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Slumdog Millionär  
Angel-on-Dragon




Just Purrfect
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Slumdog Millionär       



Genre: Drama
Produktionsland: :UK: , Indien | Produktionsjahr: 2008 | Laufzeit: ca. 120 Minuten | Altersfreigabe: FSK 12
Regie: Danny Boyle
Darsteller:

Dev Patel: Jamal K. Malik
Madhur Mittal: Salim Malik
Freida Pinto: Latika
Anil Kapoor: Prem Kumar
Irfan Khan: Polizeikommissar
Saurabh Shukla: Sergeant Srinivas
Mahesh Manjrekar: Javed

Trailer:



Zitat

Story
Jamal Malik ist Gast bei Indiens "Wer wird Millionär?" und nur noch eine Frage trennt ihn von 20 Millionen Rupien. Doch ein Slumdog aus Mumbai kann doch unmöglich die Antworten alle wissen, also muss er ja wohl betrügen. Deshalb wird er von der Polizei verhört und erzählt seine Lebensgeschichte und somit wie er all die Fragen beantworten konnte.


Auszeichnungen:

Spoiler

Oscars 2009
* Bester Film
* Beste Regie
* Bestes adaptiertes Drehbuch
* Beste Kamera
* Beste Filmmusik
* Bester Ton
* Bester Schnitt
* Bester Song („Jai Ho“)

Golden Globe Award 2009

* Bester Film – Drama
* Beste Regie für Danny Boyle
* Bestes Drehbuch für Simon Beaufoy
* Beste Filmmusik für A. R. Rahman

BAFTA 2009

* Bester Film
* Beste Regie – Danny Boyle
* Bestes adaptiertes Drehbuch
* Beste Filmmusik
* Beste Kamera
* Bester Ton
* Bester Schnitt



Ich habe mich ja schon eine ganze Weile auf diesen Film gefreut. Schon seit ich mal den Trailer gesehen habe. Also auch schon, bevor er mit dem ganzen Preisen (die er in meinen Augen vollkommen zurecht abgesahnt hat) überschüttet wurde.
Die Story ist fesselnd, spannend, packend, teils lustig, teils absolut erschüttert, teils rührend...
Schon von der ersten Sekunde an hat man Mitleid mit Jamals, sei es wegen seiner Lebensgeschichte oder auch nur wegen der Ungerechtigkeit, dass man davon ausgeht, dass einer wie er, der also als Straßenjunge in den Slums groß geworden ist und sich irgendwie durchkämpfen musste, niemals so viel wissen kann. Professoren, Wissenschaftler, Lehrer - aber doch kein Slumdog!
Aber auch die Geschichte von Jamal, seinem Bruder und der Liebe seines Lebens, Latika, hat es in sich.

Spoiler

Es fing schon an, als Jamal in die indische Slum-Version einer "chemischen Toilette" (nur ohne Chemie), die über einem Sumpf oder so aufgebaut war, springt, nur weil er gerne ein Autogramm eines Filmstars haben will...
Dann der Mord an seiner Mutter, da fand ich vor allem die Aussage des erwachsenen Jamals ergreifend, dass er alles darum geben würde, die Antwort auf diese Frage nicht zu kennen.
Die Zeit in der Bettelorganisation, die Zeit danach, das Wiederfinden- und verlieren Latikas.

Auf jeden Fall haben alle 3 sehr viel durch gemacht, nicht nur Mumbai hat sich gewandelt, sondern auch unsere 3 Musketiere - und jeder führt quasi ein anderes Leben.

Viele der Darsteller (die mich allesamt überzeugt haben) stammten übrigens wirklich aus den Slums, vor allem die Kinder-Darsteller. Vielleicht kommt es auch gerade deshalb so authentisch rüber, weil man eben mal keine Hollywood-Starlets/Schönheiten sieht, sondern den Darstellern auch so absolut abnimmt, was sie spielen.

Nicht zu vergessen übrigens auch der absolut geniale Soundtrack. Die Musik hat wirklich super gepasst und ist teilweise auch positiv hervorgestochen. Also sie ist aufgefallen, hat dabei ab das Geschehen nicht gestört. Der Soundtrack ist abwechslungsreich und gefällt mir ausgesprochen gut.

Ich kann diesen Film absolut empfehlen, wenn man mal wieder etwas Tiefgründigeres sehen möchte, als den typischen Hollywood-Einheitsbrei. Und obwohl das, was man sieht, manchmal nicht wirklich leicht verdaulich ist, kommt man am Ende doch mit einem guten Gefühl aus dem Kino.
Ich werde mir Slumdog Millionär vielleicht noch einmal angucken, wenn er offiziell anläuft und sicherlich auch auf DVD kaufen. Ich weiß, es ist noch etwas gut, aber ich denke, das könnte womöglich mein Film des Jahres sein...


11.03.2009 23:18
Kenshin




~* Psychosocial *~
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Dieser Film ist auch seit längerem auf meiner Must-See Liste und gestern endlich gesehen.
Ich muss zugeben, ich hatte nicht damit gerechnet, dass das Kino voll wird, aber zu meiner Überraschung war er das. Mich hat es gefreut, denn in meinen Augen verdienen solche Filme mehr Beachtung.
Sicherlich hat der FIlm für viel aufsehen gesorgft als dieser nach und nach immer mehr Preise eingeheimst hatte und zum Schluss sogar 8 Oscars.

Ich muss in allen Belangen AoD zustimmen, mit Ausnahme in einem Punkt: der Soundtrack. Sicher, dieser ist auch sehr gut gelungen und passt wunderbar zu der Szenerie und den Bildern, einfach Klasse. Nur nach einer Weile sind es ZU viele Lieder die dann nach einer Weile doch leicht nerven.
Es sind eher die letzten beiden. Schlecht wird dadurch ncihts, weniger ist manchmal halt mehr. Dennoch ist der Sdountrack eins geworden wo ich sagen muss, ja, dieser hat mich sehr gut überzeugt, diesen würd ich sehr gerne kaufen Und das werde ich auch machen, weil mir die Lieder schlichtweg gut gefallen haben. Seien es nun die komponierten oder die ausgewählten Lieder. Ein gutes Händchen.

Ansonsten hat der FIlm all den Lob und die Preise voll und ganz verdient.
Es wird eine rührende und gut erzählte Geschichte von dreien jungen Menschen erzählt, die auch das Leben und die Wandldung von Bombay / Mumbai repräsentieren.
Während Jamal in seinem Leben immer nur auf der Suche nach seiner Kindergartenliebe ist und dabei alle Mittel einsetzt und sich seinem Schicksal als Slumdog fast ergibt, er nimmt untergeordnete und erniedrigende Jobs an. Und dann sein Bruder, der den kriminellen Weg geht.
Was hat aber das ganze nun mit Wer wird Millionär zu tun?
Ganz einfach und da kommt nun wieder eine geniala Idee von den Machern. Während man ihn ausfragt, erzählt er sozusagen seine Lebensgeschichte und durch die Lebenslagen durch die er gehen musste, das harte Leben hat er sozusagen die Antworten für die ihn gestellten Fragen bei der Sendung präsentiert bekommen.
Es ist nicht immer schulische Bildung die einem so weit bringt, oft ist es auch nur das Leben an sich.

Durch diese Erzählweise kommt wieder etwas geniales...viel mehr trauriges.
Es zeigt Bombay bzw. Mumbai wie es sich gewandelt hat und dessen viele Facetten.
Die Slums werden gezeigt, wie die Menschen hausen, die Unterschiede zwischen den sozialen Schichten werden knallhart präsentiert und wie man mit Slumdogs umgeht. Besonders hart ist dabei die "Treibjagd" in den Slums wo die Polizei nicht einmal eingreift.
Es sind meist erschreckende Bilder die meist eher wie eine Doku mit einer Randgeschichte wirken. Sie zeigen wie es die Kinder über die Runden schaffen oder nciht schaffen.
Die Authentik des ganzen kommt daher, wie AoD es schon sagte, weil der Großteil der Schauspieler wirklich aus Slums kommen bzw. immer noch dort Leben und hier als Laiendarsteller fungierten. Überzeugender geht es nicht. Es führt nur einem breiterem Publikum vor Augen wie das Leben in den Slums ist, und das es dort wirklich so zugeht. Viele verschließen vor sowas die Augen bzw. wollen es nicht wahr haben. Es wird totgeschwiegen.

Was nun die Geschichte angeht, so wirkt das ganze teils Hollywood teils Bollywood und das ist eine so tolle Mischung, das hätte ich selbst nicht geglaubt. Sicher irgendwo ist das ganze schon klischeehaft, aber dennoch ist es so toll und Klasse gemacht, weil es wie aus dem realen Leben zu sein scheint.
Bei jeder Frage hab ich doch mitgefiebert und doch fand ich es extrem hart wie der Moderator mit dem vermutlichen Slumdog umgegangen ist...richtig schikaniert. Und doch, er hat sich nicht unterkriegen lassen. Doch Geld ist nicht alles.

Spoiler

Er macht das ganze nur damit seine Liebe des Lebens Latika das ganze sieht und auf ihn weiterhin aufmerksam gemacht wird. So fand ich den Telefonranruf als sie dranging mehr als süß und wunderschön gemacht.
Und auch sein Bruder wurde zum Schluss hin geläutert, hat eingesehen das er viel zu egoistisch war und seinem eigenem Bruder das weg genommen hat, was ihm am liebsten war. Sein Tod, gut, irgendwie verdient für all die Sünden, andererseits, tat er mir Leid.
Was mir persönlich in Erinnerung bleiben wird, sind Szenen wo sich tausende vor Fernsehern versammelten um Jamal zuzusehen wie er die Fragen beantwortet und zum Publikumsliebling avanciert und zu einem stillen Helden der Slums wird. Denn alles ist möglich.


Alles in allem ein rundum gelungener FIlm der mehr zu bieten hat als auf den ersten Blick.
Die Spannung, die Erzählweise, die Story, die Musik, die Darsteller, die Drehorte...einfach alles ist hier gelungen.
Danny Boyle ist ein rührender, witziger aber auch nachdenklicher FIlm geworden.
Klasse FIlm, auf DVD Kaufpflicht.

Wie AoD kann auch ich den Film nur wärmstens empfehlen.



Sig by Voice
25.03.2009 08:04
Misato




Rebel Scum
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Ein großartiger Film und Punkt.

Endlich habe ich ihn gesehen. Nicht endlich, weil der lange im Kino laufen würde, sondern endlich, weil mir die ganze Werbung zuvor schon fast beinahe auf die Nerven ging und ich durch die ganzen Preisverleihungen dann doch so manchen Spoiler schon aufgeschnappt hatte. Wobei Spoiler an sich bei diesem Film gar nicht so tragisch sind, denn man muss es wirklich selbst sehen, wie alles zusammen kommt. Aber auch ohne all die Preise hätte ich mir den Film angeschaut, da Regisseur Danny Boyle mich bisher noch nie wirklich enttäuscht hat. Ich mag ja sogar seinen Hollywoodausreißer "The Beach" an sich. Aber mit Filmen wie "28 Days later", "Sunshine", "A life less ordinary" oder "Trainspotting" hat der Mann immer und immer wieder bewiesen, dass er sehr gut darin ist Geschichten zu erzählen, die sich aus ihrem oberflächlichen Genre freilaufen und doch viel mit Liebe, Gesellschaft, Religion und Lebensart zu tun haben. Und das gelingt ihm auch mit "Slumdog Millionaire" wieder. :up:

Ich schaue "Wer wird Millionär" schon lange nicht mehr regelmäßig, aber hin und wieder wird reingezappt. Und wer kennt das nicht? Da sieht man eine Frage, der Kandidat überlegt und überlegt und man fängt schon an den Fernseher zu beschimpfen, weil einem die richtige Antwort so einleuchtend erscheint. Insgesamt wird ein breites Allgemeinwissen abgefragt, aber wenn man genau die richtigen Fragen bekommt, deren Lösung einem schon mal begegnet ist... ein wirklich toller Rahmen, den man aus diesem Problem genommen hat. Von dem Originalroman "Q&A" von Vikas Swarup habe ich leider zuvor nie etwas gehört - auch nicht in all den Vorberichten, das fiel mir erst während der Credits ins Auge. :o_o: Aber immerhin weiß ich jetzt, dass Drehbuchautor Beaufoy die Lebensgeschichte unseres Helden Jamal eher angelehnt als entnommen hat. Und den Plot zu lesen zeigt, dass der Film doch einige schönere Momente und Erzählstrukturen bereit hält.

Die Geschichte selbst ist bewegend. Es sind wirklich viele einschneidende Erlebnisse, aber sie sind aneinander gereiht, dass sie greifbar bleiben und realistisch sein könnten.

Spoiler

Beim Tod der Mutter fand ich es etwas schade, dass man nicht auf den "Krieg" zwischen Hindus und Muslime einging. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass Indien etwas dagegen hätte, weil die Konflikte mit Christen noch immer brodeln und man in der Weltöffentlichkeit nicht derartig bloß gestellt werden möchte. Für alles schlimme, was Jamal widerfährt, muss man ja sonst sagen, dass es die ultimative Underdogstory ist und wir jubeln für den scheinbar Unterlegenen. Wir sehen, dass alles möglich ist und dann scheint der Schrecken Slum weiter fort. Jamal schafft es raus.

Der schlimmste Moment? Sicherlich zu sehen, wie der Junge geblendet wird. Präzise und schonungslos. Und obwohl man als Zuschauer schon weiß, dass Jamal dieses Schicksal erspart bleibt, war ich beim Ansehen doch angespannt, als er singen sollte.
Gestört haben an der Stelle Kommentare der fremden Frau zwei Sitze weiter.
"Oh mein Gott, was machen die da?"
//Schau weiter, in zwei Minuten weißt du es.//
Am Ende war sie dann auch so aufgeregt, als würde sie eine Million kriegen.
"Aramis! Aramis!"
//Danke, weiß ich, ich kenne die Musketiere...//
Außerdem hat sie sich lautstark über den Showmaster beschwert, als er Antwort B "vorsagte".
"Der hilft ihm? Nein, der reitet den bestimmt rein. Oder? Voll der Arsch."
//AAAaaaaaaaaach...//
Naja, hier und da kamen ein paar Kommentare... ach egal, insgesamt war das Publikum ruhig. Danke dafür.

Ich habe ja drauf gewartet, dass jemand meint, die letzte Frage wäre zu einfach, aber wenn man sich dran erinnert, dass es zum einen europäische Literatur ist und die Macher eine Frage gesucht haben, die ein Slumdog sicher nicht kennt...

Die Momente am Taj Mahal waren die besten.
~~ (in etwa) "Ein Autounfall. Massenkarambolage."
- "Ich dachte sie starb im Kindbett."
"Sie war auf dem Weg ins Krankenhaus."
:lol:
Fand es sehr schön, wie Salim und Jamal sich durchgeschlagen haben. Und naja, ich bin ehrlich, als Salim Maman erschießt, habe ich innerlich ja doch gejubelt.

Die Musik muss ich erstmal in zwei Teile trennen. Der Score hat mir sehr gut gefallen. Die tatsächlichen Songs fand ich innerhalb des Films gut, aus diesem Kontext gerissen sind sie aber nichts für mich. Nur "Jai Hoh" (der den Oscar bekam) hat einfach viel Energie und ist vielleicht was für eine schnelle Playlist bei mir.

Tolle Bilder, die Charaktere kommen authentisch rüber, während sie unterschiedliche Figuren darstellen und der Film wirkt trotz aller Schrecken wie ein modernes Märchen. :5,0:

Eine Frage habe ich aber noch - wird in irgendeinem Teil der Welt "Wer wird Millionär" ernsthaft live ausgestrahlt? Das macht im Hinblick auf den Telefonjoker null Sinn. >.<

Tipps dazu:
City of God
Quizshow
Forrest Gump
Lagaan


26.03.2009 02:53
Aya




Doppel-As
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Nachdem ihn irgendwie schon alle Freunde und Bekannte gesehen haben, bin ich gestern endlich auch ins Kino meines Vertrauens gepilgert.
Danny Boyle mag ich sehr gerne, vor allem den in bei den Kritikern untergegangene "Lebe lieber ungewöhnlich" aber auch der eher selten genannte "Shallow Grave" aka "Kleine Morde unter Freunden" fand ich großartig.
Dass der Film vorab schon so abgefeiert wurde ist für mich normalerweise ein Zeichen, etwas misstrauisch zu sein, bei Slumdog Millionär erwiesen sich jegliche Zweifel aber als unberechtigt. Selten hab ich mich bei einem Film vor allem auch emotional mitreißen lassen.
Slumdog Millionär schafft es, die Liebesgeschichte zwischen Jamal und Latika nicht im Kitsch zu versinken, wie es bei vielen (überwiegend US) Filmen der Fall ist.
Die Schauspieler haben mir auch richtig gut gefallen, Dev Patel passt in die Rolle super, zum Glück haben sie da nicht irgend einen Schönling hingestellt. Und zu Freida Pinto muss man nicht viel sagen, da kann man doch verstehen weshalb Jamal sie die ganze Zeit sucht :D .
Den Soundtrack find ich sehr passend, vor allem die instrumentalen Stücke wie z.B. Latika's Theme sind einfach und doch schön.


Spoiler

Zum Hindu-Moslem Konflikt: Auf den geht das Buch wohl stärker ein, vielleicht wollte Boyle seine Geschichte nicht noch mit etlichen Konflikten überladen, oder aber er hatte keine Lust sich mit den Hindus rumzuärgern. Die sehen das ja nicht gern, wenn man sie als Mörder darstellt.
Im Film gibt es echt viele Szenen, die mir im Gedächtnis bleiben. Zum Beispie wie Latika die ganze Zeit im Regen vor dem Waggon wartet, bis sie auch reindarf.
Als Salim Maman erschossen hat, war das eine richtige Genugtuung :D .
Ich fand auch die Tanzeinlage zum Schluss während des Abspanns toll, obwohl ich solche Bollywoodeinlagen eigentlich nicht ausstehen kann.
Schön auch zum Schluss, als man die Antwort auf die Anfang gestellte Frage bekommt: D: Es ist Schicksal.


Ich bin jedenfalls begeistert, es ist einfach immer wieder erfrischend, wie sich Danny Boyle mit jedem seiner Projekte neu erfindet und was ganz anderes macht.
21.04.2009 23:47
plüschmonster




Tenno
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Dem Film ging ja einiges an Lob und guter Kritik voraus... ich ging glücklicherweise hinein, ohne viel Vorwissen zu haben. Es reichte schon zu wissen, dass Jamal in der Millionenshow sitzt,

Spoiler

um seine große Liebe wiederzufinden. Die ganzen Flyer wiesen auch die eine Frage mit der Antwort "D: Es ist Schicksal" auf...


Die Meinungen derjenigen, mit denen ich gegangen bin, waren recht gespalten, denn dieses Mal waren es ausnahmsweise nicht nur gleichaltrige Freunde, sondern auch deren Eltern und mein Vater (war ein Zusammentreffen mit unseren alten Nachbarn/Freunden). Die jungen Leute fanden den Film gut, während die Erwachsenen teilweise meinten, es wäre zu übertrieben, zu gewalttätig, etc. X'D

Was ich schon von Anfang an toll an dem Film fand waren die visuellen Eindrücke und die Musik. Vor allem gut in Erinnerung habe ich die Szene, in der die Kinder nach ihrem Ballspiel durch die Slums laufen; die verschiedenen Kamerawinkel, etc... genial! Die Armut und einfach Leben jenseits unserer Vorstellungen hat mich recht berührt, ebenso wie zB die IMO total süße/witzige Szene, in der Jamal sein Autogramm kriegt. :3

Bezüglich des Hindu/Moslem Konflikt... ich muss sagen, das haben sie ziemlich undeutlich gemacht. Ich habe es auch nur verstanden, weil Jamal meinte, wegen Allah lebt seine Mutter nicht mehr. Mein Vater und einige andere haben nicht mal ansatzweise kapiert, warum der Konflikt war... XD es kam einfach so plötzlich und ohne Erklärungen, vielleicht sollte es auch so sein bzw. evtl. gehen sie davon aus, die Zuschauer kennen sich aus... Oder warum die Polizei nicht eingriff, sowas ist wohl für die westliche Welt eher unverständlich.

Sehr prominent und schön ist ja die Szene, in der Latika am Bahnhof steht und die Kamera sie von oben erfasst...

Spoiler

Das mit dem Augen... ähm ausstechen oder was auch immer... fand ich ja auch arg. o_o; Aber war von Anfang an klar, dass Maman kein "Heiliger" ist. XD Dennoch fand ich es fast "schade" (einfach storymäßig im Film, in real wäre das natürlich anders), als Salim ihn erschossen hat, er war der typische Schleimbeutel im Film (erinnert mich zB an Scarecrow aus Batman, aber gut, das kann man nicht vergleichen).

Eigentlich hätte Salim voll abhauen können zum Schluss anstatt sich im Badezimmer einzusperren, aber ist für den Film natürlich viel stylisher, wenn der in einer Badewanne voll Geld stirbt zeitgleich zu Jamals "Sieg". Ich frag mich ja, was er mit dem Geld gemacht hat...? Könnte damit auf jeden Fall den Leuten in den Slums helfen, theoretisch.

Es ist übrigens ein interessanter Kontrast zu sehen wie sich die drei entwickeln. Latika bleibt dabei halt leider wieder die typische passive Frau, die durch ihre Schönheit besticht. Salim entwickelt sich immer mehr zu einem Kriminellen und Jamal bleibt brav und unschuldig. Sehr lieb waren IMO die Konflikte der Brüder, angefangen von einem Autogramm zu Latika und der Nachricht, die nicht für Jamal hinterlassen wurde. =/

BTW, der Tagtraum, in dem Jamal Salim vom Gebäude stößt... musste da noch jemand zwangsmäßig an Scrubs denken? *lol*

Der Moderator war ja echt ein Bastard. =3 Und irgendwie wusste ich, dass die letzte Frage das mit den Musketieren sein würde. xD Es ist Schicksaaal. Die Tanzeinlage zum Schluss fand ich auch gut. ^^


Viel mehr bleibt eigentlich nicht mehr zu sagen, alles in allem ein guter Film, an den man noch desöfteren zurückdenkt. Zugegebenermaßen fand ich ihn vielleicht auch ein wenig übertrieben (und wie oft wurde Latika bitte entführt bzw. zwanghaft von Jamal getrennt?), das wäre aber einer der wenigen Kritikpunkte.

:8.0:




All boundaries are conventions, waiting to be transcended. One may transcend any convention if only one can first conceive of doing so.
Moments like this, I can feel your heart beating as clearly as I feel my own, and I know that separation is an illusion.
22.04.2009 22:38
Bonta-Kun959




Demon Lord of The Round Table
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gekaufte Marken: 15
verdiente Marken: 123
      

Ich wollte schon wissen warum der Film soviele Preise abgesahnt hat, allen voran die 8 Oscars und da wiederum den für den besten Film. Vorwissen hatte ich jetzt nicht, ich habe weder das Buch "Q&A" von Vikas Swarup gelesen, noch wirklich viel im Vorfeld über den Film gehört. Mir war lediglich bekannt das die indische Version von "Wer wird Millionär?" der Aufhänger ist. Naja, also bin ich gestern in den Film reingestiefelt, mit wie gesagt quasi null Erwartung - und nur der Oscarfrage im Kopf. Ich muss sagen das mich der Film doch positiv überrascht hat, ja doch schon begeistert hat. Sehr gut gemacht war die besagte Anfangsszene im Slum, exzellente Kameraführung, gut gesetzte Schnitte - beeindruckend. Ebenfalls sehr gefallen haben mir die Landschaftsszenen, welche leider recht selten vorkommen - aber das ist ja auch nicht die Hauptintention des Films. Der Soundtrack war mitreißend, jedoch denke ich das er ohne die Bilder nicht ganz so super rüberkommt, genervt hatte er mich jetzt nicht, er passte auch perfekt zu den Bildern. Die schauspielerische Leistung die hier dargebracht wurde, lässt auch keinen Grund zum Meckern. Wirklich alle haben ihre Rollen sehr glaubhaft gespielt. Ich hatte nie den Eindruck das es aufgesetzt war.

Prinzipiell stellt der Film die Entwicklung "Vom Tellerwäscher zum Millionär" dar, der Plot entwickelt sich mit einer angenehm zu verfolgenden Geschwindigkeit. Die Story in Flashbacks zu erzählen fand ich sehr gut, und das man da erkennt wie Jamal die Antworten für die Show wissen kann. Da erkennt man auf jeden Fall das die beste Schule nicht die Schule an sich ist, sondern das Leben selbst. Insbesondere in den Szenen in denen Jamal aus seinem Leben erzählt, war ich stellenweise sehr berührt. Eine heftige Szene ist die Jagd der Hindus auf die Moslems. Ich finde es auch etwas schade das man nicht näher auf den Konflikt eingegangen ist, jedoch hätte es wohl den Film "unnötig" verkompliziert. Erschreckend ist es auf jeden Fall, was da abgeht. Alleine die Aussage Jamals, das er alles dafür geben würde, die Antwort nicht zu wissen, sagt alles aus.

Interessant fand ich das es nach meiner Meinung mehr als einen "roten Faden" im Film gab, die sich am Ende erst vereinigten.

Spoiler

Einer ist natürlich die Show "Wer wird Millionär", ein weiterer ist Jamals Suche nach Latika und der letzte ganz klar die Frage: "Wer war der dritte Musketier?". Ich musste echt grinsen... Damit beginnt es, damit hört es auf. Oh mann.... :D


Der Film hat mich stellenweise sehr an Fernando Meirelles und Katia Lunds "City of God" erinnert, ähnliches Setting, ähnliches Brüderverhältnis aber natürlich komplett anderer Aufhänger.

Im großen und ganzen ist Slumdog Millionär ein sehr guter Film der einem auch länger im Kopf bleibt. Sei es wegen der perfekten Umsetzung der Geschichte, der sehr guten Darstellung der Szenen und Landschaften oder wegen der ausgezeichneten schauspielerischen Leistung. Die ganzen Auszeichnungen hat der Film zu recht verdient.

Two Thumbs up!

:8.5:
8.5 von 10 Punkten





"Did you know... there are three kinds of aces?
Those who seek strength. Those who live for pride. And those who can read the tide of battle.
Those are the three. And him... He was a true ace."
Solo Wing Pixy

06.05.2009 11:16
Voice




Şaving £ight
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verdiente Marken: 806
      

Zitat von Angel-on-Dragon

Ich kann diesen Film absolut empfehlen, wenn man mal wieder etwas Tiefgründigeres sehen möchte, als den typischen Hollywood-Einheitsbrei.


Die Aussage kann ich einfach gar nicht nachvollziehen. Das hört sich so an wie "Es ist etwas ganz anderes, also ist es besser". Denn Tiefgründigkeit konnte ich hier auch nicht finden und so schrecklich anders finde ich den Film auch nicht. Ja, im Aufbau ist er wirklich sehr eigen, aber unterm Strich ist es eben ein Charakterfilm, wie es viele gibt. Ich will den Film gar nicht schlechtmachen; er ist toll. Aber so ein typischer Fall von "Sprich ein paar Missstände an, sei anders und du hast die Gunst des Publikums auf deiner Seite". Einen Oscar wäre er für mich jedenfalls nicht wert.

Sehr gut gefiel mir, wie sich die Rückblenden von Frage zu Frage hangelten. Das war ein wirklich grandioser Rahmen und ich mag hier auch, wie Quiz Shows gefeiert werden. Kommt viel euphorischer rüber als wir es hier kennen, obwohl ich den Moderator unsympathisch³ fand. Da mag ich einen seriösen Jauch schon wesentlich lieber.

Spoiler

Ich fand einzelne Szenen ganz interessant, zum Großteil war mir aber alles egal. Witzig war z.B. da der ekelhafte "Einstieg" (:D ) mit der Toilette oder allgemein alle jungen Kinderjahre. Bishin zur Trennung von Latika, die ja ohnehin einen imposanten Auftritt da im Regen hatte. Und ich muss wollmonster zustimmen, so schnell werde ich diese Kamerafahrt vom Zug auch nicht mehr aus dem Kopf bekommen.
Salim war furchtbar, da konnte ich einfach nichts Gutes finden außer Mamans Tod. Jamal war mir aber als Erwachsener recht sympathisch. Besonders toll fand ich ja die Reaktion, als er kurz vor Ende Latika am Handy hat mitten in der Show. Wie kam er nur so kurzfristig auf Aramis? Da wurde es mir dann doch zuviel mit dem Glück, aber das war ja ohnehin zu dem Zeitpunkt nur noch nebensächlich.

Gut war übrigens, wie die Zeit kurz vor der letzten Frage zu Ende lief :D


:kopfkratz: Kann mir nicht helfen, der Film hat bei mir eher einen blassen Eindruck hinterlassen. Gut, aber sicherlich nichts Außergewöhnliches....

:7.0:
7 von 10 Publikumsjokern


20.12.2009 19:24
Moro




Doppel-As
Dabei seit: 31.01.2010
Pet: Russmaennchen
Beiträge: 104
Sammelalbum
Credits: 29
gekaufte Marken: 6
verdiente Marken: 32
      

Mann, wurde ein Wirbel um diesen Film gemacht... Dabei kann ich mich im Prinzip nur Voice anschließen; der Film ist gut, aber nichts, was mich vom Hocker reißen würde.

Der Hintergrund des Films (nur Amateurdarsteller etc.) ist ganz interessant, aber ebenfalls nichts, was es vorher nie gegeben hätte. Warum genau deswegen der Film so in die Schlagzeilen geraten ist, bleibt mir nach wie vor ein Rätsel.

Am meisten hat mir am Film dieser Einblick in den Teil Indiens, der sonst kaum jemanden interessiert, gefallen. Weniger eigentlich die Handlung, die zwar relativ authentisch aber irgendwie auch teilweise übertrieben dargestellt war.

Viel mehr hab ich leider auch davon nicht mehr im Kopf, ist schon länger her, dass ich ihn gesehen habe. Irgendwie schon sehenswert, aber für mich dann auch wieder nichts, was extrem aus der Menge heraustreten würde.


27.03.2010 18:46
SuicideKing




Mojos Türsteher
Dabei seit: 27.01.2007
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Credits: 383
gekaufte Marken: 79
verdiente Marken: 100
      

Zitat von AoD

Ich kann diesen Film absolut empfehlen, wenn man mal wieder etwas Tiefgründigeres sehen möchte, als den typischen Hollywood-Einheitsbrei.

Wie auch Voice muss ich hier sagen. Wie bitte?:D Der Film bot an Tiefgründigkeit nichts, und ist im Prinzip auch nur Hollywood nach Schema F nur mit indischen Flair, Musik und Schauspieler.

Nur wer sagt denn, das deswegen ein schlechter Film entstand? Niemand und ich mag mich auch nicht in der Reihe einstellen und voran gehen, die den Film schlecht finden. Im Gegenteil. Ich mochte die Erzählweise. Der Film ist soeben mit meiner Frau geschaut worden, wir hatten so lange gewartet, und hier bin ich Schuld, da ich einfach ein Problem mit der Academy habe, die die Film abartig hochloben. Der Trouble und die Lorbeeren des Filmes gingen im großen Stil voran und haben mir das Interesse mehr oder weniger versaut. Nun gut, das ist so nicht ganz wahr, sonst hätte ich uns den Film nicht geholt.

Ja, ich bin zufrieden und kann auch verstehen, warum der Film durchaus gut ankam. Nur die 8 Oscars bleiben mir ein Rätsel.

Was mir aber ganz, ganz gewaltig gegen den Strich ging, war das Rahmenprogram. OK, es ist: Wer Wird Millionär.
1. Die ganze Sache wird live ausgetrahlt? Ja ne, ist klar
2. Der Ty kommt in die Sendung. Wie denn? Zauberei?
3. Der wird fertiggemacht weil er Antworten kennt. Wie will man ihn den dem Publikum präsentieren, wenn man ihn "weiter massakriert hätte?"
4. Der WWM Host, so schmierig und so arrogant. Sorry das konnte ich über den ganzen Film nicht ab, das ist so klischeebeladen und selbst für andere Länder mit staatlicher Medienkontrolle nicht tragbar. :facepalm:

Diese 4 Punkte störten mich und das war für mich so schlimm, denn sie tragen den Film ja. Jede Frage und jede Antwort ist ein Stück Lebensgeschichte. Doch lassen wir es gut sein, diese Episoden aus Jamals und Salims Leben wurden wirklich schön und intensiv eingefangen. Sie waren nicht schön sie waren dreckig, zwar immer etwas romantisiert, aber Boyle wollte einen Film und keine Doku machen. Das ist ihm gelungen. Der Film wusste zu unterhalten und brachte den Zuschauer immer wieder mal zu fluchen und sich zu fragen: Warum denn nun DAS?

Seien es die Unruhen ganz am Anfang (Stichwort: Wäscherei) oder Salims plötzliche "Geilheit". Man hat schnell ein Bild von den Menschen und der Umwelt in der sie sich bewegen, aber Boyle schafft es auch gewisse Illusionen zu zerstören.

Einzig das Ende ist so kitschig das mir schlecht wurde. Die Szene am Bahnhof und kurz vor dem Abstand der Bollywoodtanz. Na danke ;)

Mir bleibt dennoch ein guter Film in Erinnerung, aber so atemberaubend wie dargestellt? Mit nichten.

:8.0: 8 von 10 beantworteten Fragen bei WWM



Right in your face buddy, right in your face

Meine Sammlung
13.07.2010 21:30
Seraphita




Fräulein Flauschig
Dabei seit: 19.10.2009
Herkunft: Essen, NRW
Pet: Tama-chan
Beiträge: 528
Sammelalbum
Credits: 135
gekaufte Marken: 60
verdiente Marken: 63
      

Zitat von Kenshin

Dieser Film ist auch seit längerem auf meiner Must-See Liste und gestern endlich gesehen.
Bei mir ist das ähnlich... Nur habe ich es erst 1,5 Jahre nach dir geschafft... XD Eine wahre Schande... -.-" Der Film steht jetzt auf meiner Dvd-Must-have-Liste... ^^"

Ich kann den Film eigentlich mit einem Wort beschreiben: Wow!!!!!! *_*

Lange hat mich kein Film mehr so bewegt... Und auch wenn ich Dev Patel bisher nur als Zuko in Avatar gesehen hatte... Jetzt liebe ich ihn noch mehr!!! Dieser Schauspieler ist ein Diamant!!!!! Von Anfang an dieses Films muss man ihn einfach mögen - egal ob in Rückblenden oder der Gegenwart... ^.~ Das liegt natürlich auch am Charakter Jamal, den er spielt... schon klar ^^ Genauso genial fand ich aber auch die Darstellung von Salim...

Spoiler

Sogar als kleiner Junge wusste man schon, dass es kein gutes Ende mit ihm nehmen wird... Was dann aber doch traurig war... Ich mochte Salim echt nicht... Und was er alles getan hat, dürfte man echt nicht verzeihen - zumindest schwört man sich das ja fast beim Gucken ^^ Aber er kriegt echt noch die Kurve... ^^ (Wobei mir der ältere Salim irgendwie an Michael Jackson erinnert hat... o.O)
Klar bedient sich der Film einfacher Klischees... Vom bösen Bruder, der naiven Geliebten, bis hin zum schmierigen Gegenspieler bei "Wer wird Millionär" (wobei ich das Prinzip bei dem Spiel in Indien nicht ganz nachvollziehen kann... Hier in Deutschland sind es 1 Mio., dort sogar 20 ... o.O naja... ^^")... Sogar die Cops waren doof... o.O Vieles, sogar das Ende, kann man sich denken, aber dennoch ist es spannend mit anzusehen, wie es dazu kommt...

Ich glaube die einzig berechtigte Kritik, die ich aufbringen kann, ist der Abspann-Bollywood-Tanz (wie viele ja hier schon bestätigen... ^^)... Also das war echt unnötig... XD Deshalb nicht volle Punktzahl: :9.5:

Ach ja... Eine Sache bleibt auch noch hängen: Ein Urlaub in Indien ist defenitiv erst einmal nicht auf meiner Wunschliste... ^.~


23.09.2010 23:28
hellspawn




Captain Ahab
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Nachdem mir der Film wärmstens empfohlen wurde hab ich mich eben selbst von seinen Qualitäten überzeugt. Da Danny Boyle Regie führte war ich dann auch doppelt gespannt ob er mir zusagen würde, da ich von diesen Regisseur bisher nur den sehr guten 28 Days later und noch Trainspotting kannte, den ich damals entnervt nach ca. 30 Minuten abgebrochen hatte. Also versprach der Name des Regisseurs für mich nicht automatisch das es auch ein guter Film werden könnte. Nun nachdem ich Slumdog Millinär gesehn hab spiele ich aber langsam mit dem Gedanken Trainspotting vielleicht doch noch eine zweite Chance einzuräumen, denn Slumdog Millionär schaffte es gleich mich auf mehrere Weisen zu fesseln.
Der Film ist einfach eine wunderbare Geschichte darüber geworden welch wundersame Wege das Schicksal manchmal beschreitet. Und auch wenn ich jemand bin der persönlich nicht an so etwas wie Schicksal glaubt, so weiß ich doch eine sehr gut erzählte Geschichte darüber sehr zu schätzen. Insbesondere wenn sie dann auch noch solch gute Dramaelemente und eine schöne Liebesgeschichte wie hier beinhaltet.

Zitat von Angel-on-Dragon

Schon von der ersten Sekunde an hat man Mitleid mit Jamals, sei es wegen seiner Lebensgeschichte oder auch nur wegen der Ungerechtigkeit, dass man davon ausgeht, dass einer wie er, der also als Straßenjunge in den Slums groß geworden ist und sich irgendwie durchkämpfen musste, niemals so viel wissen kann. Professoren, Wissenschaftler, Lehrer - aber doch kein Slumdog!


Dieser Aussage muß ich gleich einmal zum Teil wiedersprechen und komme damit auch gleich zu der wohl wichtigsten Figur im Film, die durch ihren Charakter einen Großteil der Qualität der Story ausmacht. Klar gibt es Momente im Leben von Jamal wo man ihn echt bedauert und man Mitleid mit ihm hat.

Spoiler

Etwa wegen den schrecklichen Erinnerungen an jenen Tag als er bei dem Hindu/ Moslem Konflikt seine Mutter verliert und die ganzen Gräuel mitansehen muß die die Menschen begehen, ohne jede Hoffnung Hilfe bei der Polizei zu finden. Oder auch wie von dir angesprochen das aufgrund seiner Herkunft es für die Polizei schon genug Anlaß war ihn auf brutale Weise zu verhören, da man annahm er hätte bei der Show betrogen.

Doch die meiste Zeit empfand ich etwas anderes für Jamal statt Mitleid. Es war eher eine Art der Bewunderung, die daher rührte das er einfach eine verdammt starke Kämpfernatur war, die sein Ziel nicht aus den Augen verliert und jede Bürde auf sich nimmt um diese zu erreichen, egal was für Stolpersteine ihn das Leben in den Weg wirft. Dabei läßt er aber auch nie seine eigenen Wertvollstellungen außer acht, sondern hält an ihnen fest, auch wenn er vielleicht auf andere Weise leichter ans Ziel käme.

Spoiler

Das fängt etwa schon an als er für das Autogramm des Schauspielers wortwörtlich durch die Scheiße geht um es zu bekommen und setzt sich fort in seiner Suche nach Latika, die er selbst nach vielen Jahren und Entäuschungen nicht abbricht. Auch selbst dann als ihr Bruder ohne ein Wort mit ihr Verschwindet und sie ihn später in der Villa des anderen Gangsterbosses sagt, das er sie vergessen soll hält er immer noch an seiner Liebe zu ihr fest und läßt sich nicht unterkriegen


Womit ich zum Teil der Liebesgeschichte in diesen Film komme. Vielleicht mag der ein oder andere nun "Kitschig" oder was ähnliches schreien, aber ich muß sagen das ich die Liebesgeschichte die sich da zwischen Jamal und Latika entwickelt hatte einfach nur schön fand.

Spoiler

Besonders in solchen Momenten wie er sie etwa im Bordell von Maman wieder gefunden hatte oder dasselbe später im Haus des anderen Gangsters. Auch wie sie am Bahnhof erschien zum ersten Mal, nur um dann gleich vor seinen Augen entführt zu werden war ein schöner und dramatischer Moment gleichzeitig.

Zitat von Kenshin

Er macht das ganze nur damit seine Liebe des Lebens Latika das ganze sieht und auf ihn weiterhin aufmerksam gemacht wird. So fand ich den Telefonranruf als sie dranging mehr als süß und wunderschön gemacht.


Vollste Zustimmung zu deiner Beurteilung der Telefonszene. Das war so schön romantisch das er sie auf diesen Wege hörte und so zu wissen bekam das es ihr gut ging. Damit hatte Jamal dann auch das eigentliche Ziel das er hatte erreicht, nämlich mit seinen Fernsehauftritt sie eventuell aufmerksam auf sich zu machen. Das er dann den Hauptgewinn der Show noch absahnte war eher eine Dreingabe, da sein wahrer Hauptgewinn ja später am Bahnhof eintraf, was dem Film noch einen weiteren wunderschön romantischen Moment bescherte.


Lobend hervorheben sollte man auch das auch die anderen Charaktere im Film nicht blass bleiben, also nicht nur Jamal und Latika gut ausgearbeitet sind, sondern auch Figuren wie sein Bruder Salim oder der TV Moderator.

Spoiler

Salim hätte ich manchmal so in den Hintern treten können und in anderen Momenten schon wieder in die Arme schliessen wenn er doch etwas für seinen Bruder getan hatte, wie etwa als er verhinderte das er von Manman geblendet wurde. Darum stimmte es schon traurig wie er immer mehr den falschen Weg im Leben einschlägt und tiefer und tiefer in den Sumpf des Verbrechens abrutscht. Darum fand ich es auch gut das er am Ende eine Möglichkeit hatte alles wieder sozusagen gut zu machen.

Zitat von Laxis

Eigentlich hätte Salim voll abhauen können zum Schluss anstatt sich im Badezimmer einzusperren, aber ist für den Film natürlich viel stylisher, wenn der in einer Badewanne voll Geld stirbt zeitgleich zu Jamals "Sieg".


Klar hätte er tun können, doch dann hätte sein Boss Latika und seinen Bruder Jamal bis ans Ende der welt wahrscheinlich verfolgt. So gab es für ihn nur die eine Möglichkeit alles was er seinen Bruder und Latika antat wieder gut zu machen indem er endgültig dafür sorgte das sich die beiden keine Sorgen mehr machen mußten. Es führte kein Weg daran vorbei das er bleibt und seinen Boss erledigt. Seinen eigenen Tod hat er dabei vorausgesehen und seinen Abgang wirklich stlylish in Szene gesetzt.

Zitat von Voice

Sehr gut gefiel mir, wie sich die Rückblenden von Frage zu Frage hangelten. Das war ein wirklich grandioser Rahmen und ich mag hier auch, wie Quiz Shows gefeiert werden. Kommt viel euphorischer rüber als wir es hier kennen, obwohl ich den Moderator unsympathisch³ fand. Da mag ich einen seriösen Jauch schon wesentlich lieber.


Der Moderator war echt ein Arsch der niemanden eine ähnliche Erfolgstory wie seine eigene gönnt. Aber gleichzeitig empfand ich ihn damit auch als ziemlich realistisch entworfen. Bei der Szene als er Jamal die falsche Antwort zusteckte hab ich übrigens vor demn Monitor gesessen und die ganze Zeit vor mich hin gebrabbelt "Das ist eine Falle. Der will dich mit Sicherheit reinlegen. Nimm nicht B!". :D
Zum euphorischen feiern der Show muß ich noch sagen das hier sehr gut gezeigt wurde das in solchen armen Slumvierteln, wie man sie hier sah, es sehr gut rübergebracht wurde das solche Shows und Menschen wie Jamal die Wünsche und Hoffnungen des Volkes um ein vielfaches stärker verkörpern als sie es in Industrieländern wie etwa Deutschland tun.


Wie ich schon oben sagte gefiel mir auch der Schicksalsaspekt gut an der Geschichte. Hier wurde er auf echt orginelle Weise auch noch gleichzeitig eingebaut.

Spoiler

Das die verschiedenen Ereignisse im Leben von Jamal ihm die Antworten auf die meisten Fragen lieferten, war eine echt erfrischende Idee. Als Bepiel kann man hier ja gut die 100 Dollar Note aufführen und wie der geblendete Junge ihn erklärt wer auf dem Foto zu sehn ist. Und das das Schicksal manchmal fies ist zeigte sich wunderbar in der letzten Frage mit den Musketiere, auch wenn er sie durch Glück doch richtig beantwortete. :D


Noch was zu zwei Kritikpunkten hier im Thread:

Spoiler

Zitat von Misato

Beim Tod der Mutter fand ich es etwas schade, dass man nicht auf den "Krieg" zwischen Hindus und Muslime einging. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass Indien etwas dagegen hätte, weil die Konflikte mit Christen noch immer brodeln und man in der Weltöffentlichkeit nicht derartig bloß gestellt werden möchte.


Ich muß ehrlich sagen das ich froh bin das sich dser regisseur dagegen entschieden hat, aus welchen Gründen auch immer. So wie der Film jetzt Drama, Schicksalsmärchen und Lovestory miteinander vermischt und zeigt wie schwer das Leben in diesen Land sein kann, wie man gut an den Schicksal der Bettelkinfder sieht, ist es genau richtig. Hätte man jetzt diesen Konflikt auch noch innerhalb der Story groß ausgebreitet wäre der Film doch überladen gewesen. Zudem wirken besonders bei Menschen die in diesen Land laut der Geschichte leben, solche erklärenden Passagen oftmals etwas fehl am Platz, denn für sie ist es Alltag, den man nicht mehr zu erklären braucht.


Zitat von Seraphitia

Ich glaube die einzig berechtigte Kritik, die ich aufbringen kann, ist der Abspann-Bollywood-Tanz (wie viele ja hier schon bestätigen... ^^)... Also das war echt unnötig... XD Deshalb nicht volle Punktzahl:


Dafür Punkteabzug? Also ne, ich bin zwar auch kein Freund solcher indischen Gesangs- und Tanzeinlagen, aber da hat sich der Regisseur einfach eine Hommage an die klassischen Bollywoodstreifen erlaubt, die ihm mehr als gegönnt sein soll, da er ja zum Glück während des Files vollkommen auf so etwas verzichtete.

Slumdog Millionär ist wirklich die Empfehlung die ich bekam wert gewesen. Ein richtiges super gelungenes Drama bzw. Liebesgeschichte mit vor allem einen starken Hauptcharakter. Einfach top. :up:



Fantasy ist die einzige Waffe im Kampf gegen die Wirklichkeit - Denis Gaultier
20.12.2012 03:09
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Nun auch mal nachgeholt, obwohl ich nicht so viel Interesse daran hatte. Zu groß war meine Angst, dass ich dann doch meine Zeit verschwende. Immerhin das war es dann am Ende nicht aber einmal anschauen hat für mich dann auch gereicht.

Zitat von Voice

Sehr gut gefiel mir, wie sich die Rückblenden von Frage zu Frage hangelten.

Diese Art der Erzählung hat mir auch gefallen und vor allem erklärt es auch die Lücken die dadurch entstehen.

Spoiler

So bekommen wir sprungweise erzählt wie Jamal wieder in seine Heimatstadt landet und auch wie er später beim Telefondienst landet. An sich ist das nicht schlimm nur hätte mir dann doch gerade bei dem Sprung gefehlt, wie Jamal es zu dem Job geschafft hat auch wenn er nur der Teedienst dort ist.

Von den Rückblicken her, fand ich gerade die als Jamal noch ein Kind war, schon sehr heftig. Vor allem wie seine Mutter umgebracht wird und die Polizei nicht eingreift. Man bekommt dadurch ein Gefühl was es mit dem Slumdog auf sich hat und auch warum der indische Günther Jauch immer wieder so Sticheleien von sich gibt.
Die Frage die leider auch unbeantwortet bleibt, wie Jamal es in die Sendung geschafft hat. Lag das nur daran, weil er genau wusste wann die Leitungen frei geschaltet werden?

Zitat von hellspawn

Salim hätte ich manchmal so in den Hintern treten können und in anderen Momenten schon wieder in die Arme schliessen wenn er doch etwas für seinen Bruder getan hatte, wie etwa als er verhinderte das er von Manman geblendet wurde. Darum stimmte es schon traurig wie er immer mehr den falschen Weg im Leben einschlägt und tiefer und tiefer in den Sumpf des Verbrechens abrutscht.

Ich fand Salim schwer zu fassen, denn komplett böse ist er ja nie. Er retten seinen Bruder davor sein Augenlicht zu verlieren. Er kümmert sich immer weide rum ihn aber Latika behandelt er wie Dreck, obwohl er genau weiß, wie viel sie Jamal bedeutet. Leider wird die Beziehung der beiden später auch eher sehr lückenhaft dargestellt. Damit meine ich den Abschnitt nachdem sie Latika wieder gefunden haben als Teenager. Er schmeißt Jamal ja mehr oder minder raus und dann sehen sie sich erst als Erwachsene wieder. Salim macht einen auf total nett und Jamal hat ihm eine rein. Das nach dem Szene, Jamals seinen Bruder als Telefonjoker nimmt und dann noch Salim Latika bei der Flucht hilft, finde ich unverständlich.

Schade finde ich auch, dass Latika so blass bleibt. Sie ist schön und immer wieder unerreicht für Jamal. Mehr aber auch nicht. Dafür dass sie sich so lange kennen und das er so sehr in sie verliebt ist, finde ich das ziemlich dünn gehalten.

Auch muss ich sagen, finde ich es nicht gut dargestellt, wie die Polizei Jamal foltert. Er müsste doch am nächsten Tag wieder in die Sendung und es würde nicht gut angekommen, wenn er es nicht tut, denn das wäre schlechte Werbung für die Sendung und würde gerade von den Ärmeren so ausgelegt werden, dass man ihnen doch keine Chance gibt. Immerhin man lässt Jamal am Ende gehen aber trotzdem…. ein reines Wortverhör hätte es meiner Meinung nach auch getan.

Das Ende ist natürlich Kitsch pur. Vor allem das sie sich da in der Sendung am Telefon haben und beide natürlich nicht wissen, wer der 3 Musketier ist. Immerhin es ist dann reines Glück das Jamal gewinnt.


Der Tanz am Ende hätte für mich nicht sein müssen aber immerhin er ging nicht den ganzen Abspann lang.

Fazit:
Die Art und Weiße wie der Film die Rückblicke eingebaut hat, hat seine Vorteile aber auch seine Nachteile wie ich finde. Von mir gibt es daher
:6.0: Telefonjoker


12.02.2017 11:42

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