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Geschrieben von Luna am 30.04.2010 um 19:29:

Schöne/hässliche Handschriften - Charaktergebunden?

Mir fällt kein wirklich prägnanter Titel für dieses Thema ein. animesweat

Mir ist vor einiger Zeit dieser "Artikel" namens "Warum habe ich eine schlechte Handschrift" über den Weg gelaufen, der mich gewissermaßen... verstört hat.
Kurz hier noch die angesprochenen Schriften, VA und LA:




Sofern man diesem Artikel (in seiner Grundaussage) glauben kann, dürfte ich auch so ein Opfer der vereinfachten Ausgangsschrift sein und das auch noch doppelt (auch wenn ich eigentlich weiblich bin).
Ich habe eigentlich schon fast solange ich denken kann mit meiner Handschrift zu kämpfen. In der ersten Klasse schrieb man an meiner damaligen Grundschule mit Bleistift und Druckschrift (Da war sie irgendwo noch einigermaßen in Ordnung) und in der Zweiten Klasse begann man so zaghaft und sehr langsam, Buchstabenweise mit Füller schreiben und Schreibschrift. (VA). Nach einem halben Jahr in der Schule zogen wir um und ich landete auf einer anderen Grundschule, die von Anfang an LA schrieb und entsprechend auch schon Übung hatte und damit das Tempo für Mitschriebe deutlich höher war. Ich hatte damals ziemlich zu kämpfen mitzukommen und letztlich wich Schönheit dann doch der Schnelligkeit. Ende der vierten ging ich zurück auf Druckschrift, weil die VA Schreibschrift bei mir einfach nicht mehr lesbar war. (Nicht einmal für mich selbst...) Druckschrift machte es zwar geringfügig besser, die Schrift blieb aber immer noch schrecklich. Zeiten wechselten sich ab zwischen Resignation und einem leichten Trost, dass die miese Schrift den positiven Nebeneffekt hat, dass sie wie eine Art Verschlüsselung auf andere wirke.

Vor c.a. einem Jahr begann ich nach schönen Handschriften, die "nachahmungswürdig" sind zu suchen (unglaublich wie wenig brauchbares man im Internet eigentlich dazu findet...) und letztlich begann ich dann doch mit LA und schreibe seither nur noch auf Zweitklässler 2D Lineatur (die mit den drei Linien pro Zeile). Aber es wird irgendwie nicht wirklich besser. Ein halbes Jahr verging, je nach Person kann der ein oder andere es je nach Investition von Mühe nun etwas besser lesen, aber es ist immer noch schwer lesbar und offensichtlich hässlich.
Dabei ist "hässlich" sicher auch eine subjektive Wahrnehmung, aber eine Schrift die nicht klar und/oder regelmäßig wirkt wird sie allgemein immer als unschön angesehen.
Gerade dieses ist bei mir schon ein Hauptproblem. Ich schreibe nicht wirklich wenig eigentlich, ich übe dabei auch regelmäßig und schreibe in der Regel immer mit Füller. Aber dieses Problem der Regelmäßigkeit der Schrift scheint sich mir nicht ganz in den Griff zu kriegen wollen. Sofern ich mit voller Konzentration bewusst die Buchstaben MALE, wirkt es auch nur ansatzweise ansehnlich. In Vorlesungen aber einfach nicht machbar. Ich habe es eine Zeit lang probiert, das Ergebnis war dass ich nur noch mit der Schrift beschäftigt war und einfach nichts mehr vom Vorlesungsinhalt mitbekam. Konzentriere ich mich auf die Vorlesung, so leidet die Schrift entsprechend drunter. Ein Kompromiss bringt es auch nicht wirklich, dann ist die Schrift immer noch schrecklich und ich kriege immer noch faktisch nichts mit.
Eine richtige Handschrift kommt mehr aus der Hand als aus dem Kopf. Sie entsteht meiner Ansicht nach unbewusst, man schaut eigentlich nur aus Blatt, damit man mitkriegt WAS man schreibt und nicht WIE (und ggf. um nicht schief zu schreiben und das Zeilenende zu erkennen). Die Schrift die aus meinem Handgelenk kommt, empfinde ich selbst einfach nur als... widerwärtig.

So richtigen Schönschreibunterricht hatte ich nie gehabt. Vor vielen Jahren gab es an den Schulen hierzulande dazu auch noch Unterricht an der "schrägen Normschrift", soweit ich mitbekommen habe. (Schreiblehrgänge zu der Schrift konnte ich bislang auch noch nicht ergooglen.) In u.a. China und Japan gibt es ja noch die richtige Kalligraphie mit Pinsel und Tusche, die meine Eltern beide in ihrer Schulzeit praktiziert haben und beide haben eine sehr ordentliche Schrift. Dabei gilt die chinesische (japanische) Kalligraphie weniger als Schreiben im reinen Sinne von Informationen weitergeben sondern einer Form von meditativer Kunst, in der des Schreibers Innere sich im Schriftbild wiederfindet, da der Pinsel sehr empfindlich auf die kleinsten Bewegungen reagiert. Als Kind hat mein Vater (verzweifelt) versucht sie mir beizubringen. Weder konnte ich damals die Geduld aufbringen 30 Minuten (!) lang die Tusche aus dem Tuschestein zu malen noch meine Hand in eine regelmäßige Stellung zu bringen.

Was mich zu etwas anderem bringt.
In der zweiten Klasse besaß ich einmal ein Schönschreibheft. Auf der letzten Seite stand sinngemäß darauf, was auch die chinesisch/japanische Kalligraphie auch sein soll, dass die Schrift das Spiegelbild eines jeden Selbst sei. Dieser Satz hat mich mein bisheriges Leben verfolgt.
Ist meine Schrift so unregelmäßig, wirr, unklar, (hässlich, schlampig), einfach weil ich ich bin?
Das dürfte wohl in die Richtung der Graphologie, die wohl manche wohl in etwa so seriös wie Horoskope befinden. Ich persönlich finde, an ihnen ist etwas dran. Damit meine ich weniger die Intelligenz und Karrierechancen usw., sondern finde, über die Schrift kann man schon darauf schließen, wie wohlgeordnet ein Mensch sein Leben führt. (Ordentlich sein alleine heißt ja nicht, dass man erfolgreich ist.)
Persönliche Erfahrung unterstreicht dies eigentlich. Alle, die ich kenne mit ordentlicher Handschrift (also in erster Linie, klar und regelmäßig, nicht zwingend 100% lesbar, aber vom Schriftbild her nicht sofort abstoßend), besitzen auch in etwa denselben Grad an Ordnung in ihrer Lebensführung. (Ordnung ist natürlich wieder relativ, da hat jeder wieder seine eigene, klar.)

Ich persönlich bin sehr chaotisch. Ich habe ein sehr sprunghaftes Gedächtnis, gewissermaßen funktioniert der Zugriff auf meine Erinnerungen und mein Wissen reichlich nichtdeterministisch inklusive der Möglichkeit, dass dieser Zugriff ins Leere führt. Ich bin nicht sehr ordentlich, wenn ich etwas suche ist die beste Methode aufräumen, was im Grunde einer Schatzsuche gleicht, weil immer Dinge zu Tage kommen, die ich längst vergessen habe. Egal wie sehr ich mich bemühe, meine Umgebung ordentlich zu halten, es versinkt grundsätzlich in Chaos und selbst frisch aufgeräumt wirkt es für andere (und öfter auch mich selbst) immer noch sehr unordentlich.
Der einzige Ort an dem ich eine Ordnung einigermaßen halten kann sind allerdings kurioserweise die Daten auf meinem Computer.


Dieses ganze Thema/Gebiet nagt derzeit regelmäßig an meinem Bewusstsein. Und ja, ich habe wohl wahrscheinlich einen Minderwertigkeitskomplex wegen meiner Schrift. Und sicher, ich übe erst seit einem Jahr, Kinder gehen 4 Jahre zur Grundschule und lernen es da eigentlich. Es ist allerdings nur so, dass ich mittlerweile einfach immer nur noch eine Wutanfall kriege, wenn ich nach einer Vorlesung meine Mitschriebe anschaue und gerade nicht recht weiß wohin mit der Wut. Wie wild weiter Schreiben zu üben hat bislang nicht wirklich einen Fortschritt erbracht.

Da mir heute noch einmal auffiel, dass nicht nur ich ein Problem mit einer hässlichen Handschrift habe, sondern gefühlte 40% der Leute, die ich in meinem Studiengang in meinem Semester so ab und an sehe keine wirklich schöne Handschrift haben, entstand dieser (chaotische) Post.

Hat sonst noch wer ein Problem mit seiner/ihrer Schrift, die anscheinend partout nicht besser werden will? Was sind gute Methoden gegen chaotische/unregelmäßige, "hässliche" Schriften? Was lernen eigentlich andere Länder als Schulausgangsschriften? Ich hatte gesucht, alleine Deutschland hatte ja mehrere in ihrer Geschichte, ich habe nur einen Schriftsatz für eine frz. Schreibschrift gefunden, aber was ist mit anderen europäischen Ländern, die doch ein ähnliches Alphabet wie wir haben?

EDIT: Weil jemand eine Frage in der SB aufgeworfen hat, was den nun so groß der Unterschied von Handschriften sei, bzw. er keine Ahnung habe, was er denn nun schreibe.
Schreibschrift heißt, das Wort wird (soweit möglich) in einem Zug geschrieben, die Buchstaben sind miteinander verbunden. Dabei gibt es verschiedene Schreibschriften, die sich je nach Person unterschiedlich entwickeln, aber oftmals sich als etwas abgewandelte Variante einer Schreibschrift, die er in der Schule gelehrt bekommen hat (die verschiedenen Ausgangsschriften) erkennen lässt.
Druckbuchstaben sind aneinandergereihte Buchstaben, die nicht miteinander verbunden sind und Worttrennungen geschehen durch einen größeren Abstand zwischen den Buchstaben am Wortanfang/-ende als zwischen Buchstaben eines Wortes.
Bild zur Illustrierung:



Geschrieben von Celondor am 30.04.2010 um 20:07:

Ich habe mir gerade den Text im Link mal durchgelesen. Also ich habe keine Ahnung, inwieweit dieses "Europäische Insitut für Handschrift und Philographie" mit tatsächlichen Fakten und Zahlen arbeitet, aber die ganze Geschichte wird in meinen Augen absolut überdramatisiert dargestellt. Ja, sicher, es werden systematisch die Hälfte aller Jungen im Unterricht mit bösem Buchstabenwirrwarr und unbrauchbaren Schriftarten so lange zugemüllt, bis jeder Aufschrieb einer EKG-Aufzeichnung gleicht. Ha! Da haben wir den Übeltäter! Deshalb sind wohl mehr Mädchen als Jungs auf den Gymnasien, deshalb schneiden wir also beim PISA-Test so mies ab! Natürlich. drop

Meine Handschrift war in der Grundschule absolut.... wie soll ich sagen... wie kann man 'abgrundtief hässlich' sinnvoll steigern? Ich habe abwechselnd in Druckschrift und Schreibschrift geschrieben, ein Wort in Druckschrift, das nächste wieder in Schreibschrift... die Lehrer haben natürlich ordentlich abgekotzt, aber mir war das damals noch egal, da ich einfach nur froh war, wenn ich es geschafft habe nicht über die Linien hinaus zu schreiben. Ab der 5. Klasse hat sich mein Schreibstil mit jedem neuen Schuljahr wieder geändert, bis er sich schließlich in der 10. Klasse auf eine Mischung aus VA und LA eingependelt hat. Dafür habe ich kein extra Schreibtraining genommen, noch war meine Erfahrung in der Grundschule dafür irgendwie von Belang, da ich damals eine ganz andere Schreibweise gelernt habe (fragt mich bitte nicht welche, ich würde es als eine absolut widerliche Variante von LA bezeichnen). Und so ging es vielen aus meiner Klasse, vor allem den Jungs. Von denen schreiben teilweise immernoch ein paar an der Grenze zur Lesbarkeit, aber bisher hat sich kein Lehrer darüber beschwert.

Die ganze Sache ist einfach absolut für den Eimer. Die Autorin Dorendorff meint es vielleicht nur gut, aber sie merkt irgendwie nicht, dass sie in ihren Ausführungen Männer (besonders Jungs) als absolut unfähige Vollpfosten darstellt, die es nach der Grundschule nicht gebacken kriegen könnten im Laufe ihres Schullebens selbstständig an ihrer Handschrift zu arbeiten, bis diese wenigstens von ihnen selbst gelesen werden könnte. Das ist einfach nicht wahr - oder Männer sind wirklich so dumm, wie manche annehmen. Das Problem ist doch eher, dass sie einfach nicht lernen wollen, wie man leserlich schreibt. Das hat auch keinen speziellen Grund, lernen ist lernen, das wird eben ungern gemacht (ich hass' es doch auch...). Die VA Schrift für das Versagen von männlichen (und einigen weiblichen) Schülern verantwortlich zu machen, ist also in etwa so sinnvoll, als ob man den Unterrichtsstoff eines beliebigen Faches dafür anklagen würde, dass es durch seine Schwierigkeit zu schlechten Noten führen kann. Hallo? Ja, es wird gerne von ihr betont, dass jeder Mensch ein Recht darauf hätte, schreiben zu lernen. Die gute Frau vergisst dabei aber, dass Schreiben keine angeborene Sache ist, sondern erst erlernt werden muss. Ja, auch von Mädchen.

Außerhalb der Schule schreibe ich übrigens so gut wie nie mit Stift und Papier, höchstens irgendwelche Adressen, Merkzettel oder wenn ich einen Brief beschrifte. Wozu auch? Warum regt sich die Frau so über die Aussage "Es schreibt doch bald sowieso niemand mehr mit dem Stift" so auf? Oh, warte, das war eine überflüssige Frage...

Zitat von Dorendorff

Denen kann man nur wünschen: "Hoffentlich habt ihr immer einen vollen Akku dabei."


Oder einen leeren Füller, passend zum Bleistift ohne Spitzer. rolly



Geschrieben von Caligula am 30.04.2010 um 20:24:

Ein wirklich interessanter Artikel. smile Aber er übertreibt ganz eindeutig, sowohl die Dimensionen des Problems als auch die Folgen für den Einzelnen. Das was da beschrieben wird, trifft wohl nur auf die zu, die wirklich so unleserlich schreiben, dass niemand es mehr lesen kann.

Zitat von Luna

Hat sonst noch wer ein Problem mit seiner/ihrer Schrift, die anscheinend partout nicht besser werden will? Was sind gute Methoden gegen chaotische/unregelmäßige, "hässliche" Schriften?


Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, warum ich so schreibe.

Also ich kann zumindest sagen, dass meine Handschrift grauenhaft ist, ich selbst kann sie meistens lesen, andere können es je nach Zweck. Wenn ich für mich selbst schreibe, also irgendetwas mitschreibe, dann kann das bestenfalls ich lesen, wenn ich für einen anderen schreibe, ist meine Schrift immerhin zu entziffern.

Da andere sie lesen können, wenn ich mir Mühe gebe, habe ich bisher noch keine Versuche unternommen, meine Handschrift zu bessern, aber ich bezweifle, dass das überhaupt noch möglich ist.
Schreiben ist schließlich etwas, das man seit vielen Jahren täglich macht, um sich da Gewohnheiten abzutrainieren, braucht es mit Sicherheit sehr viele Mühe und Aufwand.

Im Gegensatz zu dir habe ich nie ernsthafte Probleme mit meiner Handschrift gehabt, sie wurde auf Grund guter Leistungen immer so angenommen, auch wenn es nach jeder Klausur das obligatorische "Leg' nächstes Mal eine Lupe bei." oder "Nächstes Mal bitte keine Hieroglyphen!" zu hören, aber Konsequenzen hatte es nie. Schlimm ist nur, dass ich nach einer Stunde konzentrierten Schreibens häufig Schmerzen in der Hand bekomme. :(


Ich denke, ich würde meine Ordnungshaltungsfähigkeit ähnlich einordnen. Ich hatte während der ganzen Schulzeit nie einen Ordner, benutzte meist einen Collegeblock für alles, meine Methode zur Ordnung von Zetteln lässt sich wohl am besten durch "Haufenprinzip" beschreiben. Auch wenn ich mal versucht habe, einen Ordner anzulegen, so ging ich, unabhängig davon wie groß meine Wille am Anfang war, doch immer dazu über, alle Zettel lose rumfliegen zu lassen.
Interessanterweise ist mein PC auch der einzige Ort, an dem ansatzweise Ordnung herrscht.



Geschrieben von be_water am 30.04.2010 um 20:34:

RE: Schöne/hässliche Handschriften - Charaktergebunden?

oh man, wenn ich diese schreibschrift schon sehe... für mich besitzt sie nur eine einzige daseinsberechtigung: den grundschülern das buchstabenschreiben einheitlich beizubringen. aber sobald dieser schritt getan ist, müsste sofort auf eine alternative schönschrift gewechselt werden oder zumindest klare schreibanweisungen gegeben werden, die zu einem gleichmäßigen schriftbild führen. sonst behält man diese unregelmäßige grundschulschrift, wie in dem artikel gezeigt, ewig bei und hat dann eben später damit zu kämpfen sie wieder loszuwerden, um sich eine "erwachsenenschrift" anzueignen.
ich hatte damals im abi ebenfalls die schnautze voll von dieser ätzenden grundschulschrift. bereits in der realschulzeit hatte ich die mädchen in der klasse um ihre saubere und schöne druckschrift beneidet. dies war dann auch der ausschlaggebende punkt zusammen mit der unzufriedenheit über die hässliche schrift, wieso ich quasi von einem tag auf den nächsten von schreibschrift auf druckschrift umgestellt habe. das bedurfte selbstverständlich einer nicht unwesentlichen eingewöhnungszeit, insbesondere die schreibgeschwindigkeit war anfangs schneckenlangsam. aber der umstieg hatte sich bei mir absolut gelohnt. mit meinem schreibbild bin ich endlich selbst zufrieden und jeder kann sie problemlos lesen.
ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich es geschafft hätte von einer schreibschrift auf eine andersartige schreibschrift zu wechseln, da man die jahrelangen gewohnheiten nur sehr, sehr schwer ablegt. man driftet viel zu schnell wieder ins gewohnte, einfache schreibbild ab. daher würde ich den wechsel auf druckschrift absolut weiterempfehlen. man muss sich bei den druckbuchstaben anfangs halt soweit mühe geben, damit die schrift für einen selbst zufriedenstellend ausschaut. bleistift und radiergummi haben sich als praktisch erwiesen, das arbeiten mit killer bei tintengebrauch sah dagegen schrecklich aus. (konnte mich irgendwie nie ans durchsteichen gewöhnen zwinker )
erst im studium die schreibgewohnheiten umzustellen stelle ich mir auch sehr kritisch vor. die nachteile hast du ja bereits selbst genannt. weiß da auch keinen rat aber je füher desto besser. notfalls schreibst du von kommilitonen ab wenn du nicht immer mitkommst?



Geschrieben von Wolfapo am 30.04.2010 um 20:45:

Ich kann mich gar nicht mehr wirklich erinnern, welche Schrift ich in der Grundschule gelernt habe. Die VA war es aufjedenfalls nicht und die LA auch, genauso wenig die Druckschrift.
Es war irgendwas zwischen LA und VA. Ich selbst schreibe heutzutage Schreibschrift vermischt mit Druckschrift (zum Beispiel das "b" und "t" sind bei mir eher in Druckschrift-Stil als Schreibschrift).
Jedenfalls hat es sich einfach erlernt und ich hab auch kein Problem damit, leserlich zu schreiben.
Zwar nicht wirklich schön, aber die Lehrer haben nie Probleme gehabt, meine Schrift zu lesen.

Nun, ich bin nun schon seit einigen Jahren aus der Schule raus und wirklich viel geschrieben habe ich seitdem auch nicht (mit Stift und Papier), höchstens ein paar Notizen, während eines Meetings.
Aber einige Beispiele aus dem Artikel sind wirklich nicht lesbar. Ich habe leider keine Ahnung, ob das Extremfälle sind oder zum Standard bei scheinbar Jungen heute gehört.
Wäre schön, wenn man da etwas mehr Einblick bekommt.
Wenn es nur Extremfälle sind, finde ich die Aufregung, die in dem Artikel wirklich heraussticht, echt übertrieben.
Wenn dies der Standard ist, was ich bezweifle, dann sollte wirklich etwas getan werden an deutschen Schulen. Wenn ein Schüler nicht wirklich leserlich schreibt, sollte der Lehrer/in vielleicht drauf eingehen und nicht nur sagen "Gib dir mal mehr Mühe". Das bringt wirklich nichts. Da muss definitiv dann mehr vom Lehrer/von der Lehrerin kommen.

Ich selbst habe mit meiner Handschrift kein Problem. Sie ist leserlich, zwar nicht schön, aber das sollte reichen. Ich kann auch relativ flott schreiben, was bei Meetings ganz gut ist. Ansonsten wird das meiste eh am PC geschrieben. Wirklich Aufsätze schreibt man nur in der Schulzeit. In meiner Berufsschulzeit wurde schon alles komplett elektronisch gemacht. Notizen im Unterricht und dann alles per PC aufgearbeitet. Solange man also die Handschrift lesen kann, ist doch alles in Ordnung.



Geschrieben von Loxagon am 30.04.2010 um 22:08:

Gelernt hab ich die VA und schreibe ... äh naja ... schmierne passt da ehr ... sie auch. Das H aber meistens in der LA. Aber diese Schmiererei liegt auch zahlreichen Lehrern an der VA. Ich lade mal ein Schriftstück hoch, handgeschrieben ...

Halbwegs gut wirds wenn ich SEHR VIEL Zeit habe.



Nett, oder?
Ja, das ist die Schrift die ich gelernt habe. Und nun nach über 20 Jahren ... Tja ... Das bleibt wohl ein Leben lang ... Zumindest kann ich alles lesen. Ich hab einfach mal aus dem akutellen Perry Rhodan von Seite 7, Spalte rechts, einen Teil des neuen Abschnitts niedergeschrieben.



Geschrieben von Mahado Kusanagi am 30.04.2010 um 22:39:

Meine Schirft.............ohja, ich weiss wie ich heute ständig gefragt werde wenn ich etwas im Reservierungsbuch (auf der Arbeit also) schreibe und kaum einer es versteht, was da nun steht.
Ich habe mir eigentlich auch nie wirklich darüber Gedanken gemacht wieso ich gerade so schreibe. Schnelligkeit damals in der Schule? Weil ich männlich bin?
Ich weiss es nichtmehr wie ich in der Grundschule geschrieben habe, auch weiss ich nicht mehr wie in Portugal das ganze beigebracht wird, wenn ich zurück denke kann ich mich nur noch daran erinnern wie ich eine Zeit lang eher mit Druckschrift gearbeitet hatte und damals sah es überraschenderweise auch noch gut aus. Das war nur in der vierten Klasse so, ab der fünften fing ich dann an eine Mischung aus Druckschrift und Vereinfachte Schrift zu nutzen, welches ich bis heute noch anwende und auch nie geändert habe. In der Schule hatte ich nur das Problem das ich so "schön" schreibe, das in Tests/Klausuren neben der Note auch ein "Versuch das nächste mal leserlicher zu schreiben" auftauchte. Dabei hatte ich schon in Klausuren extra "schöner" geschrieben damit die Lehrer möglichst alles verstehen :D
Dann sollte lieber keiner meine Unterschrift lesen, den die ist wirklich unlesbar, das ist wohl der Tiefpunkt meiner Schrift.
Die Schriften im Artikel sind mal aber richtig übel, da ist sogar eine dabei die meine sehr ähnlich ist und die ist wirklich ...............wirklich..............schlecht, dabei habe ich kaum einer Schrift vom Artikel erziffern können, ausser die die meine ähnlich aussieht. Der ganze Artikel ist aber zu übertrieben. Da hatte jemand zuviel Zeit. Beschiessener Scherz nebenbei.



Geschrieben von Luna am 30.04.2010 um 23:29:

Zitat von Caligula

Also ich kann zumindest sagen, dass meine Handschrift grauenhaft ist, ich selbst kann sie meistens lesen, andere können es je nach Zweck.

Das ist bei mir ja auch der Fall, nur habe ich ein Problem damit. Wenn ich meiner eigenen Schrift nicht 100% trauen kann - Habe ich hinterher öfter weniger Motivation meine Vorlesungsmitschriebe anzuschauen, weil der Eindruck entstehen könnte, dass da massig Fehler drin sind, einfach weil ich sie nicht lesen kann. Das ist nicht besonders...

Zitat von Caligula

Da andere sie lesen können, wenn ich mir Mühe gebe, habe ich bisher noch keine Versuche unternommen, meine Handschrift zu bessern, aber ich bezweifle, dass das überhaupt noch möglich ist.
Schreiben ist schließlich etwas, das man seit vielen Jahren täglich macht, um sich da Gewohnheiten abzutrainieren, braucht es mit Sicherheit sehr viele Mühe und Aufwand.

Den Aufwand und die Mühe bin bereit zu investieren. Das Punkt ist gerade nur, ich bin frustiert und sauer und wollte Luft ablassen. ^^;


Zitat von Caligula

Im Gegensatz zu dir habe ich nie ernsthafte Probleme mit meiner Handschrift gehabt, sie wurde auf Grund guter Leistungen immer so angenommen, auch wenn es nach jeder Klausur das obligatorische "Leg' nächstes Mal eine Lupe bei." oder "Nächstes Mal bitte keine Hieroglyphen!" zu hören, aber Konsequenzen hatte es nie.

Ich hingegen schon. In mündlich Mathe bekan ich nur deshalb keine 15NP, weil mein Tafelaufschrieb... "verbesserungswürdig" sei und eben doch etwas "ch..."(chaotisch) sei.
Auch sonst in Englisch hatte ich öfter Probleme. "Was ist denn da falsch?" - "Das Wort schreibt man nicht so." - nach nachschlagen "Ähm, ich finde den Fehler nicht." - "Ja, da soll kein a hin." - "Das ist ein u...." - "Also das ist doch nun wirklich ein a." - *Anstiel* "also zwischen der Linie und der ist immer noch ein kleiner Unterschied!" [.........] "Also ich kann das nun wirklich nicht lesen. Ich kann auch in Zukunft mir das gar nicht erst antun und gleich eine 5/6 hinschreiben" ........
(passierte in der 7. oder 8. Ähnliches passierte in einem Deutschaufsatz, da bekam ich auch letztere Drohung öfter.)
Manchmal ließ sich noch diskutieren häufig genug eben nicht. Ich muss aber zugeben, dass meine u-s häufiger mal wie ein schlampiges a oder auch n aussahen/aussehen.

Zitat von Caligula

Schlimm ist nur, dass ich nach einer Stunde konzentrierten Schreibens häufig Schmerzen in der Hand bekomme. :(

Davor kriege ich eher Augenweh, weil ich konzentriert auf das gestarrt habe, was ich geschrieben habe. :\

Zitat von be_water

die nachteile hast du ja bereits selbst genannt. weiß da auch keinen rat aber je füher desto besser. notfalls schreibst du von kommilitonen ab wenn du nicht immer mitkommst?

NUn ja, das Problem ist, nicht jeder schreibt "gleich" an. Manche fügen eigene Notizen hinzu, die blickt man nur selbst, ich füge meistens auch selbst Notizen hinzu die ich brauche, um zu verstehen, was da eigentlich an der Tafel steht (und mich öfter aufregen, wenn ich meine eigenen Notizen nicht verstehe...), und manchmal... kann ich deren Aufschriebe auch einfach nicht lesen. Ich kenne z.B. jemanden, der schreibt sehr regelmäßig, ordentlich und die Schrift sieht der LA auch sehr ähnlich, aber viel verschlungener, dass heißt ein Buchstabe verschluckt seinen Nachbarn auch mal gerne. Sofern man das Wort kennt, kann man es sehr gut lesen, weil man die "fehlenden" Buchstaben im Kopf wegergänzt. Blöd wird es eben dann, wenn man nicht weiß, was da steht. Und das passiert je nach Inhalt eben doch sehr schnell.....
Aber selbst wenn das Problem nicht wäre, ich würde meinen Abschrieb danach ja immer noch nicht trauen, was kaum ein Unterschied macht...

Zitat von Wolfapo

Ansonsten wird das meiste eh am PC geschrieben. Wirklich Aufsätze schreibt man nur in der Schulzeit. In meiner Berufsschulzeit wurde schon alles komplett elektronisch gemacht. Notizen im Unterricht und dann alles per PC aufgearbeitet. Solange man also die Handschrift lesen kann, ist doch alles in Ordnung.

Für mich macht das ehrlich gesagt aber ein ziemlich essentielles Problem aus. Mit dem Hintergrund, der eben aus der chinesischen Kalligraphie kommt, fühle ich mich irgendwie "minderwertig(er)", durch eine schlechte Schrift, weil es mir damit an innerer Ordnung und Ruhe fehlt. Was ja nicht wirklich positiv ist....


Meine Schrift sieht übrigens so aus, falls es irgendjemanden interessieren sollte...

Spoiler: "Vorsicht, Bilderflut"

Das war mal eine Englisch Klausur in der 13. Klasse, vor 2 Jahren. (Beachte, da habe ich mir schon Mühe gegeben.)


Das war in Geschichte. In leichter Hektik, aber auch noch Mühe gegeben.


Das war vor einem Jahr in HM I. Da habe ich mir auch Mühe gegeben, aber den Aufschrieb habe ich letztlich nie benützt zum lernen...


Sommer 09, handgeschriebene Formelsammlung zu HMI/II. EXTREM viel Mühe gegeben, weil ich ja damit gelernt habe...


Der Graf von Monte Cristo Abschrieb, Februar 2009, Druckschrift mit Mühe gemalt. Zeit für eine Seite c.a. 20-40 Minuten, je nach Stimmung der Hand.

Zweitklässler Lineatur. ULTRA-viel Mühe gegeben. So eine Seite so zu malen hat eine dreiviertel Stunde bis eine Stunde gedauert. Ich hatte hinterher einen Krampf. (Ich kann einfach keine "s" -_-)


Mit linker (!) Hand in Druckschrift geschrieben. Zeit für eine Din A4 Seite: c.a. 4 Tage je 15 Minuten



Oben mit Kuli Schreibschrift mit linker Hand, unten mit feiner Feder mit rechter Hand. Als ich nach einer halben Stunde links ein Krampf bekam machte ich mit der rechten weiter. Zeit für eine Din A4 Seite c.a. 50 Minuten


Mechanik Vorlesung von vor zwei Tagen. Ich habe mir Mühe gegeben, war insgesamt aber von leichter Hektik geprägt, das war noch der unhektischere Anfang der Vorlesung. Das b wird gerne zu einem l. Das s sieht komisch aus. Allgemein sieht jeder Buchstabe immer mal wieder anders aus...


Heutiger Aufschrieb. Ich habe begonnen die "s" und "b" in Druck in die Schreibschrift irgendwie reinzuquetschen. Funktioniert auch nur, wenn ich das bewusst schreibe....


Einmal ohne Nachdenken geschrieben passiert sowas: (Das soll heißen "hydrostatischer Spannungszustand)")


Das ist von vor einigen Monaten. Ich hatte einen exorbitant merkwürdigen Traum, ich griff noch schlaftrunken direkt zum Block um den Traum festzuhalten, der in einem Setting mündete, der irgendwie aus einem Science Fiction Roman hätte kommen können. Ich kann das selbst schon nicht mehr lesen. (Ich erinnere mich auch selbst nur noch sehr vage an das Ende vom Traum, den Anfang habe ich komplett vergessen, der steht so in der Form da und ich kann es nicht lesen. -_-") Das passiert wenn ich rücksichtslos schreibe nur um des schnellen Niederschreibens willen.


Das war einmal eine japanisch Hausaufgabe.


Das ist oben mit einem Lamy Schönschreibfüller geschrieben, Federstärke 1.5. Für normale Mitschriebe, insbesondere mathematisches reichlich schlecht geeignet.


Noch ältere Aufschriebe wo ich mir noch gar keine Mühe gegeben habe finde ich gerade keine. Muss sie wohl in einem Wutausbruch alle verbrannt haben... (Was erklärt wohin meine Schulsachen in Physik abgeblieben sind...)


Dazu fällt mir eigentlich ein. Wie zum Henker schreibt man griechische Buchstaben?

Zitat von Mahado Kusanagi

Dann sollte lieber keiner meine Unterschrift lesen, den die ist wirklich unlesbar, das ist wohl der Tiefpunkt meiner Schrift.

Mir sagte jemand mal, Unterschriften seien nicht dafür da, das man sie lesen könne. Bei manchen besteht die ja irgendwie auch nur aus einem Kringel, dünkt es mich.
Was ich mich da aber frage, wie läuft das eigentlich mit der Unterschrift? So wie ich mit meiner Schrift zur Zeit herum experimentiere, sieht meine Unterschrift auch jedes Mal anders aus. Ist die dann überhaupt noch gültig....?



Geschrieben von Caligula am 30.04.2010 um 23:57:

Zitat von Luna

Meine Schrift sieht übrigens so aus, falls es irgendjemanden interessieren sollte...


Ich kann dich beruhigen, alles, was du da geschrieben hast, sieht besser aus als das, was ich normalerweise fabriziere.
Das Einzige, bei dem ich Probleme habe, ist das, bei dem

Zitat von Luna

Das passiert wenn ich rücksichtslos schreibe nur um des schnellen Niederschreibens willen.

steht. Problem ist dabei aber nicht die Schrift an sich, sondern nur die Qualität des Bildes. Wenn ich den Zettel vor mir hätte, könnte ich ihn sicher lesen.

Zitat von Luna

Ich hingegen schon. In mündlich Mathe bekan ich nur deshalb keine 15NP, weil mein Tafelaufschrieb... "verbesserungswürdig" sei und eben doch etwas "ch..."(chaotisch) sei.


Interessant. Angesichts der Tatsache, dass deine Schrift wirklich nicht schlechter ist als Meine, eigentlich ist sie sogar eher besser, heißt das wohl, das meine Lehrer einfach entspannter waren. zwinker

Zitat von Luna

Manchmal ließ sich noch diskutieren häufig genug eben nicht. Ich muss aber zugeben, dass meine u-s häufiger mal wie ein schlampiges a oder auch n aussahen/aussehen.


Ich lass' häufig genug zwei Buchstaben verschmelzen oder lasse Vokale (scheinbar) aus. Also manchmal habe ich dafür wohl auch Fehler bekommen, aber in der Regel wurde bei mir sowas einfach überlesen.
Wie gesagt, anscheinend haben meine Lehrer die Sache einfach entspannter gesehen.

Das Schlimme ist eigentlich, dass ich meine Schrift häufig nur deswegen lesen kann, weil ich noch halbwegs im Gedächtnis habe, was da steht. Wenn ich mal nach einem Jahr ein Heft von mir ausgrabe, kann ich da häufig gar nichts mehr lesen, zumindest in den Fällen, in denen es sich um Mitschriften handelt.

Bei Aufzeichnungen in Mathe und Physik habe ich dieses Problem übrigens nie gehabt, meine Zahlen sind immer gut lesbar, ebenso die einzelnen Buchstaben oder Formelzeichen.


Als Ursache sehe ich eine Andere als die in dem Artikel Angegebene. Mir ist nämlich gerade wieder eingefallen, dass wir, als wir in der Grundschule das Schreiben von Buchstaben und Zahlen gelernt haben, immer eine DIN-A4 oder DIN-A3 Seite bekommen haben, auf der unfassbar viele kleine Kästchen waren, und wir mussten die dann alle mit dem jeweiligen Buchstaben oder der Zahl füllen. Da ich den Stift falsch gehalten habe, habe ich dabei immer Schmerzen in der Hand gehabt, wodurch meine Schrift wohl krampfhaft wurde, was wohl die Krakeligkeit meiner Schrift verursacht hat.

Zitat von Luna

So wie ich mit meiner Schrift zur Zeit herum experimentiere, sieht meine Unterschrift auch jedes Mal anders aus.


Das Problem hab' ich allerdings auch. Es scheint mir völlig unmöglich zu sein, einmal zwei gleich aussehende Buchstaben zu schreiben, ergo schaffe ich es auch nicht, eine typische Unterschrift zu entwickeln.



Geschrieben von Wolfapo am 01.05.2010 um 00:08:

Zitat von Luna

Für mich macht das ehrlich gesagt aber ein ziemlich essentielles Problem aus. Mit dem Hintergrund, der eben aus der chinesischen Kalligraphie kommt, fühle ich mich irgendwie "minderwertig(er)", durch eine schlechte Schrift, weil es mir damit an innerer Ordnung und Ruhe fehlt. Was ja nicht wirklich positiv ist....


Ich weiß nicht... wenn ich meine Schrift sehe, die auch wirklich manchmal chaotisch ist und nicht schön aussieht (ich werd mal bei Gelegenheit auf unseren Dachboden alte Schulhefte ausgraben...), dann müsste ich auch innerlich unruhig sein und keine Ahnung was.
Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Ich bin verdammt ruhig und ausgeglichen derzeit, da doch in meinem Leben alles derzeit gut läuft (es gibt einige Sachen, die besser laufen könnten, aber na ja...). Ich finde, es grenzt schon etwas an Aberglaube, sowas zu verbinden, also Schrift und Gefühlslage oder "Minderwertigkeiten". Und wenn ich mir deine Schrift anschaue, ist die doch völlig in Ordnung. Man kann sie lesen und anschaulich ist es auch.

Aber ich sehe ein anderes Problem, was vielleicht eintreten könnte, sollten die Schulen immer mehr auf Laptops umsteigen und das Schreiben vernachlässigen. Das die Schrift langsam aber sich abstumpft und irgendwann kaum noch Beachtung findet. Das könnte sicherlich ein Problem sein, was es aber mit Sicherheit auch in anderen Ländern gibt.



Geschrieben von be_water am 01.05.2010 um 00:41:

also wenn du mich fragst ist die druckschrift in englisch und französisch im oberen teil der beispiele am angenehmsten für mein empfinden. diese sieht von allen stilen am gleichmäßigsten aus und ist sehr leserlich. da du dir beim schönschreiben sowieso bei fast allen varianten mühe gibst, solltest du vielleicht besser dabei bleiben und sie konsequent anwenden. dazu in deinem fall immer linierte blätter verwenden und bei karierten nur in jede zweite zeile schreiben. was ich damals noch gemacht habe war, dass ich mich bei bestimmten buchstaben auf eine feste schreibweise festlegen musste, da ich während des mitschreibens zu oft darüber nachdenken musste, wie ich den buchstaben nun genau schreibe. also am besten mal ein paar varianten vergleichen, sich auf eine einzige festlegen und dann wirklich gnadenlos konsequent dabei bleiben, sonst verfällt man bloß wieder in alten gewohnheiten.
da es dir scheinbar extrem am herzen liegt ein für dich angenehmes schriftbild zu finden, solltest du dich in jedem fall zunächst auf ein schreibstil fixieren, dass du selbst gut lesen kannst und mit welchem du in zukunft am meisten zufrieden sein könntest.



Geschrieben von LadyAmayaRayka am 01.05.2010 um 03:17:

Also den Artikel finde ich ja mal ziemlich..."zerreißenswert" drop
Mal ganz davon abgesehen, dass "Panikwellen" solchen Themen ohnehin nie zu Gute kommen, weil sie einfach auch zu weit vom schlichtem "Problem ernst nehmen" entfernt sind, frag ich mich bei einigen Aussagen, ob die Frau weiß, wovon sie da redet.

Zitat

Sie lernen keine „Störungen“ und keine „Schwächen“, die werden Kindern durch falsche Information antrainiert.


Dumm nur, dass die Neurobiologie ihr nicht erzählt hat, dass "antrainieren" auch "lernen" ist - auch "Schwächen" oder "Störungen" erlernt man. Aber eigentlich sagt sie ja auch so die ganze Zeit, dass die Kinder es falsch lernen. (Ich weiß, man kann jetzt von Haarspalterei reden, aber wer solche heftigen Aussagen öffentlich tätigt, sollte auch aufpassen, dass richtig "ausgesagt" wird.)
Mal ganz von solchen Aussagen zu schweigen wie "Viele, die nicht schreiben können sind nicht dumm, die gehen aufs Gymnasium!" (entschuldigt, ich bin grad zu faul, diese Stelle noch einmal zu suchen drop ). Untermauern wir einen "wissenschaftlichen" Beitrag doch einmal mit einem der dümmsten Argumente überhaupt - Gymnasiast = intelligent(er als Realschüler). Und dass das sicher nicht als "Wahrheit" angenommen werden kann, sollte der guten Dame doch schon klar sein.
Ich könnte noch einige solcher Stellen rausfischen, aber ich versuchs mal in kurz - solche Beiträge helfen doch keinem. Die entsprechenden Schüler stehen erst recht als "schlecht" da, und eine Änderung im Schulsystem wird das auch nicht bewirken. Eine Hilfe wird das also kaum sein - zumindest ich hab das Gefühl, wenn ich derartige Probleme mit meiner Schrift hätte, dann würde ich mich jetzt erst recht dumm geredet fühlen, weil sie es einfach stark übertreibt.
Man vestehe mich nicht falsch - am dem Beitrag ist durchaus was Wahres dran, das Schulsystem macht es vielen nicht leicht und niemand kann etwas dafür, wenn seine Schrift "schlecht" ist. Das ist ja auch nicht der einzige Punkt, was man sogar bis zum Abi hoch als Mathe verkauft bekommt, liegt Welten entfernt von wahrer Mathematik, und wirklich beigebracht bekommt man auch nicht mal das.
Wobei mich auch schon wieder stört, dass so arg betont wurde, dass "Druckschrift" nicht schreiben ist - na und? Ich dachte, es ginge ihr darum, dass die Schrift für den Schüler gut wäre - also hauptsächlich leserlich - und wen interessiert es da, ob es rein nach Definition eine Schrift ist oder nicht?suspekt

Gut, genug über den Artikel aufgeregt... ehrlich gesagt habe ich selbst kein Problem mit meiner Schrift. Ich habe angefangen auch schon vor der Grundschule zu Schreiben (oh, pardon, Druckbuchstaben malen!*hust*) und war in der Grundschule eher schneller, als meine Lehrer wollten, als andersrum... und spätestens, seitdem ich mich etwas mit Kalligraphie beschäftige, ist meine Schrift recht schick geworden. Gilt natürlich nicht für's Schnellschreiben bsw. in der Uni - leserlich ist's, aber hübsch ist was anderes. Da die Schrift da ja aber auch nicht dafür da ist, schön auszuschauen, ist mir das recht egal.
Ich kenne auch einige, die stärker Probleme mit ihrer Schrift haben, aber auch keinen, der dadurch tatsächlich beeinträchtigt scheint. Zumindest die eigene Schrift kann jeder von denen noch lesen, und Punktabzug in der Schule habe ich wegen sowas auch noch nicht erlebt. Mir fällt grad auf, dass ich die Schriften meiner Ex-Freunde auch nie lesen konnte, und das hat auch nicht weiter interessiert.
Allerdings wundert mich, dass es dafür anscheinend nicht schon Nachhilfekurse oder dergleichen gibt - eigentlich gibt es doch für jeden Mist sowas, wie wär's mal mit was Nützlichem?rolly
Das nächste Problem ist dann aber auch wieder - wie soll denn bei sowas "geholfen werden"? (Mist, das klingt schon wieder, als wäre es tatsächlich eine Krankheit drop ) Den Kindern nur mehr Zeit in der Schule lassen kann allein auch nicht reichen, ein anderes Alphabet wird irgendwem auch schon wieder Probleme machen. Vermutlich ist für solche Fälle die einfachste Antwort immer noch: Einzelunterricht. Fehler bei der Handhaltung möglichst schnell korrigieren, den Kindern die Schrift lassen, die ihnen am meisten zu sagt... und wann und durch wen soll sowas passieren können? Ankreiden ist ja immer einfach...

Im Allgemeinen würde ich behaupten, die Schrift gehört zur Individualität, solang man selbst zufrieden ist und zurecht kommt, ist das okay. Sowas sollte man nicht wie eine Krankheit behandeln - jeder mit Hohlkreuz oder einem großen Zeh, der eben nicht der Größte ist, ist ja streng genommen auch ein Mutant mit "ungesundem" Erbgut.
Bei Luna ist es natürlich schwieriger, wenn es denn schon so extrem das eigene Selbstbild beeinflusst... dabei kann ich wie die Herren vor mir sagen, dass ich deine Schrift gut lesen kann. Sicher, sie sieht nicht wirklich schön aus, aber ich würde sie auch nicht als hässlich bezeichnen. Da bin ich Schlimmeres von Leuten gewohnt, die sich da gar keinen Kopf drum machen, geschwiege denn dessen, dass man sich deswegen minderwertig fühlen muss. Aber sowas ist immer leicht gesagt, ich weiß.
Dass die Schrift etwas über den Charakter aussagt kann ich mir auch kaum vorstellen - wenn jemand, der chaotisch ist eine chaotische Handschrift hat, warum hat ein Überchaot wie ich dann eine so ordentliche? Schick wie meine Schrift auch ist, ich bin aufbrausend, zickig, kompliziert, ungeduldig (ich hetzte auch durch die Kalligraphie!xD), dickköpfig... ähm, ich denke, es kommt ungefähr durch, was ich sagen will: meine Schrift würde auch gar nicht zu mir passen, wenn man nach solchen Punkten schaut. Also kann ich mir auch kaum vorstellen, dass man wegen einer hässlichen Schrift auch ein "hässliches Wesen" haben soll ^^



Geschrieben von Trinity am 01.05.2010 um 09:59:

Zitat von Luna

Für mich macht das ehrlich gesagt aber ein ziemlich essentielles Problem aus. Mit dem Hintergrund, der eben aus der chinesischen Kalligraphie kommt, fühle ich mich irgendwie "minderwertig(er)", durch eine schlechte Schrift, weil es mir damit an innerer Ordnung und Ruhe fehlt. Was ja nicht wirklich positiv ist....


Man macht so viel daraus wie man rein interpretiert!
Wenn du davon überzeugt bist, dass die Schrift der Spiegel deiner Selbst ist, dann änder dich und nicht das Spiegelbild. Ich denke nämlich rein ästhetisch ist doch die Schrift Jacke wie Hose, solange DU sie lesen kannst. Wenn du dir, inklusive deiner Schrift, zu chaotisch bist, pack das "Übel" bei der Wurzel. Die Bemühungen, die du allerdings reinsteckst mit dem daraus resultierenden "Erfolg", sind schon frustrierend. Daher solltest du dir die Frage stellen, ob du dich nicht doch irgendwann damit abfinden könntest oder ob es dich wirklich so elementar belastet. Denn dann solltest du vielleicht schwerere Geschütze auffahren wie z.B. speziellen Schreib-Unterricht.

Ich finde schreiben immer sehr nervig bis anstrengend. Am liebsten würde ich nur mit dem Laptop/Netbook in der Schule sitzen und meine Texte + Mitschriften verfassen. Erstens geht es viel viel schneller und zweitens ist es doch viel komfortabler. Irgendwelche Forscher oder besonders Schlaue würden natürlich den Einwand bringen, dass Handgeschriebenes einen sehr viel größeren Lernerfolg erzielt und was nicht noch alles an Einwänden. Doch ich finde die altbewährte Methode sehr viel umständlicher - man darf mich gerne faul nennen.
Hätte ich jetzt so eine herrlich schöne Sauklaue, ich wäre sogar dankbar (ja lyncht mich!), weil ich gar nicht mal mit dem ästhetischen Bild Probleme habe, sondern vielmehr mit dem eigentlichen Schreiben.
Ich habe wohl früher in meiner Grundschulzeit eine falsche Haltung des Stiftes gelernt. Seither kann ich schreiben, sogar sehr ordentlich (zu ordentlich), aber nicht schnell. Sobald ich 5 Zeilen geschrieben habe, bekomme ich einen Krampf in meiner Hand - es hat sich sogar schon an interessanten Stellen Hornhaut von der Abnutzung gebildet (!) Und so kommt es, dass ich eine Klausur schreibe und ständig versuchen muss die Haltung meiner Finger etc. zu ändern, wobei wertvolle Minuten draufgehen für eigentlich keine wirkliche Verbesserung - die Schmerzen bleiben.
Man mag mich theatralisch oder empfindlich nennen, aber die Schmerzen sind schon sehr unangenehm, sodass ich mir angewöhnt habe mit rechts & links zu schreiben, um meinen Händen abwechselnd Pause zu gönnen. Viele beneiden mich darum, dass ich beidhändig schreiben kann, weil sie denken ich bekomme dadurch einen Vorteil, aber ich brauche vielmehr die Möglichkeit mit beiden Händen zu schreiben, weil ich ansonsten schlicht weg nicht fertig werden würde.

Eine meiner neusten Methoden ist, dass ich kursiv schreibe. Ich lege praktisch meine nahezu ganze Hand auf dem Papier ab und halte den Kugelschreiber dermaßen schräg, sodass mein Schriftbild sich automatisch anpasst - sieht sehr interessant aus, umso schwerer es genau zu beschreiben. Ich habe auch schon probiert mein Problem zu ändern, indem ich schlicht weg die altbewährte Position der Finger am Stift aus Grundschulzeiten neu erlerne, allerdings klappt das bei mir nicht! Die Schmerzen werden lustigerweise schlimmer und nicht besser. Vielleicht liegt es an der Übung, aber ich frage mich immer wann ich den Rückstand von 10 Jahren aufholen soll, den mir andere mit der Hand-Position voraus haben? In der Schule wird nun mal schnell schnell mitgeschrieben und fertig.

Und so bin ich für mich persönlich zu dem Fazit gekommen, scheiß egal wie die Schrift aussieht, hauptsache die Schmerzen hören auf.
By the way, es hilft immer ungemein sich zu sagen, dass man etwas Besonderes ist und nicht "anders" bezüglich der Komplexe.



Geschrieben von lone-tiger am 02.05.2010 um 10:48:

Interessantes Thema, vor allem bei meiner Handschrift. :D
Sie erinnert stark an Sütterlin mit den eckigen Buchstaben und dem Strich überm "u" und kaum einer kann sie lesen, da ich in eine normale Zeile, zwei unterbringe.
In der Grundschule lernten wir die Lateinische Schreibschrift, die ich in der 7. Klasse abgelegt habe und seither Druckschrift schreibe.

Ich habe einen online-Test gemacht (ich weiß ja, wie zuverlässig die sindanimesmile ). Man sollte einen vorgegebenen Text abschreiben und bei der Auswertung jeweils anklicken, welches Merkmal am ehesten zutrifft (Verhältnis von Groß- zu Kleinbuchstaben, Zeilen- und Wortabstand, etc.) und mein Ergebnis war, dass ich kreativ (ja), ordnungsliebend (jein) und extrovertiert (nein!) sei.
Klar, ein richtiger Graphologe kann einem ein genaueres Ergebnis mitteilen als ein online-Test, aber es war ganz lustig.

Mir ist es ehrlich gesagt egal, was die Leute in meine Schrift reininterpretieren, schließlich bin ich ein eigenständiges Individuum mit einer individuellen Schrift und einem individuellen Charakter. Und so eine Schrift wie meine gibt's wirklich nicht oft.
Man kann doch Stolz darauf sein, sich immerhin in so einem Punkt von den anderen zu unterscheiden. Jeder rennt den aktuellen Modetrends hinterher, um ja auch wie andere auszusehen, dabei finde ich es langweilig bis hin zu komisch, wenn mir vier Mädels auf der Straße begegnen, die genau gleich aussehen. (Ist meine Meinung, ich will hier niemanden angreifen.)

@Luna: Wenn dich deine Schrift so belastet, sie's doch mal von der positiven Seite: Niemand kann deine Notizen klaue, weil sie nichts damit anfangen können. :D
Lass dich von deiner Schrift nicht unterkriegen, sie ist Zeichen deiner Einzigartigkeit und wen kümmert schon das Schriftbild des anderen?



Geschrieben von The Viech am 02.05.2010 um 16:38:

Ist das nicht ein bisschen komisch, dass ihr alle soviel an diesem Artikel findet?
Die Schreibe ist nämlich ganz schön mies und sehr unseriös, die zugehörige Internetseite wirkt auch eher windig und so und ansonsten...der Artikel behauptet halt viel und unterlegt das dann mit Bildern von Handschriften, die vielleicht nicht alle superschön sind, aber die man meist gut lesen kann. Hätte genauso in der Bild stehen können finde ich...

Die vereinfachte Ausgangsschrift kannte ich übrigens noch gar nicht, ich habe in der Schule damals diese ältere gelernt - und ich bin nicht 70 oder so x,x'
Ich kann meine eigene Schrift lesen und das reicht mir. Ob das irgendwelche Schlauberger nun anders sehen in einem europäischen Institut, ist mir da mal egal. Voll übertrieben.



Geschrieben von pra am 02.05.2010 um 17:16:

Find ich ja interessant, dass Ärzte allesamt Semialphabeten sind. VA weibliche, wo Jungen doch dieses Problem haben sollen freak
Während meines Zivildiensts habe ich wirklich Wochen gebraucht, um die Schriften der Ärztinnen entziffern zu können.

In der Schule hat es allerdings wirklich so ausgesehen, dass Mädchen schöner schreiben als Jungen. Genauso wie es ausgesehen hat, dass Mädchen generell schlechter in Mathe sind, dafür besser in Deutsch. Keine Ahnung ob es irgendwas zu bedeuten hat, und falls ja, was genau. Ich vermute, das ist eine Sache der Erziehung ("du bist ein Mädchen, also musst du überall ordendlich sein!" oder so...)

Meine eigene Handschrift habe ich mindestens zwei mal "optimiert": ursprünglich war's wirklich ne "sauklaue", basierend auf der "LA" (bzw dem kyrillischen Äquivalent davon). Mit dieser Schrift hatte ich eigentlich schon immer Probleme, die Buchstaben ш und и lassen sich da IMHO nicht voneinander trennen (das schreibschrift-и entspricht dem LA-"u", das ш schaut so aus wie ein "doppeltes" u, so als hätte man 2 u's kombiniert, und wenn man die beiden buchstaben nacheinander schreibt, sieht es aus, als hätte man mehrere u's kombiniert...). Gab auch einzelne Lehrer, die bei Hausaufgaben die Schrift benotet haben, da hatte ich immer 6er. Irgendwann (schon in Deutschland) habe ich beschlossen, die Verbindungen zwischen den Buchstaben wegzulassen. Das sah dann bisschen aus wie die VA, nur eben ohne der Verbinungslinien. Abgesehen davon, dass eine Lehrerin sich darüber aufgeregt hatte (ich habe sie konsequent ignoriert), wurde meine Schrift deutlich lesbarer.
In der Uni habe ich sie dann nochmal geändert, diesmal mit dem Schwerpunkt Schreibgeschwindigkeit. Nun ist es schon fast Druckschrift, aber es lässt sich relativ schnell schreiben und ich persönlich kann es lesen. Das genügt meinen Ansprüchen lol

Ich habe auch iwie nie Wert auf eine "saubere" Schrift gelegt, es kam mir iwie überflüssig vor. Solange man es lesen kann, ists okay. Außerdem wird es umso schwieriger, ordendlich zu schreiben, je schneller man schreiben muss.


Das Viech hat auch nicht ganz unrecht imho: die Website, wo diese PDF gehostet wird, kommt mir etwas anal retentiv vor.



Geschrieben von araminta am 11.05.2010 um 11:20:

Meiner Meinung nach verwechselt die gute Frau etwas. Es mag ja sein, dass in der Schule nicht die optimale Methode gelehrt wird, um Schreiben zu lernen und das System auch viel zu uneinheitlich ist. Da gibt’s dann schon einiges zu verbessern und zu ändern (aber das trifft ja auf jeden Bereich im Bildungssystem zu) und die Lehrer könnte man sicherlich auch besser vorbereiten. Aber dann das uneinheitliche Schriftsystem zum Buhmann zu machen für „falsches“ und „richtiges“ Schreiben ist doch total überzogen.

Dorendorff klingt fast so, als würde sie Schreiben für eine Art Religion halten (eine monotheistische, weil es nur die eine einzig wahre Schrift gibt, scheint mir). Dabei hat Schrift an sich keinen Sinn (imho), sondern dient nur einem bestimmten Zweck: Gedanken und Sachverhalte für andere oder sich selbst sichtbar zu machen. (Und ein Zweck an sich kann doch nicht richtig oder falsch sein...) Damit das funktioniert muss man sich eben an bestimmte „Regeln“ halten (im Sinne davon, dass z. B. ein „a“ aus einem Strich rechts mit linker Ausbuchtung dran besteht). Wie das dann aussieht, ist doch völlig egal, Hauptsache es hat Ähnlichkeit und man kann es noch als „a“ erkennen. Wenn das nicht der Fall ist, dann würde ich noch lange nicht sagen, dass derjenige nicht schreiben kann, sondern dass er sich nur etwas zu viel Interpretationsfreiraum nimmt bezüglich der Schrift-Konventionen.



Zitat von Dorendorff (S. 7)

Im ersten Schuljahr lernen sie [die Schüler] Druckschrift, und ihnen wird erzählt, dass das, was sie tun, Schreiben ist. Dass das falsch ist, wissen die Lehrerinnen natürlich: Druckschrift ist TYPOGRAPHIE – Druckbuchstaben werden nicht geschrieben, sie werden gezeichnet.


Wieso unterscheidet Dorendorff eigentlich Schreibschrift und Druckschrift? Was bringt sie dazu, das eine als Schreiben und das andere als Malen zu bestimmten? Wer hat denn mal festgelegt, dass die Buchstaben unbedingt miteinander verbunden sein müssen? Nur weil die Buchstaben bei der Druckschrift nicht miteinander verbunden sind und nicht in „einem Zug“ geschrieben werden, ist das doch noch lange nicht gleich „malen“. Nee, dieser Gedanke der guten Frau erschließt sich mir gar nicht. O.o



Ansonsten ist Schreiben und Schrift etwas total Individuelles. Zumindest bin ich dieser Ansicht, seitdem ich mir meiner Schrift bewusst geworden bin (um die 5. Klasse) und dann gezielt nach einer Form gesucht habe, die mir gefällt und die mich von anderen unterscheidet. Ich wollte meinen eigenen Stil haben, nicht so schreiben, wie das alle anderen machen, und habe deshalb schon immer einiges Neues ausprobiert und einzelne Schreibweisen verändert: mal schräg, mal mehr verbunden, mal eher Druckschrift, eckig, gerundet, groß, klein. Das ist endlos fortzusetzen. Und auch wenn mir meine Schreibweise gerade gefällt wie sie ist, wird sie nicht so bleiben. Irgendwann fällt mir eine Variante ein, wie ein einzelner Buchstabe interessanter aussieht und dann gewöhn ich mir einfach den an. Das ist kein Problem.

@Luna: Vielleicht hat dein Problem eher was mit der Handhaltung zu tun, die dir unbequem ist und dir deshalb die Schrift versaut (aber ich habe mir die Bilder angeschaut. So schlimm sieht das gar nicht aus, größtenteils konnte man das schon lesen ^^). Meiner Meinung nach ist das etwas, was man in der Schule eher lernen sollte: eine bequeme und gesunde Handhaltung. Mir hat zumindest nie jemand erklärt, wie ich einen Stift halten soll, wahrscheinlich haben die meisten nur Glück und finden irgendwie die „richtige“ Stellung für sich. Mal ein Beispiel aus der anderen Richtung: Ich kann mit Stäbchen essen, aber mir wurde das nur so „husch husch“ nebenbei erklärt. Deshalb bin ich nicht gerade sehr geschickt darin und verkrampfe meine Finger auch recht schnell, was dann mein Essverhalten erheblich stören kann. Trotzdem würde ich nicht behaupten, dass ich nicht „essen“ kann, sondern dass meine Technik eben nicht die optimalste ist. War das Beispiel jetzt zu weit her geholt? Ich fand’s irgendwie lustig :D



Geschrieben von Kasu am 15.05.2011 um 16:45:

Ich habe den angesprochenen Artikel schon vor längerem gelesen und frage mich, warum meine Handschrift nach den meisten Maßstäben so kacke aussieht, OBWOHL ich in der Schule angefangen habe mit lateinischer Ausgangsschrift, die auch prima schreiben könnte wenn ich wollte und meinen Stift sogar richtig halte obwohl ich Linkshänder bin und die meisten Lehrer es da nicht gebacken kriegen einem eine unverkrampfte Füllerhaltung beizubringen.

Zumal ich auch nicht verstehe, was daran so fürchterlich schlimm sein soll, seine Buchstaben beim Schreiben nicht zu verbinden. Ist man dann in Fernost automatisch krank, wenn man nicht alles als Kalligrafie schreibt bzw. in horizontaler Schreibweise? (Bei vertikaler geht das Verbinden der einzelnen Zeichen ja noch besser) suspekt Oder hat man dort einfach ohnehin in die Wiege gelegt eine perfekte Handschrift (ich kenne auch hässliche japanische/chinesische Handschriften...)? Haben die Koreaner dann durch Einführung des Hangeul die Handschrift per se ruiniert?

Dazu kommt noch, dass das irgendwie auch eine Überbewertung der Handschrift ist. Natürlich ist es ein hübsches Gimmick eine schöne Handschrift zu haben, aber man muss doch im Normalfall eigentlich nicht mehr groß darunter leiden, dass sie nicht so toll aussieht, wenn man die Schule dann schließlich abgeschlossen hat.

Edit: Noch absurder finde ich aber folgendes Zitat von der Seite: "Wir wissen, dass Kinder, die nicht schreiben können, auch nicht lesen mögen."
Das trifft in meinem persönlichen Fall wirklich völlig daneben. Ich konnte mit vier Jahren lesen, aber ich konnte da noch überhaupt nicht schreiben, nichtmal meinen eigenen Namen. Wie das wahrscheinlich bei vielen Kindern ist, die schon sehr früh lesen können, habe ich auch immer unglaublich gern und viel gelesen, aber ich habe (achtung, das bezieht sich jetzt nicht mehr auf "viele Kinder, die früh lesen können", bevor das einer so versteht) überhaupt nicht gerne geschrieben und es hat (trotz dass die unglaublich tolle Lateinische Ausgangsschrift gelehrt wurde) auch ewig gebraucht, bis ich es einigermaßen konnte. Und ich kann mir jetzt nicht vorstellen, dass ich die totale supermega-Ausnahme bin und das einzige Gegenbeispiel zu dieser gar gewichtigen These suspekt



Geschrieben von plüschmonster am 25.05.2012 um 15:32:

Der Link zum Artikel funktioniert leider nicht mehr, ebenso wie deine Bilder Luna, hätte mich jetzt interessiert, wie du schreibst nach deinen Schilderungen. xD

Ich finde Graphologie eigentlich doch recht zutreffend - auf jeden Fall würd ich dem mehr Glauben schenken als Horoskope (schließlich kann man seine Handschrift im Gegensatz zu dem Geburtsdatum beeinflussen) - , habe früher auch mal einen Onlinetest gemacht, der doch recht zutreffend war.

Gelernt habe ich in der Volksschule diese lateinische Ausgangsschrift, wobei die Tabelle, die du gepostet hast, nicht ganz zutrifft auf das, was wir hatten, weil das "r" noch das alte r wäre und der Rest AFAIR eh das, was wir gelernt haben. Wir haben damals nämlich, das weiß ich noch, diese "neuen" Buchstaben gehabt, d.h. größtenteils stimmt es schon bis auf zB das kleine "r". Meine Schwester hatte einige Jahre zuvor noch die alte Schrift, d.h. Kreise wie beim a und g wurden noch "doppelt" geschrieben und es gab kleine Unterschiede wie beim t (da fehlte im neuen dann diese Schleife), w (da war die erste Hälfte noch wie ein "n" geschrieben) oder r.

Meine Schrift war ziemlich standardgemäß, was ich im Gymnasium dann doof fand, weil ich die Schrift von vielen Mädels schöner fand, die waren halt irgendwie kleiner, adretter, moderner. Ich weiß noch, dass meine Latein/Englischlehrerin aber zB begeistert von meiner Schrift war, weil sie eben so schön leserlich war und den Idealnormen von dieser lateinischen Ausgangsschrift entsprechend. Trotzdem habe ich meine Schrift dann nach und nach geändert, was ich mittlerweile aber teilweise bereue, da sie jetzt nicht mehr wirklich eine "Schreibschrift" ist, sondern so eine typisch englische Schrift, d.h. die Buchstaben sind zu einem großen Teil einzeln und hängen nicht mehr zusammen, wie sie es in der lateinischen Schreibschrift ja könnten. Ich habe vor einer Weile in so einem Stiftgeschäft (random, wir waren einfach aus Neugierde rein etc) einen Test gemacht, der mit dem Computer aufgezeichnet wird, und während eine Freundin eine sehr vorbildhafte Schrift mit über 90% Schreibfluss hatte, war ich nur noch auf 50-60 oder so. Also laut diesem Test setze ich eben den Stift sehr (zu?) oft ab. Mittlerweile merk ich auch oft, dass ich Probleme mit der Regelmäßigkeit habe. Ich würde sagen, meine Schrift ist allgemein noch immer gut lesbar und halbwegs "schön", aber ich mag es nicht, wenn mir selbst auffällt, dass die Buchstaben nicht regelmäßig groß sind (zB dass man die "hohen" und niedrigen Buchstaben kaum mehr unterscheiden kann) oder was mir auch oft passiert, dass die Buchstaben nach rechts hin beginnen abzuheben auf glattem Papier und halt die Zeilen schief sind. Generell bin ich aber noch zufrieden denke ich.

Ich finde schon, dass Schriften viel über Menschen aussagen. Zumindest diejenigen, die ich kenne und die sehr säuberliche und schöne/ordentliche Schriften besitzen, sind auch in der Realität sorgsame und gründliche (aber nicht unbedingt ordentliche) Menschen. Was chaotische, unleserliche Schriften aka Sauklauen angeht, wäre es wohl fies zu behaupten, dass die Menschen so wie ihre Schriftbilder sind, aber es gibt ja sicher noch mehr charakterliche Facetten, die man herauslesen könnte (zB im Bezug auf Schriftgröße etc.).

Ein Chinesischlehrer von mir hat vor kurzem während dem Test noch gesagt, dass man nichts für seine Sauklaue kann, aber trotzdem kann man darauf achten, zumindest korrekt zu schreiben und so sehe ich das auch. Im Chinesischen bedeutet ein Schriftzeichen ja gleich was ganz anderes, wenn man nur den kleinsten Strich anders zeichnet als es sich gehört. Im Deutschen haben wir das Problem zwar noch nicht, aber ich finde schon, dass man sich zumindest bemühen kann, leserlich zu schreiben, auch wenn die Schrift dann noch immer nicht ästhetisch wäre. Und zu sagen, dass man das nicht mehr ändern kann mit der Zeit, weil man sich zu sehr daran gewohnt hat, ist IMO Blödsinn und irgendwie auch eine faule Ausrede. Man kann sich immer ändern - auch wenn es mit dem Alter evtl zunehmend schwerer wird - , so auch die Schrift, es ist halt nur sehr mühselig. Ich glaube, wenn man wirklich sehr große Probleme mit der Schrift hat (und ja, IMO ist es sehr wohl nach wie vor wichtig, selbst in einem halbwegs schnellen und leserlichen Tempo schreiben zu können, auch in unserem Computerzeitalter o_o; ) , könnte man sich das schon ein bisschen antrainieren, leserlicher zu schreiben. Muss man halt anfangs in einem langsameren, bedachteren Tempo üben. :/



Geschrieben von Venedig am 30.05.2012 um 00:27:

Handschriften =____= Ich habe die VA gelernt und finde sie gut, weil sie pragmatisch ist und die Kinder nicht zu Kunstwerken zwingt. Eine Lehrerin hat mir mal gesagt, dass die Kinder durch die VA mehr Feinmotorik lernen und das sich die Intelligenz proportional zur Schönheit der Schrift verhält. Diese These halte ich für abwegig.

Einmal habe ich ein S in LA verwendet (hab's in einem Buch gesehen) und wurde dafür vor der ganzen Klasse gescholten, weil es ja nicht einheitlich sei und ob ich denn die anderen LA-Buchstaben kennen würde (nein, tat ich nicht). Als ich in einer andere Grundschule kam, schrieben die dort alle in LA. In Schönschrift habe ich keine guten Noten bekommen, weil ich zu erwachsen und nicht einheitlich genug schreibe. Mittlerweile verwende ich beide Schriftsysteme und sowohl Druck- wie auch Schreibschrift, mal nach links, mal nach rechts gekippt, mal groß, mal klein. Wobei es auch auf die Stellung des Buchstabens ankommt. Ein t in der Mitte des Wortes schreibe ich in LA, weil es schneller geht, ansonsten nutze ich das t der VA. Ich habe auch unterschiedliches Hs und Ms usw. Keine Ahnung, wie ein Graphologe meine Schrift identifizieren oder interpretieren will. Wie ich schreibe, hängt ganz von dem Anlass und meiner Stimmung. Meine Notizen für die Vorlesung sind superhässlich, weil es nun einmal sehr schnell geht *shrug*

Problematisch finde ich übrigens im Speziellen, dass das LA "A" aussehen kann wie eine "t" in der VA bzw. Schulausgangsschrift. Allgemein finde ich es unverantwortlich, dass überhaupt verschiedene Schriftarten gelehrt werden, weil es ein Kind, das die Schule wechselt, in die Bredouille bringen kann. Außerdem merke ich, dass manche Kinder sich selbst noch in der 6. Klasse damit abmühen, ihre Buchstaben zu malen und sich nicht trauen, eine eigene Schrift zu entwickeln, die zu ihnen passt. Stattdessen brechen sie sich halb den Arm ab und schmieren richtig Unleserliches hin.



Geschrieben von Kahori am 12.06.2012 um 04:05:

Ich habe in der Grundschule LA gelernt und muss zugeben, dass ab der Hauptschule eine Mischung aus LA und Druckschrift wurde. Wirklich Probleme hatte ich nie mit LA gehabt. Ich wurde sogar gelobt wie schön ich schreiben konnte. Jedoch wurde meine Rechtschreibschwäche sehr kritisiert. Im Gymnasium habe ich immer wieder die Aufschriebe meiner Klassenkamaraden entziffern müssen, da diese zum Teil eine wirkliche "Sauklaue" hatten. Einige Lehrer drohten sogar Punkte in der Klausur für unleserliche Handschrift abzuziehen. Nun im Studium wird garnichts mehr handgeschrieben abgegeben. Das einzige wichtige bei der Abgabe ist, dass die Schriftart professionel wirkt. Also auf keinen Fall Comicsan verwenden oder sonstige Schriftarten.
Die Handschrift an sich sehe ich als eine Art Charaktereigenschaft. Es ist wie mit dem Zeichnen, jeder hat seinen Styl die Lienien zusammenzuführen obwohl man die Grundlagen zuvor von jemanden gelernt hat. Mit der Zeit entwickelt man gewiese Züge beim schreiben. Ich muss auch zugeben, dass sich je nach Lage die Handschrift verändern kann. Hat man es eilig liegt man keinen großen Wert darauf schön zu schreiben. Möchte man aber eine schöne Geburtstagskarte schreiben, nimmt man sich extra die Zeit beim schreiben. Ebenfalls kann es auch vorkommen, dass je nach Stift die Handschrift darunter "leidet". In meinem Fall ist es so, dass ich mit einem Füller am besten schreiben kann. Sobald ich einen Kulli in die Hand gedrückt bekomme sieht meine Handschrift anders aus. Und wie schon gesagt, bin ich unter Stress, verändert sich das ganze etwas.

Dazu hab ich mal folgendes Beispiel parat:



Geschrieben von Tithenwen am 12.06.2012 um 17:35:

Charaktergebunden..... Ne, nicht wirklich, hat eher was damit zu tun, ob Links- oder Rechtshänder, ob einem die richtige Handstellung gezeigt wurde und was für einen Beruf man hat.

In der Schule hab ich die LA gelernt, die VA kam erst viel später. Aber ist eh schnuppe, denn als Linkshänder hat man meist immre eine ziemliche Sauklaue, wenn keiner dir zeigt, wie es besser geht.

Wenn man es nicht gezeigt bekommt, versucht man es wie die Rechtshänder: Heft gerade. Handstellung endet dann mit von oben zu schreiben, damit man nichts verschmiert. Dem entsprechend gruselig sieht es meist aus.
Früher wurde so gar nicht darauf geachtet. Wenn man Glück hatte, wurde man schon nicht mehr auf rechts getrimmt. Mich hat erst eine Bekannte meiner Mutter gerettet, die mir ein Schönschreibheft für Linkshänder schenkte, was neu auf dem Markt gekommen war. Seitdem liegt das Heft schräg und ich von der Handstellung her schreibe ich von unten. Dadurch ist meine Handschrift um Längen besser geworden.

Laut einem Bekannten merkt man, wer in der Ausbildung viel mitschreiben musste. Der hat wärend dem Studium eine Handschrift entwickelt... gruselig. Der Dozent war schnell, also: Wenn man mitschreiben wollte, musste man schneller werden und damit kam die Sauklaue.