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A History of Violence  
-Alu-




.
Dabei seit: 12.07.2004
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Credits: 684
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verdiente Marken: 37
A History of Violence       



Genre: Action, Crime, Drama, Thriller
Produktionsland: :USA: | Produktionsjahr: 2005 | Laufzeit: ca. 96 Minuten | Altersfreigabe: FSK 18
Regie: David Cronenberg
Darsteller:
Viggo Mortensen - Tom Stall
Maria Bello - Edie Stall
Ed Harris - Carl Fogarty
William Hurt - Richie Cusack
Ashton Holmes - Jack Stall

Zitat

Story:
Weil Coffeeshop-Wirt Tom Stall zwei brutale Räuber in Notwehr erschießt, wird er landesweit in den Medien gefeiert, was ihm aber gar nicht recht ist. Bald darauf taucht ein Fremder auf, der Tom von früher zu kennen glaubt und mit ihm abrechnen will. Gegen seinen Willen wehrt Tom sich seiner Haut. Was noch schlimmer ist: Er muss seiner Familie erklären, wie es zu dieser Verwechslung kommen konnte.
DVD Cover


My Impressions
Sehr sehr toller Film *__* Ist zwar schon eine Weile her, dass ich den gesehen habe aber bis jetzt immer noch einer der besten der letzten Monate / Jahre.

Die Story ist im Grunde genommen genau so simpel, wie sie sich in der Beschreibung liest und das ist auch eine sehr große Stärke des Films. Keine großen Überraschungen (außer einer aber die ist auch einer der zentralen Punkte des Films), keine abgedrehte Story und kein twisted Ending oder ähnliches. Der Streifen erzählt einfach eine wundervoll ruhige, emotionale Geschichte, die gegen Ende hin die Abgründe der Gewalt im Leben der Charaktere aufzeigt. Die Entiwcklung bis dahin ist spannend und bewegend gleichzeitig, besonders im Hinblick darauf, wie das Familienleben der Charaktere darunter leidet. Dabei sind die Schauspieler zu jedem Zeitpunkt grandios und zeigen eine hervorragendel Leistung in den Rollen.

Gewalt kommt in dem Film stellenweise auch nicht zu knapp, sodass einige Szenen schon recht heftig sind - besonders in Verbindung mit Cronenbergs imho ein wenig fragwürdiger Bildästhetik (abgeschossener Unterkiefer, anyone? XD). Letztendlich bleibt unter dem Strich ein verdammt gutes, abgründiges Drama zum nachdenken (besonders beim imo extrem mega genialen Ende). Tolle Geschichte, hammer Schauspieler, kein Mainstream - ansehen! =D
05.05.2006 18:25
Misato




Rebel Scum
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Hab den Film auch letztes Jahr im Kino gesehen, wobei abgesehen von mir nur noch ein knapp 40jähriger im Saal war. Das war mal ne merkwürdige Atmosphäre, aber so konnte man sich ohne jegliche Ablenkung voll auf den Film einlassen. Ich hatte keine genauen Vorstellungen von dem was mich erwartet, da mir grad mal der Trailer bekannt war und ich weiß, dass Cronenberg eine recht eigenwillige (mMn geniale) Art der Erzählung hat. Von dem Endergebnis war ich aber extrem beeindruckt. Die Gewalt um die es geht wird nicht reißerisch in Szene gesetzt. Sie ist einfach da. Pur, ohne Schnörkel, ohne dramatisiert, glorifiziert oder stigmatisiert zu werden. Künstliche Spannung oder anschwellende Musik sind nicht nötig und so ergibt sich ein ganz eigenes Bild der Gewalt. Der Anfang in dem Motel läßt ja sofort erkennen was da vor sich gehen wird.

Die Darsteller sind einfach klasse und vor allem harmonieren sie sehr gut. Man nimmt ihnen ihre Charaktere immer ab und ist so als Zuschauer direkt dabei. Die Geschichte entfaltet sich auf eine angenehme Art, da - wie Alu schon sagte - jetzt nicht mit Twists oder Komplexitäten um sich geworfen wird, wie das üblich ist.
Das einzige was mir etwas fehlt ist die Reflektion über

Spoiler

Joeys Taten. Tom ist im Film der Familienvater, der Sympathieträger. Aber darf er das sein? Er hat als Joey genug angestellt um im Gefängnis zu verrotten. Und auch wenn er sich geändert hat, so hat er sich die Chance auf dieses friedliche Leben einfach genommen, ohne sie verdient zu haben. Gerechtigkeit ist das nicht und das gibt einen gewissen bitteren Nachgeschmack, wenn er am Ende zum Eßtisch zurückkehrt - obwohl man sich für seine Frau doch irgendwie freuen möchte. Aber wie sieht das Familienleben ab jetzt aus?


Rundum gelungene Charakterstudie in einer anscheinend ausweglosen Gewaltspirale.


05.05.2006 18:44
Miss Understood




missunderstood
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Nachdem ich A History of Violence im Kino verpasst habe, konnte ich mir den Film nun endlich auf DVD genehmigen. Die Comicvorlage von John Wagner und Vince Locke ist mir bekannt und umso gespannter war ich, was David Cronenberg aus diesem Stoff macht. Und ich wurde nicht entäuscht...

Das Spiel mit verschiedenen Identitäten sowie die fließenden Übergänge zwischen Realität und Fiktion waren schon immer die Hauptmotive in Cronenberg's Filme. Insofern ist A History Of Violence nicht nur die bloße Umsetzung des Comics, sondern eben auch ein typischer Cronenberg. Die immer wieder bis zum Exzess getriebenen Eskalationen der Gewalt tragen deutlich seine Handschrift. Größtenteils wurde der Film (bewusst) äußerst behäbig inszeniert... nur um die Szenerie binnen weniger Sekunden komplett kippen zu lassen: Knochen werden gebrochen, Gesichter werden eingeschlagen und dann gibt's noch fröhlich umher fliegende Gewebefetzen. Die Mischung aus trügerischem Vorstadt-Idyll und plötzlich aufkeimender Brutalität machen den besonderen Reiz von A History Of Violence aus. Wo andere Regisseure einen harten Schnitt anbringen würden, bleibt Cronenberg sich selbst treu und ist in dem, was er tut, ungleich konsequenter als einige seiner Kollegen.

Schauspielerisch bewegt sich A History Of Violence auf höchstem Niveau. Nach Hidalgo hat sich Viggo Mortensen ja etwas rar gemacht. In Herr der Ringe hatte Mortensen ja die Rolle seines Lebens. Bei Hidalgo hat er aber allerdings wieder etwas nachgelassen. Das hatte nichts mit seiner Darstellung zu tun, sondern vielmehr mit dem zwar kurzweiligen, aber doch eher belanglosen Wüsten-Abenteuer. Ich hatte schon fast die Befürchtung, das des Aragorn's Ruhm genauso schnell vergangen ist, wie der ganze Trubel um Peter Jackson's Herr der Ringe-Trilogie. Aber der gute Viggo hätte wohl damit kein Problem gehabt. Außer als Schauspieler verdient er nämlich sein Geld noch als Photograph, Dichter, Maler und Musiker. Aber er hat der großen Leinwand nicht ganz den Rücken zugedreht und liefert nun in A History of Violence seine wohl beste Leistung in seiner Karriere ab.Ihm gelingt es, die innere Zerrissenheit seines Charakters glaubhaft zu machen und nie zu viel preiszugeben. Die physischen Komponenten seiner Rolle meistert er ohnehin mit links.

Maria Bello (*wuff*) hat eine Rolle angenommen, die ihr alles abverlangt. Das Liebesspiel zwischen ihr und dem zwischen Vergangenheit und Gegenwart ringenden Filmgatten grenzt beispielsweise fast schon an Vergewaltigung. Cronenberg schont seine Hauptdarstellerin nie und bleibt mit der Kamera voll auf dem Geschehen drauf. Schade nur, das Maria Bello nach wie vor nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie als Schauspielerin schon längst verdient hätte. Gerade in A History of Violence zeigt die Blondine für Fortgeschrittene was sie schauspielerisch alles auf dem Kasten hat.

In Nebenrollen überzeugen Ed Harris als auf Rache sinnender und doch charismatischer Fiesling und William Hurt mit einem kleinen, aber feinen Part beim großem Finale. Einziger Nachteil: Von den beiden großartigen Darstellern ist nicht allzu viel zu sehen. Gerade bei William Hurt dachte ich, das er einen etwas größeren Part haben würde. Zwar war sein kleiner Auftritt schauspielerisch sehr bemerkenswert, aber leider auch sehr kurz. Ob für so einen Mini-Auftritt eine Oscar-Nominierung gerechtfertigt war, lass ich mal so dahingestellt...

Der Film war aber nicht perfekt (welcher Film ist das schon?). Da wäre erstmal das Ende. Das kam mir etwas zu prompt. Ich hatte das Gefühl, das da irgendwas gefehlt hat bzw. das das Ende etwas zurechtgestutzt wurde. Desweiteren fand ich viele (wenn nicht alle) Kampfszenen übertrieben. Bei Joey/Tom Stall handelte es sich schließlich um einen Ex-Mafiosi und nicht um einen Superagenten.

Ein weiters Ärgernis war Ashton Holmes, der im Film den Sohn von Tom Stall (Viggo Mortensen) spielt. Leider ist Holmes absolut talentfrei und weiß dementsprechend auch keine Nuancen zu setzen.

Ansonsten kamen mir einige Szenen etwas merkwürdig aneinandergereiht vor. Hie und da hat man jedenfalls gemerkt, das was fehlt. Wohl ein Hinweis darauf, das der Film am Schneidetisch wohl einiges an Federn eingebüßt hat (weiß da jemand mehr?) Naja, vielleicht gibt's ja mal ein Director's Cut. Freuen würde es mich auf jeden Fall...

Alles in allem ist A History of Violence jedenfalls ein gelungener Film. Zwar bietet Cronenberg dem Zuschauer nicht wirklich was Neues. Aber gerade da, wo andere vorm letzten Schritt zurückschrecken, macht er zwei. Diese Konsequenz hat aus A History of Violence einen überaus sehenswerten und interessanten Film gemacht, der dem Comic mehr als gerecht wird.
11.05.2006 17:31
Kenshin




~* Psychosocial *~
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Sehr toller Film.
Er zeigt wie ein kleines Ereignis das Leben einer ganzen Familie zerstören kann.
Die Schauspieler, muss man sagen, haben wirklich wunderbar gespielt, überzeugend, glaubhaft.

Spoiler

Mortensen als zuerst liebender Vater und beliebt bei allen mutiert zu einer "Killermaschine". Die Wandlung ist ihm fabelhaft gelungen.
Aber auch DAS er gerade diese Gewalt meiden will weil er etwas hat wofür es sich zu leben lohnt und seine brutale Vergangenheit vergessen will, sehr gut gespielt.
Was auch sehr überzeugend dargestellt wurde, waren die Sexszenen. Die aber irgendwie missfielen mir auch in gewisser Weise weil sie meines Erachtens nach den Verlauf der Geschichte geschmälert haben.

Die Gewalt, so auch der Name des Titels, spielt hier nun mal eine bedeutende Rolle und so wurden auch gewisse Szenen rübergebracht.

Spoiler

Sei es nun Nasenbeinbruch, Tritt auf die Kehle, normale Schießereien und und und. An solchen Beispielen kann man wunderbar erkennen, wie weit ein Mensch für seine Familie bereit ist zu gehen.

Auch die Entwicklung des Sohnes war sehr gut dargestellt.
Man kann einerseits nachvollziehen wie hart es für ihn sein muss so behandelt und unterdrückt zu werden von den Schulrowdies, dass ihm dann irgendwann der Kragen platzt und so reagiert, wow, ich dachte nur, halleluja, wahnsinnig gut junge.
Ich hab da fast applaudiert weil solche Menschen wirklich solche Tracht Prügel verdient haben.
Musikalisch ist der Film toll untermalt .
Das Ende kurz geraten, wenn man aber darüber nachdenkt, wieso Cronenberg das so gemacht hat, ist man still und genießt diesen Augenblick.

9 von 10 Kaffekannen



Sig by Voice
17.06.2006 08:18
Voice




Şaving £ight
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Mein Kinoticket hatte ich letzten Herbst bereits gekauft gehabt, aber den Film jetzt erst gesehen - man hatte uns ins falsche Kino geschickt und somt wirde NVA geschaut -.-"
Ich kann mich den Lobeshymnen leider nicht anschließen. Fand den Film weitgehend relativ langweilig, ohne dass ich ihn kaputt reden will. Es gab einige gute Szenen (der Kampf in der Bar oder die Paranoia bei jedem Auftauchen des Autos), aber insgesamt mangelte es mir an einer spannenden Inszenierung. Nicht, dass ich eine überdramatisierte Abfolge der Geschehnisse haben wollte, aber abgesehen von der Gewalt alles für meinen Geschmack recht unzureichend dargestellt. Die Charakterstudie ist imho das einzige Plus, das dem Film zu Gute kommt.

Möchte deswegen auch keine Bewertung abgeben. Schlecht fand ich A History Of Violence keineswegs, er ist einfach nicht mein Fall.


06.08.2006 14:29
Dark Crimson




Anarchy, Baby!
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A History of Violence war einer der Filme, den ich mir im Vorfeld komplett anders vorgestellt hatte. Aber jetzt nicht unbedingt nur im Negativen Sinne. Die Geschichte hat ein paar durchaus interessante Ansätze, und einige Passagen waren im großen und ganzen auch recht unterhaltsam und gut in Szene gesetzt. Aber insgesamt Betrachtet hat mir das Gewisse etwas gefehlt. Und so hat mich der Film ab der zweiten Hälfte nicht mehr wirklich so unterhalten. Aber mit der Besetzung der Rollen wurde ein glückliches Händchen bewiesen. Gerade Viggo Mortensen und Ed Harris spielen ihre Rollen routiniert gut. Weniger überzeugen konnte mich dagegen die Entwicklung des Familienvaters Tom Stall. Irgendwie ist mir seine Figur mit zunehmendem Verlauf immer unglaubwürdiger vor gekommen.

Spoiler

Gerade diese Szene als er nach Hause kommt, und seine Frau auf der Treppe halb vergewaltigt.

Angefangen hat der Film, finde ich noch recht ruhig, aber spätestens als die 2 Typen in das Kaffee gehen und dort

Spoiler

beide eine Kugel verpasst bekommen, merkt man dem Film seine doch recht harte Gangart an. Gerade der Kopfschuss war echt heftig und dazu noch ziemlich blutig in Szene gesetzt.

Irgendwie kam mir der Film trotz der teilweise wirklich guten Ansätze letztendlich etwas unfertig und langatmig vor. Die Schauspielerischen Leistungen gingen voll in Ordnung aber die einzelnen Charaktere waren mir zu blass und unglaubwürdig. Auch mochte von der Story her keine so rechte Spannung aufkommen. A History of Violence ist bei weitem kein schlechter Film, nur irgendwie auch kein Vorzeigetitel des Genres. Mein Fall war der Film irgendwie nicht.


:5.0: 5 von 10 Kopfschüssen
18.03.2008 23:31
Ryuuzaki




o_O
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Wenn man sich Cronenbergs Filmographie durchliest stößt man mehr auf schwerverdauliche Filme à la "eXistenz" oder "Die Fliege". Auch wenn diese Filme nicht minder hochwertig waren, habe ich mich richtig gefreut mal einen fast schon normalen und ruhigen Film in Form von "A History of Violence" zu sehen ;)

Der reißerische Titel und die durch die Medien hochgepushte Kindeserschießung haben aber anfangs in mir den Eindurck geweckt das Cronenberg, der sich ohnehin oft auf dem Pfad zwischen Exploit, Wirrwarr und Genialität bewegt, mal wieder nur provozieren will. "Violence" gibt es in diesem Film zwar auch, aber hier wird mehr eine "History" erzählt.

Der Film nimmt sich von Anfang an viel Zeit für seine Charaktere und in kürzester Zeit hat man das Gefühl als befände man sich in einem Familiendfilm anstatt in einem handfesten Drama. Viggo Mortensen, dem ich abseits seiner Aragorn-Rolle eher wenig zugetraut hätte, mimt wie aus dem Stegreif den besorgten Vater wie auch den eiskalten, professionellen Killer. Ed Harris macht eigentlich nur seinen Job, aber wie gewohnt souverän. Maria Bello schafft es die gestresste Ehefrau zu spielen und muss sich vor Hollywoodgrößen nicht verstecken.

Cronenberg wäre nicht Cronenberg wenn er nicht die ein oder andere Szenen einbauen würde die mal wieder für Gesprächsstoff sorgt:

Spoiler

- das eiskalten Ermorden des Kindes
- allgemein die Gewaltsszenen
- die Sexszenen, die das amerikanische Publikum mal wieder in Aufruhr versetzt hat (jetzt verstehe ich erst warum der Film eine FSK 18-Freigabe bekommen hat ;D)


Leider erzählt "A History of Violence" gegen Ende hin nur eine Geschichte und genau an dieser Stelle wünscht man sich von Cronenberg das er wie gewohnt seinen Hammer rauspackt und uns alle umhaut. Das tut er aber nicht. Ob das nun Rückschritt oder Fortschritt für Cronenbergs Weltansicht bedeutet, der Film bleibt trotzdem qualitativ hochwertig.

Der einzige Wermutstropfen liegt am Regiesseur selbst, aber man darf gespannt sein was von ihm noch die nächsten Jahre kommt.
25.03.2008 14:51
plüschmonster




Tenno
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Zitat von Voice

Fand den Film weitgehend relativ langweilig, ohne dass ich ihn kaputt reden will. Es gab einige gute Szenen (der Kampf in der Bar oder die Paranoia bei jedem Auftauchen des Autos), aber insgesamt mangelte es mir an einer spannenden Inszenierung.


So ähnlich sah ich das leider auch... habe den Film vor langer Zeit auf DVD mit einem Freund angesehen und eigentlich relativ hohe Erwartungen gehabt. Interessanterweise hat er während dem gesamten Anfang des Films nie verdächtigt, dass Tom früher ein ungewöhnliches Leben geführt haben muss, was für mich eigentlich schon relativ früh klar war. Ich meine, spätestens ab dem Zwischenfall in seinem Lokal war das doch schon ziemlich auffällig.

Ich glaube, der Film war einfach zu "skurril" für uns, allein bei der

Spoiler

anfangs gewalttätigen Sexszene auf der Treppe
saßen wir mit WTF-Ausdrücken da.

Ich denke, dieses ambivalente Setting und Storytelling an dem Film ist durchaus interessant, aber entweder das beste oder schlechteste an dem Film für einen. Ich konnte teilweise schon durchas verstehen, was übermittelt werden soll - vor allem in Zusammenhang mit dem Filmtitel - , aber mich so wirklich damit anfreunden konnte ich nicht. Ich schätze Viggo Mortensen sehr als Schauspieler, aber richtig warm geworden bin ich mit dem Streifen nicht so sehr.

Zitat von Misato

Das einzige was mir etwas fehlt ist die Reflexionüber

Spoiler

Joeys Taten. Tom ist im Film der Familienvater, der Sympathieträger. Aber darf er das sein? Er hat als Joey genug angestellt um im Gefängnis zu verrotten. Und auch wenn er sich geändert hat, so hat er sich die Chance auf dieses friedliche Leben einfach genommen, ohne sie verdient zu haben. Gerechtigkeit ist das nicht und das gibt einen gewissen bitteren Nachgeschmack, wenn er am Ende zum Eßtisch zurückkehrt - obwohl man sich für seine Frau doch irgendwie freuen möchte. Aber wie sieht das Familienleben ab jetzt aus?


Rundum gelungene Charakterstudie in einer anscheinend ausweglosen Gewaltspirale.


Das ist IMHO eine der weiteren Punkte im Film, über die man streiten kann. Ich denke es war ganz gut, dass der Zuschauer nichts darüber erfahren hat, denn es hätte einfach nicht gepasst, wenn Tom

Spoiler

über seine Taten sinniert hätte... ich bezweifle auch, dass er nach dem Ende mit seiner Familie überhaupt wirklich darüber geredet hat. Das wäre ein ganz anderer Charakter bzw. Film gewesen.
Es hinterlässt wirklich einen bitteren Nachgeschmack - beabsichigt natürlich - und wirft wie viele andere Dinge im Film selbst eben wieder Fragen auf, die Grenzen zwischen "gut" und "böse" verwischen hier total.

Letztendlich fand ich den Film mittelmäßig-gut.

:6.0:




All boundaries are conventions, waiting to be transcended. One may transcend any convention if only one can first conceive of doing so.
Moments like this, I can feel your heart beating as clearly as I feel my own, and I know that separation is an illusion.
17.12.2009 17:01
E. Nygma

König
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Ich habe die Graphic Novel ebenfalls gelesen gehabt, ehe ich den Film gesehen habe und dementsprechend hat mich der Twist überraschen können und die spannende Frage...

Spoiler

ist er oder ist er nicht dieser Typ, nachdem dieser andere Mafia-Typ sucht?

war für mich ja schon beantwortet. Aber trotzdem hat mich der Film durchgehend unterhalten können. Auch wenn ich in dem Comic das Gefühl der Bedrohung besser rüber gebracht fand als hier. Im Comic wirkte es im ersten Teil wirklich so, als ob jederzeit etwas schlimmes passieren könnte, wobei man im Film eher das Gefühl hatte "das schaukelt er schon". Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass ich den Handlungsverlauf eben noch grob im Sinn hatte. Viele Details aus der Novel erinnere ich nicht mehr, aber der Film fühlt sich insgesamt anders als der Comic an. Das mag daran liegen, dass der Film andere Schwerpunkte zu legen scheint als der Comic. Während ich beim Comic eher das Gefühl hatte in einem Mafia-Thriller drin zu stecken ist der Film eher eine Charakterstudie (wenn auch beide jeweils Elemente des anderen beinhalten). Deswegen behandele ich die Fragen des Filmes jedenfalls eigenständig und ohne auf das Comicwissen einzugehen. Unter anderem auch weil ich mich an viele Details nicht mehr genau erinnere. Nur zum Beispiel an Sachen wie, dass Edie im Comic eine viel kleinere Rolle spielte, und dass man viel mehr Einblick in die Vergangenheit Toms hatte. Außerdem ist der Typ am Ende in dem Film Toms Bruder, während es im Buch lediglich sein bester Freund war usw.

Spoiler

Zitat von Dark Crimson

Gerade diese Szene als er nach Hause kommt, und seine Frau auf der Treppe halb vergewaltigt.

Zitat von Laxis

anfangs gewalttätigen Sexszene auf der Treppe

Ich fand diese Szene ehrlich gesagt zentral, sehr wichtig und sehr gut gemacht. Man muss sie auch in dem Zusammenhang zur ersten Sexszene sehen, in der Edie sich für Tom verkleidet hat und sie sehr innigen, leidenschaftlichen aber vor allem liebevollen Sex gehabt haben. In der zweiten Szene kommt allerdings die Persönlichkeitsfacette von Joey zum Vorschein und es geht viel härter und roher zu als in der ersten Sexszene. Deswegen finde ich nicht, dass es Tom/Joey unglaubwürdiger macht, sondern viel mehr diese Unterschiede zwischen den beiden Charakteren demonstriert. Sehr gut ist in dem Zusammenhang auch die Szene, in der Tom das zweite Mal aus dem Krankenhaus wieder kommt. Beim ersten Mal kam er mit seiner Familie, es waren Reporter draußen, er war der Held und wollte darauf hin nach eigener Aussage eigentlich nur liebevoll Zeit mit seiner Familie verbringen. An diesem Motiv hat sich das zweite Mal nicht viel verändert, aber jetzt, da die Familie weiß, dass Tom Joey ist, hat sich die gesamte Atmosphäre verändert. Er wird nicht mehr liebevoll willkommen geheißen, er wird abgestoßen. Die Polizei feiert ihn dieses Mal nicht sondern befragt ihn, ob er wirklich die Wahrheit sagt. Ich fand es sehr gut gemacht, dass es diese Paralelen zwischen den einzelnen Szenen gab, weil sie sehr gut darstellen, was der Unterschied zwischen Joey und Tom eigentlich ausmacht. Und zwar weit über die Gewalt hinaus.

Zitat von Misato

Joeys Taten. Tom ist im Film der Familienvater, der Sympathieträger. Aber darf er das sein? Er hat als Joey genug angestellt um im Gefängnis zu verrotten. Und auch wenn er sich geändert hat, so hat er sich die Chance auf dieses friedliche Leben einfach genommen, ohne sie verdient zu haben. Gerechtigkeit ist das nicht und das gibt einen gewissen bitteren Nachgeschmack, wenn er am Ende zum Eßtisch zurückkehrt - obwohl man sich für seine Frau doch irgendwie freuen möchte. Aber wie sieht das Familienleben ab jetzt aus?

Hm, ich verstehe den Einwand durchaus, finde aber ehrlich gesagt nicht, dass es in dem Film darum geht bzw darum gehen sollte. So wie das in dem Film dargestellt wird, ist ja die Frage offen, ob Tom/Joey nicht unter einer dissoziativen Identitätsstörung leidet. Er selbst sagt ja auch, er habe Joey getötet und beschwerte sich, dass er wieder gekommen sei. Das klingt ungesund. Wenn man der Fährte aber folgt, so ist der Film eher die Frage von Joey/Tom, wer er eigentlich ist und sein will. Und auch wenn ich das Ende ein wenig kitschig fand, beantwortete es die Frage eigentlich genau: Er möchte Tom sein und ist nun Tom. Ich finde nicht, dass es am Ende noch mehr gebraucht hätte, wie zum Beispiel wie es mit seiner Familie weiter geht und so. Das wäre über das Thema des Filmes hinaus gegangen.

Aber darüber hinaus fällt mir gerade ein, dass es eigentlich schon Kritik an seinen Taten gab in der Form seines Sohnes. Besonders nachdem sein Sohn von der Schule suspendiert wurde und sein Vater ihm sagt, dass man in dieser Familie nicht so mit Dingen umgehen würde. Seine Antwort "Oh klar, in dieser Familie erschießt man solche Leute" hatte schon ziemlich viel Aussagekraft. Vor allem verbunden mit der Tatsache, dass er seinen Vater ja auch abgestoßen hat. Auch wenn Tom selbst nicht über diese Taten nachzudenken scheint, diese aber offensichtlich verneint, da er sich eine andere Persönlichkeit geschaffen hat, gibt es in diesem Film Reflektionen darüber.

Ansonsten möchte ich noch etwas zu den Schauspielern anmerken. Ich fand die meisten Schauspieler in diesem Film sehr gut, vor allem die Herren Mafiosi. Aber was ich immer noch am genialsten fand war, dass Mortensen es geschafft hat, nur mit den Augen den Wechsel von Tom auf Joey darzustellen. Das ist das höchste Maß an Schauspielkunst. Aber auch diese Brutalität, dieses Gefühl, dass er zu einer totalen Kampfmaschine wird, wenn Joey erwacht und nichts ihn stoppen kann, ist einfach nur genial. Dafür hat er meinen vollsten Respekt als Schauspieler. Ehrlich gesagt hab ich ihn auch gar nicht wieder erkannt, obwohl ich Herr der Ringe mehr oder weniger gesehen habe. Für mich wird er wohl immer diese Rolle hier als Referenz haben, einfach nur, weil er sie so umwerfend ausgefüllt hat.


Ich fand den Film toll. In keiner Sekunde langweilig, obwohl ich den Handlungsverlauf schon kannte. Das liegt wohl vor allem daran, dass es darüber hinaus sehr viele Dinge gab, die einen zum Nachdenken anregten. Die Handlung ist hierbei nebensächlicher, es geht um die Charaktere um und die Titelgebende Gewalt, die diese Geschichte geformt hat. Von mir gibts: :9.0:
27.11.2013 22:06
Kiritsugu




Novize
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Spoiler: " durch"

Zitat von Misato

Joeys Taten. Tom ist im Film der Familienvater, der Sympathieträger. Aber darf er das sein? Er hat als Joey genug angestellt um im Gefängnis zu verrotten. Und auch wenn er sich geändert hat, so hat er sich die Chance auf dieses friedliche Leben einfach genommen, ohne sie verdient zu haben. Gerechtigkeit ist das nicht und das gibt einen gewissen bitteren Nachgeschmack, wenn er am Ende zum Eßtisch zurückkehrt - obwohl man sich für seine Frau doch irgendwie freuen möchte. Aber wie sieht das Familienleben ab jetzt aus?

Warum darf er das nicht sein? Strafe dient doch letztendlich im Westen in erster Linie dazu dass der Kriminelle dadurch reformiert und wieder zu einem produktiven Mitglied der Gesellschaft wird, was Joey in Form von Tom geworden ist. Schließlich führt er ein Bilderbuchleben in seiner Gemeinde und musste nur wegen äußerlichen Extremsituationen wieder zu Gewalt greifen. Dieses geschah dann aber immer nur in Notwehr bzw. um seine Familie vor seinem Bruder und dessen Männern zu beschützen. Darüber hinaus ist Tom nicht ans Töten gegangen, so dass er sich von seinem früheren Leben, zu dem er meinte, dass er dort auch aus Vergnügen getötet hat, zu Besseren weiterentwickelt hat, was für mich das Entscheidende ist. Denn dieses zeigt, dass er sich zu einem besseren Menschen aus eigener Kraft fortentwickelt hat. Es wäre auch keinem geholfen, wenn Tom ins Gefängnis gegangen wäre, da dieses seine Familie sowohl innerlich, als auch äußerlich in der Gemeinde vollends kaputt gemacht und zudem die Gefahr bestanden hätte, dass er wieder in seine Joey- Rolle zurückfällt, weil das Leben als Tom bei einer öffentlichen Verurteilung unwiderruflich vorüber gewesen wäre. Von daher ist der Gesellschaft in der Filmform meiner Meinung nach mehr geholfen, als wenn Tom ins Gefägnis gegangen wäre. Außerdem ist Tom dadurch, dass seine Familie nun weiß was er früher gemacht hat und dem Beweis, dass er sich von Joey doch nicht so weit fortentwickelt hat wie er vllt. vorher gedacht hat, eigentlich genug gestraft, weil seine Welt als Tom dadurch einige Risse bekommen hat und er nun damit leben muss, dass seine Frau und Kinder ihn etwas weniger perfekt wahrnehmen werden als zuvor.

Dass Tom eine Persönlichkeitsstörung hat, denke ich eher nicht, weil mir seine Aussagen eher so vorkamen, dass er all die Dinge, die er in seinem Leben nicht mehr haben möchte mit seinem früheren Leben in Philadelphia verbindet und Joey damit eher ein Überbegriff für diesen Lebensabschnitt ist, den er hinter sich lassen möchte. Auch würde eine Persönlichkeitsstörung bedeuten, dass Tom hierauf keinen Einfluss hat, was ich aus dem Verlauf des Films nicht so entnehmen konnte. Zwar ändert sich seine Mimik als er Carl und dessen Männern tötet, aber das ist denke ich eher dem geschuldet, dass Mortensen die beiden Charaktere (in sehr toller Weise) für den Zuschauer unterscheidbar machen möchte. Zudem müsste eine Persönlichkeitsstörung auch schon in seinem Leben in Philadelphia bestanden haben, da diese wohl kaum aus dem Nichts gekommen sein würde und Joey von einem Moment auf den anderen zu Tom geworden wäre, und hiervon haben weder Carl noch Richie etwas angedeutet. Stattdessen ist es denke ich eher so, das Joey sich nach einem Schlüsselereignis entschieden hat mit seinem bisherigen Lebensstil aufzuhören und eine neues Leben anzufangen, was er dann unter der falschen Identität als Tom umgesetzt hat.

Was das künftige Familienleben angeht, denke ich, dass Toms Vergangenheit in Zukunft eher verschwiegen wird, weil alle Familienmitglieder festgestellt haben, dass sie lieber mit Tom weiterzusammenleben wollen. Im Audio- Kommentar wurde jedenfalls gesagt, dass die letzte Szene im Drehbuch nur mit "There is Hope" beschrieben war, so dass davon ausgegangen werden kann, dass das Hinstellen des Tellers so gemeint ist, dass sie trotz allem miteinander weitermachen möchten. Darauf lässt auch schließen wie Edie Tom vor dem Sheriff verteidigt hat.
09.02.2017 15:27

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