ich hatte immer wieder so das Gefühl das ich hier Lola Rennt sehe gepaart mit einem, nennen wir es mal New Age Märchen, und einem Hauch Hollywood Thriller und Kunstfilm.
Aber was ich absolut nicht mal Ansatzweise nachvollziehen kann ist der Vergleich mit Elfen Lied. Tut mir Leid, aber der Vergleich ist mehr als unpassend. Vielleicht ist es das im Ansatz, aber komplett mit dem vergleichen würd ich das definitiv nicht.
Mir fällt grad der Name des Films nicht ein, mit dem man den Film viel eher vergleichen kann. Shit, wenn ich es weiß, schreib ich es auf alle Fälle nochmal rein.

Den Film mag ich, keine Frage, aber extrem hochloben kann ich ihn nicht. Ich habe nichts gegen Kunstfilme, aber sie sind teilweise zu abgedreht für meinen Geschmack und so stellenweise auch Wer ist Hanna?. Übrigens gebe ich Lucki vollkommen Recht, der Titel ist mehr als bescheuert. Und es ist schon ziemlich absurd, dass in der deutschen Fassung im Vorspann mit voller Stolz Wer ist Hanna da auf der Leinwand prangert und am Ende nur Hanna. Ähm, was denn nun bitte?
Was ich an dem Kunstteil nicht mochte, war der Bilderrausch der teils heftig und manchmal recht unübersichtlich wirkte und schnell und dann das gepaart mit der Musik. Ich mag die Chemichal Brothers und die Musik war stellenweise gut, aber manchmal wirkte es eben wie Lola Rennt, wo eben sie rannte solche Musik lief. Ich mein, der Effekt was man damit bezweckt hat, war sehr toll gewesen. Aber nach einer Weile funktioniert es bei mir persönlich nicht mehr und muss dann entnervt aufgeben. So auch gegen Ende wo jede Laufsequenz damit untermalt wurde.
Was auch teilweise an einen Kunstfilm erinnert, wenn man das in dem Konsenz sagen kann, sind die Figuren, bzw. die Verfolger die sehr abgedreht wirkten as würden sie stellenweise einem Ecstasy Trip entstehen. Damit bezieh ich mich eher auf den Hamburger und seine Gefolgschaft.

Spoiler

Damit mein ich die Typen die wie Neo-Nazis aussahen. Sie wirkten sehr abgedreht als sie unter anderem bei den Gefangenen oben auf den Containern rumgetanzt haben.
Dabei stellt sich mir auch die Frage, was ist denn mit der gefangen genommenen Famile passiert? Normalerweise hätte man sie sich dessen entledigt, da man ihre Gesichter gesehen hat, also der von den Entführern und wieso sollte es ihnen besser ergehen als dem Marokaner?

Was mir persönlich am meisten gefallen hat, war eben Hanna die hervorragend gespielt wurde.
Es ist bemerkenswert wie sie sich in einer für uns völlig normalen Welt auseinander setzt, als wäre sie eine Außerirdische. Sie kennt das alles nur aus den Büchern was ihr Vater gelesen hat und entdeckt die Welt neu, Menschen, die Liebe, Freunde etc. Find ich Klasse wie sie sich in die Welt einlebt.
Eric Bana mag ich sehr und da fand ich es sehr schade, das seine Rolle kurz kam, aber die wenigen Augenblicke haben vollkommen ausgereicht.
Und Cate Blanchett, ich mag sie sehr als Schauspielerin und sie kann auch einen richtigen Ekelpaketen mimen, aber hier muss cih sagen, wie schon in Indiana Jones 4, hätte sie es viel besser machen können. Sie blieb ihren Möglichkeiten hinter und ihre Figur wirkte optisch eher wie eine aus den 70ern, steckengeblieben in der Zeit.
Sie haben ihre Rollen aber sehr gut gespielt, besonders die Hanna Darstellerin.
Kampftechnisch bietet der Film sehr tolle Szenen, sehr flüssig, perfekt einstudiert und tolle Choreografien.

Akkustisch muss ich sagen, wie schon mal angesprochen, geht mir persönlich nach einer Weile auf den Sack. Das mag daran liegen, dass mir die Musik nur bedingt gefällt bzw. nur über eine kurze Dauer. Werde ich aber damit ständig bombardiert, wie eben hier, dann wird es für mich unerträglich.
Von der Story her muss ich sagen, bietet nun nichts neues, aber man muss schon sagen, dass es eine Menge rausholt. Es gehört nicht viel Dialog dazu, aber Bilder sprechen viel und da muss ich sagen, dass mit Ausnahme des künstlerischen und experimentiellen teils, der Film optisch eine Menge bietet.
Sei es nun ein toller verschneiter Wald der wundershcön in Szene gesetzt wurde, oder aber Marokko.

Spoiler

Sehr bedürftig fand ich aber den geografischen Teil. Die Familie war auf den Weg nach Lille. Auf einemla waren sie dann aber auf der Köhlbrandbrücke in Hamburg. Ähm, als die Frau dann sagte, ich hab mich verfahren, hab ich aufgelacht, was wohl keiner verstand. Weil ich mein, hey, Lille und Hamburg sind schon eine kleine Ecke weiter weg.
Humor gibt es hier kaum einen, aber den Teil mit den drei Kugeln, das sorgte für einen tollen Lacher beim Publikum.

Zitat von Misato

Alles, was Englisch ist, wird synchronisiert. Alles was Deutsch ist, bleibt Deutsch (wird aber nachsynchronisiert, damit die Stimme sich nicht verändert).

Ich hab den Film auf deutsch gesehen, aber ich fands, eben wie schon bei Stirb Langsam, durchaus interessant, dass die deutsche Sprache nicht neu synchronisiert wurde. Gerade bei der alten Dame hörte man es deutlich heraus.


Hanna (ich weigere mich den deutschen Titel zu verwenden) ist alles in allem ein toller Film, der zwar nah ist an einem genialen Film, aber dafür zu experimentiell wirkt und eben an diesen Stellen sehr gewöhnungsbedürftig ist. Und eben das musikalische. Wird definitiv nicht jedermann's Geschmack sein, dazu müßte man sich auf etwas anderes einlassen, eben experimentielles, aber gänzlich ncihts schlechtes.
Aber eben Szenen wie z.B. bei dem Computer wo sie nach Artikeln sucht und liest, das nicht mein Fall gewesen.
Toller Film ,mir hat er gefallen, es bleibt aber ein leichter bitterer Nachgeschmack da und die Euphorie von Voice....nun, dazu sag ich folgendes, weil die Worte sehr gut gewähl sind:

Zitat von Misato

Deshalb ist meine Euphorie halt nicht auf dem Level von Voice...




Sig by Voice
05.06.2011 20:21
Misato




Rebel Scum
Dabei seit: 11.06.2005
Herkunft: Earth-1218
Pet: Maya
Beiträge: 4.403
Sammelalbum
Credits: 2311
gekaufte Marken: 199
verdiente Marken: 373
      

Zitat von Kenshin

Und es ist schon ziemlich absurd, dass in der deutschen Fassung im Vorspann mit voller Stolz Wer ist Hanna da auf der Leinwand prangert und am Ende nur Hanna. Ähm, was denn nun bitte?

Das hielt ich ehrlich gesagt für äußerst sinnvoll.

Spoiler

Denn am Ende weiß der Zuschauer, wer Hanna ist. Es reicht einfach ihr Name. Das Mädchen ist da, keine Sinnsuche, keine Jagd nach der Identität, nach mehr. Hier von "Wer ist Hanna?" nur auf den Namen zu schwenken setzt einen sehr starken Schlusspunkt.

Zitat von Kenshin

Dabei stellt sich mir auch die Frage, was ist denn mit der gefangen genommenen Famile passiert? Normalerweise hätte man sie sich dessen entledigt, da man ihre Gesichter gesehen hat, also der von den Entführern und wieso sollte es ihnen besser ergehen als dem Marokaner?

Zitat von Misato

Ich hab grade gelesen, dass Regisseur Joe Wright die Szenen ihrer Ermordung gedreht hat, für den Film aber zu düster fand. Ich bin gespannt, ob sich diese als Deleted Scenes auf der DVD werden finden lassen. Es wäre die einzig logische Handlung.

Sollten die Szenen also auf der DVD sein, kann man sie als Kanon betrachten und damit abschließen. Aber vielleicht gibt es dazu einen Kommentar auf der DVD. Entweder direkt zu den Deleted Scenes oder wir bekommen hoffentlich einen kompletten Audiokommentar. Jedenfalls hat man ihren Tod gedreht, also zuvor eingeplant. Das ambivalente Schicksal ist wohl nur für die optimistischsten aller Zuschauer ein Trost.


Natürlich sind Parts der Figuren, die rein Deutsch sind, nicht nochmal synchronisiert. Das ist schon klar, da hört man den Unterschied im Ton sofort. Aber beispielsweise Cate Blanchett, weil es dumm wäre einen Wechsel in der Stimme zu haben. Diese Teile sind neusynchronisiert, damit es einheitlich bleibt. Auch hier bin ich gespannt, was die DVD denn dann zeigt, wie originalgetreu man geblieben ist beim übersetzen. :D

Ganz so super experimentell würde ich den Film übrigens bei weitem nicht bezeichnen. Die Videoclipoptik an einigen Stellen und das märchenhafte in der Erzählstruktur sind ja durchaus da, aber es sollte sich bitte niemand abgeschreckt fühlen. Es ist nicht grade ein Andy Warhol Film oder so. Die Machart und vor allem die Erzählweise entsprechen zwar nicht dem bekannten und überwiegendem Standard, aber der Film hat definitiv gute Chancen bei einem größeren Publikum und zielt nicht zu sehr auf eine Nische.

Edit:
Mal auf das Kinoerlebnis bezogen. Es war der zweitgrößte Saal in dem Kino, also fast 500 Plätze. Dieser war über die Hälfte gefüllt. Ich bleibe grundsätzlich sitzen, bis der Abspann zu Ende ist, zu diesem Zeitpunkt waren noch fast alle im Saal und nicht der Großteil schon geflüchtet. Das Paar neben mir äußerte sich positiv überrascht und die äußerst diskutierfreudigen Herren hinter mir, hatten auch Lob übrig, wobei durchaus Wörter wie "unerwartet" fielen. Die Stimmung war insgesamt eher gut. Beim Rausgehen hab ich auch negative Stimmen aufgeschnappt, aber keine eindeutige Mehrheit und schon gar keine deutlichen Buhrufe. Ich halte es nicht für aussagekräftig von einer Vorstellung auf allgemeine Reaktionen zu schließen - weder für noch wider dem Film.
Allerdings muss man dazu sagen, dass Münster ein ganz eigenes Publikum hat. Besonders die vielen regelmäßigen Sneakgänger sind sehr aufgeschlossen und das hat schon ziemlich abgefärbt.


05.06.2011 20:47
Kenshin




~* Psychosocial *~
Dabei seit: 14.03.2005
Herkunft: Ank Morporkh
Pet: Ein
Beiträge: 2.448
Sammelalbum
Credits: 1328
gekaufte Marken: 103
verdiente Marken: 338
      

Zitat von Misato

Ganz so super experimentell würde ich den Film übrigens bei weitem nicht bezeichnen. Die Videoclipoptik an einigen Stellen und das märchenhafte in der Erzählstruktur sind ja durchaus da, aber es sollte sich bitte niemand abgeschreckt fühlen. Es ist nicht grade ein Andy Warhol Film oder so. Die Machart und vor allem die Erzählweise entsprechen zwar nicht dem bekannten und überwiegendem Standard, aber der Film hat definitiv gute Chancen bei einem größeren Publikum und zielt nicht zu sehr auf eine Nische.

Wie gesagt, meine Sichtweise mit dem experimentellen.
Das ist aber weniger der Punkt auf das ich nun eingehen möchte, sondern eher auf den letzten Punkte mit größeres Publikum.
Im Kino waren jetzt nicht überwiegend viele Menschen, aber alle Altersklassen, ab 16 bis schätzungsweise 45 / 50 waren anwesend gewesne. Ich schätze mal es waren so ca. 60 Leute da gewesen.
Erstaunlicherweise war keiner von dem FIlm begeistert, denn als die Schlusssequenz kam, und der Film eben mit dem Bild Hanna zuende ging, kamen von allen Zuschauern (ich hab nichts gesagt) Buh Rufe und Unverständlichkeit.
Da zitiere ich mal unter anderem folgende Aussagen:

Zitat

Was ist das denn für ein scheiß?

Der Film ist ja absoluter Schrott!

Wo ist das denn bitte für ein Film?

Da kommt bestimmt noch eine Fortsetzung

Das ließe sich nahtlos fortführen, aber keine Aussagen waren positiv gewesen.
Das zeigt nun für mich, kann auch eine Ausnahme sein, dass der FIlm beim breiten Publikum eher weniger Anklang finden wird, als wie du sagtest, die kleine Nische. Find ich persönlich schade, denn cih habe bei solchen Aussagen eherdas Gefühl, dass die Leute unter einem falschen Vorwand in den Film gehen, weil sie etwas anderes erwartet haben und sehen wollten.
Das er für seine Verhältnisse guten Umsatz hat, kann cih mir wohl nur anhand dessen erklären, dass die Mundpropaganda dies berursacht hat. Dies ist aber nur eine Vermutung. Denn wenn man sich im Nachhinein diverse Kritiken durchliest, sind diese eher positiv ausgerichtet als negativ. Und es gibt ja nun mal viele Menschen die sich vorab solche Meinung reinziehen und sind dann sicherlich enttäuscht, wenn sie etwas anderes sehen.

Ok, aus dem Blickwinkel macht es natürlich Sinn, das am Ende nur Hanna steht.

Spoiler

Ich mein, wenn man sich das so überlegt, hast du ja Recht. Im gesamten Film lebt sie unter einer komplett falschen Identität und verfängt sich auch zunehmend unter der Märchenwelt mit der sie aufgewachsen ist und am Ende will sie nur noch eines: in Ruhe gelassen werden und ihr Leben leben. Was verständlich ist. Aber sehr ironisch und toll wie man es gemacht hat, dass das erste Dialog zugleich auch das letzte ist. Vortrefflich.


Also war das mit der Familie doch richtig ^^ Naja. Ob ich die Blu-Ray kaufe oder nicht, weiß ich nicht, aber angucken kann man es sich sicherlich mal, ist bestimmt durchaus interessant mal zu sehen wie es rüberkommt.



Sig by Voice
05.06.2011 21:06
SuicideKing




Mojos Türsteher
Dabei seit: 27.01.2007
Herkunft: Landeshauptstadt NRW
Beiträge: 1.642
Sammelalbum
Credits: 383
gekaufte Marken: 79
verdiente Marken: 100
      

Warum ist es, wenn man Hollywood sagt, eine Beleidigung? Ich bekomm langsam Hassgefühle. Was soll es? Arthouse für alle? Dann ist es auch Mainstream, nur so zur Info. Ich bin ja total skeptisch, so eine Hollywoodproduktion. Ich schau mir lieber den iranischen Vertreter im Stummfilm an... Ne, echt jetzt. Das ist langsam lächerlich. Warum ist soll übrigens der deutsche Titel: Wer ist Hanna aufblähend sein? Sorry, das sind immer diese Aussagen, die kaum Hand und Fuß haben. Misa hat es schon perfekt umschrieben.

Spoiler

Wer ist Hannah am Anfang und am Ende einfach nur Hanna. Das soll mir bitte einer glaubhaft erklären, dass es blöd ist? Es ist nichts weiter als ein Name. Der Schriftzug untermalt dann auch Hannahs "Ende" Sie ist einfach nur HANNA. Und der Tite Hanna begleitet unsere Heldin bis zum Ende.

Erneut, warum muss man erst meckern, bevor man sich Gedanken macht? Ob der Film bei einem gut ankommt, ist ja eine legitime Frage und auch ein Umstand der das Urteil untermalt. Aber da kann ich nicht anfangen, Hollywood, deutsche Synchro (die absolult gelungen ist) oder den Titel zu "bashen".

Aber mal zum Film zu kommen. Da muss ich nämlich automatisch und direkt auf diesen Hollywoodquark kommen, die Musik. Die musikalische Untermalung stammt meist von den Chemical Brothers. :herz: Die Musik, dieser Beat der mit der Schrittfolge von Hannah und Verfolgern fahrt aufnimmt. :up: Dieses Mittel hat bei mir selten eingeschlagen, nur hier passte es "traumhaft" zur Erzählweise, wie Misa es kurz sagte, märchenhaft und dann Videoclipästhetik. Klasse. Das ist nicht typisch US-Produktion, es ist kein Michael Bay den viele für Hollywood halten und auch kein Hans Zimmer, der alles berieselt. Das sind Amerikaner, die den europäischen Markt damals überfluteten und zusammen mit Fat Boy Slim die Kings des Big Beat, also eher eine Europa-Sache ;) . Ich nick immer noch mit dem Kopf und grinse Hannahs ersten Amoklauf hinterher. Einfach nur genial eingefangen.

Spoiler

Zitat von Voice

Miles ist wohl weniger interessant, gewundert habe ich mich nur, dass er Hanna bei der Mitreise nicht verpetzt hat. So wichtige Momente bekommt er nicht.
Warte mal Voice. Das ist jetzt nicht ganz dein Ernst oder? Wichtige Momente hat er nicht bekommen? Er ist der Grund, warum Hannah überhaupt in Berlin verfolgt wird. Er ist schlichtweg in Hannah verliebt. Wie es ein kleiner Junge nun mal ist. Unschuldig, will bei ihr sein. Daher verpetzt er sie nicht und nach der, mit zu klischeehaften, zärtlichen Freundschaftsbekundungen, schaut er so seltsam in die Kamera. Das ist schon sehr vielsagend und auch wegweisend, bzw erklärend warum Marissa überhaupt an Hannah in Berlin rankomm. Ich finde schon, dass der kleine damit eine große Rolle bekam. Nur wenig Präsenz und er füllt seine kindliche Rolle entsprechen aus. Als Kind.


Auch muss ich meinen Freund Kenshin in den Rücken fallen. Was interessieren mich aufgeschnappte Meinungen des Kinopublikums? ;) Die wenigen Aussagen sind für mich nicht Meinungsbildend geschweige denn Meinungsändernd. Oder überhaupt repräsentativ. Das sind 50 Leute gegenüber hunderttausende die den Film auch gesehen haben. Ich kann mir nur ein Urteil für mich bilden, und ziehe Zitate von Leute zur Hilfe, aber ich kan damit keine Pauschalaussage machen ;) Und bevor du grad deine Bremsen neujustirst wenn ich als Beifahrer nebensitze, ich weiss, du sprichst immer für dich ;) Trotzdem sind unbekannte Kinoflachpeifen die Buh-Rufe einwerfen keine Referenz für irgendwas ;) Deine Frage "was passiert da mit wem", hat mich auch gestört. * Ja, es ist ein Extendet Cut angekündigt, nachzulesen mit Kommentar bei Schnittberichte.com Es war wieder dieses berühmte PG 13 Rating Schuld daran. Eventuell wird das erklärt und auch mein letzter Satz (weiter unten) erfüllt.

Was mich aber am meisten am Film (urplöutlich) gestört hat waren genau 2 Szenen.

Spoiler

1. Die Hippiefamilie und die "krassen" Gegensätze. Das fand ich einfach zu dick aufgetragen. Hilfreich für den Film, das lass ich damit durchgehen, aber trotzdem nervte mich der Umstand der Mutter, die es toll findet, dass eine 13 jährige durch die Weltgeschichte reist.

2. Das schlimmste.... Hanna hat ja in Marokka keine Ahnung von Elektrizität. Null. :D Wurde ja auch schön mit einem Overkill der "Technik" dargestellt. Warum aber zum Teufel, kann sie mit ner Suchmaschine umgehen und DNA "googeln" und mal eben den Namen und Adresse den sie braucht bekommen??? Das hat mich richtig gestört.


War für mich ein arger Logikbruch, aber der komplette Film als Ganzes entschädigt es. Experimentell? Hmm, es ist etwas Abseits der Norm, ja. Nur durchweg Auch kann ich keinen Vergleich zu Elfen Lied finden. Da finden sich 100 Filme, unter anderem schon eher Bourne, die besser passen. Vielleicht war mir Hannah mit der Action einen kleinen Tick zu brav (blutleer). Keine Splatterorgie, nein, nein. Aber hier und da wäre es in meinen Augen besser gewesen, etwas mehr Härte zu zeigen. Sie ist nunmal die perfekte Maschinerie :D Perfekt ist der Film nicht, nein. Aber er hat es geschafft, dass ich Kinder im Film mag. ^^

:9.0: 9 von 10 Danke, das du meine Freundin bist


*Edit: Der Satz liest sich völlig falsch. Das hat mich auch gestört, galt der Szene und nicht dir als Person und Meinung. War sehr, sehr ungklücklich formuliert. Mein Fehler, sorry.


Right in your face buddy, right in your face

Meine Sammlung

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von SuicideKing am 09.06.2011 22:25.

09.06.2011 21:43
Kato




König
Dabei seit: 06.04.2008
Herkunft: Sachsen
Pet: P-Chan
Beiträge: 868
Sammelalbum
Credits: 189
gekaufte Marken: 34
verdiente Marken: 105
      

Uff, hier wird ja wieder fleißig diskutiert. Hatte vor ein paar (3-4) Wochen das Glück in ner Sneak Preview zu sehen, in O-Ton.
Ich... war... ich habe mich unterhalten gefühlt aber in den Himmel loben kann ich den Film nun doch nicht. Es gab einach zu viele Schwachstellen und Logiklücken, um ihn als Meisterwerk hinzustellen. Die Action war wohl im typischen Hollywood-Stil gut dargestellt, wobei ich die musikalische Untermalung mest nervig fand (Sorry an alle Chemical Brothers Fans)

Gut, da ja nun das ganze schon irgendwie zu Tode zusammengefasst wurde, bennene ich mal nur ein paar Punkte, die mich gestört haben.

Spoiler: "Logik"

Okay, lassen wir die Geschichte mit 'Möglichkeiten der Genetik (in den 80ern) mel Beiseite...
Und schieben wir mal die Sache, dass hanna aus dem Internet und ihrer Krankenakte zusammenbastelt, dass sie gentisch verbessert wurde auch außer Acht...
Warum ist ihr Vater so daran gescheitert. ihr ein paar grundlegende Aspejt der Zivilisation beizubringen? z.B. Elektrik, TV, soziale Interaktion, aber bringt ihr vermutlich bei, wie groß ein lauwalpenis ist, oder worüber sie da am Anfang auch geredet haben... Das wird sicher gut kommen in einer normalen unterhaltung, klar.
Es tut mir leid, aber... das Mädchen kann sich nirgends in Deutschland als... Leipzigerin wars(?) verkaufen. Ich weiß, ihr seid Amis Englischsprecher, ihr castet keine Deutschen für Hauptrollen, ABER DANN VERSUCHT NICHT, SIE ALS DEUTSCHE AUSZUGEBEN! For heaven's sake, was dachte er sich? dann schick sie doch nach UK, da kann sie sich besser ausgeben. Nagut, dafür gab es ein paar nette Bilder aus Deutschland. Soweit ich mich erinnere, habe ich nur der Großmutter abgenommen, dass sie da wirklich eine deutsche genommen haben. Die Neonazis, der Blonde und wen sie da noch hatten... wobei, die Nazis haben nicht so viel geredet, egal. Ist etwas her, vllt ging es bei ihnen sogar. (Wo ich gerade be denen bin, die Szene mit dem Hermaphroditen war schon kurz zum Schmunzeln, wie trocken er das rüberbrachte)
Achja, ich werde auch nicht darauf eingehen, wie Hanna da aus dem Komplex entkommen konnte, oder wie sie ernsthaft mehrere bewaffnete Soldaten überwindet... Vllt waren sie einfach mies ausgebildet.
Da war noch mehr... achja, z.b. warum Papa die armen Polizisten umbringen musste, die ihn aus dem Wasser steigen sahen. Alle böse Spione?! Er hätte sich sicher auch eine Ausrede ausdenken und abhauen können -.-'
Vllt hab ich das falsch gesehen, aber warum hat Papa das Auto im Flashback gegen den Baum gesetzt, wenn nur Mama getroffen wurde? (Warum rennt er in die Wildnis davon, anstatt die Mörderin seiner Frau anzuklagen bei seinen Chefs? nagut, er wollte wohl seine Tochter in Sicherheit' bringen.

Hm... wenn ich das am selben Abend geschrieben habe, wäre mir sicher mehr aufgefallen.


Und noch was...

Spoiler: "Klischees"

Okay, es gab genug kleine, z.B. die Sache mit der Musik, die Papa Hanna nie nähergebracht hat, und die sie dann so berührt hat. Das ist... damit kann ich leben.
ABer... the worst, biggest clichee of them all (naja, definitiv in den Top Ten): Du bist nicht mein Vater!!! Wuääääääh! Du hast mich die letzten jahre aufgezogen und für mich gesorgt und warst der einzige Mensch, den ich kannte, aber du bist nicht der Typ, der seinen **** in meine Mom gesteckt hat! Dubist nicht mein Vater!!!!' Ich erspare mir jetzt random Flüche aber... the fuck, girl. Writers. Director. Whoever. DAD. Rechne mit sowas und bring es ihr vllt vorher bei, schonend, irgendwas. Diese Szene zum Ende hat... naja, nicht den Film ruiniert, aber ich hätte echt fast geschrieben im Kino, dass in dieser Situation WIEDER diese Karte gespielt wurde, um unnützes Drama zu erzeugen und Tochter und Vater auseinander zu bringen. Tut mir leid, ich HASSE es. Wunder Punkt oder so.
Was war grade noch... Achja, der... naja, nicht Flashback, aber... Gleichnis(?) zwischen dem Reh/Hirsch am Anfang und der bösen Hexe am Ende... meh... Menschen sind keine Tiere. Böse Menschen, die andere ohne mit der Wimper zu zucken sterben lassen, sind auch keine Tiere. Ich... okay, unter dem Märchenaspekt vllt etwas, aber allg. verstehe ich das Gleichnis nicht, und wenn ich es so verstehe, wie ich es vllt soll, finde ich es schlecht.


Trotz dessen... es war kein furchtbarer Film, aber er hat eben die Schwächen, die quasi alle Blockbuster haben, irgendwie. Und doch habe ich wieder mehr geschrieben, als ich vorhatte und es ist gleich wieder eins. Ich... es ist vernüftig, für einen Hollywood Film, und die verschiedenen Szenerien sind ganz nett zu sehen, und die vielen Sprachen sind auch irgendwie interessant, sber das hebt die Schwächen des eher durchschnittlichen und auch recht absehbaren Plots nicht wirklich wieder gut. Aber die Figuren waren weitestgehend gut, wenn auch wie gesagt nicht immer super vernünftig. (Wildfremde Mädchen mitnehmen eingeschlossen)

Bewertung hängt sehr davon ab, was man erwartet... Als Hollywood-Film wohl durchaus
:9.0:
aber allgemein eher :6.5: oder in der Region...

Achja, kleiner Höhepunkt für Leute die Yuri mögen...

Spoiler

Teenagerinnen, die küssen üben. :P Naja, kurz. Aber sie sind ganz niedlich. Nur bin ich etwas alt, um mich darüber ernsthaft zu amüsieren.



Alle Aussagen über dieser Signatur sind einzig und alleine meine Meinung. Es steht euch frei, diese zu teilen oder nicht. Diese Meinung soll nicht irgendjemandes Meinung für ungüötig erklären, oder jemandem den Spaß an [instert topic here] nehmen/jemanden dazu zwingen [insert topic here] zu mögen. (Ich neige nur manchmal dazu, gern zu widersprechen.)
Jeder ist herzlich eingeladen, mir sachlich zu widersprechen. Danke für die Aufmerksamkeit ^^

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Kato am 10.06.2011 08:42.

09.06.2011 23:56
Misato




Rebel Scum
Dabei seit: 11.06.2005
Herkunft: Earth-1218
Pet: Maya
Beiträge: 4.403
Sammelalbum
Credits: 2311
gekaufte Marken: 199
verdiente Marken: 373
      

Kato, ist dir nicht aufgefallen, was hier im Thread schon gesagt wurde? Diese Koproduktion hat sehr viel mehr europäische Beteiligung. Abgesehen davon, dass ich SK zustimme, das Wort "Hollywoodfilm" mit einer derart abwertenden Note zu nutzen hat was von... ne, das sind jetzt alles Wörter, die man persönlich nehmen kann, was ich nicht persönlich meine, ich sag einfach mal, ich halte das für etwas dumm... und naja, "Hanna" ist kein Hollywoodfilm.

Zitat von Kato

Ich weiß, ihr seid Amis, ihr castet keine deutschen für Hauptrollen

Man könnte sicher Deutsche casten, wenn mehr Deutsche Lust auf ausländische Filmen hätten (haben nicht mal alle), aber welche Amis willste hier beleidigen?
Regisseur Joe Wright = Engländer
Eric Bana = Australier
Cate Blanchett = Australierin
Saoirse Ronan = geboren in NY und damit US Bürgerin, aber aufgewachsen in Irland (wo ihre Familie schließlich Wurzeln hat)
Tom Hollander, Jason Flemyng, Olivia Williams = allesamt aus England
Vicky Krieps = Luxemburgerin (die auch in einem "Tatort" mitspielte)

Dazu, dass amerikanische, englische oder auch französische Darsteller jemanden spielen, die dann einen Deutschen darstellen, die Sprache aber nicht überzeugend rüber bringen... wenn kein Plotpoint draus gemacht wird, dass sie sich verraten, muss man leider sagen, fällt da vieles unter Suspension of Disbelief. So wie man in Bulgarien dreht und das Russland sein soll oder wie man in deutschen Produktionen mit miesem Englisch oder Spanisch konfrontiert wird, dass der normale Fernsehzuschauer eben nicht hinterfragt, solange die Figuren das nicht tun. Grade in einem Animeforum muss man doch gelernt haben, über Sprachbarrieren hinweg sehen zu können, die in der realen Welt keinen Sinn machen. :D ;)

Spoiler

Das Problem mit der Elektrik ist eben auch, dass er sich das in der Wildnis so nicht erlauben kann. Er hat ihr theoretisch alles beigebracht, was sie wissen muss, von Menschen aber ferngehalten, denn jeder stellt ein Risiko da. Das muss man dem Film eigentlich sogar als Pluspunkt anrechnen. Hier taucht jemand unter und zieht es durch ohne Gefahr jemals geschnappt/gefunden zu werden. Grade weil man davon ausgeht, dass er ja eher Menschen aufsucht. In jedem noch so kleinen und entlegenen Dorf in Afrika würde er auffallen. Er wählt halt die Wildnis Finnlands. Vollkommen autark, für immer sicher. Das Dumme ist dann eben auch, dass ihm viele Mittel fehlen, um Hanna zu unterrichten. Deshalb kann sie das Lexikon mittlerweile vermutlich auswendig. Mag ja keine Dinnerkonversation bei rum kommen, wenn sie alles über Blauwale weiß und deren Penisgröße, aber es ist einfach mal was zum lernen, was geistiges. Ansonsten zählt nur eins - kämpfen. Wenn man über 10 Jahre ausgebildet wird und nichts anderes macht, finde ich es nicht mal so weit hergeholt für diesen Film, dass sie dann auch Elitesoldaten ausschalten kann. Und die Creme de la Creme ist da wirklich nicht auf dem ollen Stützpunkt in Marokko.

Warum Erik die Polizisten umgebracht hat? Warum denn nicht? Hast du irgendwann im Film gemeint, der sei ein lieber und braver Pfadfinder? Nein, töten bedeutet ihm nicht wirklich viel. Er hat Marissa geholfen, da ist kein großes Gewissen im Spiel. Wenn also ein Mann aus dem Wasser klettert und von Beamten aufgegriffen wird, die eine Meldung machen werden, die auf dem Schirm eines Top Nachrichtendienstes schnell erscheint (und einen flüchtigen Mann haben sie schließlich gesucht im Norden Europas), da glaubst du, der ist so leichtsinnig und denkt sich was aus oder schlägt die nur k.o. für einen kurzen Vorsprung? Das einzig dumme ist eher, dass er die Leichen nicht besser versteckt hat. Das ist wie mit Finnland - es geht nicht um ein schönes, angenehmes und gutes Leben. Es geht ums Überleben. Und zwar erbarmungslos und konsequent. Erik ist kein guter Mensch.

Zitat von Kato

Warum rennt er in die Wildnis davon, anstatt die Mörderin seiner Frau anzuklagen bei seinen Chefs

Bei welchen Chefs? Den Chefs, die Hanna tot sehen wollten, weil das Experiment beendet war? Die Chefs, die wissen, was Marissa getan hat und vermutlich volle Befugnis gaben zur Vollstreckerin zu werden? :kopfkratz: Bei wem anklagen? Ab dem Moment als Erik sich entschieden hat Johanna Zadek und ihrer Tochter zu helfen, war er ein toter Mann, eine Gefahr für alle, die in dem Projekt drin stecken, das unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit gelangen darf. Und der soll sich wohin wenden, wo ihn nicht schnell jemand verschwinden lassen kann?

Von einem Gleichnis würde ich übrigens nicht reden. Dass der Spruch "ich habe dein Herz verfehlt" sicherlich nochmal kommt, damit habe ich gerechnet. Das ist dann eine eliptische Erzählung, weil man wieder am Anfang ankommt, bei der Jagd. Und Hanna geht mit dem Menschenleben um, wie mit dem Tier. Es wird nicht gequält, es wird einfach getötet. Keine Gefühle, kein leiden lassen. Jeder abgegebene Schuss soll töten und nicht verletzen. Das kennt Hanna, danach handelt sie. In der Wildnis und für ihr Leben. So einfach sehe ich das, zumal es sich eben erzählerisch einreiht.



10.06.2011 01:47
Kato




König
Dabei seit: 06.04.2008
Herkunft: Sachsen
Pet: P-Chan
Beiträge: 868
Sammelalbum
Credits: 189
gekaufte Marken: 34
verdiente Marken: 105
      

Zitat von Misato

Kato, ist dir nicht aufgefallen, was hier im Thread schon gesagt wurde?

Sorry, der Thread ist für die wenigen Posts schon recht gut gefüllt und ich wollte gern vor drei ins Bett gehen, tschuldigung. ^^' Da vergess ich ja wenn ich am Ende bin, schon wieder was am Anfang steht.

Zitat

Abgesehen davon, dass ich SK zustimme, das Wort "Hollywoodfilm" mit einer derart abwertenden Note zu nutzen hat was von...

Du darfst ruhig harte Worte gegen mich benutzen. du bist immerhin Mod :P Okay, einerseits ist es jetzt nicht 'so' abwertend gemeint, ich sage nur, dass ich inzwischen eine Grenze ziehe zwischen einem Film wie Iron Man 2, der zwar unterhaltsam aber einfach mal nich besonders tief und sinnvoll ist, und meinetwegen... uhm... doll, jetzt fällt mir nicht mal ein gutes Beispiel für einen WIRKLICH gut geschriebenen Film ein, Mist. Und andererseits könnte ich auch Mainstream, Blockbuster, Actionschinken, oder ähnliches sagen... Ich will jetzt nicht alle Filme aus Hollywood beleidigen, aber viele davon fallen eben doch unter Schema F.

Zitat

Man könnte sicher Deutsche casten, wenn mehr Deutsche Lust auf ausländische Filmen hätten (haben nicht mal alle), aber welche Amis willste hier beleidigen?

Sag doch nicht immer gleich beleidigen ^^' Ich klinge ja wie ein Arsch, nur weil ich den Film kritisiere. Okay, es waren keine Amerikaner, ich habe mich von oben erwähntem Gefühl des üblichen Hollywoodfilms (insert preferred word) manipulieren lassen und dachte es wäre ein Film aus Amerika gewesen. Ich korrigiere das.

Zitat

Dazu, dass amerikanische, englische oder auch französische Darsteller jemanden spielen, die dann einen Deutschen darstellen, die Sprache aber nicht überzeugend rüber bringen... wenn kein Plotpoint draus gemacht wird, dass sie sich verraten, muss man leider sagen, fällt da vieles unter Suspension of Disbelief. [...]

Nagut, ich bin nur manchmal sehr bugged davon... ist es so schwer jemand zu finden, der die Sprache ordentlich kann und nicht nur, ich mutmaße jetzt mal, auch wenn ich vllt falsch liege, nur gelernte Sätze nachspricht? Weiß nicht, bei multinationale Produktionen gerade sehe ich nicht ein, dass man nicht Schauspieler aus verschiedenen Ländern nehmen kann *shrug*

@spoiler (ich fass das mal grad kurz zusammen)

Spoiler

Hm... vllt fehlt irgendwo noch der Punkt, was er wirklich vorhatte. Wenn er da für immer bleiben wollte, macht der Peilsender keinen Sinn. Wenn er vorhatte irgendwann zurückzugehen, hätte er sich etwas nesser vorbereiten sollen, auch wenn er auf der Flucht war. Naja, details. Jedenfalls finde ich, es gab durchus wichtigere Dingem, die er ihr häte beibringen können anstatt all den Details über Blauwale und vermutlich noch anderen Kram, von dem wir nichts wissen.

Die Sache ist nicht, daass Sie Elitesldaten ausschalten kann, sondern dass sie bewaffnete Elitesoldaten ausschalten kann. EIne Waffe bringt viel im Kampf, und auch wenn ich ihr ja viel Kredit gebe... die Soldaten und ihre Vorgesetzten, sind offenbar etwas unfähg.

Hm? Ich hatte das Gefühl Erik sollte schon 'nett'-ish sein. Und gut, wir sehen nicht, ob er sie versucht zu überzeugen, aber ich sehe den Sinn in den Morden nicht. Sie ko zu schlagen häte gereicht um weit genug wegzukommen, und der Mord zweier Polizisten zieht viel, viel mehr Aufmerksamkeit ls ein tätlicher Angriff. Oder die Ausrede 'Hm?h, ich war nur etwas Eisschwimmen.' Aber wie gesagt, wir wissen ja nicht, wie es ablief.

Hm, wie gesagt, war eine Weile her. Wusste nicht mehr, dass die ganze... CIA? Wer auch immer Hanna tot sehen wollte, sondern meinte es wäre in erster Linie Witch's Eifersucht gewesen, weswegen sie auch nicht gut dastünde als Mörderin. Weswegen sie auch nicht ihre Gründe für die Jagd an die große Glocke hängt sondern die Nazis anheuert. Aber dann fiel das vllt auch alles nur unter Geheimhaltung oder whatsoever. Naja, die großen böse Agenceies sind überall, ig Brother und so, yadda, yadda.

Und das [mit dem 'Gleichnis'] zeigt uns nun was? Das hanna Menschen als Objekte behandelt, die sie ohne weiteres auschalten kann, weil ihr Vater ihr kein Mitgefühl beigebracht hat? Dann... kam das etwas schwach rüber, wenn das ein den Film durchziehendes Thema sein soll, oder och habe es nur schwach registriert, manchmal muss man mich aber auch mit der Nase in sowas reindrücken. Soll das jetzt heißen, Hanna's Leben ist eigentlich 'wertlos', weil sie als Kind nicht vernünftig erzogen wurde, und sie nicht ordentlich mit Menschen interagieren kann, wenn sie sie nicht als mehr als Tiere ansieht? Ich... keine Ahnung, einen Menschen und ein Tier töten ist für mich nicht dasselbe, und zu sagen, es hat die gleiche Aussage, finde ich schlichtweg falsch.


Naja, lassen wir das, ich... vllt liegt es an mir, aber ich spreche dem Film nicht so viel Tiefgang zu. Vllt hat mich diese eine Szene zu negativ getroffen, oder wasauchimmer, er steht bei mir immer noch unter [leicht herabwürdigender Ausdruck von US amerikanische Produktion]. Wird sich auch nicht mehr änern, sorry.


Alle Aussagen über dieser Signatur sind einzig und alleine meine Meinung. Es steht euch frei, diese zu teilen oder nicht. Diese Meinung soll nicht irgendjemandes Meinung für ungüötig erklären, oder jemandem den Spaß an [instert topic here] nehmen/jemanden dazu zwingen [insert topic here] zu mögen. (Ich neige nur manchmal dazu, gern zu widersprechen.)
Jeder ist herzlich eingeladen, mir sachlich zu widersprechen. Danke für die Aufmerksamkeit ^^
10.06.2011 08:40
Misato




Rebel Scum
Dabei seit: 11.06.2005
Herkunft: Earth-1218
Pet: Maya
Beiträge: 4.403
Sammelalbum
Credits: 2311
gekaufte Marken: 199
verdiente Marken: 373
      

:keks2: Du weiß ja, dass ich einem "Doctor Who" Schauer nicht einfach so irgendwas an den Kopf werfen würde des bösen Werfens willen. ;)

Spoiler

Wer in der Agency jetzt alles so genau drin steckt, weiß man nicht. Aber allgemein geht's eindeutig darum, die ganze Operation so geheim zu halten wie möglich. Höher Gesetzte als Marissa wissen da sicher einiges und die, die tatsächlich etwas zu sagen hätten, würden sie eben unterstützen und nicht Erik. Denn er ist derjenige, der den kleinen Club ja verraten hat, auch wenn er moralisch in der Entscheidung wohl überlegen war.

Zitat von Kato

Und das [mit dem 'Gleichnis'] zeigt uns nun was? Das hanna Menschen als Objekte behandelt, die sie ohne weiteres auschalten kann, weil ihr Vater ihr kein Mitgefühl beigebracht hat?

Es wird sogar gesagt, dass die Kinder des Experiment weniger Mitgefühl haben sollen, sie sollen ja perfekte kleine Kampfmaschinen sein, die hat es nicht zu interessieren, was sie da umbringen. Aber für mich birgt es ja grade eine besondere Form von Mitgefühl, dass nicht mit dem Opfer gespielt wird. Dieses "ich hab dein Herz verfehlt" ist zum einen ein "Mist, ich habe nicht richtig getroffen" und gleichzeitig "entschuldige, dass du nicht sofort tot bist und etwas länger leiden muss, ich erlöse dich jetzt". Da behandelt Hanna ihre Beute gleich. Obwohl ich wirklich glaube, dass sie absolut in der Lage ist von sich aus zu sagen, dass sie gar keine Menschen töten will. In ihrer Naivität hat sie sich am Ende ja auch von Marissa abgewandt und wäre gegangen, weil sie es leid war.

Erik ist in dem Film sicherlich eher ein Sympathieträger. Er rettet das Kind, zieht sie auf und will sie beschützen. Da braucht es den Polizistenmord sogar, damit man sich erinnert, dass er selbst Ausbilder der "Bösen" des Films war. Der Film birgt keine in sich geschlossene schwarz-weiß Trennung. Das übersieht man sonst zu schnell. Dass er den Peilsender behielt, erklärt sich ja von selbst. Erik wäre auch in Finnland geblieben. Es war ja Hannas Entscheidung das Ding anzuschalten oder aus zu lassen. Er war in seiner Siegesgewissheit aber einfach etwas überheblich.

Ein gewisses Schema F finde ich eigentlich in allen Filmgenres unabhängig vom Ursprungsland. :kopfkratz:


10.06.2011 11:49
Kato




König
Dabei seit: 06.04.2008
Herkunft: Sachsen
Pet: P-Chan
Beiträge: 868
Sammelalbum
Credits: 189
gekaufte Marken: 34
verdiente Marken: 105
      

Zitat von Misato

:keks2: Du weiß ja, dass ich einem "Doctor Who" Schauer nicht einfach so irgendwas an den Kopf werfen würde des bösen Werfens willen. ;)

^^' Du musst mir nur deswegen wirklich keine Sonderbehandlung zukommen lassen :tongue:

Zitat

Dass er den Peilsender behielt, erklärt sich ja von selbst. Erik wäre auch in Finnland geblieben. Es war ja Hannas Entscheidung das Ding anzuschalten oder aus zu lassen. Er war in seiner Siegesgewissheit aber einfach etwas überheblich.

Hm... Ich würde mich daüber schon noch streiten... bzw es wäre möglich es zu tun.

Spoiler

Gut, er hat ihn sicher behalten, um irgendwann zurückgehen zu können und vielleicht hat er sogar geplant (bzw wahrscheinlich) Hanna als Killerin auszubilden, nicht nur damit sie sich schützen kann, sondern auch um die Hexe zu töten mit ihrer Hilfe. Das ganze ist realtiv wahrscheinlich, sonst hätte er wohl den Sender nicht mitgenommen. Ich würde es aber nicht ausschließen, dass er auch ein friedliches Leben in der Wildnis akzeptiert hätte, aber er wollte Hanna eben die Wahl geben ein "normales" Leben führen zu können. Und ja, sie wollte eben das Risiko eingehen. Ob ich das jetzt Siegesgewissheit nennen würde...

Zitat

Ein gewisses Schema F finde ich eigentlich in allen Filmgenres unabhängig vom Ursprungsland. :kopfkratz:

Ja, ist wohl war, aber ich finde das schon eine Schwäche. Wenn ich einen Film wirklich gut werten soll, dann muss er eben doch davon abweichen. Wie gesagt, Hanna ist nicht furchtbar, aber eben imo nicht außergewöhnlich gut.



Alle Aussagen über dieser Signatur sind einzig und alleine meine Meinung. Es steht euch frei, diese zu teilen oder nicht. Diese Meinung soll nicht irgendjemandes Meinung für ungüötig erklären, oder jemandem den Spaß an [instert topic here] nehmen/jemanden dazu zwingen [insert topic here] zu mögen. (Ich neige nur manchmal dazu, gern zu widersprechen.)
Jeder ist herzlich eingeladen, mir sachlich zu widersprechen. Danke für die Aufmerksamkeit ^^
11.06.2011 10:33
Oscu




Tentakelterrorist & Loli-Hunter
Dabei seit: 21.06.2008
Herkunft: Wolkenkuckucksheim
Pet: Mieu
Beiträge: 1.536
Sammelalbum
Credits: 12
gekaufte Marken: 165
verdiente Marken: 304
      

Müsste ich meinen Eindruck vom Film beschreiben, hätte ich definitiv Schwierigkeiten. Zumal mir der Kinotrip an sich schlecht in Erinnerung geblieben ist. Den Film selbst habe ich aber überwiegend positiv aufgenommen, auch wenn ich finde, er hätte irgendwo besser sein können.

Mit Kenshins Meinung geht meine noch am ehesten einher, wobei für mich der Film nicht wirklich experimentell oder künstlerisch gewirkt hat. Nur wie ein Thriller, der etwas anderen Art, bzw. der intensiv auf visueller Ebene arbeitet.
Manchmal aber, wie eben Kenshin schon sagte, gab es Szenen wie die Verfolgungsszene in der Station, wo man regelrecht „Epilepsie!“ hätte schreien können. Die Schnitte waren manchmal auch sehr schnell gesetzt, was die Verfolgung der Handlung erschwerte. Gesondert klingt und eignet sich der Soundtrack aber auch sehr gut.
Die Chemical Brothers waren mir zuvor zwar geläufig, aber nicht von Interesse – was sich aber mit dem Film geändert hat. Nach dem Kinoabend hatte ich auch ständig dieses makabre, kindlich klingende Lied vom Sandmann im Kopf gehabt und es wollte nicht raus. :D
Mein Lieblingsstück ist aber der hier:

Hab aber vergessen, wo der nochmal kam. Vermutlich gegen Ende.

Den „ElfenLied“-Vergleich finde ich unpassend, aber zumindest nicht vollkommen abwegig. Die Story war nicht gerade herausragend, jedoch gab es inmitten der Handlung das eine oder andere nette Detail zu entdecken.

Spoiler

Was ich irgendwie cool fand, war die Verfolgungsszene mit Erik bei der U-Bahnhaltestelle. Man sah anfangs ein Plakat im Hintergrund, wo man ein Augenpaar mit Brille erkennen kann. Als Erik seine ersten Verfolger bemerkt hat und sich unauffällig zur U-Bahn begibt, sieht man ein Plakat mit demselben Motiv, allerdings sind auf diesen zwei weitere Augen mit Graffiti besprüht. Kann glatt als Symbolik durchgehen. :D

Brr, und wie man Sophie tollfinden kann, verstehe ich ja wirklich nicht. Für mich wirkte sie noch mit Abstand am karikatur-hafsten (typisch Girlie-Girl), auch wenn sie auch so ihre innigen Momente hatte. Aber ich fand sie irgendwie etwas nervig. Auch zum Ende hin, wo man ja vorhersehen konnte, dass sie Hannas Versprechen bricht. Die Szene, wo sie wie bestellt und nicht abgeholt wie angewurzelt da stand, weil sie erstmals ihre Freundin töten sah, wirkte so unfreiwillig komisch auf mich. Weil es irgendwie auch gleich nach dem Versprechen kam.
Erik ist so ein richtiger zwiespältiger Charakter. Einerseits sinnt er nach Rache, andererseits ist er ganz der Vater.

Zitat von Kato


Spoiler

Hm? Ich hatte das Gefühl Erik sollte schon 'nett'-ish sein. Und gut, wir sehen nicht, ob er sie versucht zu überzeugen, aber ich sehe den Sinn in den Morden nicht. Sie ko zu schlagen häte gereicht um weit genug wegzukommen, und der Mord zweier Polizisten zieht viel, viel mehr Aufmerksamkeit ls ein tätlicher Angriff. Oder die Ausrede 'Hm?h, ich war nur etwas Eisschwimmen.' Aber wie gesagt, wir wissen ja nicht, wie es ablief.



Zitat von Misato

Spoiler

Erik ist in dem Film sicherlich eher ein Sympathieträger. Er rettet das Kind, zieht sie auf und will sie beschützen. Da braucht es den Polizistenmord sogar, damit man sich erinnert, dass er selbst Ausbilder der "Bösen" des Films war. Der Film birgt keine in sich geschlossene schwarz-weiß Trennung. Das übersieht man sonst zu schnell. Dass er den Peilsender behielt, erklärt sich ja von selbst. Erik wäre auch in Finnland geblieben. Es war ja Hannas Entscheidung das Ding anzuschalten oder aus zu lassen. Er war in seiner Siegesgewissheit aber einfach etwas überheblich.


Ich habe ähnlich wie Kato Erik eigentlich als jemanden empfunden, der zumindest keine Unbeteiligten hineinzieht. Klar, lässt sich bei solchen Situationen nie abschätzen, wer alles zur Organisation gehört. Man möchte meinen, dass er gerade durch diese kalte Seite Sympathie bekommen könnte. Es ist sogar an sich realistischer, als wenn er ein Moralapostel mit innerem Konflikt wäre, trotzdem hätte ich mir es eher gewünscht. Da hinterlässt der Eindruck einen bittersüßen Nachgeschmack.
Die Antagonistin fand ich noch mit Abstand am besten. Irgendwie finde ich es schade, dass nichts von alldem kam, was ich mir während des Films zu ihr zusammengereimt habe. Vermutlich rührt daher auch meine Aussage, ich hätte mehr erwartet.
Mir kam es so rüber, als hätte Marissa irgendwas vor langer Zeit mit Erik gehabt. Und dann noch die Kassetten, die sich Marissa im stillen Kämmerlein angehört hat. Auch interessant, dass sie quasi eine instabile Psyche aufweist, jedes Mal wenn man sie auf Kinder und Erziehung anspricht. Dann bekam man immer den Zoom auf ihre geladene Pistole zu sehen. Auf der einen Seite wirkte sie wie die Perfektion in Person, die sich keine Fehler mit ihrer Karriere-Leiter leisten kann, aber ich habe doch so etwas wie Mitleid hin und wieder empfunden, ohne eine Erklärung zu haben, woran es genau liegt. Ich kann mir z.B. vorstellen, dass sie tatsächlich mal davor war, Kinder zu bekommen, aber zugunsten ihres Jobs abgetrieben hat.
Hanna fand ich echt super dargestellt. Ich nahm anfangs irgendwie eher an, dass alles Richtung NGE geht. Man zeigte zuvor Bilder von Johanna, die ja schon Hanna recht ähnlich aussah. Und dann noch die Szene, wo die Kugel im Foto ihrer Mutter gesteckt hat. Ich habe ja echt noch geglaubt, dass Hanna in Wirklichkeit ein genetisches und komplett identisches Abbild ihrer Mutter ist und der Vater auf moralische Konflikte stößt. Hätte ich irgendwie spannend gefunden.


Zitat von Voice


Die Bilder von Berlin sind aber wirklich grottig (das ist keine Kritik am Film!), aber Plattenbau und Schrebergärten zeigen einfach so etwas Unbeschönigtes, das man es mag.

Das war sicher auch ein absichtliches, stilistisches Mittel. Ich als Berliner kann trotzdem mit einem Augenzwinkern nicht verhehlen, dass dieses Ghetto- oder Slum-Image bei dem x-ten Film auf die Dauer nicht zusagt und u.a. Vorurteile über die an sich sehr schöne Stadt festigt (Überhaupt: Brennende Wohnwägen, wtf).
So eng sehe ich das aber auch nicht... bevor mir man noch sagt "Ist doch nur ein Film" ... Die Vorurteile gab es ja auch schon vorher. :D

Trotzdem ein sehr unterhaltender, spannender Film. Ich fand ihn gut. Könnte aber eben noch einen Tick besser sein. :)



Sie sind die Lolis und wir sind die Jäger.
11.06.2011 18:56
Sash




Crybaby :3
Dabei seit: 13.09.2010
Pet: Togepi
Beiträge: 245
Sammelalbum
Credits: 123
gekaufte Marken: 6
verdiente Marken: 19
      

Ich stimme im großen und ganzen Oscu und Kenshin zu.
Ich persönlich empfand den Film als ganz nett.

Sk hat bereits die Musik angesprochen, die den Film schön rund gemacht hat. "Wer ist Hanna" mit "Lola rennt" zu vergleichen finde ich etwas weit hergeholt, aber tendenziell hatte ich im ersten Moment auch daran gedacht, interessanterweise :D

Die Ausgangssituation war Gold wert für einen Actionfilm. Man drückt auf den Knopf und Action go! Die Logikfehler sind mir persönlich jetzt scheiß egal gewesen, weil die mir, wenn ich ehrlich bin, nicht so eklatant aufgefallen sind. Vielleicht habe ich mich dafür aber auch nur nicht genug mit dem Film auseinandergesetzt.

Am auffälligsten fand ich da eher die Effekte. Finde sowas eigentlich gar nicht verwerflich, sondern es ist nur wichtig, dass es gefällt. Und was das für eine Produktion ist - wen interessiert das bitte? Ist natürlich wahnsinnig seitenfüllend, aber das Ergebnis muss stimmen. Wenn es jetzt an den europäischen Einflüssen lag, dass es den Film besser gemacht hat, inordnung, dann erfreue ich mich daran, ist mir aber in der Endkonsequenz ziemlich egal.

Es wurde ja bereits angesprochen, u.a. von Misa, Erik kam leider ein bisschen zu kurz weg, aber wäre für mich kein Kritikpunkt an dem Film, weil die eben andere Augenmerke gelegt haben und man irgendwo kürzen muss. Der Hauptkonflikt bzw. Dramaschnittstelle wurde hinreichend beleuchtet. So an sich war der Film nicht großartig emotional, für mich, aber interessant anzusehen und hat durchweg unterhalten ohne Schnarchpausen. Dabei war Cate Blanchett natürlich super, aber einfach weil ich die Schauspielerin liebe.

Insgesamt bin ich kein riesiger Actionfan, aber ich finde die haben gute Arbeit geleistet. Die Umsetzung hat überzeugt und die Unterhaltung war stimmig. Das durch den einkalkulierten Drama Anteil es etwas über Action hinausging bekam dem Film gut.

Ganz am Rande, Elfenlied - hä? Sense, anyone?
20.07.2011 15:18
Voice




Şaving £ight
Dabei seit: 03.06.2004
Herkunft: Arcadia
Pet: Tama-chan
Beiträge: 9.472
Sammelalbum
Credits: 5939
gekaufte Marken: 319
verdiente Marken: 795
      

Ich habe mir die BD inzwischen mal angeschaut (sehr schicke Aufmachung übrigens) und melde mich hier gerne nochmal.
Erstmal gibt es ein alternatives Ende, welches ich jedoch eher enttäuschend finde:

Spoiler

Es zeigt einfach nur, dass Hanna wieder zurückkehrt nachdem sie Marisa erschossen hat. Man bekommt nur ein paar Sekunden mehr Schnee, was das Ganze gar nicht einmal so alternativ macht.


Zitat von SuicideKing

Warum aber zum Teufel, kann sie mit ner Suchmaschine umgehen und DNA "googeln" und mal eben den Namen und Adresse den sie braucht bekommen??? Das hat mich richtig gestört.


Dann gibt es noch ein paar Deleted Scenes, die gar nicht einmal so schlecht im Film gewesen wären. Z.B. besucht Hanna ja das Internetcafé in Berlin. Nun fragte ich mich beim zweiten Ansehen auch, wie sie über damit klarkam. In der Deleted Scene gibt es die Antwort: Sie lässt sich vom Betreiber erklären, wie so eine Suchmaschine funktioniert. Dort kann man dann sehen, wie sie sich verschiedene DNA-Artikel reinzieht. Und da der Betreiber merkt, dass sie offenbar gar keine Ahnung hat, knüpft er ihr mal eben einen 20er ab...

Ich liebe den Film noch immer und finde es toll, dass man selbst beim wiederholten Ansehen noch Neues entdeckt.

Spoiler

Da wird die Mutter der Familie doch befragt, was sie über Hanna weiß. Und sie hat alle Fakten komplett durcheinander geschmissen :D Da wurden aus Hannas Freunden plötzlich Rudi und Günther und aufeinmal hat sie ein Schwein als Haustier...


Im Original spricht Cate Blanchett übrigens in einigen Szenen deutsch. Das hört sich wirklich angsteinflößend an, wie sie spricht... das verleiht dem Charakter wirklich eine ganz andere Note als mit einer Synchro. Kann jedem nur empfehlen, sich mal die Originalfassung anzusehen.

Spoiler

Zitat von SuicideKing

Warte mal Voice. Das ist jetzt nicht ganz dein Ernst oder? Wichtige Momente hat er nicht bekommen? Er ist der Grund, warum Hannah überhaupt in Berlin verfolgt wird. Er ist schlichtweg in Hannah verliebt. Wie es ein kleiner Junge nun mal ist. Unschuldig, will bei ihr sein. Daher verpetzt er sie nicht und nach der, mit zu klischeehaften, zärtlichen Freundschaftsbekundungen, schaut er so seltsam in die Kamera.


Verliebt? Sehe ich nicht so. Für mich ist er einfach nur ein Kind und wie Kinder nunmal sind, finden sie alles, was sie nicht kennen, interessant. Miles verpetzt Hanna zwar, aber ob die Kerle ihr nun nach Berlin gefolgt wären, weil es die Mutter, der Vater oder der Sohn sagt, ist ja wohl Jacke wie Hose. Das ist eine völlig austauschbare Aktion gewesen, die den Charakter jetzt auch nicht stärker in die Handlung integriert hat. Und ein individuelles Verhältnis hat er auch nicht zu ihr.


Zitat

Die wenigen Aussagen sind für mich nicht Meinungsbildend geschweige denn Meinungsändernd. Oder überhaupt repräsentativ.


:up: Jepp, dieses anonyme Gemunkel sagt mal überhaupt nichts aus.

Zitat von Oscu

Mein Lieblingsstück ist aber der hier:

Hab aber vergessen, wo der nochmal kam. Vermutlich gegen Ende.


Das Stück heißt "Container Park" und ist in selbigem zu hören ^^

Zitat von Sash

Ganz am Rande, Elfenlied - hä? Sense, anyone?


Spoiler: "Elfen Lied"

Hanna und Lucy sind in vielerlei Hinsicht ähnlich. Beide werden von Wissenschaftlern festgehalten und sollen getestet und analysiert werden. Beiden gelingt ein blutrünstiger Ausbruch und beide landen in einer Welt, die sie erstmal nicht kennen. Beide entdecken ihre Identität erst im Laufe des Films. Der Unterschied ist nur, dass Lucy zwei Persönlichkeiten besitzt, während bei Hanna immer wieder ihre Instinkte die Überhand nehmen (z.B. in der Kuss-Szene.



17.04.2012 19:53
Akatsuki03




Buchfuchs
Dabei seit: 05.11.2007
Herkunft: Raum Stuttgart
Pet: NyankoSensei
Beiträge: 3.547
Sammelalbum
Credits: 552
gekaufte Marken: 321
verdiente Marken: 1097
      

Hab mir den Film jetzt auch mal angeschaut und kann mich leider den positiven Meinungen nicht anschließen. Der Film ist nicht übel, aber er hat Szene die sich wie Kaugummi ziehen und meiner Meinung nach zu lang gehalten waren, während andere Sache zu kurz kamen.

Der Anfang im Wald gefällt mir recht gut. Man versteht, schnell wie Hanna bis jetzt gelebt hat und woher sie ihr Wissen hat. Was ich dann aber nicht verstehe, ist warum, es nicht so bleiben sollte?

Spoiler

Erik hat Hanna nicht erzählt wo sie her kam, daher hat sie eigentlich keinerlei Grund auf die Jagd nach Marissa zu gehen. Es sah auch nicht so aus, als ob Erik ihr einen direkten Befehl gegeben hat. Was auch nicht gepasst hat, da er sie wie seine Tochter behandelt hat. Das er was für sich empfunden hat, kam hier sehr gut rüber in meinen Augen. Ich muss aber auch kritisieren, dass er sie schlecht ausgebildet hat, denn sie kannte sich mit Technik ja nicht wirklich aus. Daher fand ich die Szene am Computer sehr unpassend. X_X Das Mädel tickt bei nem Wasserkocher halber aus, weiß nicht wie man den TV ausschaltet aber recherchiert am Computer wie ein Prof. Ne das passte nicht.

Zitat von Lucki

- Die Bösewichte kommen in Form von Schläger-Typen der Marke "Neonazi-Skinhead" und sprechen Deutsch. Klischee, anyone?

-_- Ihre Gegenspieler fand ich echt schlecht gewählt. Vor allem der Typ im Trainingsanzug X_X Den konnte man ja gar nicht erst nehmen.

Was ich auch schlecht dargestellt fand, war Hannas Reise. Gut man weiß nicht wo sie angefangen hat. Aber das sie so ohne Wasser durch die Wüste da latscht, war unrealistisch. Vor allem, die hätte nen Sonnenbrand haben müssen. Dann ab Spanien fährt die Frau ja mit dem Wohnwagen und ihre Verfolger sitzen ihr im Nacken. Der Fight zwischen den Containern war nicht schlecht gemacht um mal wieder was positives zu erwähnen. Ihre Reise geht ja dann mit dem Schiff weiter und dann plötzlich ist sie in Berlin, ohne Geld und was zu essen. Hat die nen Navi im Kopf? Auch in der Stadt kennt sie sich prima aus und findet natürlich sofort zu dem Haus. Von Eriks Reise fang ich gar nicht erst an. Wo bitte schön ist der los geschwommen?

Dieser Asuflug mit den Spaniern, war mir zu lag gehalten. Ja klar, schöne Musik und Hanna lernt sie auch gut kennen, aber das war etwas zu lang, diese Szene.

Zitat von Kenshin

Dabei stellt sich mir auch die Frage, was ist denn mit der gefangen genommenen Famile passiert? Normalerweise hätte man sie sich dessen entledigt, da man ihre Gesichter gesehen hat, also der von den Entführern und wieso sollte es ihnen besser ergehen als dem Marokaner?

Das hab ich mich auch gefragt. Ich hatte ehrlich gesagt das Gefühl, die hat man vergessen. Selbst wenn man die Szene gedreht hat, hätte man wenigstens irgendwas erwähnen müssen, meiner Meinung nach.

Das Alternative Ende zeigt übrigens nur, das Hanna wieder zu der Hütte zurückehrt. Ob sie da nun bleibt, hab ich nicht so recht verstanden. Würde aber Sinn machen. Das Mädel hat ja kein Geld und keine Papiere.


Zum Elfen Lied Vergleich:

Spoiler

Zitat von Voice

Hanna und Lucy sind in vielerlei Hinsicht ähnlich. Beide werden von Wissenschaftlern festgehalten und sollen getestet und analysiert werden. Beiden gelingt ein blutrünstiger Ausbruch und beide landen in einer Welt, die sie erstmal nicht kennen. Beide entdecken ihre Identität erst im Laufe des Films. Der Unterschied ist nur, dass Lucy zwei Persönlichkeiten besitzt, während bei Hanna immer wieder ihre Instinkte die Überhand nehmen (z.B. in der Kuss-Szene.


In den Grundzügen stimmt der Vergleich ja, aber es gibt einen großen Unterschied. Lucy ist eine Mutation, die nicht von Menschen geschaffen worden ist. Lucy hat auch mit ihren Vektoren wirklich eine größere Mutation, die sie zur Killermaschine macht. Hanna ist ne Art Supersoldat, was aber nicht so recht rüber kommt. Emotionen hat sie ja. Außerdem kannte Lucy sich ja nicht aus, weil sie ihre Erinnerungen verloren hatte. Wäre sie am Strand, als sie selber gelandet, hätte sie sich zu Recht gefunden. Hanna kannte alles nicht, weil sie in der Wildnis aufgewachsen ist.
Weswegen ich mit dem Vergleich nicht so klar komme, ist das Lucy wirklich eine Mörderin ohne Emotion war, man siehe das Festival. Hanna tötet um sich zu verteidigen aber ansonsten hat sie ja niemanden was getan.


Die Musik fand ich jetzt nicht schlecht nur das Timing war oft schelcht. Sorry aber da fing schon einer schneller Beat an, als Hanna noch nicht mal los gelegt hat.

Fazit:
Streckenweise hat mir der Film gefallen und streckenweise auch nicht. Mit Hanna als Person könnte ich mich auch irgendwie nicht anfreunden. Daher von mir nur:
:5.0: Hirsche im Wolfsmaul.


20.05.2012 10:57
Voice




Şaving £ight
Dabei seit: 03.06.2004
Herkunft: Arcadia
Pet: Tama-chan
Beiträge: 9.472
Sammelalbum
Credits: 5939
gekaufte Marken: 319
verdiente Marken: 795
      

Spoiler

Zitat von Akatsuki03

Der Anfang im Wald gefällt mir recht gut. Man versteht, schnell wie Hanna bis jetzt gelebt hat und woher sie ihr Wissen hat. Was ich dann aber nicht verstehe, ist warum, es nicht so bleiben sollte?


Marissa sucht Hanna. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie sie irgendwann findet. Deswegen handelt es sich bei der Aktion um einen Initiativangriff von Erik: Er sorgt dafür, dass Hanna Marissa durch das Drücken des Buzzers darüber informiert, dass der Kampf begonnen hat. Die Mission ist es, Marissa zu beseitigen, ehe sie Erik (und Hanna) beseitigen kann. Zwar waren sie ja ganz für sich, aber es wäre wohl auch für Hanna auf die Dauer betrachtet kein schönes Leben gewesen, immer mit der Angst zu leben, dass sie gesucht wird.
Dass sie schlecht ausgebildet ist, würde ich so nicht sagen. Sie ist auf's Überleben gedrillt. Dazu gehört eben kein Wasserkocher ;) Wo sie gelebt haben, gab es keine Elektrizität. Deswegen finde ich diesen Punkt auch einfach nur konsequent weitererzählt.

Zitat

Was ich auch schlecht dargestellt fand, war Hannas Reise. Gut man weiß nicht wo sie angefangen hat. Aber das sie so ohne Wasser durch die Wüste da latscht, war unrealistisch. Vor allem, die hätte nen Sonnenbrand haben müssen.


Doch, wurde erzählt. Es ist Marokko. Wohlgemerkt, die Wüste von Marokko, nicht die Sahara ;) Sie irrt dort nicht tagelang herum, sondern ist allenfalls einige Stunden unterwegs ehe sie auf Sophie und Miles trifft.
Ihre Reise wird nicht erzählt, aber es erklärt sich doch eigentlich von selbst, dass sie sich durchfragt, Karten liest usw. Es wäre wohl langweilig gewesen, ihr jedes Mal über die Schulter zu schauen, wie sie eine Karte studiert.


Zitat

Die Musik fand ich jetzt nicht schlecht nur das Timing war oft schelcht. Sorry aber da fing schon einer schneller Beat an, als Hanna noch nicht mal los gelegt hat.


Ich weiß, was du meinst und weiß auch, auf welche Stelle du dich beziehst... das Erreichen der Familie am Containerpark. Zwar beginnt die Musik schnell, wird aber immer wieder ausgeblendet, ehe es zur Sache geht. Mir gefiel dieses Stilmittel sehr gut, weil es spannungserzeugend ist.


21.05.2012 22:29
Akatsuki03




Buchfuchs
Dabei seit: 05.11.2007
Herkunft: Raum Stuttgart
Pet: NyankoSensei
Beiträge: 3.547
Sammelalbum
Credits: 552
gekaufte Marken: 321
verdiente Marken: 1097
      

Zu ein paar Punkten noch mal was:

Spoiler

Zitat von Voice

Marissa sucht Hanna. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie sie irgendwann findet. Deswegen handelt es sich bei der Aktion um einen Initiativangriff von Erik: Er sorgt dafür, dass Hanna Marissa durch das Drücken des Buzzers darüber informiert, dass der Kampf begonnen hat.

Soweit hab ich mir das auch gedacht, aber soweit ich nicht alles wieder vergessen haben, kam es so rüber, als hätte man Erik nicht mehr richtig gesucht! (Wenn man überlegt, wenn Marissa gerade mal an Hannas Versen heftet?!) So wie die beiden im Wald lebten, haben sie sich komplett von der Außenwelt abgeschottet gehabt. Sprich sah nicht so aus, als würden sie mal in ein Dorf fahren um was einzukaufen. Von der Gegend her, tendiere ich stark zu Russland, was auch Sinn macht bei ihren Verfolgern. Da gibt es wirklich Regionen, wo nie einer hinkommt. Klar sich ewig zu verstecken bringt es nicht, aber der Gegenangriff, hat zu viele Lücken gehabt! Lass Hana mal nicht in Marokko rauskommen, sondern wirklich in der Wüste, dann wäre es ihr aus gewesen. Kann sein, dass ich da zu viel mitdenke … ^^‘

Zitat von Voice

Dass sie schlecht ausgebildet ist, würde ich so nicht sagen. Sie ist auf's Überleben gedrillt.

Den Punkt werfe ich auch eher Erik zu! Er hat sie auf einen Teil zu schlecht vorbereitet, genau wie dieser Plan, der zu viele Fehlerquellen hatte. Das Mädel soll ja nicht als Computerfachfrau in die Welt geschickt werden, aber Technik kann dein Freund und dein Feind sein! In einer Welt wie dieser, kann Erik sich nicht darauf verlassen, dass Hanna mit dem Wissen weit kommt.

Zitat von Voice

Doch, wurde erzählt. Es ist Marokko. Wohlgemerkt, die Wüste von Marokko, nicht die Sahara

Ah sorry, dass hab ich etwas schlecht formuliert. Ich meinte zum einen, dass ich gerne gewusst hätte, wo Hana ganz am Anfang ist. Also welcher Wald, welches Land und so weiter! Bin neugierig!
Zweites, als Hana rauskommt, sieht sich weit und breit nichts. Von den Schnitten her, sah es schon so aus als wäre sie ne Weile unterwegs gewesen. Sie hätte daher ruhig ein wenige Mitgenommener aussehen können. Damit mein ich jetzt nicht, k.o. sonder eher die Kleidung und die Haut. Die sah mir etwas zu „frisch“ aus XD


PS: die Wölfe (wenn es welche waren) waren süß!


23.05.2012 18:45
Voice




Şaving £ight
Dabei seit: 03.06.2004
Herkunft: Arcadia
Pet: Tama-chan
Beiträge: 9.472
Sammelalbum
Credits: 5939
gekaufte Marken: 319
verdiente Marken: 795
      

Spoiler

Zitat von Akatsuki03

Soweit hab ich mir das auch gedacht, aber soweit ich nicht alles wieder vergessen haben, kam es so rüber, als hätte man Erik nicht mehr richtig gesucht! (Wenn man überlegt, wenn Marissa gerade mal an Hannas Versen heftet?!) So wie die beiden im Wald lebten, haben sie sich komplett von der Außenwelt abgeschottet gehabt. Sprich sah nicht so aus, als würden sie mal in ein Dorf fahren um was einzukaufen.


Erstmal zur Gegend: Es ist Finnland ^^
Sie haben dort auch nur einen vorübergehenden Unterschlupf. Es ist nicht das Ziel, dass Erik mit Hanna dort für längere Zeit bleibt. Nur zum Trainieren wollen sie ungestört sein bzw. war er wohl solange dort mit ihr bis sie alt genug ist, auf sich selbst aufzupassen. Wahrscheinlich wären die beiden auf der Flucht zu schnell von Marissas Leuten geschnappt worden. Sie haben wohl die gesamte Zeit dort verbracht und sich auch von der Natur ernährt.

Was jetzt die Wüste betrifft, da hatte ich nie das Gefühl, dass sie sich lange umsieht. Es sollte wohl erstmal nur für den Zuschauer das Bild vermittelt werden, dass sie da völlig im Nirgendwo gelandet ist und dass es nicht leicht wird für sie. Und naja, sie kam gerade frisch aus dem Labor. Da muss sie ja noch nicht gleich mitgenommen oder dreckig aussehen.

Was die Technik betrifft, verstehe ich den Punkt nicht so recht. Er hätte sie schlecht auf jegliche Technik vorbereiten können. Ja, sie weiß nicht, wie Elektrizität sich anfühlt. Aber wenn er ihr das nicht zeigen kann, ist das halt so :sweat: Mehr als erklären geht nicht.



24.05.2012 18:42
Centaurea




DN Gott
Dabei seit: 05.10.2008
Herkunft: Deutschland
Pet: Hakuryuu
Beiträge: 2.617
Sammelalbum
Credits: 1319
gekaufte Marken: 251
verdiente Marken: 1247
      

Ich hab die Chance genutzt die mir die Fernsehausstrahlung am Wochenende bot. Empfohlen wurde mir der Film noch zusätzlich von einem Arbeitskollegen, der den ziemlich toll fand. Von daher bin ich vielleicht schon mit zu hohen Erwartungen an den Film gegangen, aber so richtig begeistern konnte der mich nicht. An und für sich fand ich ihn ja wirklich gut was Story, Umgebung und Atmosphäre anging. Aber Hanna konnte mich einfach nicht von sich überzeugen. Ich kann mir auch nicht helfen, die ganze Zeit habe ich nur gedacht "Mädel, wasch dir doch mal die Haare..."

Spoiler

Am Anfang passte das ja noch, aber nachdem sie sich dann mit dem Mädchen aus dem Wohnwagen angefreundet hatte und mit den Spaniern ausgegangen war, wirkten die strohigen Haare irgendwie seltsam. Ich hab ja wirklich versucht mir einzureden, dass das nur an ihrem früherem Leben lag und so, aber das Wohnwagen-Mädel schien ja durchaus aufs Äußere zu achten und da wirkte das einfach ... unpassend.

Dafür passte es ja dann wieder den Rest der Reise, ich muss mich endlich mal von dieser Fixiertheit lösen *seufz*

Zitat von Voice

Verliebt? Sehe ich nicht so. Für mich ist er einfach nur ein Kind und wie Kinder nunmal sind, finden sie alles, was sie nicht kennen, interessant. Miles verpetzt Hanna zwar, aber ob die Kerle ihr nun nach Berlin gefolgt wären, weil es die Mutter, der Vater oder der Sohn sagt, ist ja wohl Jacke wie Hose.
Das der Junge ein wenig in Hanna verknallt war sollte aber eigentlich spätestens klar sein, nachdem Marissa es ausdrücklich erwähnt hat. Und der Junge verpetzt sie nicht, dass würden seine Eltern tun, denn die wären sich ihrer Tat im Klaren. Er tut es, weil Marissa ihm was von Hannas Sicherheit erzählt und Miles sie nicht durchschaut. Wie könnte er auch? Und es ist eigentlich auch nicht wichtig, denn so verliebt ist er nun auch wieder nicht in Hanna, als dass er sich darüber wohl groß Gedanken machen würden. Wie du selbst sagst, Hanna ist neu und interessant und er scheint sie hübsch zu finden. Also ist es doch wohl rechtens, wenn ich ihm eine kleine Verknalltheit unterstelle ;)

Zitat von Akatsuki03

Erik hat Hanna nicht erzählt wo sie her kam, daher hat sie eigentlich keinerlei Grund auf die Jagd nach Marissa zu gehen. Es sah auch nicht so aus, als ob Erik ihr einen direkten Befehl gegeben hat. Was auch nicht gepasst hat, da er sie wie seine Tochter behandelt hat.
Wieso soll Hanna denn keinen Grund für die Jagd haben? Vergisst du da nicht, dass sie seit sie denken kann nur für dieses Ziel ausgebildet, es ihr eingebläut und ihr einziger Sinn ist? Sie kennt nichts anderes, sie weiß nur, dass sie diese Frau töten muss um ihren Vater wiedersehen zu können. Und die Welt kennenzulernen, Musik zu hören, Magie zu erleben, Menschen zu treffen. Einen anderen Grund braucht sie doch gar nicht, erst im Laufe der Reise, nachdem sie mehr erfahren hat und vieles dazugelernt, hinterfragt sie diese Motivation ja. Sie ist ein Kind und genau so benimmt sie sich auch - vom schießen, kämpfen und töten mal abgesehen.

Zitat von Akatsuki03

Daher fand ich die Szene am Computer sehr unpassend. X_X Das Mädel tickt bei nem Wasserkocher halber aus, weiß nicht wie man den TV ausschaltet aber recherchiert am Computer wie ein Prof. Ne das passte nicht.
Ich fand die nicht unpassend, bis sie in Berlin angekommen ist musste sie ja eine halbe Weltreise machen. Sie hat also schon viel gesehen und erlebt. Und um so weit gekommen zu sein muss sie ja auch anpassungsfähig und lernfähig sein, also fand ich es okay, dass sie dort schon so weit war, einen Computer zu bedienen. Dazu passte dann ja wieder sehr schön, wie sie tippte - zwei-Finger-Suchsystem. Ganz langsam und mit viel Vorsicht.

Zitat von Voice

Z.B. besucht Hanna ja das Internetcafé in Berlin. Nun fragte ich mich beim zweiten Ansehen auch, wie sie über damit klarkam. In der Deleted Scene gibt es die Antwort: Sie lässt sich vom Betreiber erklären, wie so eine Suchmaschine funktioniert. Dort kann man dann sehen, wie sie sich verschiedene DNA-Artikel reinzieht. Und da der Betreiber merkt, dass sie offenbar gar keine Ahnung hat, knüpft er ihr mal eben einen 20er ab...
Also diesen 20er finde ich jetzt aber doch störend, Hanna ist immerhin des Lesens und Schreibens mächtig und spricht mehrere Sprachen. Sie sollte also sehr wohl dazu in der Lage sein, eine Preistafel, die ja für gewöhnlich in solchen Etablissements schon riesig am Schaufenster prangt, zu erkennen, zu lesen und richtig zu interpretieren :drop:

Bei mir haben zwei Szenen mächtig Eindruck hinterlassen. Und zwar zum ersten die, als Hanna in der Wohnung ihrer Oma steht und das zerschossene Bild ihrer Mutter sieht. Was das wohl für ein Gefühl war? Selbst durch das zersplitterte Glas war die Ähnlichkeit ja nicht zu verkennen, ihr muss also klar gewesen sein, wer das ist. Und dann diese böse Schussverletzung *seufz* Da tat mir Hanna schon ein wenig Leid.
Und dann war da noch die Szene als Hanna durch den Vergnügungspark über die Schienen rannte und aus dem Maul des Wolfes Marissa herauskam. Zuerst dachte ich, was für ein abgedroschenes Bild das ist, die Böse kommt aus des Wolfs Maul, huhu, wie schaurig. Aber nach einigem Nachdenken finde ich diese Szene doch sehr gelungen, weil Marissa genau genommen ja gar nicht die Böse war. Sie hat sicher viel Böses getan, aber da man ihre Beweggründe nicht kannte, kann ich sie dafür nicht wirklich verurteilen. Wieso musste das Projekt denn abgebrochen werden, als die Babys zwei Jahren als waren? Sowas wird ja nicht eben mal einfach so entschieden. Schon gar nicht zu einer Zeit, wo die Kinder noch nicht einmal eine richtige Persönlichkeit entwickelt haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass alles was Marissa tat in ihren Augen zu diesem Zeitpunkt unvermeidlich war.

Mit dem Ende bin ich aber doch ziemlich unzufrieden. Egal ob es damit endet, dass sie Marissa erschießt oder mit dem alternativen Ende, es wird einfach nicht wirklich klar, wie es mit Hanna dann weitergeht. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie dann völlig allein überleben kann.

Zitat von Akatsuki03

PS: die Wölfe (wenn es welche waren) waren süß!
Waren das nicht Huskies? ;)


"Man sagt zwar, man schwebt auf Wolken wenn man glücklich ist, aber reisen kann man auf den Dingern nicht."
Anne Shirley in Anne mit den roten Haaren
20.11.2013 17:32
Voice




Şaving £ight
Dabei seit: 03.06.2004
Herkunft: Arcadia
Pet: Tama-chan
Beiträge: 9.472
Sammelalbum
Credits: 5939
gekaufte Marken: 319
verdiente Marken: 795
      

Spoiler

Zitat von Centaurea

Am Anfang passte das ja noch, aber nachdem sie sich dann mit dem Mädchen aus dem Wohnwagen angefreundet hatte und mit den Spaniern ausgegangen war, wirkten die strohigen Haare irgendwie seltsam.


An was für Sachen hängst du dich denn da auf :o_o:
Also ich weiß nicht, ob das nicht beabsichtigt war und vielleicht einfach zum Look der Figur gehören sollte. Ohne, dass man sich näher darüber Gedanken macht, ob die Haare nun gepflegt sind oder nicht. Ich hätte es auch unpassend gefunden, wenn Hanna plötzlich total zivilisiert ausgesehen hätte. Wir haben ja über sie gelernt, dass sie Fremdeinwirkung gar nicht mag und vielleicht hätte das sogar eher Aggressionen in ihr hervorgerufen, wenn man sie nun total herausgeputzt hätte. Es war ja schon ein Wunder für sich, dass sie sich freiwillig schminken ließ.

Was Miles betrifft - verliebt oder verknallt, ich finde das gar nicht so relevant, muss ich zugeben. Wenn ich mich daran zurückerinnere, in wie viele Mädchen (und Jungs :rofl2: ) ich als Kind verknallt war... Das geht einfach schnell und da wird Sympathie + hübsch finden schon ausreichend.

Zum Thema Preistafel: Ich bin mir sicher, ob Hanna wirklich weiß, was sie da genau gekauft hat. Wenn da so ein Schild herumhängt, wo alle Dienstleistungen des Cafés angeboten werden, wird sie bestimmt kaum wissen, was nun surfen, scannen, faxen und all das ist. Sie wird von ihrem Vater ja eher auf lebenserhaltende Dinge vorbereitet, nicht aber auf Kommunikationsmedien. Hanna ist nicht dumm, aber unerfahren in der Hinsicht.

Zitat

Wieso musste das Projekt denn abgebrochen werden, als die Babys zwei Jahren als waren? Sowas wird ja nicht eben mal einfach so entschieden.


Ich bin mir da gar nicht sicher und habe es auch nicht weiter hinterfragt. Aber vermutlich, weil es Nebenwirkungen mit sich brachte? Habe den Film leider schon länger nicht mehr gesehen und kann dir deshalb keine konkrete Antwort darauf geben.

Ich finde es übrigens gut, dass wir nicht erfahren, was aus Hanna wurde. Würden wir nun sehen, dass sie am Ende Bäckereifachverkäuferin oder sowas wird... nee, das hätte wirklich den Film negativ beeinträchtigt.


Das Ende war perfekt. Wie der ganze Film :tussi:
Ja, ich bin noch immer großer Hanna-Fan <3


21.11.2013 12:50
Ryuko-chan 1202




Ein Wesen im Bann des Wahnsinns
Dabei seit: 17.10.2015
Herkunft: Raum Stuttgart
Pet: Pikachu
Beiträge: 503
Sammelalbum
Credits: 59
gekaufte Marken: 53
verdiente Marken: 92
      

Ich hab mir den Film am Freitag angeschaut. Zugegebenermaßen hatte ich zuvor noch nie etwas von "Wer ist Hanna?" gehört, weshalb ich komplett ohne Vorwissen, welches über die Inhaltsangabe hinausging, den Film schaute. Die Stimmen sind hier ja doch sehr positiv und ja, ich fand den Film auch sehr interessant, denke aber, dass man aus der Geschichte vielleicht auch etwas mehr hätte machen können (Z. Bsp. kam Hannas Vater etwas arg kurz). Die BD will ich mir auf jeden Fall holen, allein wegen dem O-Ton und dem Bonusmaterial.

Spoiler

Der erste starke Moment, war eindeutig der in den Katakomben. Gar nicht mal so blöd, ein Marissa-Double zu ihr zu schicken. Erst Hannas Tränenausbruch, dann stürmen die Typen rein und BUMM hat Hanna Fake-Marissa das Genick gebrochen und die Kerle erledigt. Mich hat ihre Powerness auch gar nicht gestört - Ihre DNA ist verändert, damit sie ein perfekter Soldat sein kann. Und bei ihrem Vater wurde sie in den letzten Jahren auch nur zum Töten ausgebildet.

Marissa war ganz interessant.

Zitat von Centaurea

Sie hat sicher viel Böses getan, aber da man ihre Beweggründe nicht kannte, kann ich sie dafür nicht wirklich verurteilen. Wieso musste das Projekt denn abgebrochen werden, als die Babys zwei Jahren als waren?

Das hab ich auch einige Zeit hinterfragt, aber für mich bleibt sie böse. Ihre absoluten Ziele wurden erst gegen Ende des Films klar - Das Projekt wurde abgebrochen und jeder Beteiligte solte getötet werden. Dass man es abbricht ist gut, so macht man keine Kinder zu Soldaten. Aber dass man Mütter und Kinder tötet, geht einfach nicht. Es ist nicht das einzig Richtige, es ist und bleibt falsch, egal wie das in Marissas Kopf aussehen mag. Ich kann mir vorstellen, dass das Projekt zu heikel wurde oder so, aber das macht es nicht besser. Schon die Grundidee zu diesem Projekt ist irrsinnig, ich meine Embryonen genetisch verändern, ihnen menschliche Eigenschaften rauben? Ein NoGo, besonders aus moralischer Sicht. Und deshalb bleibt sie für mich so, erst bei so einem abartiges Projekt mithelfen und dann die beteiligten Menschen umbringen wollen, inkl. der ganzen kleinen Kinder ...

Zitat von Voice

Etwas überinszeniert war ihre Nacht in Marokko schon, also von wegen kollektiver Terror durch Wasserkocher, Telefon, TV und Licht :freak: Aber klasse geschnitten!

Ich fand die Szene großartig geschnitten und dargestellt. :up: Es ist klar, dass Hanna mit dieser Reizüberflutung gar nicht klarkommt. TV? Kennt sie nicht. Und dann sind überall die lauten Geräusche, die Schüsse aus dem TV - Alles sehr stimmig und passend.

Zitat von Voice

Bei der Szene mit Hanna unter der Decke mag manch einer Bedenken haben, aber die gewählten warmen Farben und diese zärtliche Unberührtheit verleihen dem Moment eine wundervolle Magie und machen ihn zu etwas ganz Besonderem. Dieses intime Gespräch und die Vertrautheit der beiden Mädchen faszinieren.

Ich fand die Szene wunderbar. Von der Kamerfahrt wurde dieser intime Moment und das Gespräch hervorragend eingefangen. Für Hanna ist Sophie auch etwas Besonderes. Sie ist ihre erste Freundin, etwas, was sie zuvor nicht kannte. Ich glaube, dass Sophies offene Art auch genaurichtig für Hanna war. Klar ist sie ein typisches Girlie-Girl, das sich Gedanken über Promis, Dates und Äußerlichkeiten macht. Aber das fand ich nicht schlimm, es past als Kontrast sehr gut und ich hatte sie ja sowieso schon im ersten Moment ins Herz geschlossen.

Zitat von SuicideKing

Die Hippiefamilie und die "krassen" Gegensätze. Das fand ich einfach zu dick aufgetragen. Hilfreich für den Film, das lass ich damit durchgehen, aber trotzdem nervte mich der Umstand der Mutter, die es toll findet, dass eine 13 jährige durch die Weltgeschichte reist.

Laut den Filmbeschreibungen ist Hanna 16 Jahre alt. Auf jeden Fall ist sie über 13, was dann schon eher passt. Die Familie von Sophie und Miles ist da eben etwas eigen, für sie ist Hanna beeindruckend - Sie erkundet alleine die Welt, anstatt sich mit den Medienreizen außeinanderzusetzen (wie beispielweise ihre Tochter). Sie wissen ja nicht, dass Hanna gar keine andere Wahl hat, da sie nie die Gelegenheit hatte, ein 'normales' Mädchen zu sein.

Zitat von Misato

Daher möchte ich zu der traurigen Möglichkeit tendieren, dass die Familie tot ist.

Denke ich leider auch. Man hat die Tötungsszene nicht gezeigt, aber ich befürchte, dass es so ist. Was ich ehrlich traurig finde, sie haben Hanna geholfen, Sophie war Hannas erste Freundin - Und dann müssen sie sterben. Fand aber auch die Szene gelungen, als Sophie sieht, wie Hanna die Menschen tötet. Ist zwar eine übliche Szene in solchen Szenarien, passte aber dramatisch durchaus.

Das Ende hat mich erst etwas zwiegespalten. Erstmal: Stimmig, dass der Satz "Ich habe dein Herz verfehlt" auch der Schlusssatz ist. Ich mag es, wenn Anfang und Ende so verflochten werden. Andererseits war es eben auch ein abruptes Ende und man erfährt nichts Weiteres darüber. Einige Tage nach Schauen des Films gefällt es mir aber so.


Mir gefiel der Film nun doch sehr, obwohl ich sogar gerne noch mehr mit Hanna erlebt hätte. Ich mochte sie sehr und ihre unbeholfene Sichtweise war extrem spannend und stimmig umgesetzt. Ich hab aber das Gefühl, dass mir einige Details entgangen sind, weshalb ich ihn definitiv nochmal sehen möchte.

Insofern: :up: :up: :up:


Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Ryuko-chan 1202 am 22.01.2017 11:23.

22.01.2017 11:09

Antwort erstellen
Gehe zu:
Digital Nippon » Lifestyle » Movies » [Movie] Wer ist Hanna? (Hanna)

All Styles, Pet Hack, Index, Galerie & Sammelalbum © by Digital Nippon, 2004-2017

Otakutimes