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Stay  
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Şaving £ight
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Stay       



Genre: Drama, Mystery, Thriller
Produktionsland: :USA: | Produktionsjahr: 2005 | Altersfreigabe: FSK 16
Regie: Marc Forster
Darsteller:
Ewan McGregor - Dr. Sam Foster
Ryan Gosling - Henry Letham
Kate Burton - Mrs. Letham
Naomi Watts - Lila Culpepper
Elizabeth Reaser - Athena

Zitat

Story:
Der junge Henry Letham (Ryan Gosling) ist irritiert, dass plötzlich ein neuer Psychiater vor ihm steht. Wo ist die ihm vertraute Dr. Beth Levy (Janeane Garofalo) geblieben? Sam Foster (Ewan McGregor), ihre Vertretung, will nicht so recht herausrücken mit der Wahrheit. Dennoch gelingt es dem Psychiater, langsam das Vertrauen von Henry zu erlangen - bis Sam durch einen Paukenschlag wachgerüttelt wird: Der begabte Künstler Henry will sich an seinem 21. Geburtstag umbringen. Foster hat noch drei Tage Zeit, ihn davon abzubringen. Diese Herausforderung belastet auch seine Beziehung zu der Künstlerin Lila (Naomi Watts), die Sam vor einiger Zeit nach einem Selbstmordversuch gerettet hat. Je mehr er in Henrys Welt eintaucht und Nachforschungen anstellt, desto verwirrter wird er. Sam trifft auf Personen aus Henrys Leben, die eigentlich schon tot sein müssten. Die Zeit drängt, um seinen Patienten vor dem Tod zu bewahren, aber Fosters Geisteszustand gerät immer mehr außer Kontrolle, die Grenzen zwischen Realität und Vorstellung verschwimmen...
Filmstarts


Ich nehme es gleich mal vorweg: Stay hat mich in jeglicher Hinsicht begeistert! Lange habe ich mich auf das Release dieses Filmes gefreut, denn Naomi Watts hat ein Goldhändchen für super Drehbücher. So musste ich mir auch Stay ansehen - ein Film über den weder ich, noch meine Begleitung etwas wussten, als wir dann im Saal saßen. Von Beginn an hat der Film eine fesselnde Wirkung. Nach und nach zieht er den Zuschauer immer mehr in seinen Sog. Es ist schwierig, das Gesehene in Worte zu fassen, weil man immer wieder völlig im Dunklen tappt und sich Puzzleteile erst nach und nach ergeben. Vieles mag einem seltsam vorkommen, bis sich irgendwann herausstellt, dass es durchaus eine Existenzberechtigung hat. Besonders gelungen empfand ich während des Sehens die filmische Dichte, denn ich habs bislang noch nicht erlebt, dass ich während des Sehens alles um mich herum vergesse und erst am Ende dann bei den Credits merke, dass der Film vorbei ist.

Die Inszenierung erweist sich als ziemlich verschnörkelt. Die beklemmende Stimmung wird unterstützt durch einen wahren Bilderrausch. Immer wieder denkt man sich, dass die Schnitttechniker wahre Genies sein müssen, denn die Übergänge von einer Szene auf die nächste erfolgen nahtlos. Das ist nur ein Beispiel der vielen visuellen Feinheiten - diese Bildkompositionen haben etwas Hypnotisches, Stimmungsgeladenes. Besonders die Details sind es, hinter denen sehr viel steckt. Scheinbar Grundloses kann durch Interpretation den Film in einem ganz eigenen Licht dastehen lassen.

Die Schauspieler leisten hervorragende Arbeit an. Naomi Watts als Lila hat für mich persönlich eine unglaubliche Leinwandpräsenz, man nimmt ihr die Rolle einfach ab. Ryan Gosling - wow, ich bin beeindruckt. Er spielt einen derart kaputten Charakter so überzeugend, klasse Leistung. Auch Ewan McGregor macht seine Sache als Hauptcharakter gut. Vor allem sind es aber auch die Nebencharaktere, auf die näher eingegangen wird. Sie spielen alle sehr authentisch, sodass ich in der einen oder anderen Szene relativ gerührt war.

Stay ist kein (!) Horrorfilm, sondern ein Psychothriller - der seinem Genre auch gerecht wird. Es ist nicht unheimlich, auch nich überduchschnittlich spannend (das ist nicht negativ gemeint), sondern einfach unheimlich fesselnd, beklemmend, düster und atmosphärisch.

Wer das Spiel kennt, wird sich bei Stay ein wenig an Fahrenheit erinnert fühlen, denn die sterile und zugleich ergreifende Atmosphäre ist die selbe. Vor allem aber wird er die Zuschauer noch lange nach dem Kinobesuch zu Diskussionen anregen und ein Jeder wird behaupten, seine Interpretation sei die einzig richtige.
Ein Film, der inhaltlich in einer völlig eigenen Liga zwischen The Ring, Donnie Darko und Sixth Sense spielt.

Fazit: Es ist zwar erst Anfang 2006, doch vielleicht schon jetzt mein persönlicher Lieblingsfilm des Jahres. "Mindfuck" beschreibt Stay ziemlich treffend. Werde ihn mir nächstes Wochenende nochmal anschauen <3


:max:


26.02.2006 03:06
-Alu-




.
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Scheiße, was geht... der zweite Film hintereinander, dessen Story voll krumm ist und den ich nicht verstanden habe XD Ich meine lol, da kann man doch gar nicht durchblicken >__< Soll man da überhaupt durchblicken? XD Strange, ich bin echt mega verwirrt, unbeschreiblich x__x
Bis zur Hälfte dachte ich ja noch: wow, super geil, Spannung wird toll aufgebaut, langsam aber sicher kommt man der ganzen Sache auf die Schliche. Und dann später: alles voll strange, Sachen wiederholen sich, man weiß nicht wer wer ist, was real ist und was nicht und überhaupt >_<

Ganz ehrlich, das ist einer der Filme, wo mir wirklich nichts einfällt was ich hier schreiben könnte. Schauspieler sind sehr sehr toll und Naomi Watts ist eh eine der geilsten Frauen, die es auf diesem Planeten gibt *_______* Aber darüber hinaus ist der Film... verwirrend XD Obwohl doch, da gibts noch was: die Regie fand ich klasse. Die Szenenübergänge und die Kameraführung allgemein sind sehr sehr geil. Das war's jetzt aber auch... ich weiß nicht, müsste ich vielleicht ein zweites Mal sehen, ich blicke nicht durch und so ein Gesamtbild will sich irgendwie nicht in meinem Kopf bilden >__<

Zitat

Stay ist kein (!) Horrorfilm, sondern ein Psychothriller - der seinem Genre auch gerecht wird.

Ach ne! XD Wer zum Geier kommt denn darauf, dass ein Horrorfilm sein soll? XD
23.03.2006 02:15
PhoeniX




OMG LASERGUNS! PEW PEW!!!!
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Endlich konnte ich diese Filmperle sehen und dazu in einem kleinen Independetenkino, er lief sogar ohne Werbung! Es war das Off Broadway in Köln, kann ich nur weiterempfehlen.

Nun zum Film:

Die Story wird hervorragend durch Details unterstützt zum Beispiel sieht man oft die Zahl 21 im Hintergrund b am Krankenwagen, Hausecke oder im Geschäft. Einfach genial. Die Sache mit den Hosen hat mich aber nicht sonderlich gestört. Das zeigt nur wie detailliert der Film konzipiert ist.

Der Titel Stay macht im Nachhinein auch ziemlich viel Sinn. Das Ende hat mich zwar nicht vom Hocker gehauen in dem Moment, aber wenn ich länger über das nachdenke ist es einfach hervorragend konstruiert. Ewan McGregor hat super gespielt, er hat wieder an seinen alte Erfolge angeknüpft. Hat mich gefreut.
Ryan Gosling halte ich für ein bisschen zu überschätzt, er hat gut bis sehr gut gespielt - aber an Ewan kam er nicht heran. Naomi Watts hat wie so oft eine sehr gelungene Leistung abgegeben.

Die innovativen Schnitte haben mir sehr gut gefallen, dazu möchte ich ein Extra auf der DVD! Sowas Geiles habe ich selten gesehen. Die Kameraeinstellungen haben die Atmosphäre super rübergebracht und die gezeigten Bilder sind schön düster.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war die Musik. Bis auf die Stripbarszene war sie mir zu unauffällig.

Insgesamt ein genialer Film.



Schlauer Mann + schlaue Frau = Romanze
Schlauer Mann + dumme Frau = Affäre
Dummer Mann + dumme Frau = Schwangerschaft
Dummer Mann + schlaue Frau = Shopping
07.04.2006 10:33
Miss Understood




missunderstood
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Schauspielerisch ist ein solcher Film schwer zu bewerten, da der Schwerpunkt eben auf der Handlung und der Erzählweise liegt und nicht unbedingt auf seinen Schauspielern. Allerdings ist Ewan McGregor sehr gut besetzt und war speziell für mich letztlich der Grund, dem verwirrenden Film bis zum Ende zu folgen.
Naomi Watts gibt keinen Grund zur Beschwerde auch wenn diese Rolle von jeder anderen Schauspielerin hätte verkörpert werden können.
Wenn man nur unaufmerksam hinsieht, wird man den Film entweder für absolut krank oder für leidlich interessant befinden. Erst wenn man sich aufmerksam die Struktur, den Erzählstil und das Ende durchdenkt, wird einem erst die wahre Pracht des Werkes bewusst.
Genauso wie bei den David Lynch Filmen wie Lost Highway, wird vom Zuseher ständige Aufmerksamkeit und ständige Reflexion abverlangt, was das Zielpublikum schon von Grund auf einschränkt. Was aber deutlich gesagt werden muss ist, dass sich der Sinn des Filmes, für die Meisten, wenn überhaupt, erst in der letzten Minute des Filmes ergibt. Und selbst hier lässt das Werk mehrere Schlüsse zu :)

Ich persönlich fand ihn als intellektuelles Werk sehr interessant, muss ihn aber letztlich als Film beurteilen. Und als dieser erweckt er in mir nicht noch mal das Gefühl, ihn noch mal sehen zu müssen.
03.06.2006 20:31
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Şaving £ight
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Schon eine Weile her, dass ich Stay im Kino bewundert habe, aber da der Film inzwischen ja auf DVD erschienen ist und in den Videotheken gut weggeht (offenbar ein größerer Erfolg als im Kino - vielleicht liegt es am bislang schwachen Kino-Sommer), muss ich einfach nochmal meinen Senf abgeben :D

Zitat

Original von -Alucard-
Stay ist kein (!) Horrorfilm, sondern ein Psychothriller - der seinem Genre auch gerecht wird.

Ach ne! XD Wer zum Geier kommt denn darauf, dass ein Horrorfilm sein soll? XD[/quote]

Ganz einfach - der Trailer erweckt den Eindruck, dass es sich um einen Horrorfilm handelt ("Zwischen der Welt der Toten und der Lebenden..."), zum anderen ist es schwierig (vielleicht auch nur für mich), Naomi Watts nicht zuerst mit ihrer Durchbruchrolle als Rachel aus The Ring zu assoziieren.

Okay, das ist nicht der Grund, weshalb ich hier reinschreibe XD
Hab den Film inzwischen vier mal gesehen und bei jedem Mal, das ich ihn öfter sehe, entdecke ich etwas Neues. Wirklich genial und ich bin mittlerweile bei so vielen Theorien, dass ich mich überhaupt frage, ob der Film überhaupt einen Sinn hat oder nur verwirren soll. Vermutlich habe ich ihn fehl- oder überinterpretiert, aber ich denke, die einfache These ist

Spoiler

die Beachtung des Unterbewusstseins. Bilder und Szenen erlebt man immer wieder, doch nur, wenn man sie wirklich intensiv wahrnimmt, werden sie auch bleiben (stay). Das wird bekräftigt durch den starken Stilmitteleinsatz.


Zitat

Original von Alucard
Soll man da überhaupt durchblicken? XD Strange, ich bin echt mega verwirrt, unbeschreiblich x__x

Und dann (persönliche Beobachtung) sind da noch Dinge, die den Film für mich auf einer höheren Ebene spielen lassen:

Spoiler

Henry scheint an einigen Stellen Jesus Christus zu symbolisieren. Er ist der "verlorene Sohn". Sein Leben ist die Wiederaufstehung - aber besonders die Heilung von Leon, dem Blinden, macht es extrem offensichtlich. Hier tritt der berechtigte Gedanke auf, ob der Film nicht augenzwinkernd mit den Déjà vue-Erlebnissen eine Art Reinkarnation beschreibt...
Letztlich darf sich der Zuschauer die Frage stellen, ob seine Existenz real ist oder im eigenen Kopf stattfindet. Denn was sollte eine Co-Existenz in einem anderen Körper ausschließen?


Zitat

Original von Miss Understood
Die Kameraeinstellungen haben die Atmosphäre super rübergebracht und die gezeigten Bilder sind schön düster.

Hmm... Ich mag die Perspektiven auch, da sie nicht fix sind. Teilweise mussten die Schauspieler selbst die Kamera führen, was ich lobenswert als Idee finde.


07.07.2006 00:58
Misato




Rebel Scum
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Ich hab irgendwann mal auf der IMDB geschaut, was Janeane Garofalo so treibt und wurde so auf Stay aufmerksam, bei dem ich mir dachte "cool, klingt psychedelisch McGregor ist klasse und mein JetGirl hat all den Erfolg der letzten Jahre einfach verdient, die göttliche Schnalle". :D Tja, und dann hab ich gewartet... bis heute, als ich ihn endlich sah - im Kino!! Ja, Münster spinnt dieses Jahr völlig. Aber ich bin sehr, sehr froh drum, denn ich liebe die Kinoatmosphäre, lasse mich gern vom lauten Sound in die Leinwand tragen und bin einfach zwei Stunden nicht erreichbar. Das hat Stay perfekt geschafft! Ich bekam, was ich erwartete - einen intelligenten Film voller überzeugender Darsteller, der mich als Beobachter herausfordert.

Etwas, was ich total knuffig fand,

Spoiler

waren Sams Hosen. Ich dachte sofort an X-Men und den Prof. Stewart fand alle Anzüge, der er anhatte total toll, da er aber im Rollstuhl saß, waren sie natürlich zu kurz, um sie fürs normale Leben zu behalten. Daher dachte ich mir auch "man, als Psychiater scheint er aber viel rumzuhocken mit den Hochwasserdingern". Tja, da hab ich am Ende von einem Ohr zum anderen gegrinst. Natürlich sind die Hosen kürzer, wenn man den Film erstmal einfach als Henrys Traum vorm Tod ansieht. Er sieht Sam ja nur, wie er vor ihm hockt, was die Hosenbeine nach oben zieht. *rofl*
Diese Erklärung ist sehr schlicht und das gefällt mir. Man kann sehen, wie Henry alles um sich herum verarbeitet und viele kleine Details überall geben ein tolles Bild ab. Aber alles, was er sich erträumt, spielt zugleich auf einer abstrakteren Ebene, der man wiederum ganz eigene Interpretationen zusprechen kann, wenn man mag.

Der Satz mit "ich hab ihn nicht bewegt", brachte mich dann auch zuerst auf die Spur "jemand ist tot". Aber durch all die bizarren Umstände merkte man, dass es nicht einfach nur ein Schizo-Verwirr-Spiel ist.

Das allerbeste im Film sind einfach diese fabelhaften Übergänge. Vom Wetter zu einem Bild, von Charakter zu Charakter, das Wechseln der Orte, die Lichter, die Farben, die Formen... hieraus bezieht der Film eine ungeheure Intensität und wird zu einem visuellen all-round Erlebnis.

Nomen est omen.

Spoiler

Henry Letham - Let Ham - Ham Let - Hamlet. To be or not to be. Leben, sterben. Gehen, bleiben. To die, to stay. Der Titel ist treffender wie kaum etwas anderes.

Sehr berührend auch die letzte Szene, wenn

Spoiler

Henry diesen kurzen Flash hat, als hätte er wirklich an Henrys "Traum" teilgenommen. Beim Tod einer Person dabei zu sein hinterläßt Spuren und wer weiß, wie tief die Verbindung dabei geht.


Den Vergleich mit Lynch muß der Film nicht wirklich scheuen, aber die Gefahr besteht damit zu hoch zu greifen bzw Stay das Eigene abzusprechen. Absolut super. Jetzt kann ich beruhig warten, bis ich die DVD für nen Zehner bekomme und ich freu mich einfach drauf, auf alles im Detail zu achten. Immer mehr und mehr. Wie z.B. die ganzen abgefahrenen Zwillinge, Drillinge und sich wiederholende Kleinigkeiten. ^^


30.08.2006 01:41
Eleana




it's Eleana
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Einer der ganz wenigen Filme, die durch mehrmals anschauen sogar noch besser werden! Hab ich mir gestern mal mit meinem Dad angesehen und da sind mir wieder neue Details aufgefallen. Man kann da einfach nur denken "Genial ausgedacht und konstruiert!" Was beim ersten Anschauen noch verwirrend wirkt, erscheint immer schlüssiger und logischer. Und das ohne Making of, Audiokommentar usw. (was ausführlich auch auf der DVD enthalten ist, ich mir aber noch nicht angesehen habe, um sich das "Mysterium" und Selbstinterpretation noch nicht kaputt zu machen).

Die Atmosphhäre ist auch düster und grandios, etwas vergleichbar mit Donnie Darko. Nur dass Stay wesentlich stylischer ist, perfekt angepasste Soundkulisse und die Optik ist auch einmalig.

Tendiere inzwischen zur magischen 10 was die Punkte angeht. Aber erstmal nächste Woche noch einmal schauen.


14.09.2006 13:12
Skund




Federschwinge
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Meine Therorie dazu:

Spoiler

Sam Foster, wird gezeigt was in seinem Leben schiefgehen kann, wenn er kein Mut beweist, wenn er einfach nichts tut.
Dabei spielt sich alles sich in Henrys nah Toderfahrungen ab.
Henry sieht ja auch, als er schwer verwundet auf der Brücke liegt, Sam Foster nur mit Hochwasserhosen, weil er gerade kniet.
Es zeigt ein Wechselspiel zwischen eingeschlossen, sich selbst den Weg verbauen (Sam Foster und Leben(aber auf eine abstrakte Art). Da Sam nicht diese Welt erschaffen hat, verschmelzen die beide Personen zunehmst, bis schlieslich Henry sich "umbringt" und damit den "Traum" beendet. Sam scheint all diese Erfahrung miterlebt zu haben (erkennt man an den Visionen) und kann jetzt ein besseres erfüllteres Leben auch wirklich leben. Ob Henry gestorben ist ode nicht, das kann glaub ich keiner von uns beantworten.
09.08.2008 15:58
deunan




shadow daemon
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(Ich hatte den Film mal vor langer Zeit gesehen, aber kürzlich anlässlich der TV-Ausstrahlung dann erst zum zweiten Mal.)
Der Film ist nicht ungeschickt gemacht: Zunächst mag man an einen Zufall glauben, als Henry den Hagelschauer prophezeit. Auch sind die ersten "Fehler" eher unmerklich, mehr wie Schnitt-Fehler eingewoben. Doch nach und nach werden die "Fehler" gröber, und man beginnt mit Sam, aus dessen Perspektive weite Teile der Story erzählt werden, zu zweifeln - ob nicht in Wirklichkeit Sam der geistig verwirrte ist. Doch auch diese Annahme hilft nicht mehr weiter, als Leons Blindheit geheilt wird und bei Lila von Henry signierte Bilder erscheinen.

Ich gebe dem Film :9.5: 9,5 von 10 wegfliegenden Luftballons. Trotzdem macht er mir keine Lust auf "noch einmal sehen".

Also, mit der Sinnfrage hatte ich keine Probleme:

Spoiler

Für mich zeigt der Film so eine Art Traum aus den letzten Minuten oder Sekunden des sterbenden Henry Letham. Der Großteil der Handlung - Sam, seine Freundin, Dr. Leon, Athena, der kleine Junge mit dem Satz "Mama, muß der Mann sterben?" ... - das alles sind Figuren, die er halt sieht, während er sterbend auf der Straße liegt. Wann dieser "Traum" dann stattfindet, weiß ich auch nicht so recht - vielleicht, nachdem er das Bewußtsein verliert. Das finde aber auch nicht wirklich wichtig; er steht für mich nicht in kausalem Zusammenhang mit der Realität.
Das finde ich allerdings immer noch etwas pietätlos und reichlichst makaber. Und, bevor hier jemand berechtigt meckert: ich bezweifele, dass das die einzig "mögliche" Interpretation ist.
Die Art, wie daraus eine eigentlich erst beim zweiten Sehen nachvollziehbare Geschichte gewoben wird, ist aber durchaus sehenswert. Und ich hatte auch kein Problem, den Film beim ersten Sehen vom Ende her zu verstehen - auch, wenn mir ohne die Auflösung sicher viele Details entgangen sind, was wohl vom Autor so beabsichtigt ist.
Dazu paßt dann noch ...

Spoiler

Zitat von Misato

Er [Henry] sieht Sam ja nur, wie er vor ihm hockt, was die Hosenbeine nach oben zieht. *rofl*

Das war mir z.B. entgangen: klar, die Hochwasser-Hosen hatte ich gesehen, aber darüber nicht nachgedacht. Zumal sein Anzug auch nicht gerade modisch war.


Als Vergleich kam mir Vanilla Sky in den Sinn - was meine Interpretation voraussetzt: dann ist nämlich beide Male ein Großteil der "Handlung" irreal. Und "natürlich" The I Inside - was auch den Bezug zum "Tod" (o.ä.) sowie das Moment "nachher war alles anders" bietet (... sonst aber für mich eine Liga unter Stay spielt).



Zitat von Voice

Immer wieder denkt man sich, dass die Schnitttechniker wahre Genies sein müssen, denn die Übergänge von einer Szene auf die nächste erfolgen nahtlos.

Nun, die Übergänge ... einerseits sind da diese butterweichen Verbindungen zwischen getrennten Szenen. Ich habe garnicht darüber nachgedacht, war aber eigentlich davon ausgegangen, daß das "schlichtes" Morphing aus dem Computer sei. Und auf der anderen Seite hat der Cutter manchmal bewußt "Fehler" eingebaut, die meiner Meinung nach dazu beitragen, dass man als Zuschauer auch irgendwann den Boden unter den Füßen verliert.

Spoiler

Zitat von Misato

Der Satz mit "ich hab ihn nicht bewegt", brachte mich dann auch zuerst auf die Spur "jemand ist tot".

Dabei dachte ich: Das sagt doch ein Streifenpolizist, wenn die Spurensicherung auftaucht. Tja, knapp vorbei ...



Fierce demons are fighting their way out of me - to scare off the monsters attacking me in the opposite direction
25.12.2009 23:18
E. Nygma

König
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Stay ist mein absoluter Lieblingsfilm und kein anderes Werk kann hiermit mithalten. Ich als Kunst- und Literaturliebhaberin habe hier ein gefundenes Fressen, da es darum geht, Dinge auf der Metaebene zu betrachten, Stilmittel zu deuten und auf die Handlung und Charaktere achten zu müssen. Und alles fand, vor allem in der Mischung durchaus hochwertig. Vor allem, da der Film echt ins Äußerste geht und alles ausnutzt, was das Medium Film zu bieten hat. Von Einstellungen bis hin zu der Montage ist alles perfekt aufeinander abgestimmt und bietet Interpretationsmöglichkeiten. Ich liebe diesen Film, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, wenn ich ihn lobe. Es ist auch das bisher einzige Werk, welches mir Tränen in die Augen getrieben hat. Gruselig ist auch, dass ich sehr viel von mir selbst in Henry wieder sehen konnte und sehr stark mit der Figur mitgefühlt habe. Ich fand auch, dass Ryan Gosling hier auch nochmal wegen der schauspielerischen Leistung gelobt gehört. So eine schwere Rolle kriegt nicht jeder hin, ohne dass es das gewisse etwas hat. Dabei war fand ich die englische Synchro auch um einiges besser als die deutsche. In der englischen wirkte Henry viel verlorener und einsamer, während er im deutschen eher wie ein klassischer Psychopath rüberkommt.

Spoiler

Zitat von Voice

Hier tritt der berechtigte Gedanke auf, ob der Film nicht augenzwinkernd mit den Déjà vue-Erlebnissen eine Art Reinkarnation beschreibt...

Diesen Gedanken finde ich sehr spannend. Denn Henry ist ja sozusagen in dieser "Traumwelt" oder wie auch immer man den Zustand nennen möchte, noch nicht tot, obwohl er das in der realen Welt fast ist. Also ist es eine Art der Wiederauferstehung innerhalb seiner Traumwelt und er sieht mit dem Selbstmord ein, dass dies nicht sein darf. Dies läuft letztendlich darauf hinaus, dass Henry's Selbstmord auch eine Art Bestrafung für sich selbst ist. Denn Selbstmord impliziert, das er sich bewusst tötet, oder im Falle der Realität von dem Leben ablässt. Er hat all die Menschen, die ihm bedeuten, getötet (zumindest seiner Meinung nach). Und diese Schuldgefühle treiben ihn letztendlich dahin, dass er sich das Leben nicht zuschreibt, es nicht verdient hat und deswegen stirbt. Vielleicht hätte er es ja geschafft, wenn er gekämpft hätte. Aber er hatte ja nichts zu kämpfen. Für mich ist dieser ganze Film der Moment, bevor Henry sein Bewusstsein soweit verliert, dass er die Welt nicht richtig wahrnehmen kann. Als er den Antrag stellt (Heulszene T_T) war es schon vorbei und sein Tod war klar.

Zitat von Misato

Wie z.B. die ganzen abgefahrenen Zwillinge, Drillinge und sich wiederholende Kleinigkeiten. ^^

Diese Figuren, die alle gleich aussahen, haben für mich aber eine spezielle Bedeutung. Besonders im Zusammenhang mit der "Ich habe ihn nicht bewegt"-Tusse. Denn diese lassen das ganze Feld nicht nur monotoner wirken, sondern entsprechen auch dem Gedanken, dass alle Menschen gleich sind, in einer bestimmten Situation, bis auf vielleicht ein oder zwei. Alle stehen um Henry herum, während er stirbt, können nicht anders, als blöd zu glotzen. Nur die Mutter mit dem Kind erbarmt sich zu gehen, wenn ihre Aussage, dass der Krankenwagen bald käme, auf mich eher wirkte, als wolle sie selbst nicht wirklich was damit zu tun haben und deswegen ging. Dahinter steht nun mehr, als nur das Drama um eine junge, sterbende Seele, sondern auch ein schwerer Happen Gesellschaftskritik. Denn es gab wohl nicht umsonst einen Rundumschwenk auf alle Personen, die um Henry herum standen und nicht umsonst wurden bestimmte Stereotypen behandelt, wie man sie von Unfällen kennt. Natürlich diese Tusse, die ihre Unschuld beteuert, aber auch eben die Leute, die versuchen zu verdrängen, wegzuschauen und die, die einfach nur dumm glotzen. Auch in dem Moment, in dem Henrys Kopf blutete, als der durch die Stadt ging.

Das schlimmste und traurigste für mich war aber folgendes:
Henry bestraft sich selbst und es tat mir selbst einfach nur irre weh zu sehen, wie der Junge leidet. Nicht nur dieser Gänsehaut Moment, in dem man Henrys Zimmerwände, vollgeschrieben mit "forgive me" sieht, sondern auch die Tatsache, dass er in seinem Traum von all den Personen nicht erkannt wird, die ihm etwas bedeuten. Sein Vater und auch seine Freundin tun ja so, als ob sie ihn nicht kennen würden beziehungsweise keine engere Beziehung zu ihm hatten. Ich denke, dass Henry sich damit psychisch selbst verletzte und seine Schuld noch tiefer in sich hinein bohrte. Nach dem Motto, dass er es gar nicht verdient habe, von diesen geliebten Personen gekannt zu werden. Als ich das erkannte, hatte ich wieder Gänsehaut und hätte mich am liebsten in die Ecke gesetzt und geheult. xD


Dieser Film berührte mich einfach und ich kann, wenn ich darüber nachdenke, immer noch mein Herz klopfen hören, laut und bewegt. Vielleicht hat der Film so einen Effekt auf mich gehabt, weil ich Henry sehr ähnlich bin und er auch einer Person ähnlich ist, die ich kenne und schätze. Aber auch die allgemeine Thematik, die düstere Melancholie in der Inszenierung und die technischen Aspekte spielen in meine Bewertung mit hinein. Mehr kann ich mir von diesem Medium nicht wünschen, noch nie ist etwas so gut gewesen, was ich gesehen habe.

Deswegen verteile ich in diesem Fall eine Bewertung, die ich nur einmal in meinem Leben verteilen werde: :10.0:
09.11.2012 22:39
Kiritsugu




Novize
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Spoiler: "durch"

Zitat von deunan

Für mich zeigt der Film so eine Art Traum aus den letzten Minuten oder Sekunden des sterbenden Henry Letham. Der Großteil der Handlung - Sam, seine Freundin, Dr. Leon, Athena, der kleine Junge mit dem Satz "Mama, muß der Mann sterben?" ... - das alles sind Figuren, die er halt sieht, während er sterbend auf der Straße liegt. Wann dieser "Traum" dann stattfindet, weiß ich auch nicht so recht - vielleicht, nachdem er das Bewußtsein verliert. Das finde aber auch nicht wirklich wichtig; er steht für mich nicht in kausalem Zusammenhang mit der Realität.

Das sehe ich recht ähnlich. Denn man sieht in Henrys letzten Momenten noch, dass sich die Puzzleteile für seine erschaffene Welt aus seinen Blickwinkeln auf die Menschen an der Unfallstelle ergeben, und zudem greift der Film die Bilder vom Anfang, wo Henry neben dem brennenden Auto stand und danach beginnt die Brooklyn- Bridge in Richtung der Stadt hinabzugehen wieder auf. Dadurch wirkte die Szene auf mich so wie der eigentliche chronologisch richtige Anfang von Henrys Traumwelt, da er hier in die von ihm erschaffene Stadt wandert.

Allerdings hatte ich oft den Eindruck, dass Henry und Sam dieselbe Person in dieser Welt waren und unterschiedliche Seiten von Henrys Persönlichkeit darstellen. So wird Sam im letzten Akt, wo es regnet, vom Aussehen und auch von der Mimik her Henry immer ähnlicher. Gerade in der Szene, wo Sam im letzten Dinner mit der schwarzen Kellnerin spricht, sieht er mit dem Glasscheibeneffekt wie eine Kreuzung zwischen sich und Henry aus. Dazu passt auch, dass die beiden bei der Konfrontation im Innenhof von Sams Haus teilweise zeitgleich dasselbe sagen bzw. die Seiten immer wieder tauschen, so dass sich Henry quasi selbst festhält und mit sich streitet. Daher denke ich, dass Sam den Teil von Henry symbolisiert, der sich ans Leben zu klammern versucht, während der Traum-Henry mehr für die Schuldgefühle und damit dem Drang sich dem Tod zu ergeben steht. Interessant fand ich in der Hinsicht auch die vielen Wendeltreppen (Uni- Treppenhaus, Theater, Sams Wohnhaus), welche auf mich beim zweiten Sehen mehr wie ein Vergänglichkeitssymbol im Sinne von immer weiter dem Leben entgleitet wirkten. Auch die letzte Szene auf der Brooklyn- Bridge, bevor sich der Traum-Henry erschießt, wirkte gepaart mit den ausgehenden Lichtern in Leos letzter Sequenz so wie eine zusammenbrechende Welt, da die Seile der Brücke immer verwischter werden und fast schon wie ein Schleier aussehen.

Als eine Art Reinkarnation würde ich die Traumwelt allerdings nicht betrachten, sondern eher als eine Art Fegefeuer, welches sich Henry für sich wegen seiner Schuldgefühle erschaffen hat. Denn im Prinzip wirkt es mehr wie eine Art Verabschiedung als eine neue Chance. So spielen sich in dem Erotikladen seine Erinnerungen an der Wand ab und die Traum-Mutter erwähnte auch, dass sie lange auf ihn gewartet hat bzw. Henry hat die Figur Leo explizit erschaffen, um sich von seinem Vater richtig verabschieden zu können, da er dieses in der Begegnung in der Wohnung des blinden Mannes selber gesagt hat. Die vielen doppelten Menschen habe ich daher auch mehr als einen Hinweis darauf gesehen, dass diese Welt unecht ist, da Henrys Geist nicht soviele verschiedene neue Menschen schaffen konnte und bei den Menschen im Hintergrund daher simpler agiert.
16.11.2016 23:41
Voice




Şaving £ight
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Danke für's "Aufmarken" :) Jetzt hat auch mein Lieblingsfilm endlich eine Marke.
Da ich Stay kürzlich erst wieder sah und mich einmal mehr darin bestätigt fühlte, dass dieser Film einfach mein Langzeitfavorit sein muss, sind die Geschehnisse bei mir alle noch recht aktuell.

Spoiler

Zitat von Kiritsugu

Allerdings hatte ich oft den Eindruck, dass Henry und Sam dieselbe Person in dieser Welt waren und unterschiedliche Seiten von Henrys Persönlichkeit darstellen. So wird Sam im letzten Akt, wo es regnet, vom Aussehen und auch von der Mimik her Henry immer ähnlicher.


In Dialogen wechseln beide sehr häufig die Positionen miteinander. Merkt man, als sie den Universitätssaal verlassen und dann später auch vor Henrys Wohnung. Beide verschmelzen zu einer Person. Aus heutiger Sicht denke ich auch nicht mehr an eine Reinkarnation, sondern stelle mir die Geschehnisse so vor: Es folgt der Unfall und alles, was Henry wichtig ist, hat er vor seinem geistigen Auge. Das vermischt sich mit seinen letzten Eindrücken (z.B. das Babyschreien, "Mummy, Mummy, muss der Mann sterben?", etc.) und daraus entsteht eine neue Welt. Eine Welt, in der er Sam Foster, sein eigener Therapeut ist. Die Forschungen Sams werden zur Aufarbeitung von Henrys eigenem Leben und erst am Ende schließt sich der Kreis wieder.

Zitat

Henry hat die Figur Leo explizit erschaffen, um sich von seinem Vater richtig verabschieden zu können


Darüber habe ich gar nie explizit nachgedacht, aber es ist eine schöne Interpretation. Dass er ihn von seiner Blindheit heilt, könnte man interpretieren als 'er öffnet seinem Vater die Augen, damit er Henrys Einzigartigkeit erkennen kann'.



17.11.2016 04:54
Kiritsugu




Novize
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Zitat von Voice

Es folgt der Unfall und alles, was Henry wichtig ist, hat er vor seinem geistigen Auge. Das vermischt sich mit seinen letzten Eindrücken (z.B. das Babyschreien, "Mummy, Mummy, muss der Mann sterben?", etc.) und daraus entsteht eine neue Welt. Eine Welt, in der er Sam Foster, sein eigener Therapeut ist. Die Forschungen Sams werden zur Aufarbeitung von Henrys eigenem Leben und erst am Ende schließt sich der Kreis wieder.

Bis auf den letzten Teil sehe ich das genauso. Denn meiner Meinung nach geht es nicht um eine Aufarbeitung von Henrys Leben, sondern mehr um die Ausfechtung des Konfliktes in Henry zwischen seinen Schuldgefühlen und seinem Lebenswillen, der in Henry. Eine Aufarbeitung würde denke ich anders aussehen und vor allem darin gipfeln, dass Henry und Sam am Ende auf eine gemeinsame Ebene oder Meinung kommen. Stattdessen aber stehen sie bis zum allerletzten Moment in der Traumwelt an der Brooklyn-Bridge im ungebrochenen Konflikt miteinander, da der Traum-Henry wegen seiner Schuldgefühle meint sterben zu müssen, während Sam in Verbindung mit Layla bis zur letzten Minute versucht ihn davon abzubringen und zu zeigen wie gut es ist am Leben zu sein. Außerdem sagt Henry an der Stelle, wo Sam ihn explizit fragt wieso er immer wieder zu ihm kommt, dass Sam der Einzige ist, der Henry retten kann, was auch mehr auf einen Konflikt zwischen Sterbes- und Lebenswille hindeutet. Deshalb denke ich, dass Sams Erschaffung als Psychologe mehr dazu dienen soll, dass Henry über seine Schuldgefühle doch noch hinwegkommt und wieder den Willen bekommt am Leben zu bleiben. Denn eigentlich weiß Henry in der realen Welt, dass er nicht Schuld an dem Unfall ist, weil der richtige Sam ihm noch sagen konnte, dass der Reifen geplatz ist, bevor der reale Henry das Bewusstsein verloren und in die Traumwelt abgeglitten ist. Daher stellt sich für mich auch die Frage wieso der Traum-Henry sich erschießt und Henry damit symbolisch seinen Lebenswillen aufgibt. Hat er dem realen Sam nicht geglaubt oder wollte er in einer Welt ohne seine Eltern und Athena nicht leben?

Was das Verabschieden angeht, finde ich auch interessant wie unterschiedlich sein Vater und seine Mutter in der Traumwelt widergegeben werden. Schließlich ist seine Mutter in dem leeren Haus mit dem Hund alleine geblieben und wird einzig von Sam besucht, was doch ein ziemlicher Unterschied zu dem weiten Raum, welchem Leo in der Traumwelt gewährt wird, ist. Auch die emotionale Ebene ist bei der Mutter längst nicht so herzlich wie bei Leo, da sie nur von Sam besucht wird und sich gegenüber diesem auch beklagt, dass sie allein in dem Haus warten muss. Das deutet in meinen Augen auf ein eher gestörtes Mutter- Sohn- Verhältnis hin. Etwas frage ich mich auch welche Funktion Layla in der Traumwelt genau erfüllt. Ist sie quasi eine Ersatz- Athena und stellt in der Beziehung mit Sam deren Verhaltensweisen in der Realität nach oder ist sie wie Sam auch nur ein weiterer Aspekt von Henrys- Persönlichkeit?
20.11.2016 22:58
Voice




Şaving £ight
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Zitat von Kiritsugu

Eine Aufarbeitung würde denke ich anders aussehen und vor allem darin gipfeln, dass Henry und Sam am Ende auf eine gemeinsame Ebene oder Meinung kommen.


Mit Aufarbeitung meinte ich weniger, dass die Geschehnisse wiederholt werden, sondern dass Schlüsselereignisse in einer anders erzählten Form wieder abgeklappert werden. Henry wird ja zur Nebenfigur in seiner eigenen Geschichte. Alles ist erstmal aus Sicht von Sam, für den Henry erstmal nur eine unwichtige Hauptfigur ist. Diese negativen Gefühle mit dem Nichtmehrleben wollen haben einen Kontrast gebildet zur Entwicklung von Layla, sie verkörpert die Hoffnung auf Leben und den Lebensdurst ja gradezu. Etwas, das Henry verlorengegangen glaubt.

Zitat

Daher stellt sich für mich auch die Frage wieso der Traum-Henry sich erschießt und Henry damit symbolisch seinen Lebenswillen aufgibt. Hat er dem realen Sam nicht geglaubt oder wollte er in einer Welt ohne seine Eltern und Athena nicht leben?


Ich würde das mit einer Depression vergleichen. Man glaubt anderen sehr wohl, weiß auch, was für einen richtig und falsch ist. Dennoch überwiegt eine Emotion und diese teilt Henry hier mit, dass das Leben nicht mehr lebenswert ist.

Zitat

Etwas frage ich mich auch welche Funktion Layla in der Traumwelt genau erfüllt.


Das, was Layla zu Sam sagt, nämlich, dass das Leben so viele schöne kleine Dinge beinhaltet, ist eigentlich der Ratschlag, der an Henry geht. Es ist, als wären Sam und Lalya ein Teil von Henrys Gewissen. Vielleicht war Athena auch genau das für Sam, was Lalya für Henry ist. Die Versinnbildlichung von Kraft und Hoffnung.



23.11.2016 18:33
Akatsuki03




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Per Zufall über den Film gestolpert und gestern Abend dann mal angeschaut. Leider war ich dann doch etwas arg müde, weswegen ich vielleicht nicht jedes Detail genau wahrgenommen habe.

Visuell hat der Film bei großen Eindruck hinter lassen, denn die Kamerawinkel und Spielerein, machen hier einen Teil des Storytelling wirklich aus und dienen nicht nur als Blickfang. Mir gefielen vor allem auch die Übergänge, die ich persönlich so fast mehr in AMVs gesehen habe als in Real Filmen.

Spoiler

Während des Schauens, habe ich echt versucht dahinter zu kommen was hier los ist. Immerhin fühlt sich der Film gegen Ende immer unrealer an, weil Dinge immer weniger Sinn machen und man auch das Gefühl hat, dass alles Mögliche in einander verschwimmt. Ein bisschen wie wenn man schlafen geht. Am Anfang denkt man noch genau über Dinge nach, doch desto mehr der Schlaf von uns Besitz ergreift, desto mehr wird es ungenau. Da ich selber etwas müde war, kam mir da dieser Vergleich. Als dann die Auflösung kam, hab ich mich schon gefreut, dass mein Vergleich ja nicht so arg weit weg ist.

Zitat von deunen

Für mich zeigt der Film so eine Art Traum aus den letzten Minuten oder Sekunden des sterbenden Henry Letham. Der Großteil der Handlung - Sam, seine Freundin, Dr. Leon, Athena, der kleine Junge mit dem Satz "Mama, muß der Mann sterben?" ... - das alles sind Figuren, die er halt sieht, während er sterbend auf der Straße liegt. Wann dieser "Traum" dann stattfindet, weiß ich auch nicht so recht - vielleicht, nachdem er das Bewußtsein verliert. Das finde aber auch nicht wirklich wichtig; er steht für mich nicht in kausalem Zusammenhang mit der Realität.

Interessante Wendung, denn wenn man überlegt, dass der Film mit einem Autounfall ja anfängt. (man hat ja gesehen, dass sich hier etwas überschlagen hat und dann sieht man ja das brennende Auto) Es heißt ja auch, dass das Leben am Ende noch mal an uns vorbeizieht. Doch wer sagt, denn das es nur Erinnerungen sein müssen! Hier werden die letzten Eindrücke von Henry vermisst mit Wünsche, Gefühlen und seiner Wahrnehmung. Da sein Kopf ja auch etwas abbekommen hat, ist sogar logisch, warum hier auch Dinge so vermisst werden.

Zitat von Kiritsugu

Allerdings hatte ich oft den Eindruck, dass Henry und Sam dieselbe Person in dieser Welt waren und unterschiedliche Seiten von Henrys Persönlichkeit darstellen.

Den Eindruck hatte ich auch, weswegen ich schon echt geknobbelt habe was hier eigentlich los ist. Am Ende aber logisch, denn Henry dürfte immer weiter abdriften in den Tod und daher würde sein Gehirn die Dinge einfach durcheinander bringen.
Das Konzept des Films ist unheimlich interessant, denn es geht viel um Wahrnehmung und vor allem das ein Teil unsere Identität durch uns selber aber auch durch andere festgelegt wird. Daher verschwimmen die Charakterzüge immer mehr bei Henry und Sam, denn der beide versuchen den jeweils anderen auch besser kennen zu lernen und dabei versucht man ja sich auch in den anderen hinein zu fühlen und nimmt dann ja gerne mal Charakterzüge an.

Zitat von Kiritsugu

Henry hat die Figur Leo explizit erschaffen, um sich von seinem Vater richtig verabschieden zu können

Was ich auch so wahrgenommen habe. Vor allem Leos Abschied von Sam, worauf hin dann Leo in die Dunkelheit verschwindet, was ja symbolisch auch dafür passt, dass dessen Seele nun gehen kann.

Zitat von Kiritsugu

Etwas frage ich mich auch welche Funktion Layla in der Traumwelt genau erfüllt. Ist sie quasi eine Ersatz- Athena und stellt in der Beziehung mit Sam deren Verhaltensweisen in der Realität nach oder ist sie wie Sam auch nur ein weiterer Aspekt von Henrys- Persönlichkeit?

Ich hätte sie als eine Art Symbolfigur für das Leben gesehen. Er erdenkt sich die Geschichte mit den Rasierklingen um seinen inneren Wunsch zu sterben, etwas Physisches zu gehen. Doch sie hat sich ja für das Leben entschieden und trotz allem den Kampf nicht aufgegeben. Sie muss zwar nun damit Leben, das die Spuren immer zu sehen sein werden aber trotzdem lebt sie weiter.


Zitat von Misato

Henry Letham - Let Ham - Ham Let - Hamlet. To be or not to be. Leben, sterben. Gehen, bleiben. To die, to stay. Der Titel ist treffender wie kaum etwas anderes.

O_O Oh…. Darauf wäre ich jetzt echt nicht gekommen.


Fazit:
Ein interessantes, visuelles tolles Konzept haben wir hier. Trotzdem ist es kein Film, denn ich häufig anschauen könnte. Von mir daher
:8.0: Klaviere


22.01.2017 11:26

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