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Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht (The Force Awakens)  
Pen²




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The Force Awakens wirkte auf mich auf den ersten Blick "nur" überdurchschnittlich. Trotzdem habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Das mag einerseits daran liegen, dass nach den grottigen Prequels vermutlich niemand mehr einen guten Star Wars Film erwartet hat (und wer mit niedrigen Erwartungen herangeht, der wird nunmal nicht so einfach enttäuscht), aber beim genaueren Hinsehen (und dem Rewatch mit Brüderchen und Schwägerin auf heimischer Blueray) wurde mir dann klar, wieso ich TFA doch als einen guten Film betrachte, obwohl er viele offensichtliche Mängel aufweist. Und genau mit der Antwort will ich auch mein Review überschreiben:

Der Teufel liegt im Detail.

Im Gegensatz zu Rogue One ist TFA eine charaktergetriebene Handlung, insofern werde ich im Folgenden länger und breiter auf die Figuren eingehen, als ich es bei Rogue One getan habe:

Beginnen wir mit der neuen Hauptfigur: Rey. Zunächst erst einmal möchte ich mich dafür bedanken, dass sie für Rey eine unbekannte Schauspielerin gecastet haben. Daisy Ridley ist süß, vergleichsweise talentiert für eine Schauspielerin ihres Alters und bringt meiner Meinung nach den Charakter super rüber. Sehr gute Wahl! Die Schwächen an der Figur der Rey liegen meiner Meinung nach völlig abseits der Schauspielerwahl und lassen sich mit nur einem Wort perfekt titulieren: Mary Sue.
Es tut mir Leid, ich weiß, das hier ist Disney-Star Wars, aber kommt schon! Jeder Regisseur und Drehbuchschreiber der Welt sollte schonmal etwas von diesem Begriff gehört haben. Warum zum Teufel weiß Rey alles, kann alles und gewinnt in allem was sie tut? Ging es hier um reine Vermarktungszwecke? Wollte Disney hier eine neue "Disneyprinzessin" schaffen?
Gerne gehe ich mit der Tatsache mit, dass Rey gut klettern und Kämpfen kann. In Anbetracht ihrer Geschichte macht das Sinn. Ich werde sogar über den Punkt hinwegsehen, dass Rey

Spoiler

wie aus dem Nichts plötzlich perfekt genug mit dem Lichtschwert umgehen kann, um Kylo Ren, der dafür sein Leben lang dafür trainiert hat im Zweikampf zu besiegen. Allerdings nicht aus schreiberischer Hinsicht, sondern weil ihre Vergangenheit nicht hinreichend genug beleuchtet wurde und ich bisher so meine Theorien habe, wie die Handlung in Episode 8 und 9 fortgesetzt wird, welche genau das erklären würde.
Aber warum zum Teufel ist sie eine gute Pilotin? Sie lebt auf einem verdammten Wüstenplaneten und verdient sich ihren Lebensunterhalt mit dem Ausschlachten eines Sternenzerstörers! Meinetwegen ist sie eine gute Mechanikerin, aber fliegen? Woher soll sie denn diese Fähigkeit entwickelt haben, hm? "Pilot in 30 Tagen für Anfänger"?
Bei Luke war das Fliegen eine begründete Stärke. Und es war zu Beginn der Handlung auch so ziemlich die einzige Stärke, die Luke überhaupt vorzuweisen hatte. Rey hingegen kann alles. Von anfang an. Wie langweilig.
Und kommt mir jetzt nicht mit "Tja, so ist halt die Macht." Bullshit. Die Macht ist zwar Deus Ex Machina Magie, entschuldigt aber keine schlechte Schreibkunst.

Der Sturmtruppler.
Örks. Es tut mir Leid, aber allein die Tatsache, dass ich mich nichtmal mehr an seinen Namen erinnern kann, obwohl mein Rewatch erst drei Wochen her ist, sollte gut demonstrieren, wie ich zu dieser Figur stehe. Finn (und ja, ich habe den Namen an dieser Stelle des Posts nachgeschlagen) ist eindimensional, langweilig und für die Handlung bedeutungslos. Seine einzige Aufgabe bestand offenbar darin, möglichst nervig zu sein. Ich gehe mal nicht so weit, zu behaupten, dass die Figur nur eingebaut wurde, damit Star Wars eine schwarze Hauptfigur bekommt, aber verneinen würde ich diese Anschuldigungen auch nicht, wenn sie jemand äußern würde. Uff. Ganz zu schweigen von der "You have a cute boyfriend?"-Szene. Totalausfall auf Fanfiction-Niveau.
Liebe Drehbuchautoren und Filmemacher dieser Welt: Wenn ihr tatsächlich ein Zeichen gegen Rassen-Klischees in Filmen setzen wollt, dann karrikiert eure Figuren nicht als bloße Abziehbilder, denn damit erreicht ihr genau das Gegenteil!

Han Solo und Leia:
Ich will darüber eigentlich gar nicht viele Worte verlieren. Sie sind Cameo-Charaktere. Sie taten ihren Job und zumindest Han Solo wurde entgegen meiner Erwartungen doch recht überzeugend gespielt. Harrison Ford stand ich ja zum Erscheinen des Films eher skeptisch gegenüber. Noch ein writing-fail:

Spoiler

Wieso umarmt Leia Rey anstatt Chewbaka, nachdem sie von Hans Tod hört? Weil sie sie schon seit 20 Minuten kennt?


Kylo Ren:
Das Beste kommt zum Schluss. Die Figur des Kylo Ren ist für mich so ziemlich das, was The Force Awakens gerettet hat. Grandios wird hier all das vermieden, was die anderen Figuren so mau aussehen lässt: Kylo Ren ist bemerkenswert vielschichtig und un-perfekt für einen Star Wars Charakter (und insbesondere für einen Star Wars Bösewicht). Außerdem liebe ich diese Idee, dass er ein Sith ist, der von der hellen Seite der Macht korrumpiert wird. Netter Twist einer - zugegeben - alten Idee, und ich bin ja ohnehin ein totaler Fan der klassischen Redemption-Story.
Sein angetäuschter Head-Heel Turn am Ende des Films, seine Zwiespältigkeit und der Masken-Reveal: Alles großartige Momente, für die ich den Film einfach liebe. Sein Lichtschwert sieht grandios aus, auch wenn es natürlich aus praktischer Hinsicht totaler Schwachsinn ist.
Ich will es an dieser Stelle trotzdem vermeiden, zu viele Worte über Kylo zu verlieren, schlichtweg, weil wir hier einfach auf mehr Informationen in den zukünftigen Filmen warten müssen. Aber hier wird zumindest schonmal einiges an Hintergrund angedeutet, der in eine spannende Richtung geht.


Zum Schluss möchte ich noch zwei Sachen erwähnen: Von der Cinematografie her gibt es wie immer nichts zu meckern. JJ Abrams beherrscht seine Handwerkskunst einfach. Die Szene, in der der Planetenbrecher abgefeuert wurde, war Gänsehaut. Die Effekte waren ungewöhnlich zahm für einen Abrams Film und im großen und ganzen trägt die Qualität des filmerischen auch dazu bei, dass man TFA durchaus als gelungenen Star Wars bezeichnen kann. Das Pacing stimmt und der Handlungsaufbau trägt clever dazu bei, einen größeren Reveal in Episode 8 und 9 aufzubauen, ohne ihn tatsächlich vorweg zu nehmen.
Und ich kann hier schon die Leute sehen, die später, wenn Episode 8 und 9 draußen sind, schreien: "HAHA, wie dumm ihr doch seid; das wurde alles foreshadowed!" ... guess what: einen guten Foreshadow erkennt man daran, dass man ihn eben nicht erkennt.
Eine Schwäche jedoch im Storyboard:

Spoiler

Wieso wird so "nebenbei" erwähnt, dass Kylo Ren Solo's Sohn ist? Es gab im Grunde absolut keinen Bedarf dafür, das im Vorfeld zu klären und man hätte das durchaus als Twist auf der finalen Szene einbauen können. Wollte man hier nur zu viele Ähnlichkeiten mit der originalen Trilogie vermeiden? Ich jedenfalls hätte mir gewünscht mit der Information mehr "überrascht" zu werden.



Sei es drum - hier meine Voraussagungen für die Handlung:
- Rey entpuppt sich vermutlich als Verwandte von Obi Wan... ich bezweifle, dass sie ein Skywalker ist; das wäre zu langweilig und zu voraussehbar
- Eine Erklärung für Reys "ich kann perfekt mit dem Lichtschwert umgehen ohne es gelernt zu haben"-Mary-Sueness könnte sein, dass sie Teil (und damit vermutlich letzte Überlebende) von Luke's gescheiterter Jedi-Akademie war, aber ihr Gedächtnis geblitzdingst wurde
- Kylo Ren wird sich in Episode 8 vermutlich der hellen Seite zuwenden, nur um in Episode 9 einen Head-Heel-Head Turn zurück zu machen
- Finn datet das kleine rote Yoda-Alien

Dieser Beitrag wurde 6 mal editiert, zum letzten Mal von Pen² am 19.01.2017 10:57.

19.01.2017 10:44
Faruck




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Ich hab mir bei The Force Awakens vorgenommen den Film von nem Kumpel auszuleihen und in ihn in aller ruhe nochmals anzuschauen, weil ich damals nach dem Kinobesuch dachte, der Film ist jetzt bestenfalls "mäh", und nach dem ich das jetzt endlich getan habe finde ich den Film...immernoch "mäh". Ich gebe zu, ich war nie ein riesen SW-Fanboy aber für mich funktioniert SW VII als ganzes nicht und man hätte aus manchen Figuren viel mehr machen können und müssen.

Zitat von Pen²

Rey hingegen kann alles. Von anfang an. Wie langweilig.

Spoiler

Das[ ist genau auch das Problem welches ich mit ihrer Figur habe. Vorallem wenn man sich noch einen Punkt zu gemüte führt. Ray kannte die Macht ja nur aus Erzählungen und glaubte nicht mal daran, bis zu dem Zeitpunkt als Han auftauchte und ihr bestätigte, dass es die Macht gäbe und die Erzählunngen alle wahr sind. Kaum einen Tag später, kann Ray den Force Mind trick, Force Pull und wenns wohl im Skript gestanden hätte auch noch gleich Force Lightning. Training? Ach was, wird überbewertet. Hat es früher nicht gebraucht, braucht es jetz....oh. :rolly:
Schon seltsam das Anakin und Luke noch Trainieren mussten um überhaupt die Macht gezielt einsetzung zu können. Ok vielleicht stammt Ray von Joda ab, dem kleinen grünen Schwerenöter, aber irgendwie bezweifle ich es ein wenig. Dadurch bekommt Ray das Image einer verkappten Superheldin, nur ohne Cape und das schadet meiner Meinung nach dem Film, denn Star Wars war nie eine Superhelden Geschichte.

Zitat

Örks. Es tut mir Leid, aber allein die Tatsache, dass ich mich nichtmal mehr an seinen Namen erinnern kann, obwohl mein Rewatch erst drei Wochen her ist, sollte gut demonstrieren, wie ich zu dieser Figur stehe. Finn (und ja, ich habe den Namen an dieser Stelle des Posts nachgeschlagen) ist eindimensional, langweilig und für die Handlung bedeutungslos.

Ja, Fin...Wenn man seine Rolle mal im Nachhinein betrachtet, ist er tatsächlich völlig Nutzlos, ausser das man durch ihn als Zuschauer an Ray herangeführt wird. Aber ansonsten tut er wirklich nichts von bedeutung für die gesamte Handlung. Ok, er weiss noch was zu Star Killer Base, weil er da Klempner war...wie wird eingentlich einer von der Haustechnik ein Sturmtruppler an der Front?...ach egal muss ja keinen Sinn machen...Ok eines kann man ihm noch vorwerfen. Er ist ein Wendehals. Als Sturmtruppler erst den grossen Menschenfreund spielen, aber später dann selbst Sturmtruppler erschiessen völlig ohne Gewissensbisse.

Zitat

Kylo Ren:
Das Beste kommt zum Schluss. Die Figur des Kylo Ren ist für mich so ziemlich das, was The Force Awakens gerettet hat. Grandios wird hier all das vermieden, was die anderen Figuren so mau aussehen lässt: Kylo Ren ist bemerkenswert vielschichtig und un-perfekt für einen Star Wars Charakter (und insbesondere für einen Star Wars Bösewicht).

Hier muss ich jetzt wiedersprechen. Für mich wurde bei Kylo so ziemlich alles falsch gemacht was man mit dieser Figur falsch machen konnte.
Vader war ein grossartiger Bösewicht, weil man Anfangs nichts über ihn wusste und vorallem nie sah was unter der Maske ist. Es machte ihn unmenschlich. Genau hier wirft Episode 7 schon sehr früh alles über Bord.
Kylo schafft es ja nichtmal bis zur hälfte des Filmes seine Maske anzubehalten. Was aber viel schlimmer ist, was darunter zum vorschein kommt könnte kaum einem 5 Jährigen Angst machen. Vader sah selbst ohne Maske "schrecklich" aus. Kylo ist einfach ein Milchgesicht. Wieso trägt er überhaupt eine Maske? Er braucht sie nicht zum Leben, er hat nichts zu verstecken, wieso tuts bei ihm nicht einfach eine Kapuze wie bei sovielen anderen Sith? Dazu kommt sein Verhalten. Er hat sich nicht unter Kontrolle und das macht ihn noch weniger beeindruckend. Die beängstigsten Bösewichte sind entweder völlig Verrückt, wie beispielsweise der Joker aus Batman oder strahlen eine beängstigende Ruhe aus, so dass es den Eindruck hat sie wüssten ganz genau was sie tun und sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen weil sie immer alles unter Kontrolle haben. Kylo ist da irgenwas dazwischen, für einen guten Bösewicht gibt es da aber kein dazwischen. Star Wars Rebels zeigt gerade dies mit Thrawn, ein Bösewicht den die Fans lieben und die Ruhe selbst darstellt.

Am besten gefallen haben mir von allen Figuren im Film Han und Chewie, aber die hatten auch nicht derart viel Screentime dass man da Fundamental was hätte falsch machen können und das Harrison Ford ein guter Schauspieler ist, ich denke da muss man nicht drüber diskutieren.

Aber was mich ehrlich gesagt am meisten Stört, sind einfach die Punkte die, wenn man sie mal durchgeht überhaupt keinen Sinn ergeben.
Ein Beispiel, Star Killer Base. Dümmstes Konzept ever. Der Todesstern war ja Hypersprungfähig. Sprich er war einfach ein sehr grosses Raumschiff. SKB ist nicht Hypersprungfähig...das Führt zu einem kleinen Logikproblem. Also wenn SKB nicht irgendeine voll krasse Technologie verwendet die es im SW-Universum vorher nicht gab, muss mir mal jemand erklären wie der Energiestrahl innert. nützlicher Frist überhaupt in ein anderes Sonnensystem gelangen konnte.
Ich verlange von einem JJ Abrahams ja nicht, dass er in einem Star Wars Film so auf Realismus wert legt wie es ein Christopher Nolan in Interstellar tat. Aber ein bisschen Logik wäre ja schon schön.
Desweiteren wäre es schön gewesen ein bisschen mehr darüber zu ehrfahren was zwischen Episodo VI und VII geschah und wieso die Reste des Imperiums sich jetzt die erste Ordnung nennen.


Es ist nicht so, dass Episode VII mich nicht unterhalten hätte. Wenn man ihn einfach als "Film" sieht, ohne Bezug zum Star Wars Universum, würde ich sagen der Streifen ist ganz pasabel. Wenn man ihn aber eben als Star Wars Film sieht, der die Geschichte fortsetzen soll, ist der Film für mich eine Enttäuschung. Da sind zuviele Dinge bei denen ich mir einfach an den Kopf fassen muss und im Geiste schreie "Welcher Id... hat das Skript geschrieben? Stellt ihn sofort an die Wand und holt mir jemanden der bis 2 Zählen kann."

Daher gibts von mir nur gerade noch :6.0: Lichtschwerter...ohne den ollen Handschutz, der bei einem Laserschwert mal gar nichts bringt..."Welcher Id......................" man :schimpf:
22.01.2017 19:08
Pen²




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Zitat von Faruck

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Kylo Ren:
Das Beste kommt zum Schluss. Die Figur des Kylo Ren ist für mich so ziemlich das, was The Force Awakens gerettet hat. Grandios wird hier all das vermieden, was die anderen Figuren so mau aussehen lässt: Kylo Ren ist bemerkenswert vielschichtig und un-perfekt für einen Star Wars Charakter (und insbesondere für einen Star Wars Bösewicht).

Hier muss ich jetzt wiedersprechen. Für mich wurde bei Kylo so ziemlich alles falsch gemacht was man mit dieser Figur falsch machen konnte.
Vader war ein grossartiger Bösewicht, weil man Anfangs nichts über ihn wusste und vorallem nie sah was unter der Maske ist. Es machte ihn unmenschlich. Genau hier wirft Episode 7 schon sehr früh alles über Bord.
Kylo schafft es ja nichtmal bis zur hälfte des Filmes seine Maske anzubehalten. Was aber viel schlimmer ist, was darunter zum vorschein kommt könnte kaum einem 5 Jährigen Angst machen. Vader sah selbst ohne Maske "schrecklich" aus. Kylo ist einfach ein Milchgesicht. Wieso trägt er überhaupt eine Maske? Er braucht sie nicht zum Leben, er hat nichts zu verstecken, wieso tuts bei ihm nicht einfach eine Kapuze wie bei sovielen anderen Sith? Dazu kommt sein Verhalten. Er hat sich nicht unter Kontrolle und das macht ihn noch weniger beeindruckend. Die beängstigsten Bösewichte sind entweder völlig Verrückt, wie beispielsweise der Joker aus Batman oder strahlen eine beängstigende Ruhe aus, so dass es den Eindruck hat sie wüssten ganz genau was sie tun und sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen weil sie immer alles unter Kontrolle haben. Kylo ist da irgenwas dazwischen, für einen guten Bösewicht gibt es da aber kein dazwischen. Star Wars Rebels zeigt gerade dies mit Thrawn, ein Bösewicht den die Fans lieben und die Ruhe selbst darstellt.

Aber genau das ist doch der Punkt. Kylo Ren ist eben nicht Darth Vader, Maul oder sonstwer. Kylo Ren ist eine Art von Bösewicht, die es im Star Wars Universum bisher nicht gab. Und genau das macht ihn für mich zum Retter von Episode 7. Jeder wirft dem Film vor, dass er Episode 4 kopiert und übersieht dabei die entscheidenden Unterschiede.
Übrigens würde ich Darth Vader nicht als Charakter oder Figur im dramaturgischen Sinne bezeichnen. Er ist, wie man so schön sagt, der "Dragon". Im Endeffekt eine Naturgewalt und schlicht und ergreifend ein reines Plot-Device. Abgesehen von den Prequels gibt es quasi keinerlei Charakterisierung von Vader, die über Offensichtliches hinaus geht. Er ist einfach nur die Hürde, die die Helden überwinden müssen, um zu gewinnen. Kylo Ren ist so ziemlich genau das Gegenteil. Er ist ein Charakter mit Schwächen und Stärken. Er ist ein "echter" Antagonist (in der Definition als Gegenstück zum Protagonist; eine Naturgewalt ist kein Antagonist, sondern nur ein Plot-Device um die Handlung voranzutreiben), wo es in Star Wars Episode 1-6 bisher quasi keinen gab. Er verkörpert einen echten Konflikt und hat das Potential in viele interessante Richtungen Charakterentwicklung zu haben.
Und die Antwort auf die Frage, weshalb Kylo Ren eine Maske trägt, wenn er sie eigentlich gar nicht braucht, ist denke ich sehr gut im Film herausgearbeitet worden. Ich verstehe deshalb die Frage nicht.

Mag sein, dass ein kühler, berechnender Bösewicht mehr "Bedrohung" erzeugen kann. Für eine komplexe und interessante Handlung aber braucht man Konflikte nicht nur in der Handlung, sondern auch in den handelnden Figuren selbst. Bei allem, was man dem Film ansonsten vorwerfen kann: Die Figur des Kylo Ren ist perfekt getroffen. Und alle Ereignisse im Film, die ihn betreffen, sei es das Ablegen der Maske, sein Äußeres, usw. suggerieren dem Zuschauer sofort: Das ist nicht Darth Vader. Und das ist meines erachtens nach auch sehr gut so. Klassisches Gut gegen Böse hatten wir in Star Wars bis zum Erbrechen. Ein wenig Grau schadet imho nicht.

PS: Wer Kotor gespielt hat, der kennt sicher die grauen Jedi. Imho eine der besten Ideen im ganzen Franchise. Ich hoffe, dass das in Episode 8 und 9 oder den Spin-Offs mal irgendwann Verwendung findet. Überhaupt bringt das Extended Universe ein paar interessante Sachen, auf die ich in den neuen Filmen hoffe; zum Beispiel Mara Jade.

Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Pen² am 25.01.2017 17:56.

25.01.2017 17:50
Misato




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Zitat von Pen²

Kylo Ren ist eine Art von Bösewicht, die es im Star Wars Universum bisher nicht gab.

Eigentlich ist das mehr so ein ja/nein. Er ist ein oller Rotzbengel. Also eigentlich ist er Anakin gar nicht so unähnlich. :freak: An einen Darth Vader kommt er allerdings null ran. (Und der Anakin in der Clone Wars Serie hat einiges an Charakterisierung aus den grottigen Prequels ausgebügelt.)

Spoiler

Bei dieser Rumhackerei auf Reys Lichtschwertfähigkeiten - also dass sie schon mal bei Luke und in seiner Schule war, wird doch im Grunde durch ihre Erinnerungsfetzen arg impliziert. Aber abgesehen davon sehen wir sie, wie sie mit ihrem Stab kämpft. Sie hat mit dem Ding schon gelernt sich zu verteidigen. Und beim Kampf gegen Kylo sieht man mehr als deutlich, dass sie versucht diese Bewegungen zu übertragen, ihr aber jeglicher Feinschliff zur Schwertführung fehlt. Zudem muss man bedenken, wie angeschlagen Kylo ist nach dem Treffer von Chewie - wo ja extra drauf rumgehackt wird wenn er sich das Blut rausklopft - und wir wissen im Grunde nicht, wie gut Kylo je üben konnte. Also wie gut er selbst ist in einem Zweikampf. Der Kampf zwischen den beiden zeigt deutlich, dass er nicht auf der Höhe ist und sie ist die meiste Zeit in der Defensive. Von daher sehe ich da wenig Probleme.

Zitat von Faruck

Schon seltsam das Anakin und Luke noch Trainieren mussten um überhaupt die Macht gezielt einsetzung zu können.

Du meinst als Anakin Naboo im All gerettet hat? Oder als Luke ohne Zielgerät den kleinen Schacht getroffen hat? In ihren Einführungsfilmen wussten beide weniger über die Macht als Rey. Die war für sie zwar ein Mythos, aber eben doch einer an den sie durchaus geglaubt hat bis Han ihr das dann bestätigen konnte. Und wir sehen den ganzen Film Rey viel stärker im Zusammenspiel mit der Macht als die beiden Jungs. Und wie sie die Macht dann nutzt, macht rückblickend Yodas Auftritt in Empire endlich sinnvoll als er Luke sagt, er solle seinen X-Wing mal eben selbst bergen. Weil er das eigentlich kann, er muss es nur tun und es nicht als unmöglich ansehen. Legt man nur die Filme zugrunde (und nicht noch teils widersprüchliche weitere Quellen, wie auch die Serie Star Wars Rebels), macht Reys rasante Entwicklung im Laufe der Handlung durchaus Sinn.
Was ihre Flugqualitäten angeht - über die darf man wohl streiten. Da ist eben die Frage, wie sehr sie sich mit Raumfahrt auseinander gesetzt hat. Also inwiefern sie eben Raumschiffe auch bedienen kann und nicht nur auseinandernehmen. Allerdings muss man bedenken, dass ihre Kunststücke auf Jakku nicht nur auf Beherrschung der Bedienung des Falcon zurückzuführen sind, sondern auch viel mit ihrer Kenntnis der Geografie zu tun haben, damit sie so eng manövrieren kann. Sie ist ja nicht in einer offenen Raumschlacht und hat einen Heimvorteil.



26.01.2017 00:47
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Zitat von Misato

Bei dieser Rumhackerei auf Reys Lichtschwertfähigkeiten - also dass sie schon mal bei Luke und in seiner Schule war, wird doch im Grunde durch ihre Erinnerungsfetzen arg impliziert. Aber abgesehen davon sehen wir sie, wie sie mit ihrem Stab kämpft. Sie hat mit dem Ding schon gelernt sich zu verteidigen. Und beim Kampf gegen Kylo sieht man mehr als deutlich, dass sie versucht diese Bewegungen zu übertragen, ihr aber jeglicher Feinschliff zur Schwertführung fehlt. Zudem muss man bedenken, wie angeschlagen Kylo ist nach dem Treffer von Chewie - wo ja extra drauf rumgehackt wird wenn er sich das Blut rausklopft - und wir wissen im Grunde nicht, wie gut Kylo je üben konnte. Also wie gut er selbst ist in einem Zweikampf. Der Kampf zwischen den beiden zeigt deutlich, dass er nicht auf der Höhe ist und sie ist die meiste Zeit in der Defensive. Von daher sehe ich da wenig Probleme.

Na ja, ich würde die Flashbacks da anders interpretieren. Ich sah es eher so, dass es Lukes Schwert ist, und sie deshalb die Flashbacks hat. Man sieht in den Bildern ja auch hauptsächlich Luke. Aber wie gesagt, wäre jetzt meine Interpretation.
Aber ich kann dir mal sagen wie es in der Realität aussieht, wenn man einfach ohne Training mal den umgekehrten weg geht, vom Schwert zum Stock. Ich betreibe seit paar Jahren jetzt Iaido, die japanische Kunst des schwerziehens und es gibt ja auch den japanischen Stockkampf, Jodo genannt. Das habe ich auch mal kurz ausprobiert und... na ja, die beiden Unterscheiden sich doch deutlich was die Bewegungen und Aktionen mit der Waffe angeht. Man kann nicht so einfach von einem zum anderen wechseln ohne Training. Ich würde sogar sagen ohne Skriptpower wäre Ray besser dran gewesen hätte sie ihren Stock dabei gehabt.

Spoiler

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Du meinst als Anakin Naboo im All gerettet hat? Oder als Luke ohne Zielgerät den kleinen Schacht getroffen hat?
Würde ich jetzt aber nicht als gezielten Einsatz der Macht anschauen. In Rogue One konnte ja Chirrut die Macht auch soweit nutzen das er nicht so einfach getroffen wurde, das wars dann aber auch. Ray ist da schon auf einem ganz anderen Level. Sie kann effektiv schon ihre Umwelt manipulieren.

Zitat

Was ihre Flugqualitäten angeht - über die darf man wohl streiten. Da ist eben die Frage, wie sehr sie sich mit Raumfahrt auseinander gesetzt hat. Also inwiefern sie eben Raumschiffe auch bedienen kann und nicht nur auseinandernehmen. Allerdings muss man bedenken, dass ihre Kunststücke auf Jakku nicht nur auf Beherrschung der Bedienung des Falcon zurückzuführen sind, sondern auch viel mit ihrer Kenntnis der Geografie zu tun haben, damit sie so eng manövrieren kann. Sie ist ja nicht in einer offenen Raumschlacht und hat einen Heimvorteil.

Naaa ja, ich könnte die Argumentation jetzt komplett auseinander nehmen, aber es ist nur ein Film und ich schreib das jetzt einfach mal Rays überragenden Kräften zu. ;)
26.01.2017 17:42
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