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Die Brücke nach Terabithia (Bridge to Terabithia)  
Misato




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Die Brücke nach Terabithia (Bridge to Terabithia)       



Genre: Adventure, Fantasy, Drama
Produktionsland: :USA: | Produktionsjahr: 2007 | Laufzeit: ca. 95 Minuten | Altersfreigabe: ohne Altersbeschränkung
Regie: Gabor Csupo
Darsteller:
Jesse Aarons - Josh Hutcherson (Zathura)
Leslie Burke - AnnaSophia Robb (Charly und die Schokoladenfabrik)
Ms. Edmonds - Zooey Deschanel (Per Anhalter durch die Galaxis)
Jack Aarons - Robert Patrick (Terminator 2, Akte X)
Drehbuch: Jeff Stockwell & David Paterson nach dem gleichnamigen Roman von Katherine Paterson
Trailer: Moviemaze.de

Zitat

Story:
Jesse Aarons lebt mit seinen vier Schwestern und seinen Eltern auf einer Farm recht am Existenzminimum, was ihm den Spott vieler Mitschüler einbringt. Doch ist er der schnellste Läufer der fünften Klasse, bis mit Leslie Burke ein neues Mädchen an die Schule kommt, das gar nicht so mädchenhaft scheint. Jesse zeichnet gern und gut und Leslie drückt ihre Fantasie mit Worten aus, so werden beide langsam zu Freunden und gemeinsam entdecken sie für sich in einem abgelegenen Wald das Reich Terabithia, in dem sie herrschen, weit weg von der oftmals groben Realität.

Close your eyes, but keep your mind wide open.

Trotz des Trailers und der Werbung sei sofort angemerkt, dass es hier NICHT um ein neues Narnia geht. Der Fantasyanteil des Films ist recht gering, zudem geht es in diesem Film auch um Fantasie als solche und nicht um Trolle, Feen oder sonstige Fabelwesen. Terabithia ist für Jesse und Leslie eine Welt, in der sie ihre Probleme verarbeiten können und einfach Spaß haben. Leslie ist ein aufgewecktes Mädchen, das einfach genießt, was ihr entgegen geworfen wird, während Jesse es noch nie leicht hatte. Die beiden gehen eine tiefe Freundschaft ein, die genauer thematisiert wird und eben Kernstück des Films ist. Es geht auch nicht wirklich ums erwachsen werden, sondern um Beziehungen und Weltansichten, die uns schon früh prägen können. Sehr schade, dass der Film total unterzugehen scheint (abgesehen von meiner Begleitung waren noch eine Mutter mit Sohn drin heute nachmittag).
Ein großes Lob an die Cast, von ihnen lebt der Film, da die Charaktere im Mittelpunkt stehen und so kommt das Leben einfach realistisch rüber. Dazu gibt es einen unaufdringlichen Score für die Atmosphäre und wenn dann doch mal etwas Fantasy auftaucht, sind die Effekte größtenteils überzeugend (es gibt einen kleineren Aussetzer mit Verfolgungsjagd + Green Screen, den ich einfach mal verdränge).

Hab mir den Roman grade spontan bei Amazon bestellt, um Vergleiche ziehen zu können, denn ich mag gute Jugendbücher und die - in Ermangelung des passenden Wortes sage ich mal mit Verlaub - Charaktertiefe hat mich doch positiv überrascht.

Spoiler

Als Jess ins Museum fährt und noch zu Leslies Haus blickt dachte ich noch, dass ein kleiner Streit folgen würde, warum er sie nicht gefragt hat, dass sie dann aber starb war ein echter Schlag - damit habe ich null gerechnet und ich hätte ehrlich gesagt spontan anfangen können zu heulen (allein zu Hause wäre das wohl passiert).
Ich fühlte mich kurzzeitig an "My Girl" erinnert, allerdings konnte ich Terabithia doch mehr abgewinnen. ^^''


Wer sich gern mit scheinbar leichtherzigen Jugendfilmen beschäftigt und noch nicht zu alt fühlt sollte sich den Film nicht entgehen lassen. Super gespielt, schöne Set/Kostümgestaltung und einfach tolle 95min.


16.03.2007 01:22
abranka




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Ich liebe den Film. *_*

Ursprünglich hatte ich ja doch etwas anderes erwartet... Mehr Vorhersehbarkeit, mehr Fantasyelemente noch. Irgendwie... dass die ganzen fantastischen Erlebnisse noch realer würden - und dass es davon noch mehr gab.

Und dennoch hat mich der Film absolut nicht enttäuscht. Ich habe richtig mitgefiebert und ihn überaus gerne geschaut.

Mittlerweile habe ich immerhin festgestellt, dass er auf einem wohl recht bekannten Kinderbuch beruht, das mir bis dato aber vollkommen unbekannt ist und das ich bisher auch noch nicht gelesen habe. Vielleicht ändere ich das noch mal.

Spoiler

Zitat

Als Jess ins Museum fährt und noch zu Leslies Haus blickt dachte ich noch, dass ein kleiner Streit folgen würde, warum er sie nicht gefragt hat, dass sie dann aber starb war ein echter Schlag - damit habe ich null gerechnet und ich hätte ehrlich gesagt spontan anfangen können zu heulen


Ich weiß so was von, was du meinst. -.-°
Das letzte, was ich erwartet hatte, war, dass Leslie stirbt. Ausgerechnet sie! Ich hatte noch ewig gehofft, dass sie doch irgendwie überlebt hat, aber leider...
Ich hab hinterher übelst geweint. *seufz*


Übrigens gibt es auf youtube erstaunlich viele Fanvideos zu dem Film. ^^



Generell ist das einer der Filme, die mich am meisten beeindruckt haben. Besonders mit dieser tollen Atmosphäre.
Du hast recht - der Film scheint wirklich ziemlich untergegangen zu sein und das hat er wirklich nicht verdient.
18.10.2009 20:10
Plaetzchen




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Erst mal danke für diesen Thread hier, ohne ihn wäre ich niemals in den Genuß dieses wunderbaren Films gekommen. Wie ja schon erwähnt ist der Film nicht gerade bekannt. Ich denke der Trailer macht hier einiges aus. Einen so schlechten und unzutreffenden Trailer hab ich wirklich schon lange nicht mehr gesehen (hier ist vorallem der offizielle deutsche gemeint; die englische Version erscheint mir ein wenig besser). Fast war ich schon versucht trotz dieses Threads den Film links liegen zu lassen, aber... Gott sei dank ist der Film überhaupt nicht das, was der Trailer vermuten lässt.

Zitat von Misato

Terabithia ist für Jesse und Leslie eine Welt, in der sie ihre Probleme verarbeiten können und einfach Spaß haben. Leslie ist ein aufgewecktes Mädchen, das einfach genießt, was ihr entgegen geworfen wird, während Jesse es noch nie leicht hatte. Die beiden gehen eine tiefe Freundschaft ein, die genauer thematisiert wird und eben Kernstück des Films ist.

Also Anfangs hab ich mir noch gedacht "Das Mädchen hat echt einen an der Klatsche". Ich musste mich ein wenig daran gewöhnen wie sie ihre Phantasie als Fluchtmöglichkeit benutzten - nein, besser gesagt musste ich mich an die Darstellungsweise gewöhnen. Der Einstieg in die Fantasywelt war mir überhastet, teilweise wars am Anfang ja schlimmer als in der Mitte.
Wie Misato denke ich auch ist das Herzstück dieses Films, die Beziehung der beiden Protagonisten. Damit steigt und fällt der Film mit den Schauspielern und die haben großes geleistet. Die Atmosphäre ist extrem gut und man wird förmlich von dem Film aufgesogen sofern man das zulässt.

Spoiler

Zitat von abranka

Zitat von Misato

Als Jess ins Museum fährt und noch zu Leslies Haus blickt dachte ich noch, dass ein kleiner Streit folgen würde, warum er sie nicht gefragt hat, dass sie dann aber starb war ein echter Schlag - damit habe ich null gerechnet und ich hätte ehrlich gesagt spontan anfangen können zu heulen

Ich weiß so was von, was du meinst. -.-°
Das letzte, was ich erwartet hatte, war, dass Leslie stirbt. Ausgerechnet sie! Ich hatte noch ewig gehofft, dass sie doch irgendwie überlebt hat, aber leider...
Ich hab hinterher übelst geweint. *seufz*


Als er beim wegfahren zu ihrem Haus zurückgeblickt hat, dachte ich noch da gibts hinterher Ärger oder zumidnest dunkelt sich die Beziehung irgendwie ein (es wurde auch Zeit aus der heilen Welt heraus zu kommen)... aber DAS, nein das hätte ich niemals erwartet. Als Jess gesagt wurde Leslie sei tot, musste ich erstmal Pause drücken. Ich konnte dann recht lang nicht ganz wahrhaben was gerade passiert sein soll. Irgendwie erwartete ich, dass es das nicht sein konnte, dass so ein Schlag ins Gesicht nicht einfach so stehen gelassen werden würde (alles nach dem Motto "sie ist jetzt aber nicht tot tot?!")


Ich muss betonen der Film ist nicht wirklich ein Kinderfilm. Der Film ist wirklich hochgradig traurig und eine interessante Geschichte, auch aus psychologischer Sicht. Ich bin definitiv kein Fan von Kinderfilmen und mir hat er hervorragend gefallen.


EDIT: Gestern glatt in all der Müdigkeit vergessen zu schreiben. Eine kleiner Diskussionsansatz, verrät nicht allzu viel vom Film, aber nur interessant für diejenigen, die ihn shcon gesehen haben, deshalb trotzdem als Spoiler.

Spoiler

Ich persönlich finde der Film ist Null Komma Null "Fantasy". Es geht um die Phantasie die als Realitätsflucht hergenommen wird, es geht um die kindliche Psyche. Oft ist es vollkommen einfach zu erklären woher die "Gestalten" und Fantasyelemente kommen; meist wird ja irgendetwas aus der Umgebung ein klein wenig aufgepeppt. Natürlich besonders auffällig am Ende, als Maybell mit ihrer noch kindlicheren Phantasie sich alles noch - ich sag mal bunter und lebendiger ausmalt.
Was mir aber schwer im Magen liegt: Es gibt eine Szene die ich mir so nicht erklären kann und zwar Jess Sturz in die Tiefe als er versucht den Schlüsselbund vom Baum herunterzuholen. Ich sehe den Sturz durchaus als real, warum ist er dann nicht tot oder zumindest verletzt? Ich kann einfach nicht davon ausgehen, dass da wirklich ein Troll war, der ihn aufgefangen hätte... -.-
Hat jemand Ideen, oder eine andere Auffassung, die hier vielleicht mehr erklärt?

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Plaetzchen am 19.10.2009 19:48.

19.10.2009 00:57
abranka




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Zitat

Ich denke der Trailer macht hier einiges aus. Einen so schlechten und unzutreffenden Trailer hab ich wirklich schon lange nicht mehr gesehen (hier ist vorallem der offizielle deutsche gemeint; die englische Version erscheint mir ein wenig besser).

Jetzt, wo du's sagst, glaub ich auch, dass meine falschen Erwartungen daher kamen... O_o

Zitat

Also Anfangs hab ich mir noch gedacht "Das Mädchen hat echt einen an der Klatsche".

Ich fand sie sofort toll. *g* Aber ich mag generell Charaktere, die anders sind als der übliche Einheitsbrei.

Zitat

Ich muss betonen der Film ist nicht wirklich ein Kinderfilm. Der Film ist wirklich hochgradig traurig und eine interessante Geschichte, auch aus psychologischer Sicht. Ich bin definitiv kein Fan von Kinderfilmen und mir hat er hervorragend gefallen.

Na ja, es ist schon ein Film für Kinder und Jugendliche - aaaaaber es ist auch ein Film, den man sich als Erwachsener sehr gut angucken kann. ^^ In Kinderfilmen und -büchern stecken doch oft bessere und lehrreichere Botschaften als in denen für Erwachsene. ;)

Zitat

Gestern glatt in all der Müdigkeit vergessen zu schreiben. Eine kleiner Diskussionsansatz, verrät nicht allzu viel vom Film, aber nur interessant für diejenigen, die ihn shcon gesehen haben, deshalb trotzdem als Spoiler.

Du stellst da in deinem Spoiler ne interessante Frage... Wenn ich den Film mal wieder gesehen hab, werd ich mich dazu mal äußern. ^^
21.10.2009 21:43
Misato




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Erstmal danke, danke, dass der Thread ausgebuddelt wurde. Der Film blieb mir als sehr gut im Gedächtnis und gestern Nacht hab ich ihn mir dann auch mal wieder angesehen. Wegen der schlechten/falschen Vermarktung verpasst der sicherlich sein Publikum. :(

Zitat von Plaetzchen

Eine kleiner Diskussionsansatz [...]

Spoiler

Was mir aber schwer im Magen liegt: Es gibt eine Szene die ich mir so nicht erklären kann und zwar Jess Sturz in die Tiefe als er versucht den Schlüsselbund vom Baum herunterzuholen. Ich sehe den Sturz durchaus als real, warum ist er dann nicht tot oder zumindest verletzt? Ich kann einfach nicht davon ausgehen, dass da wirklich ein Troll war, der ihn aufgefangen hätte... -.-
Hat jemand Ideen, oder eine andere Auffassung, die hier vielleicht mehr erklärt?

Spoiler

Das ist wahrscheinlich die Stelle, bei der Realität und Fantasie am stärksten ineinander greifen. Das beginnt allerdings sehr früh, wenn die beiden die Schlüssel holen wollen und sich eine abenteuerliche Jagd zusammen spinnen. Dabei greifen ja auch die Geier wieder an und wollen Leslie in die Luft heben, was man kurz sieht, bis Jess sie zurück zieht. Das passiert ja sicherlich auch nicht.
Wenn die beiden auf einen Baum klettern und sich ihr Königreich zum ersten Mal ansehen (Jess braucht einen Moment, bis er die Landschaft in seinem Kopf verändert), scheint es ja auch, als würde Jess eher auf den Baum hüpfen, statt nur zu klettern. Da vermischen sich die Ebenen auch schon bereits, um dem Zuschauer eher die Fantasie zu präsentieren, wie es für die beiden eben ist. Da habe ich es dann auch mit dem Sturz nicht mehr so eng gesehen. Als sie - bzw Prince Terry ;) - den Troll das erste Mal bekämpfen, ist es ja auch ein Baum. Vielleicht stürzt Jess wirklich ab, prallt aber durch die Äste und wird so vom Baum abgefangen, ehe er mit voller Wucht zu Boden stürzt. Die beiden gehen in dieser Zeit total in Terabithia auf, wie zuvor noch nicht. Und da Jess nichts passiert, gibt es eben keinen Grund, die Vorstellungskraft abreißen zu lassen. So habe ich mir das jedenfalls gedacht.


Zitat von abranka

Na ja, es ist schon ein Film für Kinder und Jugendliche - aaaaaber es ist auch ein Film, den man sich als Erwachsener sehr gut angucken kann. ^^

Ja, als reinen Kinder- im Sinne eines Unterhaltungsfilm sollte man den nicht grade einstufen. Hier sollten die Eltern wirklich unbedingt mitgucken (bzw am besten vorher wissen, was passiert), um dann durchaus auch drüber zu sprechen. Es ist für Erwachsene allerdings auch so sicherlich ein guter Film, um Kinder als Menschen mit eigenen Problemen zu sehen. Ist ja nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, wenn man grad 13 ist oder so.

Ich hatte mir damals das Buch gekauft, gelesen und befinde die Verfilmung für verdammt gelungen! Und beides kann mich zum weinen treiben. Nur die TV Verfilmung aus den 90ern, die man sich ausschnittweise auf YouTube ansehen kann... ne, also der fehlt es an Emotion (und guten Schauspielern).

Weil ich damit erst dieses Jahr angefangen hab, kommen sie nun:

Tipps dazu:
My Girl - Meine erste Liebe
Das Geheimnis des Bärenfelsens (Gold Diggers: The Secret of Bear Mountain)
Now and then - Damals und heute
Stand by me - Das Geheimnis eines Sommers


29.10.2009 17:37
Plaetzchen




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Zitat von abranka

Ich fand sie sofort toll. *g* Aber ich mag generell Charaktere, die anders sind als der übliche Einheitsbrei.

Ich habe nicht gesagt sie nicht gemocht zu haben. Nur weil sie "einen an der Klatsche" hat kann ich sie immer noch sympatisch finden, tendenziell sogar eher als ohne so einen kleinen Knacks in der Psyche. Wichtig war mir dabei: Die Darstellungsweise ist so (zumidnest für mich) unglaublich ungewohnt gewesen, dass man sich erst hineinfinden musste bevor man die Aussagen hinter den Bildern verstehen kann.
Im übrigen fand ich Leslie auch schon am Anfang toll :^_^:

Zu Misatos Antwort bezüglich der Diskussion:

Spoiler

Zitat

Das ist wahrscheinlich die Stelle, bei der Realität und Fantasie am stärksten ineinander greifen. Das beginnt allerdings sehr früh, wenn die beiden die Schlüssel holen wollen und sich eine abenteuerliche Jagd zusammen spinnen. Dabei greifen ja auch die Geier wieder an und wollen Leslie in die Luft heben, was man kurz sieht, bis Jess sie zurück zieht. Das passiert ja sicherlich auch nicht.
Wenn die beiden auf einen Baum klettern und sich ihr Königreich zum ersten Mal ansehen (Jess braucht einen Moment, bis er die Landschaft in seinem Kopf verändert), scheint es ja auch, als würde Jess eher auf den Baum hüpfen, statt nur zu klettern. Da vermischen sich die Ebenen auch schon bereits, um dem Zuschauer eher die Fantasie zu präsentieren, wie es für die beiden eben ist. Da habe ich es dann auch mit dem Sturz nicht mehr so eng gesehen. Als sie - bzw Prince Terry - den Troll das erste Mal bekämpfen, ist es ja auch ein Baum. Vielleicht stürzt Jess wirklich ab, prallt aber durch die Äste und wird so vom Baum abgefangen, ehe er mit voller Wucht zu Boden stürzt. Die beiden gehen in dieser Zeit total in Terabithia auf, wie zuvor noch nicht. Und da Jess nichts passiert, gibt es eben keinen Grund, die Vorstellungskraft abreißen zu lassen. So habe ich mir das jedenfalls gedacht.

Ich muss zugeben, dass ich am nächsten Tag, als ich die Frage gestellt habe, nicht mehr wirklich an die ersten Szenen von diesem Teil des Films gedacht habe. Jetzt da sie mir dank deiner Hilfe wieder eingefallen sind, denke ich auch, dass sie ein Art Auftakt sind, also der Anfang der stärksten Vermischung von Phantasie und Wirklichkeit. Trotzdem sehe ich in diesen Szenen einfach nicht die Problematik wie in der Fallszene; überschnelles Rennen, unglaublich geschicktes Klettern, übermenschliche Stärke... das kann man sich alles dazudenken ohne dass viel geändert wird, dass Leslie kurz in der Luft schwebt sehe ich als reine Einbildung. Wohingegen der Sturz dann (den ich ja als real sehe wie schon erwähnt) wirklich von etwas aufgehalten werden musste. Dass das Äste ähnliches waren ist ein guter Ansatz, immerhin ist der Troll beim ersten Mal auch ein Baum.
Ganz zufrieden bin ich noch nicht, es stört mich immer noch ein wenig, doch ich glaube du hast mich auf einen guten Weg gebracht Misato, danke.
31.10.2009 20:54
Tomo




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Erstmal Dank an alle, die hier rein geschrieben haben, ohne euch wäre ich wohl auch auf die falsche Vermarktung reingefallen. So habe ich durch den Thread zum ersten Mal von dem Film gehört.

Geniales Teil, ich hab' noch nie einen Film gesehen, bei dem ich so mitgelitten habe.

Zitat von Misato

...ich hätte ehrlich gesagt spontan anfangen können zu heulen (allein zu Hause wäre das wohl passiert).

Mir ist das passiert. Ich hatte vorher eine Zusammenfassung der Handlung gelesen und es hat mich trotzdem kalt erwischt.

Das ich den Film so genial fand, liegt vorallem an seiner Normalität. Die Fantasy-Anteile sind für mich kein Teil der Filmrealität, dementsprechend ist auch die Stelle mit der Rettung durch die Trollin (?) nur ein Teil einer ausgedachten Geschichte. Was übrig bleibt sind toll gespielte Charaktere (auch wenn ich das gerne verallgemeinern kann: Leslie ist der beste Charakter, der mir seit langem in einem Film begegnet ist, die Schauspielerin bringt das einfach untopbar 'rüber) in einer perfekt greifbaren Geschichte. Wenn man die Fantasy-Teile als Fantasie nimmt, ist die Geschichte eigentlich ziemlich simpel und realistisch, aber gerade dadurch fand ich das so toll nachvollziehbar.
Es gab genau drei Stellen, mit denen mich der Film restlos überzeugt hat:

Spoiler

Die Rettung durch den Troll(in), der danach nur ein einziges Wort sagt. Kein großer Monolog über Gut und Böse, sondern die Einsicht, das der Troll(in) wie ein anderes Kind ist. In doppelter Hinsicht. Die Nachricht von Leslies Tod, keine große Sterbeszene, sondern nur die Tatsache ihres Todes. Das man hier auf irgendwelche Darstellungen verzichtet hat, fand ich extrem gut und ungewöhnlich. Das Bauen der Brücke. Spricht für sich.


Um es kurz zu machen: Der Film hat keine Fehler, eine tolle, wenn auch unspektakuläre Inszenierung (in dem Fall gut so), richtig tolle Darsteller und einen schönen Soundtrack. Und rein subjektiv betrachtet der schönste Film, den ich seit Jahren gesehen habe.



Was die Diskussion von wegen Fantasie/Realität angeht:

Spoiler

Ich halte es mit Misato, deren Abenteuer in Terabithia finden ausschließlich in ihrer Fantasie statt. Was nicht logisch erklärbar ist (fliegen, Troll) passiert auch nicht wirklich. Trauriges Beispiel ist das Seil: Laut Leslie war das Seil magisch und könnte nicht reißen. Ihre Fantasie zu dem Seil hat die Wirklichkeit nicht verändert.
01.02.2010 02:04
Mortva




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Ich habe den Film gestern zum ersten Mal ohne irgendwelche Vorkenntnisse über die Geschichte im Fernsehen gesehen und war sehr angetan von dem Film. Wobei "angetan" eigentlich das falsche Wort ist, denn vor allem hat mich der Film emotional bewegt.
Die Geschichte der beiden "Außenseiter" mitzuverfolgen war einfach schön, das mag etwas platt klingen, aber mir fällt keine bessere Umschreibung ein. Es wirkte einfach alles sehr glaubhaft, man konnte sich ohne Probleme in die Charaktere hineinversetzen, da die beiden Hauptdarsteller es geschafft haben ihre Rollen äußerst realistisch darzustellen. Es fühlte sich meiner Ansicht nach nie so an, als würden sie eine Rolle spielen, sondern so als wären sie tatsächlich Leslie und Jesse sind, die genauso in genau dieser Familie leben.

Zitat

Was übrig bleibt sind toll gespielte Charaktere (auch wenn ich das gerne verallgemeinern kann: Leslie ist der beste Charakter, der mir seit langem in einem Film begegnet ist, die Schauspielerin bringt das einfach untopbar 'rüber) in einer perfekt greifbaren Geschichte.

Richtig, der Film fühlte sich einfach zu keiner Zeit "falsch" an, sondern war aus einem Guss und das hat mir äußerst gut gefallen.

Besonders schön empfand ich es, dass diese Traumwelt, die sie sich erschaffen haben nicht als negativ eingestuft wurde, in dem Sinne, dass sie damit vor ihren Ängsten fliehen und sich vor allem anderen abschotten, sondern, dass sie gerade durch ihre Phantasie in der Lage sind all die Geschehnisse zu verarbeiten und ihre Ängste zu überwinden. Es war interessant mit anzusehen, wie sie ihre "Rivalen" in der Schule eingebaut und überhaupt, wie sie die ganze Welt "aufgebaut" haben.
Die Beziehung zwischen Jesse und Leslie mitzuverfolgen war ebenfalls wunderbar, auch hier war nichts überzogen, nichts unrealistisch oder dergleichen, sondern einfach schön anzusehen, wie sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft entwickelt hat. Leslie schaffte es dabei immer mehr Jesse aus seiner "Abgeschiedenheit" herauszuholen und so offener zu machen.
Man merkt wahrscheinlich schon, dass ich die Charaktere sehr gerne mochte und zwar von Anfang an, sie waren mir einfach sympathisch, ich konnte ihre Probleme nachvollziehen und habe mich mit ihnen über die Welt gefreut, die sie sich zusammen erschaffen hatten.

Spoiler

Zitat von Misato

Als Jess ins Museum fährt und noch zu Leslies Haus blickt dachte ich noch, dass ein kleiner Streit folgen würde, warum er sie nicht gefragt hat, dass sie dann aber starb war ein echter Schlag - damit habe ich null gerechnet und ich hätte ehrlich gesagt spontan anfangen können zu heulen

Zitat von abranka

Ich weiß so was von, was du meinst. -.-° Das letzte, was ich erwartet hatte, war, dass Leslie stirbt. Ausgerechnet sie! Ich hatte noch ewig gehofft, dass sie doch irgendwie überlebt hat, aber leider... Ich hab hinterher übelst geweint. *seufz*


Zitat von Plaetzchen

Als er beim wegfahren zu ihrem Haus zurückgeblickt hat, dachte ich noch da gibts hinterher Ärger oder zumidnest dunkelt sich die Beziehung irgendwie ein (es wurde auch Zeit aus der heilen Welt heraus zu kommen)... aber DAS, nein das hätte ich niemals erwartet. Als Jess gesagt wurde Leslie sei tot, musste ich erstmal Pause drücken. Ich konnte dann recht lang nicht ganz wahrhaben was gerade passiert sein soll. Irgendwie erwartete ich, dass es das nicht sein konnte, dass so ein Schlag ins Gesicht nicht einfach so stehen gelassen werden würde (alles nach dem Motto "sie ist jetzt aber nicht tot tot?!")

Der Tod von Leslie war für mich ebenfalls ein absoluter Schlag ins Gesicht, dabei habe ich glaube ich auf fast identische Art und Weise wie Jesse auf die Nachricht reagiert. Zunächst habe ich die Szene mit leichtem Unglauben verfolgt, "wieso regt sich die Familie denn so auf?" Bis mir dann die Idee kam, dass die Mutter wahrscheinlich vergessen hatte, dass Jesse ihr gesagt hatte, er würde heute ins Museum fahren. Aber als dann jemand sagte, dass sie gedacht hätten er sei tot, habe ich mich stark gewundert. Wieso sollten sie das annehmen?
Und dann kam der emotionale Schlag ins Gesicht: "Jesse, deine Freundin Leslie ist tot!"
Erst wollte ich das nicht glauben, aber kurz darauf habe ich sofort angefangen loszuweinen. Selbst jetzt, wenn ich so über den Film nachdenke und es noch einmal Review passieren lasse, kommen mir die Tränen wieder hoch.
Es war einfach unfair, man wünscht den Protagonisten alles Glück der Welt, dass sie froh und munter sind bis zum Ende ihrer Tage und auf ewig zusammen ihre Phantasie ausleben können, und dann passiert so etwas.
Ich habe damit nicht gerechnet, zwar konnte ich mir vorstellen, dass der Film kein schönes Ende nehmen würde, aber mit dem Tod von einem von ihnen? Nein, absolut nicht.
Der Tod von Leslie war ein herber Schlag, aber hatte zudem auch irgendwie etwas symbolisches.

Zitat von tomokazu_kyon

Trauriges Beispiel ist das Seil: Laut Leslie war das Seil magisch und könnte nicht reißen. Ihre Fantasie zu dem Seil hat die Wirklichkeit nicht verändert.

Das ist ebenfalls eine interessante Sichtweise. Für mich repräsentierte das Seil stets die Verbindung nach Terabithia, mit dem Reißen des Seils verschwand diese Verbindung, zusammen mit der Person, die diese Welt erschaffen hatte. Jesse war danach nicht mehr wirklich in der Lage dazu in die Welt einzutauchen, eine Ausnahme stellte hier der "dunkle Meister" dar, der ihn verfolgte. Erst als ihn sein Vater daran erinnerte und er die Brücke gebaut hatte, bestand wieder eine Verbindung.
Es schien mir auch so als würde Jesse versuchen, diese "Welt" zu zerstören und zunächst versuchen die Erinnerungen auszulöschen, die ihn mit dem Ort verbanden. Für mich wurde das mit dem Wegwerfen der Kette und der Farben repräsentiert.
Letztlich hat er es geschafft sich zu überwinden und eine neue Brücke nach Terabithia zu bauen.

Zu der Diskussion um Realität und Phantasie:

Spoiler

Ich denke ebenfalls, dass der Sturz sowie auch die versuchte Entführung durch den Geier etc. sich alles nur in ihrer Phantasie abgespielt hat und es nicht wirklich passiert ist bzw. es nicht in dieser Form passiert ist. Vielleicht ist er zwar gefallen, wurde aber von einem tieferhängenden Astgeflecht aufgefangen, was von den Kindern in ihrer Phantasie eben so interpretiert wurde, dass der Troll ihnen geholfen hat. Vor allem zu beachten ist denke ich dabei, dass Leslie zuvor der "Schultyrannin" alias dem Troll geholfen hat und so in ihrer Phantasie das Bild entsprang, das der Troll eigentlich gar nicht so böse, sondern ebenfalls nur missverstanden ist und ebenfalls auf ihrer Seite steht.
Ich muss auch sagen, dass ich zunächst gedacht habe, dass der Sturz das dramatische Ereignis sein würde, da ich, wie gesagt, durchaus mit irgendeinem tragischen Ereignis gerechnet habe, nur eben nicht mit ihrem Tod

Zitat von Misato

Ja, als reinen Kinder- im Sinne eines Unterhaltungsfilm sollte man den nicht grade einstufen. Hier sollten die Eltern wirklich unbedingt mitgucken (bzw am besten vorher wissen, was passiert), um dann durchaus auch drüber zu sprechen. Es ist für Erwachsene allerdings auch so sicherlich ein guter Film, um Kinder als Menschen mit eigenen Problemen zu sehen. Ist ja nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, wenn man grad 13 ist oder so.

Da stimme ich zu, den Film "Die Brücke nach Terabithia" als einfachen unterhaltenden Kinderfilm abzutun, wäre falsch. Es ist ein Film, der zum Nachdenken anregt und den Zuschauer bewegt, egal welcher Altersklasse er nun angehören mag.
Alles in allem ein wirklich emotionaler Film, der zugleich wunderschön, aber auch tieftraurig ist. Ein Anschauen lohnt sich definitiv.

mfg Mortva




Ava u. Sig made by Nyrer
04.04.2010 17:11
Grimangel




Lebende Legende
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Der Trailer führt einen wirklich in die Irre, da erwartet man etwas 0815 Fantasy, was nicht mal schlecht ist, dadurch setzt man seine Erwartungen sehr niedrig und erkennt das es was Besonderes ist.

Zitat von Mortva

Besonders schön empfand ich es, dass diese Traumwelt, die sie sich erschaffen haben nicht als negativ eingestuft wurde, in dem Sinne, dass sie damit vor ihren Ängsten fliehen und sich vor allem anderen abschotten, sondern, dass sie gerade durch ihre Phantasie in der Lage sind all die Geschehnisse zu verarbeiten und ihre Ängste zu überwinden.
Ich find es richtig gut, dass du das heraushebst, denn man würde von der Story eigentlich darauf schließen, aber dem ist wirklich nicht so. Die Atmosphäre ist ganz anders und die beiden haben richtig Freude dabei und es helft ihnen fürs echte Leben mehr als das es ihnen schadet.
Die Freundschaft zwischen Jesse und Leslie, auf die die meiste Zeit eingegangen wird, ist eine ganz außergewöhnliche und ich stimme zu, die Rollen werden sehr authentisch gespielt und in kürzester Zeit wird der Eindruck recht gut vermittelt.
Die Charakter sind auch solche die mir gefallen, die abenteuerlustige, lebensfrohe und etwas merkwürdige Leslie, die mehr auf Hobbys eines Jungen steht.
Ich hab mich gewundert, weil sie ja nicht schüchtern ist und eigentlich recht sympatisch, dass sie trotzdem nur wenig Freunde hatte, vll konnte sie sich nicht einfinden, weil sie so anders ist.
Jesse war ja auch der totale Gegensatz, verträumt, zurückhaltend, aber nicht mutig genug das zu verwirklichen, da brauchte er den Anstups
Trotzdem sind die beide sich irgendwie ähnlich und wie für einander geschaffen.

Zitat von Plaetzchen

Wichtig war mir dabei: Die Darstellungsweise ist so (zumidnest für mich) unglaublich ungewohnt gewesen, dass man sich erst hineinfinden musste bevor man die Aussagen hinter den Bildern verstehen kann.

Ja, dieser Wechsel zwischen Einbildung und Realität war mal etwas anderes, ich mag zwar auch echte Fantasy, aber solche die auf Vorstellungskraft beruht und trotzdessen in der Realität bleibt finde ich sogar noch einen Ticken interressanter.
Den Rest im Spoiler, ihr wisst schon warum:
Ab dieser gewisse Szene und ich hoffe, dass niemand der sich je den Film anssehen möchte dies gespoilert bekommt, weil der Effekt sehr abgeschwächt wäre.

Spoiler

Zitat von Mortva

Der Tod von Leslie war für mich ebenfalls ein absoluter Schlag ins Gesicht, dabei habe ich glaube ich auf fast identische Art und Weise wie Jesse auf die Nachricht reagiert. Zunächst habe ich die Szene mit leichtem Unglauben verfolgt, "wieso regt sich die Familie denn so auf?" Bis mir dann die Idee kam, dass die Mutter wahrscheinlich vergessen hatte, dass Jesse ihr gesagt hatte, er würde heute ins Museum fahren. Aber als dann jemand sagte, dass sie gedacht hätten er sei tot, habe ich mich stark gewundert. Wieso sollten sie das annehmen?
Und dann kam der emotionale Schlag ins Gesicht: "Jesse, deine Freundin Leslie ist tot!"

Ja, genau so ging es mir auch, das gehört zu den FIlmmomenten, die sich in einen reinbrennen und nicht mehr loslassen, weil man niemals damit gerechnet hätte. Und das ist auch recht gut eingeleitet, weil man glaubt die Eltern seien etwas zu sehr bestürtz weil er sich einen Tag mal nicht blicken gelassen hat und genau so verläuft der Gedankengang, "momentmal ist etwas passiert?" Und dann die Nachricht, ich wollte erstmal nicht glauben, wollte hoffen dass in Terabithia sie sich aufhällt und nur nicht zurück in die Realität kann, aber immer der Gedanke, das kann man sich ja nicht einbilden, von den Lebenden kann sie nicht auf erstehen. So tragisch es ist, man muss es hinnehmen. Man fragt sich wie es sich auf Jesse auswirkt, wie es ihn verändert und man kann eine Achterbahn an Gefühlen erleben. Er will es nicht wahrhaben, fühlt sich dafür schuldig, will die Erinnerung an sie bewahren und nicht zulassen, dass jemand in IHR Reich eindringt, sogar die Schwester nicht, er wird aggressiv, abweisend oder depressiv. Man kann seine Reaktion in die verschiedensten Weisen auslegen, und es ist sehr gelungen wie seine Psyche dargestellt ist.
(Da hätte ich vll gedacht, dass der Vater von Leslie ihm die Schuld geben könnte,( das hatte ich nämlich befürchtet), jedoch ist er sehr sehr rücksichtsvoll gewesen und ist dankbar dafür das er ihr bester Freund gewesen ist und mit ihr die schönste Zeit ihres Lebens verbracht hat, das war ein Highlight für mich)
Schmunzeln musste ich, dass nun Herr Aarons plötzlich gegen über Jesse nicht mehr so kalt war, ihn z.B was die häuschlichen Aufgaben angeht entlassten wollte, ja nun ist er der Liebevolle. Vorher war er doch sehr sturr und kaltherzig, nur wegen eines Schlüsselbundes ihn tagelang das nach zu tragen und ihm nichtmals "Gute Nacht" zu wünschen, das fand ich auch etwas kindisch.
Wie Jesse zum Schluss noch die Kehrtwende vollzieht, finde ich stark gemacht und war auch mildernt, weil es bestimmt genau das ist was Lelie gewollt hätte. Und da finde ich sehr gelungen, dass die Pointe des Filmes ja im Titel selbst vorhanden ist und als Symbol und Andenken für sie steht. Die Brücke nach Terabithia als Zugang in ihre Fantasywelt und anstatten dem Seil woran sie dran glauben musste.
Das schönste war das Ende wie er die Schwester in die Welt eingeführt hat und wie pompös & fantastisch sich das Terabithia sich austreckt, war eindrucksvoll präsentiert.
(Da störte nichtmals die abscheuliche Troll(in), die ich jetzt auch nicht mehr so schlimm finde, weil ich nicht darauf gekommen war, dass sie ein Abbild der Rivalin aus der Schule ist)

PS: Handlungsmäßig ähnelt das ganze ja Black Rock Shooter, die unzertrennlich Freundschaft, die Flucht in eine imaginäre Welt, der eine Tag an dem an die beste Freundin nicht gedacht wurde und dass sie darauf hin verschwindet aus Eifersucht. Nur mit dem Unterschied, dass Leslie nicht wiederkehren kann.
Ich glaub auch nicht, dass Leslie auf die Lehrerin eifersüchtig war, so ist sie nicht gewesen, aber es ist schon traurig, weil sie dann ohne ihn den Katzensprung nicht geschaffen hat. Vll konnten sie den Sprung mit dem Seil auch nur schaffen, weil der andere über sie wacht und motiviert und wo er nicht dabei war fehlt dies.
Und die letzte Szene als es so stark regnete, da hab ich gedacht, er habe sich unsterblich in sie verliebt und man kann schon fast die Zukunft vor sich sehen und in einem Schlag zersplittert dieses Bild.




25.12.2010 20:39
TheDreamer9
      

Der erste eindruck täuscht.

Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, dachte ich, hierbei handelt es sich um eine Nachmache von Narnia. Jedoch wurde ich positiv überrascht. Wie sich die beiden Hauptpersonen ihre eigene Welt schaffen, sie verteidigen und genießen. Durch den Einblick in ihren Alltag, bekommt der Zuschauer wirklich mit, dass die beiden manchmal ihre Auszeit brauchen. Die ständigen Wechsel zwischen der Fantasiewelt und Realität sind besonders gut gelungen. Man begleitet die beiden auf ihren Weg durch das Leben und kann schön mitbeobachten wie sich eine starke Freundschaft zwischen den beiden entwickelt.


Spoiler

Umso härter trifft es einem im Gesicht, alls Leslie dann stirbt. Jesse gibt sich selbst die Schuld am Tod seiner Freundin und ich dachte schon beinahe, das er jetzt in Jahrelange Deprissionen verfällt. Jedoch genau so ist es nicht. Er benutzt das, was Leslie ihm gezeigt hat, nämlich seine Fantasie. Als er dann noch am Ende seine Schwester die Brücke zeigt, die er als Andenken an seine Freunding gebaut hat, war das "Happy End" fertig.

Echt :respekt: an die Macher



Fazit: Ich hab den Film wirklich genossen, und wer einmal 90 Minuten nach einem Anstrengenden Tag aus der Realität entfliehen will, sollte es auch tun. Die abwechslungsreiche und doch beruhigende Atmosphäre die dieser Film ausstrahlt, ist einfach perfekt zum zurücklehnen und genießen :)
26.12.2010 12:29
Centaurea




DN Gott
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Ich hab den Film gestern im Fernsehen gesehen und war schlicht und einfach hin und weg. Besonders hat mir gefallen, dass obwohl er ja doch recht in der Moderne spielt er auch problemlos einige Jahrzehnte nach hinten datiert werden könnte. Fernseher gibt es ja nicht erst seit gestern ;) Auch fand ich die Darstellung der Fantasiewelt sehr gelungen, gerade der erste Eintritt in Terabithia hat mir doch echt gut gefallen. Schwingt sich mit dem Seil rüber und schwupps! Weg war die Leslie :D Tolle Inszenierung, das wollte ich noch einmal hervorheben.
Etwas abstrus fand ich die Schulszenen, gerade die mit der 8-Klässlerin, die dann urplötzlich ihre sanfte Seite entdeckte. Aber man kann ja leider nicht alles haben.

Über den Film hatte ich mich vorher nicht informiert und das war auch verdammt gut so. Denn so waren diverse Ereignisse zwar ein Schlag, der ganz tief in die Magengrube ging, aber die ihre Wirkung dennoch nicht verfehlten.

Spoiler

So fand ich zum Beispiel das Benehmen des Vaters ziemlich unter aller Kanone, gerade an Jess Geburtstag. Wenn der Vater keinen Spaß an der Rennbahn hat muss er seinem Sohn das doch nicht gleich verleiden :drop: Die Reaktion wegen des Schlüssels kann ich jedoch sehr gut nachvollziehen - an meinem hängen auch meine Arbeitsschlüssel und wenn die weg wären... Da will ich gar nicht dran denken, obwohl ich da nicht halb so wertvolle habe. Und der Zeitraum wurde doch gar nicht genau gezeigt, wie lange die Schlüssel weg sind, oder? Ich habe da so an zwei Tage gedacht, ein Tag, wo gesucht wird und am nächsten Tag wurde gefunden. Das empfinde ich auch nicht als zu lang.

Zitat von Plaetzchen

Was mir aber schwer im Magen liegt: Es gibt eine Szene die ich mir so nicht erklären kann und zwar Jess Sturz in die Tiefe als er versucht den Schlüsselbund vom Baum herunterzuholen. Ich sehe den Sturz durchaus als real, warum ist er dann nicht tot oder zumindest verletzt? Ich kann einfach nicht davon ausgehen, dass da wirklich ein Troll war, der ihn aufgefangen hätte... -.-
Ich kenne das noch aus meiner Kindheit, da ist man mal von einem Baumstumpf gefallen (vielleicht ein halber Meter Höhe wenn es hoch kam) und daraus wurde dann halt ein Sturz in mehrere Meter Tiefe. Fantasie macht es doch möglich! Wieso denkt ihr denn alle, das wäre gar nicht passiert? Vielleicht ist Jess ja gestürzt, nur halt nicht so tief sondern ebenfalls etwa einen halben Meter und Leslie hat ihn aufgefangen - und daraus wurde in der Fantasie halt ein Sturz ins Bodenlose, der vom Troll abgefangen wurde.

Zitat von Misato

Dabei greifen ja auch die Geier wieder an und wollen Leslie in die Luft heben, was man kurz sieht, bis Jess sie zurück zieht. Das passiert ja sicherlich auch nicht.
Hier das Gleiche: Was ist denn, wenn Leslie beim Rennen immer wieder in die Luft gehüpft ist und daraus wurde in der Fantasie halt ein Fliegen dank dem Geier. Und Jess hindert sie halt daran weiter zu hüpfen und zack hat er sie vor dem Geier gerettet. Ich finde jedes Ereignis, das in der Fantasie der Kinder geschehen ist, egal wie fantastisch es war, sehr leicht mit kleinen Spielereien erklärbar.

Zitat von Tomo

Die Rettung durch den Troll(in), der danach nur ein einziges Wort sagt. Kein großer Monolog über Gut und Böse, sondern die Einsicht, das der Troll(in) wie ein anderes Kind ist
Mehr die Einsicht, dass jedes noch so beängstigende Wesen auch seine guten Seiten haben kann, findest du nicht? Denn die Schülerin ist ja nicht einfach nur einem anderen Kind nachempfunden sondern sie hat das Gesicht der schlimmsten Widersacherin in der Schule.

Zitat von Misato

Als Jess ins Museum fährt und noch zu Leslies Haus blickt dachte ich noch, dass ein kleiner Streit folgen würde, warum er sie nicht gefragt hat, dass sie dann aber starb war ein echter Schlag - damit habe ich null gerechnet und ich hätte ehrlich gesagt spontan anfangen können zu heulen (allein zu Hause wäre das wohl passiert).

Und ich habe es gar nicht richtig realisieren können. Ich saß da und war einfach nur geschockt und dachte an einen sehr makaberen, sehr schlechten Scherz. Als dann allerdings die Schreckschrauben-Lehrerin mit Jess raus auf den Gang ging und anfing zu weinen, da habe ich auch angefangen. Das hat es irgendwie total real gemacht, obwohl ich ihre Reaktion eigentlich ziemlich überzogen fand. Es wurde nicht ganz klar, ob sie um ihren Mann oder um Leslie weint und das hat mich doch gestört.

Das Ende des Films hat mir aber sehr gefallen.

Zitat von Grimangel

Und da finde ich sehr gelungen, dass die Pointe des Filmes ja im Titel selbst vorhanden ist und als Symbol und Andenken für sie steht. Die Brücke nach Terabithia als Zugang in ihre Fantasywelt und anstatten dem Seil woran sie dran glauben musste.
Für mich steht die Brücke für einen Neuanfang, der nichts mit Leslie zu tun hat. Ihre Zeit ist vorbei - symbolisch mit dem Seil, jetzt fängt die von Jess kleiner Schwester an. Mir gefällt vor allem der Gedanke, dass er die Brücke gebaut hat, damit sie nicht Leslies Schicksal teilt, denn der Baumstamm war für sie ja alles andere als sicher. Umso schöner, dass dann auch noch eine Krone speziell für sie da war :^_^:


Ein toller Film, den Kinder aber definitiv mit ihren Eltern zusammen sehen sollten.


"Man sagt zwar, man schwebt auf Wolken wenn man glücklich ist, aber reisen kann man auf den Dingern nicht."
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25.03.2013 23:41
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@Centaurea

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Zitat von Centaurea

Zitat von Plaetzchen

Was mir aber schwer im Magen liegt: Es gibt eine Szene die ich mir so nicht erklären kann und zwar Jess Sturz in die Tiefe als er versucht den Schlüsselbund vom Baum herunterzuholen. Ich sehe den Sturz durchaus als real, warum ist er dann nicht tot oder zumindest verletzt? Ich kann einfach nicht davon ausgehen, dass da wirklich ein Troll war, der ihn aufgefangen hätte... -.-

Ich kenne das noch aus meiner Kindheit, da ist man mal von einem Baumstumpf gefallen (vielleicht ein halber Meter Höhe wenn es hoch kam) und daraus wurde dann halt ein Sturz in mehrere Meter Tiefe. Fantasie macht es doch möglich! Wieso denkt ihr denn alle, das wäre gar nicht passiert? Vielleicht ist Jess ja gestürzt, nur halt nicht so tief sondern ebenfalls etwa einen halben Meter und Leslie hat ihn aufgefangen - und daraus wurde in der Fantasie halt ein Sturz ins Bodenlose, der vom Troll abgefangen wurde.
Erfahrungsgemäß kann ich behaupten dass man, vorausgesetzt es sind genügend kleinere Äste im Weg, auch als Kind mal drei oder vier Meter fallen kann ohne sich wirklich zu verletzen. Würde ich aber trotzdem nicht weiterempfehlen.

Zitat von Centaurea

Zitat von Tomo

Die Rettung durch den Troll(in), der danach nur ein einziges Wort sagt. Kein großer Monolog über Gut und Böse, sondern die Einsicht, das der Troll(in) wie ein anderes Kind ist

Mehr die Einsicht, dass jedes noch so beängstigende Wesen auch seine guten Seiten haben kann, findest du nicht? Denn die Schülerin ist ja nicht einfach nur einem anderen Kind nachempfunden sondern sie hat das Gesicht der schlimmsten Widersacherin in der Schule.
Jein. Die Szene mit dem Troll als Retter kommt kurz nach Leslies Aussprache mit der Schlägerin auf der Toilette. In ihrer Wahrnehmung ändert sich also auch der Troll, er wird vom "Bösen" zu einem eigentlich netten, zurückgezogenen Einzelgänger. Ich meinte mit dem zitierten Satz nicht dass Leslie und Jesse erkennen dass der Troll auch gute Seiten hat, sondern dass sie vielmehr erkennen dass der Troll, bzw. die Schulschlägerin, selber Außenseiter ist, also eigentlich ein "Kind" wie sie. Es hat auch etwas damit zu tun seinen eigenen Fehler einzugestehen, denn sie haben das lange nicht erkannt (woraus ich ihnen keinen Vorwurf mache) und stattdessen eine andere Außenseiterin als Troll abgestempelt. "Gute Seite" ist daher für mich der falsche Begriff, es ist eher dass was Leslie, Jesse und der Troll/das Mädchen gemeinsam haben, nämlich ihren Außenseiterstatus. Die Szene mit dem Troll ist für mich nicht die Erkenntnis dass dieser auch gute Seiten hat, sondern dass sie diesem Unrecht getan haben. Und gerade weil der Troll in dieser Szene kaum spricht und direkt wieder geht wirkt es um so stärker.

Was die Fantasie/Wirklichkeits-Diskussion angeht: Es steht für mich außer Frage dass Nichts von dem was Leslie und Jesse im Wald erleben tatsächlich übernatürlich bedingt ist. Sie erfinden eine Fantasiewelt die aus ihrer Sicht gezeigt wird, wenn irgendetwas davon real wäre würde der Film, wie beim angeblich unreißbaren Seil, einiges an Widersprüchen beinhalten und einen Teil seines Sinnes verlieren.

Die Brücke nach Terabithia ist jedenfalls nach wie vor der traurigste Film den ich mir bislang angesehen habe. Ich halte mich nicht für wirklich nahe am Wasser gebaut, aber der Film hat mich richtig erwischt.

Info am Rande: Das zu Grunde liegende Buch ist als Kinderbuch so groß gedruckt dass es trotz seiner knapp 200 Seiten weniger ausführlich in der Portätierung seiner Charaktere ist als der Film. Es tritt also der seltene Fall auf dass ein Film seine Vorlage übertrumpft. Entsprechendes Lesetempo vorausgesetzt ist der Film sogar deutlich länger.
26.03.2013 00:23
Centaurea




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Spoiler

Zitat von Tomo

Erfahrungsgemäß kann ich behaupten dass man, vorausgesetzt es sind genügend kleinere Äste im Weg, auch als Kind mal drei oder vier Meter fallen kann ohne sich wirklich zu verletzen. Würde ich aber trotzdem nicht weiterempfehlen.

Ich werde es meiner Tochter ausrichten ;)
Sicher kann sowas unverletzt passieren, aber ich denke halt trotzdem, dass es gar nicht so extrem gewesen sein muss. Die Grundaussage bisher war doch auch, dass es unwahrscheinlich ist, dass dieser Sturz und die Gefangennahme durch die Geier so in der Realität irgendwie passieren konnten. Und ich wollte nur darauf hinweisen, dass es so doch auch gar nicht passiert sein muss. Jesse kann vom Baum gefallen sein, muss er aber nicht. Genauso wie Leslie gehopst sein kann, es aber nicht zwingend muss. Das ist - finde ich jedenfalls - ja gerade das schöne an dem Film. Alles ist denkbar.

Zitat

Ich meinte mit dem zitierten Satz nicht dass Leslie und Jesse erkennen dass der Troll auch gute Seiten hat, sondern dass sie vielmehr erkennen dass der Troll, bzw. die Schulschlägerin, selber Außenseiter ist, also eigentlich ein "Kind" wie sie. Es hat auch etwas damit zu tun seinen eigenen Fehler einzugestehen, denn sie haben das lange nicht erkannt (woraus ich ihnen keinen Vorwurf mache) und stattdessen eine andere Außenseiterin als Troll abgestempelt.
Nur war die Achtklässlerin für mich keine Außenseiterin, sie war ein Kind, dass ihre Erfahrungen innerhalb der Familie an anderen ausgelebt hat. Ihr Vater unterdrückt sie mit Gewalt, also macht sie das selbe. Trotzdem hat sie ja ihren festen Freundeskreis (das der nichts wert ist wurde eindrucksvoll gezeigt, trotzdem ist er vorhanden). Sie ist also für Jesse und Leslie durchaus etwas Böses, Beängstigendes, wenn sie einfach nur anders wäre, hätte sie wohl nicht gerade den Troll spielen müssen. Weißt du was ich meine? Der Troll war lange Zeit für die Beiden das Beängstigendste Wesen (vom schwarzen Meister mal abgesehen), da es sie tatsächlich bedroht hat. Und erst als sie in der Schule merken, dass selbst das Furchtbare nicht furchtbar sein muss, kann der Troll seine guten Seiten zeigen. Das mit dem Unrecht angetan haben sehe ich auch anders: Wie anders hätten sie die Achtklässlerin denn einschätzen sollen? Die klaut Kindern ihre Schokolade, prügelt, verlangt Geld fürs Pinkeln... Sie hat doch alles getan, um schlecht dazustehen. Ich gebe dir aber Recht, dass diese Szene umso beeindruckender ist, weil der Troll ohne ein Wort weggeht.

Zitat

Was die Fantasie/Wirklichkeits-Diskussion angeht: Es steht für mich außer Frage dass Nichts von dem was Leslie und Jesse im Wald erleben tatsächlich übernatürlich bedingt ist. Sie erfinden eine Fantasiewelt die aus ihrer Sicht gezeigt wird, wenn irgendetwas davon real wäre würde der Film, wie beim angeblich unreißbaren Seil, einiges an Widersprüchen beinhalten und einen Teil seines Sinnes verlieren.
Da gebe ich dir Recht, das war doch aber auch nie in Abrede gestellt worden, oder? Also imo war die gesamte Zeit klar, dass sich alles nur in der Fantasie der Kinder abspielt, die Frage ist halt nur, was sie in der Realität gemacht haben, um zu verdeutlichen, was sie in Terabithia erlebten. Also zum Beispiel wie hat Leslie in der Kirche das Sonnenlicht eingefangen? Ich denke, indem sie die Tasche öffnete und ins Sonnenlicht hielt. Die Effekte, die uns der Film präsentierte, waren dann pure Fantasie. Ich hab einfach Spaß daran, mir sowas zu überlegen. Deshalb ist mir aber trotzdem bewusst, dass sie es nicht wirklich erleben.

Zitat

Die Brücke nach Terabithia ist jedenfalls nach wie vor der traurigste Film den ich mir bislang angesehen habe. Ich halte mich nicht für wirklich nahe am Wasser gebaut, aber der Film hat mich richtig erwischt.
Oh, wenn es nicht unbedingt ein Jugend- bzw. Fantasyfilm sein muss, könnte ich da auch Gran Torino empfehlen, oder Beim Leben meiner Schwester. Beides Filme, die mir ziemlich nahe gingen, gerade erstgenannter hat mich ganz böse erwischt :(

Zitat

Info am Rande: Das zu Grunde liegende Buch ist als Kinderbuch so groß gedruckt dass es trotz seiner knapp 200 Seiten weniger ausführlich in der Portätierung seiner Charaktere ist als der Film. Es tritt also der seltene Fall auf dass ein Film seine Vorlage übertrumpft. Entsprechendes Lesetempo vorausgesetzt ist der Film sogar deutlich länger.
Gut zu wissen, dann kann ich das ja mal als Geburtstagsgeschenk für meine Tochter im Kopf behalten :)


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26.03.2013 11:55
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Zitat von Centaurea

Trotzdem hat sie ja ihren festen Freundeskreis (das der nichts wert ist wurde eindrucksvoll gezeigt, trotzdem ist er vorhanden). Sie ist also für Jesse und Leslie durchaus etwas Böses, Beängstigendes, wenn sie einfach nur anders wäre, hätte sie wohl nicht gerade den Troll spielen müssen. Weißt du was ich meine? Der Troll war lange Zeit für die Beiden das Beängstigendste Wesen (vom schwarzen Meister mal abgesehen), da es sie tatsächlich bedroht hat. Und erst als sie in der Schule merken, dass selbst das Furchtbare nicht furchtbar sein muss, kann der Troll seine guten Seiten zeigen. Das mit dem Unrecht angetan haben sehe ich auch anders: Wie anders hätten sie die Achtklässlerin denn einschätzen sollen? Die klaut Kindern ihre Schokolade, prügelt, verlangt Geld fürs Pinkeln... Sie hat doch alles getan, um schlecht dazustehen. Ich gebe dir aber Recht, dass diese Szene umso beeindruckender ist, weil der Troll ohne ein Wort weggeht.
Hm, macht es sie nicht zur Außenseiterin als praktisch die ganze Schule ihr Geheimnis erfährt und sie ihr "Freundeskreis" fallen lässt? Ich finde ab diesem Punkt steht sie genauso außerhalb des Restes wie Jesse und Leslie. Als Jesse und Leslie erfahren was innerhalb von Janice (ich habe den Namen nachgeschlagen, wir können sie ja schlecht immer Trollmädchen nennen) vorgeht wird ihnen meiner Meinung nach klar dass es die "böse" Janice gar nicht gibt, nur ein Kind was ähnliche Probleme hat wie sie selber und versucht diese mit Gewalt zu kompensieren. Ich glaube einfach nicht dass Leslie oder Jesse wirklich noch zwischen einer guten und einer bösen Seite unterscheiden, ergo zeigt der Troll auch weniger seine gute Seite sondern eher seinen wahren (und einzigen) Charakter.

In dem Sinne würde ich halt auch sagen dass Janice Unrecht getan wird. Ja, es gibt wegen ihrem Verhalten genug Gründe das zu tun, aber schlussendlich unternehmen Leslie und Jesse mit dem Liebesbrief auch einen recht hinterhältigen Angriff auf sie und müssen schlussendlich erkennen dass sie mit ihrer Rache Janice wirklich verletzt haben. Ich bin mir ziemlich sicher dass sich die beiden im Nachhinein dafür schämen, eben weil ihnen klar wird dass Janice in einer ähnlichen Situation wie sie selber ist.

Zitat von Centaurea

Sicher kann sowas unverletzt passieren, aber ich denke halt trotzdem, dass es gar nicht so extrem gewesen sein muss. Die Grundaussage bisher war doch auch, dass es unwahrscheinlich ist, dass dieser Sturz und die Gefangennahme durch die Geier so in der Realität irgendwie passieren konnten. Und ich wollte nur darauf hinweisen, dass es so doch auch gar nicht passiert sein muss. Jesse kann vom Baum gefallen sein, muss er aber nicht. Genauso wie Leslie gehopst sein kann, es aber nicht zwingend muss. Das ist - finde ich jedenfalls - ja gerade das schöne an dem Film. Alles ist denkbar.
Ich denke schon dass er tatsächlich gestürzt ist. Zum einen wirken sowohl Leslie als auch Jesse von dem Sturz sehr überrascht, zum anderen erfinden sie keinen Grund warum es zum Sturz kam. Wenn der Sturz von vorneherein Teil ihres Spiels war hätten sie wahrscheinlich auch einen fantastischen Grund dazu erfunden. Was den Rest angeht kann es einem als Zuschauer doch eigentlich egal sein. Es ist doch gerade der Reiz das Erleben Terabithias durch Kinderaugen zu sehen, ergo hat es mich bis zu Leslies Tod und dem daraus resultierenden Bruch kein Stück beschäftigt wie ihr Spiel von außen aussehen mag.

Zitat von Centaurea

Oh, wenn es nicht unbedingt ein Jugend- bzw. Fantasyfilm sein muss, könnte ich da auch Gran Torino empfehlen, oder Beim Leben meiner Schwester. Beides Filme, die mir ziemlich nahe gingen, gerade erstgenannter hat mich ganz böse erwischt :(
Die sind auch beide nicht schlecht. Wobei ich Gran Torino eher nachdenklich als wirklich traurig fand. In der Hinsicht fand ich Beim Leben meiner Schwester besser, aber halt auch noch lange nicht so hart wie Die Brücke nach Terabithia.
26.03.2013 23:39
Kinjakan




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Ich glaub ich hab den Film mal um irgendein Weihnachten rum im Fernsehn gesehen. Damals dachte ich mir ernsthaft "Klingt nach einem schönen Fantasyfilm für Weihnachten zum Gammeln". Tja, danach war ich echt aufgewühlt.

Spoiler

Was es so schlimm macht ist, dass man es einfach nicht erwartet hat. Ich mein, in anderen Film weiß man bei manchen Charakteren schon beim ersten Auftritt "Der stirbt!" oder wenn es eine herzzerreissenden Abschiedszene gibt, die länger dauert als man es erwarten würde, dann kann man oft auch von einem Tod ausgehen, aber hier gab es keine Anzeichen. Bei Leslie kam es so plötzlich wie es im realen Leben auch der Fall ist.

Schön fand ich wie die Freundschaft der zwei dargestellt wurde und wie sie sich die wildesten Abendteuer ausgedacht haben! Hat mich sehr an meine eigene Kindheit erinnert, wo man doch auch mal mit Pfeil und Bogen kriechend durch "hohes" Gras Sauerampfer gejagdt hat. :D Von daher hab ich die Fantasy-Szenen nie hinterfragt. Dachte mir immer "Irgendwie wird es sich schon erklären lassen.".

Was ich letztens erst erfahren hab ist, dass Josh Hutcherson (Jesse) in "Die Tribute von Panem" Peeta gespielt hat! Da hab ich doch glatt mal nach Bildern gegooglet und verglichen, ob ich es auch ohne den Hinweis hätte erkennen können. Hätte ich nicht. ^^" Also jetzt wo ich es weiß seh ich es schon, aber ohne es zu wissen, nee...


Definitiv einer meiner Lieblingsfilme, da er mir nach einmal anschauen noch so detailiiert im Gedächtnis geblieben ist, obwohl ich ein echt mieserables Geschichtengedächtnis hab.

Zitat von Misato

Tipps dazu:
My Girl - Meine erste Liebe

Kann ich auch empfehlen. Einer meiner Lieblingsfilme, als ich noch zur Schule gegangen bin.

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Kinjakan am 19.01.2014 15:06.

19.01.2014 15:05
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Zitat von Plaetzchen

Ich denke der Trailer macht hier einiges aus. Einen so schlechten und unzutreffenden Trailer hab ich wirklich schon lange nicht mehr gesehen (hier ist vorallem der offizielle deutsche gemeint; die englische Version erscheint mir ein wenig besser).

So ging es mir, als ich den Film das erste Mal gesehen habe. Den Trailer hatte ich auf einer anderen DVD mit drauf und daraufhin hab ich mir den Film in meiner Ausbildungsbibliothek mal mitgenommen. Ich war damals aber eher enttäsucht, da ich einen Fantasyfilm haben wollte und nicht so was. Jetzt Jahre später du älter, gefällt er mir besser aber es ist trotzdem kein Film den ich oft sehen könnte.

Zitat von Kinjakan

Was ich letztens erst erfahren hab ist, dass Josh Hutcherson (Jesse) in "Die Tribute von Panem" Peeta gespielt hat!

AH! Das erklärt, warum ich ständig, dachte ich kenne das Gesicht!

Spoiler

Zitat von Misato

Terabithia ist für Jesse und Leslie eine Welt, in der sie ihre Probleme verarbeiten können und einfach Spaß haben. Leslie ist ein aufgewecktes Mädchen, das einfach genießt, was ihr entgegen geworfen wird, während Jesse es noch nie leicht hatte. Die beiden gehen eine tiefe Freundschaft ein, die genauer thematisiert wird und eben Kernstück des Films ist.

Ich musste bei der Welt die die beiden schaffe an meine Kindheit denken, da hab ich mit Freunden auch so was gemacht. Es war zwar nicht unbedingt so eine Welt mit Feen und so was, sondern eher ein Reich mit Tieren aber egal. Läuft ja auf das gleiche hinaus. Die Freundschaft der beiden hat mir persönlich wirklich gut gefallen. Vor allem auch, wen Jesse das Rennen gegen ein Mädchen verloren hat aber trotzdem damit klar kommt. Er erkennt auch an, dass sie wirklich Talent für Geschichten hat. Sie ihn aber für seine Zeichnungen lobt.
Dass sie ihre eigenes Baumhaus bauen und das ihr Unterschlupf wird, ist nicht neu aber passt hier recht gut auch mit dem Übergang in ihr Reich.

Zitat von Centaurea

Die Reaktion wegen des Schlüssels kann ich jedoch sehr gut nachvollziehen - an meinem hängen auch meine Arbeitsschlüssel und wenn die weg wären... Da will ich gar nicht dran denken, obwohl ich da nicht halb so wertvolle habe.

Da muss man auch immer wieder sagen, dass Jesse sie nicht an die Anweisung gehalten hat. Er hat den Schlüssel nicht zurück gebracht. Was mir dann nur nicht gefallen hat, dass die Schwester die die Sachen in den Wald gebracht hat ohne Ärger davon kommt. Auch sie muss lernen, dass die Schlüssel wichtig sind. Es geht mit nicht darum, dass der Vater sie bestraft sondern nur, dass er auch mit ihr noch mal darüber redet. Sonst macht sie es noch mal. Das mit der Rennbahn sehe ich aber genauso. Wenn es ihm nicht passt, dann kann er seinen Sohn doch damit alleine lassen.

Zitat von Mortva

Der Tod von Leslie war für mich ebenfalls ein absoluter Schlag ins Gesicht, dabei habe ich glaube ich auf fast identische Art und Weise wie Jesse auf die Nachricht reagiert. Zunächst habe ich die Szene mit leichtem Unglauben verfolgt, "wieso regt sich die Familie denn so auf?" Bis mir dann die Idee kam, dass die Mutter wahrscheinlich vergessen hatte, dass Jesse ihr gesagt hatte, er würde heute ins Museum fahren. Aber als dann jemand sagte, dass sie gedacht hätten er sei tot, habe ich mich stark gewundert. Wieso sollten sie das annehmen?
Und dann kam der emotionale Schlag ins Gesicht: "Jesse, deine Freundin Leslie ist tot!"

Ich denke, dass niemand diese Wendung kommen sieht! Ich dachte anfangs auch, warum regen sich alle auf, denn Jesse hat sich ordnungsgemäß abgemeldet.

Was ich dann nicht so gut von der Darstellung finde, wie Jesse mit der Trauer umgeht. Der Film geht mir dann auch etwas zu schnell und schon ist er zu Ende und Jesse sieht wieder normal aus. Sie kannten sich zwar nicht so lange aber es wirkte auf mich, als wäre sie seine beste Freundin gewesen.


Fazit:
Am besten keiner der Trailer anschauen! Ansonsten ist es ein schöner Film über die Fantasy der Kinder, der mich aber immer an eine Kinderversion von Pan Labyrinth erinnert. Wer den anderen Film gesehen hat, versteht glaube ich worauf ich hinaus will. Von mir gibt es
:7.0: Pinsel


04.02.2017 12:20

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Digital Nippon » Lifestyle » Movies » [Movie] Die Brücke nach Terabithia (Bridge to Terabithia)

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