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A Silent Voice (Koe no Katachi)  
Hero Kage




King of Dreamers
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A Silent Voice (Koe no Katachi)       



Mangaka: Yoshitoki Ooima
Erschienen: 2011 (One Shot), 2013-2014 (Serie)
Volumes: 1 Kapitel (One Shot), 7 (Serie)
Genre: Drama, School, Slice Of Life

Zitat

Story: Die Geschichte eines ganz normalen Mädchens, das neu in eine Klasse kommt. Und das wäre wohl wirklich der Fall, wenn sie nicht taub wäre. Probleme in der Verständigung, Unverständnis und Mobbing stehen an der Tagesordnung und in diesem ganzen Chaos ein Mädchen, das doch nichts anderes als Freunde haben will...


Eigene Meinunge: Ja, was soll ich zu diesem One Shot sagen ohne viel zu spoilern? Vielleicht einmal ganz allgemein zu der Entstehungsgeschichte dieses, meiner Meinung nach, kleinen Meisterwerks der Mangawelt. Der One Shot gewann 2011 den 80. Weekly Shounen Magazine Newbie Best Mangaka Award und wurde dann, wegen des strittigen Inhalts, lange nicht veröffentlicht. Anfang 2013, also fast zwei Jahre später, wurde der Manga dann im Bessatsu Shonen Magazine erstmals veröffentlicht und stahl dort allen anderen Veröffentlichungen die Show (Wurde Erster bei den Umfragen, obwohl Größen wie Shingeki Kyojin oder Aku no Hana in dem Magazin laufen). Kurz danach erschien er ein weiteres Mal im Weekly Shounen Magazine und auch dort war er sehr erfolgreich, sogar so sehr, dass für den Sommer eine Veröffentlichung als Serie angekündigt wurde.
Was die Pläne als Serie angeht, muss ich sagen, ich finde es gar nicht einmal so schlecht, würde aber hoffen, dass es keine längere Serie wird. Man könnte zwar einige Charaktere besser beleuchten und auch die Geschichte etwas ausschmücken, aber ich sehe einfach keine lange Serie. Zwei Bände würde ich ideal finden, solange es unter fünf bleibt könnte es auch noch gut gehen. Der einzige Vorteil bei der Serienveröffentlichung ist natürlich, dass es für deutsche Publisher möglich sein wird diesen tollen Manga zu lizenzieren und da hoffe ich einfach mal, dass da jemand zuschlagen wird. :D
So den Rest werde ich aber jetzt aber schön in den Spoiler packen

Spoiler

Ich muss es auch hier noch einmal sagen, schon lange nicht mehr hat mich ein One Shot so mitgenommen wie Koe no Katachi. Der Anfang scheint ganz normal, doch sobald man erfährt, dass Shouko taub ist beginnt eine Reise durch die Abgründe der Menschheit. Das ganze Arschlochsein, das Menschen besitzen wird hier an einem kleinen Mädchen rausgelassen, das gar nichts dafür kann. Zuerst mag es noch recht witzig sein, als sie sich über ihre Schwierigkeiten bei der Aussprache lustig machen, doch schon bald merkt man, dass die gesamte Klasse, und da ist auch der Lehrer mitinbegriffen, ihr das Leben so schwer wie möglich machen will. Ich muss erhrlich sagen, die Geschichte und auch das Ausmaß des Mobbings wären für mich wohl nicht ansatzweise so intensiv, wenn ich nicht wüsste wie grausam Kinder und Menschen generell gegenüber jenen sein können, die anders sind.
Und schließlich bekommt Shouya noch die ganze Ladung seines eigenen Verhaltens ab, als sich schließlich die ganze Klasse gegen ihn stellt, obwohl sie nicht weniger Schuld dran hatten, was mit ihren Hörgeräten passiert ist. Und leider erkennt er bis es zu spät ist nicht, dass die einzige Freundin die ihm noch geblieben ist und sich um ihn kümmert, die Person war, die er immer wieder versuchte von sich wegzustößen. Dafür ist das Ende dann versöhnlich, als er sie nach 5 Jahren wiedertrifft und endlich ihre Stimme "hören" kann.

Weil es ein One Shot ist, kann wegen der Charakterentwicklung nicht sehr viel geschehen, aber dass was ich sah war sehr gut und hat mich sehr berührt. Ich bin schon sehr gespannt auf die Serie.

Edit: Die Serie fügt Geschehen vor dem One Shot, die Geschichte des One Shots selber und sehr viel danach ein und gibt den Charakteren ordentlich an Charakterentwicklung.


Dieser Beitrag wurde 12 mal editiert, zum letzten Mal von Hero Kage am 03.08.2016 22:58.

25.03.2013 16:48
Kasu




ORANGE ARMS
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Danke Hero Kage für diesen Thread, damit hast du mich auf einen guten Manga gebracht.
Die Ausführungen was die Veröffentlichung angeht, stimmen aber wohl nicht so ganz. Koe no Katachi hat nicht 2011, sondern schon 2008 den Preis des Shonen Magazine gewonnen. Es hätte in der Dezember-Ausgabe des Magazine Special veröffentlicht werden sollen, die Redakteure wurden sich aber wegen des strittigen Inhalts nicht einig, ob man so etwas wirklich veröffentlichen darf und haben den Manga erst einmal zurück gestellt. In der Zwischenzeit durfte Frau Ooima dann erstmal mit der Manga-Adaption zu Mardock Scramble anfangen. 2011 hat man sich dann schließlich erstmal dazu durchgerungen, Koe no Katachi ins Bessatsu Shonen Magazine zu stellen, wo es dann in den Umfragen eben so krass gut angekommen ist.
Deshalb gab es jetzt, nachdem der Mardock Scramble-Manga beendet ist, ein Remake der Originalstory, die im Weekly Shonen Magazine 12/2013 veröffentlicht wurde und das ist auch die, die du und ich jetzt gelesen haben. Dass es aus dem Weekly sein muss, sehe ich schon an den Scans ;) (Beim Bessatsu wird dickeres Papier benutzt und schöner gedruckt, da sind die Schwarzflächen besser) Es wurde wohl auch das Ende ergänzt, so Geschichten die für solche Preise eingereicht werden, haben auch normalerweise keine 60 Seiten. (Quelle)

Ich denke mal, das Remake hat man jetzt veröffentlicht, um auszutesten, wie die Geschichte jetzt ankommt und je nachdem dann eben eine Serie zu planen. Das scheint ja jetzt erfolgreich gewesen zu sein - ich kann mir vorstellen, dass eine Serie vielleicht da anfangen kann, wo der One Shot aufhört, oder auch, dass es vielleicht eine episodisch angelegte Serie wird, die sich generell mit gehörlosen Kindern im Umgang mit hörenden Kindern beschäftigt.

Spoiler

Zitat von Hero Kage

Ich muss erhrlich sagen, die Geschichte und auch das Ausmaß des Mobbings wären für mich wohl nicht ansatzweise so intensiv, wenn ich nicht wüsste wie grausam Kinder und Menschen generell gegenüber jenen sein können, die anders sind.
Wobei hier auch ganz klar Hilflosigkeit eine Rolle spielt. Ich meine, sie hat ja echt gar keine andere Möglichkeit der Kommunikation als ihr Notizbuch. Das reicht einfach nicht aus für den Unterricht in einer Klasse mit 30, 40 Schülern. Weder scheint der Lehrer wirklich darüber informiert worden zu sein, was Shouko kann und was nicht, noch wird ihr irgendjemand zur Hilfe zur Seite gestellt (Mitschriften, Gebärdendolmetscher etc.), noch kriegen die anderen Kinder irgendeine Einführung in Gebärdensprache. Das rechtfertigt natürlich auf gar keinen Fall das krasse Mobbing durch die Klasse und die Gleichgültigkeit des Lehrers, aber es spielt neben dem reinen Anderssein sicherlich auch keine kleine Rolle bei diesen Dingen.

Zitat von Hero Kage

Dafür ist das Ende dann versöhnlich, als er sie nach 5 Jahren wiedertrifft und endlich ihre Stimme "hören" kann.
Was ich mich am Ende noch frage ist: was hat sie zu ihm gesagt? Denn er reagiert ja auf einer der letzten Seiten sehr peinlich berührt auf irgendeine Äußerung Shoukos und regt sich noch auf, dass sie so etwas peinliches doch nicht sagen solle. Es steht aber nicht da, was sie gesagt hat und es ist - zumindest für mich - auch keine Geste oder Gebärde gut genug sichtbar, dass man irgendetwas nachschlagen könnte oder so. Oder habe ich etwas übersehen?



Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Kasu am 26.03.2013 15:25.

26.03.2013 15:23
deepsoul




crazy diamond
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Solche Geschichten sind nicht gut für mich. Wenn ich etwas lese das so real ist und die harte, kalte Wahrheit so gezielt darstellt, dann kann ich nicht anders als traurig zu werden. Ich denke, das jeder mal eine Erfahrung mit Mobbing gemacht hat und das es sicherlich keine so schöne Sache ist, permanent das Ziel der Klasse bzw. einer Person zu sein. Im Falle von Nishimiya ist das sogar noch doppelt schlimm, da sie nicht einmal hören konnte wie sie gehänselt wurde und nur so ein Gefühl hatte, das die Klasse sich über sie lustig machte. Anfangs war das ja noch etwas harmloser, aber später wurde es immer schlimmer und je mehr man sich erlauben kann, desto fieser wird es für das Opfer.
Ich muss aber auch sagen das ich überrascht von dieser Thematik bin und auch wie der ganze Manga dargestellt wird. Erwachsene die nicht wissen was zu tun ist und Kinder die sich gegenseitig die Schuld zuschieben, realer kann es ja gar nicht mehr werden und das ist der Charme dieses One-Shots, wenn man Charme in Verbindung des Inhalts überhaupt schreiben kann.

Zitat von Hero Kage

Weil es ein One Shot ist, kann wegen der Charakterentwicklung nicht sehr viel geschehen, aber dass was ich sah war sehr gut und hat mich sehr berührt.

Finde ich überhaupt nicht. In diesen knapp 60 Seiten wurde einiges angeschnitten und auch viel Charakterentwiklung dargestellt. Es ist überraschender, das der Manga nicht überladen gewirkt hat, sondern sich richtig gut angefühlt hat. Es hat mich sehr berührt, da kann ich dir nur zustimmen.

Spoiler

Zitat von Kasu

Wobei hier auch ganz klar Hilflosigkeit eine Rolle spielt. Ich meine, sie hat ja echt gar keine andere Möglichkeit der Kommunikation als ihr Notizbuch. Das reicht einfach nicht aus für den Unterricht in einer Klasse mit 30, 40 Schülern. Weder scheint der Lehrer wirklich darüber informiert worden zu sein, was Shouko kann und was nicht, noch wird ihr irgendjemand zur Hilfe zur Seite gestellt (Mitschriften, Gebärdendolmetscher etc.), noch kriegen die anderen Kinder irgendeine Einführung in Gebärdensprache. Das rechtfertigt natürlich auf gar keinen Fall das krasse Mobbing durch die Klasse und die Gleichgültigkeit des Lehrers, aber es spielt neben dem reinen Anderssein sicherlich auch keine kleine Rolle bei diesen Dingen.

Man hat ja gesehen das der Lehrer total überfordert mit der ganzen Sache war und am Ende nur noch die Schuld bei demjenigen gesucht hat, der mit der ganzen Sache angefangen hatte und das war eben Ishida. Keine Ahung was in ihn gefahren ist und warum er dies überhaupt angefangen hatte. Als ob ihm seine Tage einfach nur langweilig waren, aber als er anfing konnte er gar nicht mehr aufhören, genauso wie die anderen. Das sie ihn dann später im Stich gelassen haben war einfach die Furcht vor den Konsequenzen die es nach sich gezogen hätte. Allein schon das die Hörgeräte nicht billig sind hätte die Eltern auf den Plan gerufen und im Falle vom Lehrer hätte es ihn seinen Job kosten können, sich über ein behindertes Mädchen lustig zu machen. Da waren den anderen jedes Mittel recht um nicht selbst die ganze Härte ihres Vergehen zu spüren. Das sie sich dann sofort auf Ishida eingeschossen haben macht nur Sinn, da er sich ohnehin zum Arsch der Klasse entwickelt hatte. Bei ihm konnten sie auch ungeschoren davon kommen.

Zitat von Hero Kage

nd leider erkennt er bis es zu spät ist nicht, dass die einzige Freundin die ihm noch geblieben ist und sich um ihn kümmert, die Person war, die er immer wieder versuchte von sich wegzustößen. Dafür ist das Ende dann versöhnlich, als er sie nach 5 Jahren wiedertrifft und endlich ihre Stimme "hören" kann.

Es war für ihn eine so einschneidende Erkenntnis das er es nicht vergessen konnte. Ich bin ehrlich gesagt froh darüber das Nishiyama in ihm doch noch einen Freund gefunden hatte, wie sie es zu Beginn schon wollte. Es ist wirklich schade, wie Kinder auf andersartigkeit reagieren und es sofort zu einer schlechten Sache machen müssen. Das hat noch nicht einmal was mit schlechter Erziehung zu tun, denn so sind sie nunmal alle, auch weil es der Gruppenzwang fordert, sonst wären sie nur genauso gehänselt worden. Schade, das sich niemand stark für sie gemacht und versucht hatte, sie zu verstehen. Ich denke, hier ging ihnen wirklich eine gute Lektion fürs Leben verloren, die Ishida nur auf sehr harte Weise lernen musste.
Was sie ihm nach fünf Jahren für eine Geste gemacht hat, kann ich dir auch nicht beantworten Kasu. Sie war so peinlich das beide total rot geworden sind und ich denke, das sie dies als eine Art Liebesgeständnis gewertet hatte. Anders kann ich mir nicht erklären, weshalb es so peinlich sein sollte.

Spoiler


Eine wirklich tolle Geschichte. Ich bin sehr darauf gespannt wo die Serie dazu ansetzen wird und wie genau sie verlaufen wird, damit mein ich eher in welche Richtung es gehen wird. Aber auch von mir ein kleiner Dank an Hero Kage für die Erstellung dieses Threads :up:
26.03.2013 22:08
Discord




Apfel?
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Ich habe schon seiterzeit von der Geschichte gehört, habe sie aber nicht gelesen, weil es sich wie melodramatischer Kitsch angehört hat. (Okay, das ist es in wohl auch wirklich.) Dennoch: Der Oneshot hat mir doch sehr gut gefallen und hat eine angenehm runde Geschichte erzählt. Wobei es mich gar nicht so sehr runtergezogen hat, einfach weil Shouko eben einerseits so ein starker Charakter war. Sie war ja durchgehend geduldig und hoffnungsfroh. Zumindest wenn man sich anschaut, wie sie da behandelt wird. Außerdem hat sie eben wirklich immer nur gelächelt und ihren Schmerz kaum zum Ausdruck gebracht. Kein Wunder, dass sonst keiner rafft, was man ihr mit dem Gemobbe da eigentlich antut.

Na ja, seis drum, ich habe unmittelbar darauf mit der Serie begonnen (Stand Kapitel 6, wie vereinbart ;) ). Und dort gefällt mir Vieles sogar besser, einfach weil wir hier noch mehr über Wesen und Gedanken der Mobber erfahren. Ich weiß ja, man ist schnell mal dabei zu sagen "Möp, die Welt ist schlecht." oder "Kinder sind grausam." oder "Alle Menschen sind verantwortungslos und schlecht... außer ich." Aber sehen wir den Tatsachen ins Auge: Das alles ist nur menschlich. Und wenn man erst einmal anfängt auf diese Weise auf andere Menschen herabzusehen, dann geht es wirklich schnell und man verhält sich denen gegenüber grausam, "die es verdient haben". So wie halt die ganze Klasse gegenüber Shouya. Der war nun mal der Anstifter und damit ein schlechter Mensch. Und zu schlechten Menschen darf man ja auch fies sein, oder?

Bin jedenfalls froh, dass die Serie jetzt unter dieser Prämisse weiterläuft und einfach weitermacht, wo der OneShot aufhört. So ein fester Charaktercast ist mir dann doch lieber, als so was episodenförmiges mit wöchentlichem Thema ala "Schaut her, wie schecht die Menschheit ist!" Statt noch so einer überflüssigen "Mobbing ist bööööse"-Moralapostelei will ich dann doch wirklich sehen, ob Shouya aus seiner selbstverschuldeten Isolation ausbrechen kann oder ob die Autorin pessimistisch genug ist, ihn für seine Jugendsünden ewig weiterleiden zu lassen. Leider decken die ersten sechs Kapitel gerade mal den OneShot ab, aber ich bin gespannt, wie es dann ab nächster Woche hier weitergeht.


20.05.2014 13:23
Philaenon




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Ja, da reihe ich mich doch gerne ein. Empfohlen von einem Arbeitskollegen, hab ich mich auch einmal mit Koe no Katachi befasst und bin angenehm angetan, auch wenn "angenehm angetan" für diese Story vielleicht die falsche Umschreibung ist, zeichnet sie doch in den ersten Kapiteln ein eher düsteres Bild.

Da hier ja anscheinend noch niemand über die "Einleitung" hinausgekommen zu sein scheint, will ich mich auch nur zu dem bereits erwähnten Bereich äußern. Zuerst war ich ein wenig von dem doch eher "saloppen" Zeichenstil abgeschreckt, die "Story" an sich aber hat mich zum Weiterlesen veranlasst. Wohl auch, weil ich vor kurzem mit "Higanbana" eine Visual Novel gelesen habe, die auch das Thema Mobbing zum Schwerpunkt hat und ich sozusagen "in der Materie" bin.

Generell finde ich die Story weder zu kitschig noch zu melodramatisch. Es werden schließlich nur Szenen gezeigt, die aufgrund ihrer Banalität wohl auch in der Realität vorkommen. Zumindest die Sache mit den versteckten Schuhen und den Sprüchen auf Tafel und Tisch hat man so ja schon auch anderswo gesehen. Auch die Motivation des Protagonisten finde ich verständlich, wenn man das Alter berücksichtigt. Zusammen mit dem rebellischen Charakter ist die Person Ishida in ihrer Handlungsweise durchaus glaubhaft.
Von Shoukos Innenleben weiss man ja bis Kapitel 6 noch nicht allzu viel. Lediglich wie sie sich nach außen gibt wird gezeigt und auch das finde ich glaubwürdig.
Das Ishida dann fünf Jahre später sein Verhalten in einem anderen Licht sieht, trägt dazu noch bei. Mit dem Alter kommt schließlich die Reife. Wie er sich nun verhalten wird, wird wohl in den nächsten Kapiteln beschrieben...

Alles in allem ein gelungener Ansatz, der zumindest bei mir das Interesse geweckt hat zu erfahren, wie es weiter geht. Soviel Andrang ist in diesem Thread ja auch noch nicht, so dass es vielleicht möglich sein wird, eine angenehme Forumsdiskussion zu führen ;)


O! many a shaft, at random sent, Finds mark the archer little meant! And many a word, at random spoken, May soothe or wound a heart that's broken - Sir Walter Scott
26.07.2014 22:27
Ryuko-chan 1202




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Ich hab letzte Woche den ersten deutschen Band gelesen und irgendwie gefiel es mir einerseits fantastisch, andererseits bereitete er mir während dem Lesen ein unbehagliches Bauchgefühl. Das liegt wohl vor allem daran, dass das Mobbing sehr realistisch geschildert wird und dieses wirklich sehr stark ausartet. Gerade wenn man selbst schon die Zielscheibe für Mobbing war, trifft einen der erste Band einfach mitten ins Herz. Ich kann es jedenfalls kaum erwarten bis Band 2 erscheint und ich die Geschichte somit weiterverfolgen kann.

Spoiler: "Band 1"

Zitat von Hero Kage

Der Anfang scheint ganz normal, doch sobald man erfährt, dass Shouko taub ist beginnt eine Reise durch die Abgründe der Menschheit. Das ganze Arschlochsein, das Menschen besitzen wird hier an einem kleinen Mädchen rausgelassen, das gar nichts dafür kann. Zuerst mag es noch recht witzig sein, als sie sich über ihre Schwierigkeiten bei der Aussprache lustig machen, doch schon bald merkt man, dass die gesamte Klasse, und da ist auch der Lehrer mitinbegriffen, ihr das Leben so schwer wie möglich machen will.


Das stimmt. Es tut wirklich weh zu sehen, wie nicht nur ihre Mitschüler, sondern selbst der Lehrer (!) Shoko das Leben nicht nur erschweren, sondern geradezu zur Hölle machen. Man merkt, dass diese gar nicht versuchen wollen, auf Shoko einzugehen. Shoya war für mich im ersten Band ein Unsymphatieträger schlechthin. Man merkt, dass es u. a. an seiner Erziehung liegt (Den Versuch der Mutter ihn locker zu erziehen in allen Ehren, aber allein die Mutproben waren stellenweise sehr gefährlich - Selbst als sie erfährt, was Shoya mit Shoko macht, bekommt er nur ein "Sei nun ein braver Junge" zu hören) und er sich kindlicherweise gar nicht den Konsequenzen seines Handelns bewusst ist, aber dennoch.

Shoko ist wirklich ein starkes Mädchen. Egal, wie viel Leid ihr zugefügt wird - Sie versucht immer sich ein Lächeln beizubehalten. Dass dies ihr schwer fällt und andere Menschen eher irritiert, ist zu spüren, aber ich finde das sehr bemerkenswert. So ein freundlicher Mensch wie sie ist, schmerzen all die schlimmen Szenen einfach ungemein. Als der Lehrer dann auch noch zu Shoya meint:"Ich kann deine Gefühle verstehen.", dachte ich es hackt endgültig. Überhaupt hatte er es schon zuvor versaut, als er sich eine Ausrede suchte, damit keine paar Minuten Gebärdensprache gelernt werden.

Was ich ehrlich gesagt ziemlich arg fand, war die Tatsache, dass sich Shokos Mutter NUR über die zerstörten Hörgeräte beschwerte. Hat sie denn gar nicht versucht mit den Lehrern über die Situation ihrer Tochter zu sprechen? Es ist ja anscheinend nicht die erste Schule gewesen, an der Shoko gemobbt wurde. Ich glaube nicht, dass ihr ihre Tochter egal ist, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass sie es oft übertrieb oder nicht verstehen konnte/wollte, was in Shoko vorging. Ich erinnere nur an die ersten Szenen beim Frisör, wo sie darauf pochte, dass Shoko einen radikalen Jungenhaarschnitt bekommen solle, anstatt der Frisur, die sie wollte. Indirekt wird sie wohl das Beste für ihr Kind wollen und wohl auch mit ihr mitleiden, aber leider zeigt sie dies wohl auf eine eher ungünstige Weise.

Dass die Klasse dann natürlich Shoya als Sündenbock darstellt, ist wenig überraschend. Jetzt will es keiner gewesen sein und der Lehrer stimmt da klar auch direkt zu. Eine sehr emotionale Szene, als Shoya merkt, dass Shoko es imer war, die seinen Tisch von Beschimpfungen gereinigt hat. Die, die er wegen ihrem "Anders sein" von sich gestoßen und unglaublich verletzt hat, war letztlich doch diejenige, die sich wie eine Art Freundin verhielt.

Bevor das falsch rüberkommt: Ich hasse Shoya nicht. Ich empfand vielleicht so, als er Shoko mobbte und verspürte zu Beginn auch eher weniger Mitleid, als er selbst zum Opfer wurde, aber: Ich bin mir sicher, er wird in den Jahren bis zur Oberschule reifer geworden sein. Ich finde, das merkt man schon an den wenigen Szenen, bei dennen man ihn bereits sah. Er versucht wohl, seine Fehler auszubessern. So wirklich realisiert, was er Shoko angetan hat, hatte er ja leider auch erst, als es zu spät war und er sie bereits aus der Klasse gemobbt hatte.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weiter behandelt wird. Shoko rennt verständlicherweise vor Shoya weg, er ist immerhin derjenige, der ihr als Kind unfassbares Leid zugefügt hat, doch Shoya will sich wohl mit ihr aussprechen - Ich nehme an, er will sie um Verzeihung bitten und endlich den Menschen kennenlernen. Anders als damals, als er sie in seiner Gedankenwelt als Außerirdische darstellte, nur weil sie anders war. Doch sie ist nicht nur "die Taube", sie ist genauso ein Mensch mit Charakter wie jeder andere auch. Vermutlich wird wohl auch noch mehr auf die verschiedenen Sitiuationen der Personen, vielleicht die Auslöser für das Mobbing oder dergleichen eingegangen. Ich kann nur spekulieren, aber möchte mich nun einfach überraschen lassen, welchen Weg diese Geschichte einschlagen wird.



Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Ryuko-chan 1202 am 04.08.2016 19:29.

04.08.2016 18:32
Gendo




For once
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Etwas unübersichtlich hier im Thread, weil sowohl über den One-shot als auch über die Serie geschrieben wird. Ich war kurz verwirrt...

Zitat von Ryuko-chan 1202

Ich hab letzte Woche den ersten deutschen Band gelesen und irgendwie gefiel es mir einerseits fantastisch, andererseits bereitete er mir während dem Lesen ein unbehagliches Bauchgefühl. Das liegt wohl vor allem daran, dass das Mobbing sehr realistisch geschildert wird und dieses wirklich sehr stark ausartet.

Ich habe mir den ersten Band auch vor kurzem gekauft. Ich hatte Lust ein paar neue Manga Serien auszuprobieren und hatte mir dann den ersten Band jeweils von Orange, Gojikanme no Sensou und Koe no Katachi bestellt. Von den dreien gefällt mir der erste Band von "Koe no Katachi" am besten. Shoko ist durch ihre Behinderung schon mal ein ungewöhnlicher und interessanter Charakter. Natürlich ist Mobbing kein schönes Thema, aber...

Spoiler

... am Ende erwartet man doch irgendwie ein Happy End, oder nicht? Ich habe zumindest die Hoffnung, dass sich hier etwas zwischen Shoya und Shoko entwickelt. Bei Genre steht zumindest "Romance" dabei, also habe ich Hoffnung. ;)

(keine Ahnung ob ich das jetzt wirklich in einen Spoilerkasten stecken muss)

Noch ein bisschen was zum Inhalt (jetzt wirklich Spoiler)

Spoiler

Zitat von Ryuko-chan 1202

Shoya war für mich im ersten Band ein Unsymphatieträger schlechthin. Man merkt, dass es u. a. an seiner Erziehung liegt

Sehr freundlich ausgedrückt gibt es bei ihm noch sehr viel Potenzial für Charakterentwicklung. xD
Im ersten Band konnte ich ihn auch nicht leiden, aber ich vermute eben, dass er sich noch weiterentwickeln wird. Ich überlege gerade, ob es außer Shoko überhaupt sympathische Charaktere im ersten Band gibt... (Sahara vielleicht? Viel von ihr gesehen hat man aber nicht)

Zitat von Ryuko-chan 1202

Eine sehr emotionale Szene, als Shoya merkt, dass Shoko es imer war, die seinen Tisch von Beschimpfungen gereinigt hat. Die, die er wegen ihrem "Anders sein" von sich gestoßen und unglaublich verletzt hat, war letztlich doch diejenige, die sich wie eine Art Freundin verhielt.

Ganz tolle Szene. Ab hier war ich mir sicher, dass ich mir die komplette Serie kaufen werde. :D


Ich habe mich dann noch gefragt, wie generell im japanischen Schulsystem mit Kindern mit Behinderung umgegangen wird und wie das im Vergleich hier bei uns aussieht. Ich kenne mich damit überhaupt nicht aus. Gibt es so etwas wie "Sonderschulen" in Japan? Wenn ja, sind das private Schulen mit zusätzlichen Kosten? Ich weiss nicht wieviel Shoko z.B. mit Hörgerät im Unterricht versteht, aber eigentlich könnte sie einen Gebärdensprachdolmetscher für den Unterricht gebrauchen. Manchmal ist ja Frau Kita bei ihr...

Spoiler

... aber sie kann nicht mal Gebärdensprache. :facepalm:


Zitat von Ryuko-chan 1202

Ich kann es jedenfalls kaum erwarten bis Band 2 erscheint und ich die Geschichte somit weiterverfolgen kann.

Ja, ich auch. Ich dachte, dass schon ein paar weitere Bände erschienen sind, aber das war doch nicht der Fall. Jetzt müssen wir noch bis September warten... :(

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Gendo am 11.08.2016 21:46.

11.08.2016 21:42
Sapamo




Diener der Göttin
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Stand: Band 1

Zitat von Ryuko-chan 1202

Ich hab letzte Woche den ersten deutschen Band gelesen und irgendwie gefiel es mir einerseits fantastisch, andererseits bereitete er mir während dem Lesen ein unbehagliches Bauchgefühl. Das liegt wohl vor allem daran, dass das Mobbing sehr realistisch geschildert wird und dieses wirklich sehr stark ausartet.

Ich bin unheimlich gespannt auf die Reihe. Band eins habe ich jetzt gelesen und Band zwei steht schon zu Hause. Ich bin auch sehr an den Covern hängen geblieben und einfach von der Beschreibung reizt es mich unheimlich und ich bin sehr neugierig. Es ist wirklich realistisch und man kann sich alles so gut vorstellen. Ich finde aber auch das Shoko ein unheimlich starkes Mädchen ist.

Spoiler

Zitat von Ryuko-chan 1202

Man merkt, dass es u. a. an seiner Erziehung liegt (Den Versuch der Mutter ihn locker zu erziehen in allen Ehren, aber allein die Mutproben waren stellenweise sehr gefährlich

Wie Shoya mit seiner Mutter redet ist ja echt nicht schön. Er hat ja überhaupt keinen Respekt. Was er für Wörter in den Mund nimmt und von ihr kommt da auch keine strengere Gegenreaktion, Ich wüsste nicht was ich da bekommen hätte aber so wie er wäre ich nicht von meinen Eltern davon gekommen.
Die Mutproben werden immer extemer aber ihm wird das ganze eben nicht verwehrt. Was ich da nicht schlecht fande, wie die Jungs nach und nach von den Mutproben aussteigen und der eine ja dann auch sagt das sie aus dem Alter raus sind.

Zitat von Ryuko-chan 1202

Ich glaube nicht, dass ihr ihre Tochter egal ist, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass sie es oft übertrieb oder nicht verstehen konnte/wollte, was in Shoko vorging. Ich erinnere nur an die ersten Szenen beim Frisör, wo sie darauf pochte, dass Shoko einen radikalen Jungenhaarschnitt bekommen solle, anstatt der Frisur, die sie wollte. Indirekt wird sie wohl das Beste für ihr Kind wollen und wohl auch mit ihr mitleiden, aber leider zeigt sie dies wohl auf eine eher ungünstige Weise.

Shokos Mutter fand ich auch ein bisschen komisch. Klar sie will das ihre Tochter nicht gemobbt wird und das es ihr gut geht aber wenn sie doch diese Frisur gerne will dann soll sie es doch lassen. Shoko sieht ja auch glücklich aus als sie gehen und lacht. Ich könnte mir auch vorstellen das der Mutter das ganze noch mehr an die Nerven geht wie Shoko.

Was ich sehr komisch fande, diese eine Lehrerin die selbst sagt, sie lernen jetzt jeden Tag fünf Minuten Gebärdensprache und sie kann es ja selbst nicht und sie brauchen dann ja einen Lehrer. Der Klassenlehrer ist auch komisch. Shoko will mitarbeiten im Unterricht und meldet sich auch und dem Lehrer dauert es zu lange. Und auch beim Chor oder dem Vorlesen gibt es negative Kommentare. Sie will doch nur dazu gehören und ihr gefällt es ja auch das sie mitmachen kann.

Shoya ärgert sie und tut auch wirklich alles um sie zu ärgern und das ganze wird auch immer extremer. Vor allem das mit den Hörgeräten. Wobei er da ja selber geschockt ist als er dann erfährt was das ganze kostet und das sie den schuldigen suchen.
Das ihm der Lehrer nicht glaubt als die anderen gegen Shoya gehen kann man auch verstehen. Und er erzählt ja auch seiner Mutter nichts weil er weiß das sie ihm nicht glauben würde.

Zitat von Ryuko-chan 1202

Eine sehr emotionale Szene, als Shoya merkt, dass Shoko es immer war, die seinen Tisch von Beschimpfungen gereinigt hat. Die, die er wegen ihrem "Anders sein" von sich gestoßen und unglaublich verletzt hat, war letztlich doch diejenige, die sich wie eine Art Freundin verhielt.

Shoko ist so nett und versucht ihm zu helfen als er da auf dem Boden liegt. Sie schrubbt ja auch seinen Tisch den die anderen immer bekritzeln. Als er das ganze versteht, was sie für ihn getan hat ist er schon erstmal geschockt aber weiterhin sagt er das er sie hasst. Ohne sie wäre es nicht zu all dem gekommen.
Auch in den weiteren Schulen in die er kommt grenzt er sich selber von den anderen Schülern aus. Er gibt sich auch gar keine Mühe Freunde zu finden. Und dann macht er sich auf die Suche nach ihr und geht ja auch von zu Hause weg und lässt seiner Mutter das Geld da.

Er hat sie ja jetzt wieder getroffen. Ich bin so gespannt wie es weiter geht. Sie lächelt ja zuerst aber das sie dann weg läuft kann man mehr als verstehen.

Zitat von Gendo

Ich habe mich dann noch gefragt, wie generell im japanischen Schulsystem mit Kindern mit Behinderung umgegangen wird und wie das im Vergleich hier bei uns aussieht. Ich kenne mich damit überhaupt nicht aus. Gibt es so etwas wie "Sonderschulen" in Japan? Wenn ja, sind das private Schulen mit zusätzlichen Kosten? Ich weiss nicht wieviel Shoko z.B. mit Hörgerät im Unterricht versteht, aber eigentlich könnte sie einen Gebärdensprachdolmetscher für den Unterricht gebrauchen.

Im Band am Anfang und am Ende wo Shoya wieder auf sie trifft oder sie ja gesucht hat ist sie ja auf so einer Sonderschule. Da ist sie dann auch nicht alleine sag ich jetzt mal. Man versteht sie aber oder auch ihre Mutter das sie es versuchen wollte oder das eben Shoko so sein wollte wie alle anderen und mit ihnen gemeinsam auf die Schule gehen wollte. Ich bin so gespannt was man alles noch erfährt.



03.09.2016 14:05
Akatsuki03




Buchfuchs
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Stand: Band 2

Beide Bände von Sapamo ausgeliehen und je nachdem wie der Verlauf weiter geht, vielleicht noch ein Kauf von mir.

Zitat von Ryuko-chan 1202

Das liegt wohl vor allem daran, dass das Mobbing sehr realistisch geschildert wird und dieses wirklich sehr stark ausartet.

Da ich selber gemobbt worden bin und – ja sogar mit blauen Flecken und anderen Prellungen nach Hause gekommen bin – ging es mir extrem Nahe. Daher hab ich auch extra Band eins und zwei am Stück gelesen, in der Hoffnung, dass man schon in zwei sowas wie einen Funken Besserung sieht.

Spoiler

Zitat von Ryuko-chan 1202

Shoko ist wirklich ein starkes Mädchen. Egal, wie viel Leid ihr zugefügt wird - Sie versucht immer sich ein Lächeln beizubehalten. Dass dies ihr schwer fällt und andere Menschen eher irritiert, ist zu spüren, aber ich finde das sehr bemerkenswert.

Gott hab ich Respekt vor ihr aber ich glaube, dass sie extrem viel in sich reingefressen hat und das das noch Thema wird. Mal ehrlich, so was geht nicht spurlos an einem Vorbei und irgendwann kommt es raus. Kann nur sein, dass Shoya das abdämpfen kann weil er nun wirklich für sie da ist. Trotzdem wird da bestimmt noch alles mal aus ihr rauskommen und wenn es nur in einem Weinkrampf endet und er sie in den Arm nimmt.

Zitat von Ryuko-chan 1202

Was ich ehrlich gesagt ziemlich arg fand, war die Tatsache, dass sich Shokos Mutter NUR über die zerstörten Hörgeräte beschwerte. Hat sie denn gar nicht versucht mit den Lehrern über die Situation ihrer Tochter zu sprechen? Es ist ja anscheinend nicht die erste Schule gewesen, an der Shoko gemobbt wurde.

Die ist ja fast noch schlimmer als die Kinder in der Schule, denn sie sieht aus und behandelt ihre Tochter wie eine Bürde. Sie ist nicht für ihr Kind da, sondern behandelt es wie einen Gegenstand den man sich halt kümmern sollte, damit die Leute nicht so viel reden. Echt mal. Alleine die Szenen mit den Haaren, wo sie sagt, Shoko soll kürzere Haar bekommen damit sie stärker wird. Ja klar, damit sie weniger ärger hat und sie damit auch weniger hat. >_>

Zitat von Sapamo

Was ich sehr komisch fande, diese eine Lehrerin die selbst sagt, sie lernen jetzt jeden Tag fünf Minuten Gebärdensprache und sie kann es ja selbst nicht und sie brauchen dann ja einen Lehrer. Der Klassenlehrer ist auch komisch.

Der Lehrer hatte auch keinen Bock, weil es mehr Arbeit bedeutet und weil es vom Spulpensum angeht. Der Typ wollte halt auch seine Ruhe und das sieht man auch daran, dass er später nicht mal merkt dass Shoya ernsthaft nun gemobbt wird.

Thema: Shoya:

Zitat von Gendo

Im ersten Band konnte ich ihn auch nicht leiden, aber ich vermute eben, dass er sich noch weiterentwickeln wird. Ich überlege gerade, ob es außer Shoko überhaupt sympathische Charaktere im ersten Band gibt... (Sahara vielleicht? Viel von ihr gesehen hat man aber nicht)

Darf ich sagen, dass er mir Leid tat? Klar, er ärgert Shoko doch hat man für mich gut dargestellt, dass es ihm auch nicht wirklich gut geht und er unglücklich ist und sich nur hinter seinen Mutproben versteckt. Hass kam bei mir daher irgendwie nie auf, sondern nur Mitleid. Es wunderte mich nicht, dass er am Ende selber gemobbt worden ist. Es gehört aber auch extrem viel dazu, was er dann doch macht. Er verkauft seine Sachen, spart und lernt Gebärdensprache. Gut er will ihr eigentlich sagen, dass er sie hasst aber er tut es dann ja doch nicht, weil er merkt, dass er innerlich doch auch andere Gefühle hat.

Was mich gefreut hat, dass Shoya dem anderen Jungen hilft, weil er weiß, wie es ist so behandelt zu werden. Gerade deswegen lernt er einen Menschen kennen, der mit ihm befreundet sein möchte. Mit Shoko läuft es ja auch besser auch wenn die kleine Schwester da ordentlich mitgemischt hat. Trotzdem hat es ja doch geklappt, dass Shoya sie wieder sehen konnte. Wobei ich der Schwester was gesagt hätte, wenn die einfach so im Netz Lügen verbreitet, dabei hat er Shoko ja sogar in dem Moment so sehr geholfen!!!!
Wobei schon lustig war, dass die so ewig gebraucht haben um zu merken, dass es ein Mädchen ist XD Hat man doch gleich gemerkt. Schicke Kamera hat sie da übrigens XD

Shoyas Mutter ist aber auch eine! Verbrennt das Geld, was ihr Sohn so sehr erarbeitet hat. Gut immerhin sie rastet mal richtig aus, weil er zu gibt, dass er sich das Leben nehmen wollte!

Ich denke mal, dass Shoya und Shoko sich noch besser kennen lernen werden aber das da noch einiges an Hindernissen kommen wird.


Ich bin sehr gespannt wie es weiter gehen wird.

Zeichnerisch gefällt mir die Reihe, weil eher weniger Rasterfolie im Einsatz ist und die Seiten eher klar gestaltet sind. Schöne Blickwinkel sind vor allem dabei und das verleiht eingen ruhigen Panels richtig Dynamik. Ich bin nur kein Fan von Shoyas Friseur. Gibt dem Jungen etwas Pony bei der Stirn!!! XD


10.10.2016 21:14
Luna




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Olala, Notizbuchnotizen, ich war mir so sicher schon mal was dazu geschrieben zu haben. oo

Koe no katachi habe ich damals schon gelesen, als es nur eine Kurzgeschichte war - die war super kompakt mit vielen starken Themen und weil sie so kompakt wie prägnant war, tritt sich nicht auf Stereotypen (auch ernste Themen können welche haben.) Mit der Serie die Geschichte doch sehr ausbaut und fortsetzt habe ich da doch so meine Wehwehchen, sie ist ausführlicher, aber der Anfang streckt sich doch etwas enorm und tritt schon auf einige durchgeleierte dramatisierte Stereotypen rein, die man schon ein paar mal zu oft gehört hat. (Jedenfalls wenn man die ein oder andere Japanische News etc. verfolgt.) Und schon einen teilweise makaberen Humor, wie Shouya da über den Zaun klettert, als er vor dem Lehrer rennt.

Aber so generell, das ist vermutlich auch interessant zum Kontext in dem die Geschichte spielt: Dass die Japaner ziemlich arbeitsbesessen und eine extreme Leistungsgesellschaft von von Kindergarten an sind, dürften die meisten ja irgendwie schon mitbekommen haben. Behinderungen werden aber drüben eher ziemlich totgeschwiegen, weil sie auf der Norm tanzen und damit abgeschottet und quasi ausgestoßen sind.
Es gab dieses Jahr erst ein Massaker, wo einer in Japan in ein Behindertenheim eindrang, 19 Leute erstach und es auch keinerlei Medienwirbel zu gab. Versuche das einer mal im Westen, dann kommt ein riesiger Tornado herübergefegt. Dass er das machte, weil er der Meinung ist die Welt ist besser dran ohne sie (und dabei noch drüber lächelt), klingt für hiesige Ohren nach einen absoluten No-Go, aber da drüben gibt es mit Sicherheit mehr als genug Sympathisanten, was aber bei deren Kultur imo nicht wirklich verwunderlich sein dürfte.

Ebenso sicher auch interessant, vielleicht der Hintergrund, dass Japan gerade auch einige Probleme haben mit mangelndem Nachwuchs, bei denen mitunter schon Schulen geschlossen werden müssen. Japan mag nur im Grunde überhaupt keine Immigranten, von daher ist jede Frau mit ziemlichen Druck angehalten für Nachwuchs zu sorgen. Nachwuchs der die zukünftigen Steuern und Renten zahlt, wohl eher gesagt. Nochmal oben drauf dazu, dass es immer noch ein Stigma gibt, dass von ihr erwartet wird den nächste Stammhalter der Familie in die Welt zu setzen.
Behinderte haben schon keinen Platz, wenn dann noch dazu kommt, dass Mütter ihre Kinder vielleicht gar nicht mal so sehr aus eigenem Kinderwunsch wollen und dann zu allem Überdruss dann auch noch alleinerziehend ist, dann sind die sicher schnell überfordert und die Nerven liegen blank.

Unter dem Aspekt:

Spoiler

Ich finde es eigentlich sehr schön, dass das ganze keine Schwarzmalerei ist, sondern ziemlich ambivalent rüberkommt. Vor allem, dass keiner so richtig böse Absichten hat (selbst Shouya war ja in erster Linie auch nur Opfer seiner eigenen fehlenden/falschen Erziehung und der daraus resultierenden Probleme, die ihn überfordert haben) Shoko mag von allen die wenigsten (keine) bösen Absichten gehabt haben, hat aber trotzdem genauso zur Misere beigetragen wie jeder andere auch. In einem Unterricht, der nur aus Frontalunterricht besteht, hat sie, egal wie man es dreht oder wendet schlicht nichts zu suchen. Dass sie ihre Klassenkameraden schlaucht ist offensichtlich. Sie ist taub und trifft keine Töne, warum singt sie bei einem Chorwettbewerb mit? Denn sie auch noch kaputt haute. Man kann ihr an der Stelle durchaus vorwerfen, dass sie keine Ahnung von der Gesellschaft hat, die nur auf Erfolg aus ist und sich entsprechend anpasst. Aus hiesiger Sicht ist das komplett unverständlich, zum einem weil von einem unschuldigen Kind, dass es nicht besser weiß nichts erwartet wird (was in Asien anders ist) und weil der humanistische Gedanke so stark ist. Aber rein praktisch gedacht: Shouyas Hinweis, sie soll einfach nur den Mund bewegen war das einzig Sinnvolle in der Situation. Er gibt ihr ja sogar auch noch mehr Hinweise, auch wenn er sie nicht aufgeschrieben hat. Der Wettkampf ist hart, die Gemeinschaft einer Klasse stützt sich letztlich nur auf die gemeinsamen Erfolge und nichts anderes. (Mal davon abgesehen, dass das mit dem nur Mund bewegen in einer singenden Menge problemlos geht, ich habe es auch ein Leben lang getan.)

Zitat von Ryuko-chan 1202

Was ich ehrlich gesagt ziemlich arg fand, war die Tatsache, dass sich Shokos Mutter NUR über die zerstörten Hörgeräte beschwerte. Hat sie denn gar nicht versucht mit den Lehrern über die Situation ihrer Tochter zu sprechen? Es ist ja anscheinend nicht die erste Schule gewesen, an der Shoko gemobbt wurde.

Die ist ja fast noch schlimmer als die Kinder in der Schule, denn sie sieht aus und behandelt ihre Tochter wie eine Bürde. Sie ist nicht für ihr Kind da, sondern behandelt es wie einen Gegenstand den man sich halt kümmern sollte, damit die Leute nicht so viel reden. Echt mal. Alleine die Szenen mit den Haaren, wo sie sagt, Shoko soll kürzere Haar bekommen damit sie stärker wird. Ja klar, damit sie weniger ärger hat und sie damit auch weniger hat. >_>
[/quote]
Shouko ist aber eine Bürde für ihre Mutter? Also jetzt mal ernsthaft, das kann man schönreden wie man will, das Kind belastet sie. Dass sie dafür nichts kann sei dahin gestellt, es ändert gar nichts an der Tatsache. Die Mutter steht selbst schon vor einem psychischen Zusammenbruch, sie dürfte sich sowieso schon miserabel fühlen und dann überfordert die Situation noch mehr. Sie hat bereits "Schuld", überhaupt ein behindertes Mädchen in die Welt gesetzt zu haben, das anderen zur Last fällt. Von ihr wird implizit erwartet, dass sie sich dafür schämt und sie wird wohl kaum mit der Schule streiten, dass man den Unterricht nur wegen ihr extrem umbiegt, auf Kosten all der anderen Kinder. (Das Personal ist sowieso nicht dazu geschult und könnte das gar nicht.) Wenn sie das tut, ist sie als Bürgerin vollkommen durchgefallen. Shoko ist nun einmal wirklich die Ursache für ein schlechtes Klassenergebnis. Und sie hat ja auch wirklich nichts da zu suchen, nur sind Schulen für Behinderte wohl eher spärlich gesät und so angeschlagen wie sie ist, hat sie sicher auch keine professionelle Hilfe. Kann man aus hiesiger Sicht wohl erstmal unter dem humanistischen Gedanken, der einem hier eingedrillt wird, nicht ganz verstehen, aber so wie über die Inklusionsexperimente der Grünen gebasht wird, ist es hier im Grunde auch nicht anders, man will es sich nur nicht eingestehen.
Was aber wirklich gar nicht geht ist das mit den Hörgeräten aus egal welcher Sicht. Das ist Sachbeschädigung und die ist kann/wird komplett separat von Shokos "Schuld" bewertet. Das geht grundsätzlich überhaupt nicht, auch drüben nicht. (Wo die Sicherheit bzgl. "Kleindelikten" auch viel höher ist.) Also wird das das in logischer Konsequenz der Aufhänger. Und Shouya, der ja so als dummer Deliquent auch aus dem gesellschaftlichen Raster ist der perfekte Täter. Shokos Mutter ist ja auch extrem den Normen verhaftet, von Shouyas Mutter ist sie ja auch vollkommen entsetzt. Ein Dienstleister hat nicht eine Meinungen zu bringen, Kunde ist König. (Es gibt da noch eine andere Variante von der Szene, weiß gerade nicht auf One-Shot Szene oder Magazinversion der Serie, aber da bietet Shouyas Mutter nach ihrem Entsetzen über den Wutausbruch an, dass sie nicht zahlen muss und sie antwortet, dass sei ja wohl das Mindeste. Mir hat sie eigentlich besser gefallen, als die sie nun im Band ist, aber Shokos Mutter kommt da natürlich noch schlechter rüber.)

Zitat von Akatsuki03

Zitat von Ryuko-chan 1202

Shoko ist wirklich ein starkes Mädchen. Egal, wie viel Leid ihr zugefügt wird - Sie versucht immer sich ein Lächeln beizubehalten. Dass dies ihr schwer fällt und andere Menschen eher irritiert, ist zu spüren, aber ich finde das sehr bemerkenswert.

Gott hab ich Respekt vor ihr aber ich glaube, dass sie extrem viel in sich reingefressen hat und das das noch Thema wird.

Das wird es sicher. Wenn man böse ist, sie hat effektiv das Leben ihrer Mutter zerstört. Sicher nicht mit Absicht, aber ihre Mutter wäre ohne sich besser dran gewesen, kann man an den Fakten rütteln, wie man will. Am Anfang scheint sie das ganze nicht zu begreifen, aber auf mich wirkt es, dass Shouya der Erste war, der ihr ernsthaft Beachtung geschenkt hat und durchaus auch pragmatische Hinweise (das mit dem Chor). Der böde Tafelaufschrieb gab es überhaupt erst die Realisation. Im Grunde hat sie auch Shouyas Leben zerstört (auch wenn der sich früher oder später selbst noch ein Grab geschaufelt hätte, aber das weiß Shouko ja nicht). Merkt man dann auch, am Ende ist sie nur noch dabei sich ständig zu entschuldigen oder zu bedanken. Ihre blanke Existenz fügt den Leuten ihrer Umgebung Schaden zu.

Zitat von Sapamo

Was ich sehr komisch fand, diese eine Lehrerin die selbst sagt, sie lernen jetzt jeden Tag fünf Minuten Gebärdensprache und sie kann es ja selbst nicht und sie brauchen dann ja einen Lehrer.

Diese Lehrerin ist so eine Ausgeburt eines ziemlich gängigen Klischees über Frauen. Eigentlich eine Variante eines eines generell ziemlich frauenfeindliches Klischees: naiv, lieb und nett zu allem, möchte alle nur glücklich machen und hat supertolle gute Intentionen, ist nicht böse, was ja super ist - aber sie ist auch einfach inkompetent bei den wirklich wichtigen und praktischen Dingen. Die Perfekte Hausfrau. Aber nichts was im Arbeitsleben zu suchen hat. Und wenn sie es doch sind, dann bringen sie nicht recht was zustande oder richten gleich nur Schaden an. Dieses Klischee habe ich auch schon in Dramen öfter angetroffen, sie scheinen damit immer auf die Nase zu fallen. Das ist geradezu erschreckend bezeichnend...
(Wen es interessiert, The Queen's Classroom hat auch so ein Exemplar.)

Zitat von Samapmo

Der Klassenlehrer ist auch komisch. Shoko will mitarbeiten im Unterricht und meldet sich auch und dem Lehrer dauert es zu lange. Und auch beim Chor oder dem Vorlesen gibt es negative Kommentare. Sie will doch nur dazu gehören und ihr gefällt es ja auch das sie mitmachen kann.

Man gehört aber nicht zu einer Gruppe dazu, nur weil man es will. Man gehört dazu, indem man die notwendigen Bedingungen erfüllt und die Ergebnisse zeigt bzw. sich entsprechend verhält, präsentiert und einbringt. Shoko hat von vorneherein keine Chance je dazu zu gehören. Jedenfalls nicht als gleichwertiger Klassenkamerad in einer normalen Schule. Es ihr Defizit, dass sie das nicht realisiert und derart hartnäckig weiter versucht, obwohl es nur Schaden anrichtet. Am Anfang sind alle immer nett (extreme Gastfreundschaft), bei allem darüber muss man schon selbst etwas beitragen, und Minimum das leisten, was alle anderen auch können, das was alle auf ähnlichen Niveau machen. Aber das kann Shouko gar nicht. (Und Shouya blieb da auch auf der Strecke, als seine Kameraden den Mutproben entwuchsen.)
Das ist hier sicher ein bisschen aufgeweichter, weil "guten Willen zeigen und bemühen" oft schon als eine Leistung anerkannt wird, weil die gepredigte Nächstenliebe den Bedürftigen gegenüber einem verbietet das zu ignorieren. Aber es ist letztlich auch nur ein bisschen aufgeweichter.

Zitat von Akatsuki03

Zitat von Sapamo

Der Klassenlehrer ist auch komisch.

Der Lehrer hatte auch keinen Bock, weil es mehr Arbeit bedeutet und weil es vom Spulpensum angeht. Der Typ wollte halt auch seine Ruhe und das sieht man auch daran, dass er später nicht mal merkt dass Shoya ernsthaft nun gemobbt wird.

Ich finde es eigentlich offensichtlich, dass der das merkt. Er hat auch das mit Shoko bemerkt. Nur hat er in vollem Bewusstsein nichts getan. Das kann er im Grunde genommen auch nicht, da er nicht die nötigen Kompetenzen für Behinderten hatte und es ist auch nicht sein Job. Er steht ja auch in der Pflicht vor seinen Vorgesetzten und den Eltern der anderen Kinder. Man kann ihm wohl einen Mangel an über den Tellerrand schauen und sich selbst zu engagieren vorwerfen, aber eine Pflicht dazu hat er eigentlich nicht. Und er ist sogar ehrlich genug Shouya auch einfach zu sagen, dass er selbst nicht blamiert werden will.
Seine Gespräche mit Shouya sind imo das realistischste an der ganz Serie so weit. Er verurteilt Shouya gar nicht für seine Motivationen. (Hier würde jeder was von Akzeptanz und Toleranz palabern.) Er gibt sogar zu, dass er es ihm nachfühlen kann, nur weist er ihm auch, dass sein Verhalten vollkommen unabhängig von der (quasi gerechfertigen) Intention nicht gut ist, weil ihn als Lehrer damit auch etwas runterzieht. Shouya hat den Hinweis nur total ignoriert, stattdessen von dessen Einfühlungsvermögen eher noch einen Ego Boost erhalten. Als der Direktor dann da war, ist er wohl sicher selbst vorher erstmal nieder gemach worden, weil er seine Klasse nicht im Griff hat, das hat sich alles auf Shouya entladen. Dass zweite längere Gespräch später mit Shouya gefiel mir dann auch sehr gut, er war nicht mehr so wütend, sondern komplett ruhig und letztlich macht er ja implizit sogar deutlich, dass er es eigentlich merkt und meint, dass es Shouyas Karma ist. Er muss Verantwortung für seine eigenen Taten übernehmen, das kann ihm keiner abnehmen, noch kann da jemand ihm dabei helfen. Shouya hat es ja in dem Augenblick erst richtig realisiert. Von daher finde ich schon, der Lehrer hat seinen Job in seiner wichtigsten Ausprägung geleistet: Er hat dem Jungen etwas elementarer wesentliches beigebracht. (Shouya hat es ja weder mit normalen Warnungen, mit Anschreiben noch mit dem erstem Mobbing verstanden.) Das ist etwas, was seine Mutter komplett versäumt hat ihm beizubringen. Manche Dinge macht man einfach nicht, manche Dinge muss man hinnehmen, egal ob sie Sinn machen oder nicht.

Zitat von Sapamo

Das ihm der Lehrer nicht glaubt als die anderen gegen Shoya gehen kann man auch verstehen.

Ich finde das ist eher eine wichtige indirekte Lektion: Shouya muss lernen, dass die Wahrheit niemanden interessiert. Er muss lernen wie man den Leuten nach dem Mund redet. Das ist essentiell. Das hat er auch irgendwo gelernt, als er sich in seine Ex-Mobber-Rolle, der selbst gemobbt wird, ohne Widerworte fügt.
Dass der Lehrer das bei ihm oder Shouko nie bemerkt haben könnte, ist eigentlich vollkommen unmöglich, jeder der ein bisschen Augen und Ohren im Kopf hat, wird das bei den Ausmaßen merken. Beim ersten "Lüg mich nicht an" kam er ja sogar direkt hervorgetreten, er hat das Ganze mit Sicherheit selbst gesehen.

Zitat von Akatsuki03

Zitat von Gendo

Im ersten Band konnte ich ihn auch nicht leiden, aber ich vermute eben, dass er sich noch weiterentwickeln wird. Ich überlege gerade, ob es außer Shoko überhaupt sympathische Charaktere im ersten Band gibt... (Sahara vielleicht? Viel von ihr gesehen hat man aber nicht)

Darf ich sagen, dass er mir Leid tat? Klar, er ärgert Shoko doch hat man für mich gut dargestellt, dass es ihm auch nicht wirklich gut geht und er unglücklich ist und sich nur hinter seinen Mutproben versteckt. Hass kam bei mir daher irgendwie nie auf, sondern nur Mitleid.

Da haben sich auch echt dann zwei gefunden, die wesentliche Ähnlichkeiten teilen: Beide für die ein jeder, auch wenn sie sich nie getroffen hätten nur Mitleid übrig gehabt hätten und beide, die ihr Leben lang an einer "Schuld" zu knabbern haben und beide die durch einander derer erst gewahr wurden. Shouya wird sicher nur deswegen noch Zugang zu Shouko haben, weil er durch sein Mobbing an ihr überhaupt nachfühlen kann, das Shouko sich sicher absolut jedem in der Welt gegenüber schuldig fühlt.
Ist eigentlich auch recht sprechend, dass Shouya der erste und vermutlich einzige ist, bei dem Shouko mal geplatzt ist und sich nicht hinter ihrer Fassade des Entschuldigens und Bedankens versteckt hat.

Zitat

Shoyas Mutter ist aber auch eine!

Shouyas Mutter ist so ein totaler Querulant, igendwie auch so ein Klischee, der das drüben nur in der Fiktion jemals positiv dargestellt wird, wie eine Art Wunschtraum. Wobei sie hier zur Abwechslung eigentlich überhaupt nicht positiv rüberkommt. Anders als Shoukos Mutter ist sie nicht von ihrem eigenen Leben überfordert, sie ist einfach nur inkompetent, zu lax, zu unverantwortlich, nicht aufmerksam genug, viellelicht auch einfach zu vertrauensselig. Shouyas schlechtes Verhalten ist der erste Beweis für ihr Versagen als Mutter bzw. Person, die selbst schon nicht der Norm entspricht. Das läd natürlich sehr dazu, dass der Spross von so jemanden der nichts taugt selbst nichts taugen wird. Und alles was passiert dient als Beweismaterial.
Kann mir aber gut vorstellen, dass sie im Westen recht viele Sympathisanten hat. Sie sieht ja auch eher amerikanisch aus, dünkt mir fast. :ugly:

Zitat von Ryuko-chan 1202

Ich glaube nicht, dass ihr ihre Tochter egal ist, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass sie es oft übertrieb oder nicht verstehen konnte/wollte, was in Shoko vorging. Ich erinnere nur an die ersten Szenen beim Frisör, wo sie darauf pochte, dass Shoko einen radikalen Jungenhaarschnitt bekommen solle, anstatt der Frisur, die sie wollte. Indirekt wird sie wohl das Beste für ihr Kind wollen und wohl auch mit ihr mitleiden, aber leider zeigt sie dies wohl auf eine eher ungünstige Weise.

Ich finde wie die anderen allerdings auch, dass die Aktion in erster Linie nur das Problem oberflächlich symptomatisch pragmatisch lösen will. Sie ist vollkommen überfordert und ich denke schon, dass sie auch nicht die größte Ahnung hat, was in Shouko vorgeht, ihre Kapazitäten sind mich sich selbst schon erschöpft und Shoko dürfte sowieso nicht die besten Mittel haben, um sich mitzuteilen. (Ich denke das wird sicher das eigentliche zentrales Thema der Serie sein.)
Als Mutter macht was sie für richtig hält und helfen wird, nur geht sie da von sich aus und nicht von Shoko aus (was sie auch gar nicht richtig kann). Das eigentlich Problem ist, das Shoko eine Behinderung hat und Behinderungen keine gesellschaftliche Akzeptanz haben. Aber an beidem kann sie als Einzelperson nun einmal gar nichts drehen.

Zitat von Ryuko-chan 1202

Eine sehr emotionale Szene, als Shoya merkt, dass Shoko es immer war, die seinen Tisch von Beschimpfungen gereinigt hat. Die, die er wegen ihrem "Anders sein" von sich gestoßen und unglaublich verletzt hat, war letztlich doch diejenige, die sich wie eine Art Freundin verhielt.

Ich glaube da ist noch ein ganz anderer Schock dabei. Er ist ja selbst nicht ganz der Hellste, aber auf Shoko konnte er immer runtergucken. Das hat er auch noch weiterhin noch getan, als er selbst gemobbt wurde (als er Shoko von deinem Tisch vertrieb) und dann merkt er, wie armselig er damit wirklich war.

Zitat

Shoko ist so nett und versucht ihm zu helfen als er da auf dem Boden liegt. Sie schrubbt ja auch seinen Tisch den die anderen immer bekritzeln.

Ich glaube nicht, dass es nur Nettigkeit war. Sicher auch Linderung der eigenen Schuldgefühle.



Viel mehr als auf den Rest des Mangas, bin ich derzeit vor allem gehypt für den Anime Movie. Der Manga hat ein unglaublich waghalsiges Sammelsurium von kontroversen Sozialproblematiken, aber letztlich finde ich schon, dass hier und da auf Klischeekisten gegriffen wird und auch einiges ein wenig eindimensional dramatisiert. (Und die Optik wirkt auf mich wie "schöne Visualisation gehabt, aber vom tatsächlichem Können ein Halsband drüber bekommen", keine Ahnung, irgendwie noch wie ein ungeschliffener Rohdiamant.) Von den Preview Schnipseln soweit hat man vieles im Anime versucht auf anderen Ebenen zu erzählen, viel organischer, viel kunstvoller durch kleine Bewegungen und Implikationen - die reinste Augenweide. Und am Stück als Film funktioniert Shouyas und Shoukos emotionales Drama imo sicher besser. Der One Shot hat auch wesentlich mehr Eindruck hinterlassen als der erste Band der Serie.



(Wohin... Hast du dich gewandt und bist gegangen...)

Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zum letzten Mal von Luna am 11.10.2016 22:02.

11.10.2016 12:51
Sapamo




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Stand: Band 2

Die Geschichte regt auf jedenfall sehr zum Nachdenken an.

Spoiler

Zitat von Akatsuki03

Darf ich sagen, dass er mir Leid tat?

Mir hat er auch leid getan. Ich hab auch oft den Kopf geschüttelt aber man sieht richtig wie scheiße es ihm irgendwann geht und da hat er mir so leid getan. Ich finde es richtig toll das er Gebärdensprache gelernt hat. Auch nicht so einfach und das ganze extra wegen ihr. Und das er ihr das Heft wieder gibt das er ihr weggenommen hat. Er hat es so lange aufbewahrt.

Das die Mutter von Shoko erschrickt als sie ihn sieht konnte ich verstehen und auch das sie will das Shoko mit geht. Von Shoya fande ich es gut das er der Mutter sagt das Shoko gerne noch bleiben will. Und er hilft ihr ja auch als sie ins Wasser springt. Und dann bekommt er die Ohrfeige. Er gibt sich auch richtig Mühe um sie wieder zu sehen und er weiß was er gemacht hat und sieht seine Fehler ja auch ein.

Er möchte sie ja echt sehen aber am Kurs heißt es ja dann sie ist nicht da obwohl Shoya sie ja sehen kann wird er abgewimmelt. Ich hab mich zuerst gefragt ob es an der Mutter liegt.
Was mir richtig gefallen hat als der Junge, Tomohiro Shoya das Fahrrad seiner Mutter zurück bringt und man sieht wie das Kreuz das Shoya immer auf den Gesichtern der anderen sieht abfällt. Und er sagt ja auch ob das der Beginn einer Freundschaft ist.

Zitat von Aki

Wobei ich der Schwester was gesagt hätte, wenn die einfach so im Netz Lügen verbreitet, dabei hat er Shoko ja sogar in dem Moment so sehr geholfen!!!!

Das sie ihre Schwester beschützen will ist auch klar und ja auch schön. Und sie weiß auch was Shoko bisher alles passiert ist und auch das Shoya in der Schule nicht nett zu ihr war. Aber zu solchen Methoden muss sie echt nicht greifen. Sie hasst in, ok aber wegen ihr ist er jetzt von der Schule suspendiert worden und bekommt einen noch schlechteren Ruf. Das er mit sowas selbstzweifel kriegt ist klar.
Sehr gut ist das Shoko gleich merkt das ihre Schwester das Bild gemacht hat und Yuzuru gibt es ja auch gleich zu.

Was ich ein bisschen komisch fande, das seine Schwester eine Tochter hat. Hat sie einen Mann gefunden? Vielleicht kommt dazu noch ein bisschen was und man sieht seine Schwester mal.

Yuzuru gibt es vor Shoya auch gleich zu mit dem Bild und ich fand seine Reaktion klasse. Früher hätte er vermutlich zugeschlagen und wäre extrem wütend geworden. Auch das er sie mitnimmt. Sie denken ja bis zum Ende das es ein Junge ist. Die Vorstellung mit dem Badehaus war aber irgendwie witzig.

Shoko sucht nach Yuzuru und sie und Shoya suchen dann ja Shoko. Die Mutter sagt aber auch nur das sie Shoko sucht, vermisst sie ihre kleine Tochter nicht? Das das ganze Yuzuru zu schaffen macht und sie auch sehr trifft kann man voll verstehen.
Das Verhältnis zu Shoya hat sich durch die ganze Geschichte verändert. Sie sagt sie wird ihn immer hassen, eben wegen dem was er in der Grundschule getan hat aber jetzt auf eine andere Art.


Der dritte Band ist jetzt auch schon erschienen, und ich bin sehr neugierig darauf.


06.11.2016 23:07
Sapamo




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Spoiler

Ich fande es richtig schön das Shoya versucht das Mädchen zu finden das früher in der Grundschule mit Shoko befreutndet war.
Schon die Zugfahrt der beiden war schön. Shoya kämpft ja mit sich selbst und macht sich unheimliche Gedanken was er mit ihr reden kann. Weil er immer weiter denkt in welche Richtung das Gespräch gehen könnte kriegt er totale Gewissensbisse. Und dann kommt die Nachricht von ihr auf sein Handy. Das war echt schön.

Sahara ist ja sofort bei Shoko und verhält sich so als wären sie die besten Freunde. Sie redet mit ihr ja über alles. Shoya freut sich für Shoko das sie glücklich ist und Spaß hat aber im Hinterkopf hat er immer noch, das Sahara nicht weiß das Shoya Schuld daran ist das sie von der Schule gegangen ist. Sie sagt ja dann auch zu ihm das es ok für sie ist und er hat die beiden ja wieder zusammen gebracht.

Diese Ueno ist echt schlimm. Wenn es geheißen hat das Shoya in der Grundschule Shoko geätgert oder auch gemobbt hat dann trifft das auf ihr Verhalten aber auch zu. Sie nimmt ihr ja das Hörgerät weg und erzählt sonst was. Da war es richtig schön das sich Shoya für Sholo einsetzt. Er will ja auch das sie sich bei Shoko entschuldigt aber ich glaub da kann er lang darauf warten. Da muss er denk ich auch aufpassen. Die lässt nicht locker. Die Nachricht die er Shoko schickt fand ich klasse, das er keine Pseudofreundschaft will und Ueno das ja so hingestellt hat als würde er nur so tun das er sie mag. Ihre Antwort war dann einfach nur schön, das sie es auch nicht will sondern ihn einfach besser kennenlernen will.

Das sie redet als sie sich sehen hat mir gut gefallen und er versteht sie ja auch. Er will ja immer über Gebärdensprache mit ihr reden aber sie redet einfach weiter, was ich aber toll von ihr fande. Der Pferdeschwanz steht ihr auch sehr gut und das „Ich mag dich“ hat Shoya hoffentlich verstanden.

Und was ich auch noch sagen muss, wer mir in dem Band richtig gut gefallen hat war die kleine Schwester von Shoko


Auf die Skizzen am Ende des Bandes hab ich lang drauf gesehen. Einfach auch zu sehen wie sie sich entwickelt haben und was daraus geworden ist fand ich klasse.


05.12.2016 21:49
Akatsuki03




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Stand: Band 3

Die Körperhaltung der beiden sagt schon einiges aus, wie sehr sich hier schon was getan hat.

Spoiler

Zitat von Sapamo

Ich finde es richtig toll das er Gebärdensprache gelernt hat. Auch nicht so einfach und das ganze extra wegen ihr.

Ich sehe es etwas kritischer, denn er wollte es ja vor allem lernen, um eigentlich ihr die Meinung zu sagen. Vor allem aber betrachte ich es noch als nicht so gut, weil er trotz des er nun auf ihrer Ebenen mit ihr reden kann, er noch immer nicht ganz ehrlich ist. Seine Sorgen packt er weg und versucht ständig zu lächeln und sie aufzubauen. Dabei vernachlässigt er gerade total sich. Er sagt im Grunde nicht offen, dass er noch mehr mit ihr reden möchte. Vor allem aber stellt er sich noch selber ein Bein nach dem anderen, weil er zu viel darüber nachdenkt, was sie antworten könnte. So mag er nicht etwas fragen, was sie traurig stimmen könnte. Um aber mal über das der Vergangenheit drüber weg zu kommen, muss er das Thema mal ansprechen. Jedenfalls mehr als das was er jetzt macht. Hoffe, dass er den Mut bald findet, denn es stimmt mich traurig das so zu sehen. Vor allem, weil Shoko sich ihren Teil auch denken wird und bestimmt Sachen falsch versteht aber auch nichts sagt…

Zitat

Ich fande es richtig schön das Shoya versucht das Mädchen zu finden das früher in der Grundschule mit Shoko befreutndet war.

Auch wieder so eine Sache. Er tut es um sie glücklich zu machen, dabei ging es ihr glaube ich mehr darum, zu wissen ob er noch Freunde hat. Doch er weicht dem Ganze in erster Linie aus und dreht den Spieß einfach um. Diese Flucht, die er da macht, endet aber immer wieder in einer Sackgasse, denn so entwickelt er sich nicht weiter. Schlimmer noch, er wird sogar eifersüchtig auf Sahara weil sie so offen ist.

Zitat

Diese Ueno ist echt schlimm. Wenn es geheißen hat das Shoya in der Grundschule Shoko geätgert oder auch gemobbt hat dann trifft das auf ihr Verhalten aber auch zu.

Ueno mag ich auch nicht aber aus dem Blickwinkel des Lesers finde ich es eher traurig, dass sie vor allem es nicht hinbekommt aufrichtig zu ihren wahren Gefühlen zu stehen. Sie ist in Shoya verliebt und kann es einfach nicht so zeigen. Ist ja auf der einen Seite nicht schlimm, denn dazu gehört viel Mut. In dem sie ihn wütend macht, bekommt sie immerhin Aufmerksamkeit von ihm. Gerade das nervte mich total, denn das ist so ein Kindergarten! Ich hoffe sehr, dass Shoya erkennt, dass Ueno nicht das sagt, was sie wirklich fühlt und das er ihr aufrichtig und ehrlich sagt, dass er immerhin früher froh war, dass er mit ihr reden konnte. Das war ja immerhin positiv. Vor allem hoffe ich aber, dass Ueno aufhört auf Shoko rumzuhacken, nur weil sie eifersüchtig ist.

Zitat

Der Pferdeschwanz steht ihr auch sehr gut und das „Ich mag dich“ hat Shoya hoffentlich verstanden.

Das hat er glaube ich echt nicht verstanden, was aber auch etwas pötzlich kam und auch hier wieder das Problem kam, dass er nicht ehrlich sagt, dass er es so nicht versteht weil ihre Aussprach nicht richtig ist. Shoko ist nicht geholfen, wenn er es ihr verheimlicht und auch wenn es weh tut. Ich hoffe auch da, dass Shoyo rückwirkend ihr sagt, dass es ihm leid tut das er da gelogen hat und das sie an dem Teil noch arbeiten muss aber er ihr ja helfen kann oder so.



21.12.2016 18:59
Sapamo




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Stand: Band 4

Spoiler

Zitat von Akatsuki03

Vor allem aber stellt er sich noch selber ein Bein nach dem anderen, weil er zu viel darüber nachdenkt, was sie antworten könnte.

Das ist wahr. Er überlegt viel zu viel, das kenn ich selber. Durch das ganze sagt er dann lieber nichts weil er Angst hat was falsches zu sagen und auch vor ihrer Reaktion Angst hat. Er will sie nicht verletzen. Sie macht sich dann aber wahrscheinlich auch Gedanken und fragt sich warum er sie nicht anspricht und so unsicher wirkt.

Das sie alle was gemeinsam machen ist ja eine schöne Idee und Shoya muss sich auch eingestehen das er Spaß hat und er lächelt auch mal. Nur als Ueno auftaucht hab ich gleich einen Schreck gekriegt und nur gedacht, was macht denn die hier. Sie bestimmt auch richtig und ihr verhalten gefällt mir gar nicht.

Zitat von Aki

Vor allem hoffe ich aber, dass Ueno aufhört auf Shoko rumzuhacken, nur weil sie eifersüchtig ist.

Sie sagt auch zu Shoya das sie sich mit Shoko versöhnt hat aber das kann man nicht versöhnen nennen und Shoko hat ja nichts gemacht. Und das bei dem Rießenrad nichts schönes rauskommt war klar. Ich hab gleich gedacht als sie raus kommen das da was war und das mit der Ohrfeige war ja offensichtlich. Das war schon heftig und Shokos Schwester hat gut gehandelt indem sie die Kamera eingestellt hat. Es hört sich blöd an und die Reaktion von Ueno war bescheuert aber sie sagt in dem Moment was sie denkt und das ist von ihrer Seite her ehrlich gemeint. Aber trotzdem mag ich sie überhaupt nicht.

Die Fotos die Yuzu macht sind schon seltsam, für mich zumindest. Aber wenn ihr das gefällt dann passt es ja.
Yuzuru hat ihre Oma unheimlich viel bedeutet. Ich würde auch sagen mehr als ihre Mutter, was aber auch daran liegt das sie das Verhalten ihrer Mutter nicht nachvollziehen konnte. Ich kann mir aber auch vorstellen das sie hier für Shoko stark sein will und dewegen versucht ihre Tränen zu unterdrücken, Shoya sieht das ganze ja und versucht auch mit ihr zu reden. Das mit dem Brief war eine traurige Stelle. Man weiß ja jetzt das die Mutter viel durchgemacht hat und kann sie vielleicht ein Stück weit auch verstehen. Auch wenn viele Dinge nicht schön waren und man sieht hier deutlich was Yuzu von ihrer Mutter denkt. Mir hat die Stelle aber ganz arg gefallen als die Mutter sich bei Shoya bedankt das er Yuzus Freund ist.

Es ist schon hart wenn man sieht was die Mutter der beiden sich von ihrem Mann anhören musste, nur weil Shoko eine Behinderung hat. Die Oma ist da die einzige die zu ihr und hinter ihr steht.



09.03.2017 15:29
Akatsuki03




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Gott bin ich langsam. Band 6 ist glaube ich schon draußen x_X Aber nun gut, erst mal was zu dem Band.

Spoiler

Zitat von Sapamo

Sie macht sich dann aber wahrscheinlich auch Gedanken und fragt sich warum er sie nicht anspricht und so unsicher wirkt.

Genau das ist, was Ishida nicht merkt. Er denkt, er redet einfach so und das sie nicht merkt, dass er was zurück hält. Daher reden beide im Grunde an einander vorbei für mich. Auch in diesem Band, kommt es nicht dazu, dass er offen mit ihr redet. Ich habe sogar das Gefühl es muss erst was richtig großes passieren, damit das mal passiert.

Zitat von Sapi

Die Fotos die Yuzu macht sind schon seltsam, für mich zumindest. Aber wenn ihr das gefällt dann passt es ja.

Das im Tod etwas Schönes liegen kann, ist etwas was viele nicht verstehen. Ich gehöre nicht unbedingt dazu, mir solche Fotos anzuschauen. Ich denke aber mal, dass es bei Yuzu auch einen Hintergrund gibt, warum sie so auf diese Art von Fotos steht.

Zitat

Yuzuru hat ihre Oma unheimlich viel bedeutet. Ich würde auch sagen mehr als ihre Mutter, was aber auch daran liegt das sie das Verhalten ihrer Mutter nicht nachvollziehen konnte.

Ich fand es gut, dass wir auch mal den Hintergrund der Mutter bekommen haben. Ich finde es zwar immer noch nicht gut, wie sie ihre Kinder behandelt aber es gehört trotzdem auch Respekt dazu, sie alleine groß zu ziehen bei so einem Ex-Ehemann. Frage mich da, wie es in Japan mit Unterhalt aussieht.

Der Besuch im Freizeitpark verlief für Shoko ja nicht so gut. Die Worte von Ueno waren sehr hart aber immerhin sie waren ehrlich. Ich bin aber froh, dass Yuzuru das Ganze mit ihrer Kamera aufgenommen hat, so das sie und Ishida Bescheid wissen. Wäre zwar schöner gewesen, wenn Shoko es ihnen „erzählt“ hätte aber so können sie vielleicht helfen.



07.05.2017 12:09
Sapamo




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Diese beiden Bände waren für mich extrem heftig.

Spoiler

Mashiba hat mir in dem Band an einer Stelle gut gefallen. Einfach wie er mitgeht und hilft. Gerade bei dieser Drehgenehmigung von der Schule. Klar er weiß zu dem Zeitpunkt noch nichts von Shoyas Vergangenheit. Das es Shoya unangenehm ist an seine Grundschule zu gehen kann man voll verstehen aber wie der Lehrer über Shoko redet, das sie den schwarzen Peter in die Klasse gekriegt haben fand ich echt nicht schön. Das Mashiba den Lehrer nass spritzt hätte auch nicht sein müssen, man merkt hier eben wie sehr ihn das geärgert hat genau wie bei den Kindern mit den Rucksäcken davor. Er erinnert sich da aber vielleicht auch an seine Vergangenheit.
Shoya ist das ganze auch total unangenehm, weil er genau so einer war, den Mashiba hasst. Ich fand es aber echt gut, das Shoko in die Schule kommt und der Lehrer sieht wie sich Shoya und Shoko unterhalten.
Shoya macht sich selber verrückt, weil er eben Angst hat, wenn die anderen raus kriegen was für ein Mensch er ist, dann ist er wieder alleine. Deswegen weint er auch nach dem Streit mit Nagatsuka. Ich fande es von Nagatsuka aber auch komisch wie er sagt, das er Shoko nur als Freundin sieht weil sie Shoya etwas bedeutet.

Von Miki fand ich es dann echt blöd das sie die Bombe platzen lässt und so wie sie redet weiß Shoya jetzt wirklich nicht mehr, wie es wirklich war. Hat Miki wirklich versucht ihn damals aufzuhalten oder hat er sich das nur so zu Recht gebogen, das sie auch mit drin steckt. Auf der anderen Seite, jetzt ist es raus und er muss nichts mehr verheimlichen auch wenn es eine blöde Situation ist.
Ueno bringt ihn dazu ja wieder mit zu gehen und dann geht es erst richtig los. Und vor allem ist Shoko die ganze Zeit dazwischen und es wird ja auch geschlagen.

Shoya wirkt danach schon komisch. Er hört immer wie die anderen über sich reden und hat das immer im Gedächtnis und dann lächelt er und unternimmt Sachen mit Shoko. Für mich sah das ganze so aus als würde er versuchen alles zu überspielen.
Die Reaktion von Shokos Mutter als Shoya beim Backen in ihrem Haus ist fand ich schon komisch. Am Anfang ist sie wütend aber dann schmeißt sie ihn nicht raus, dann essen sie gemeinsam und gehen auch zusammen zum Feuerwerk. Irgendwie hat das nicht so ganz gepasst.

Das Ende vom sechsten Band war extrem heftig. Mit so etwas hätte ich nie gerechnet. Shoko unterhält sich mit Shoya, sie lachen und genießen das Feuerwerk und dann das. Klar sie macht sich wahrscheinlich selber extreme Vorwürfe und gibt sich die Schuld an allem was passiert ist von der Grundschule bis heute wahrscheinlich.
Das Shoya Shoko retten wird hatte ich mir ja gedacht aber das er sein Leben selber so riskiert und in die tiefe stürzt damit hätte ich nicht gerechnet. Alles was da passiert und was man sieht ist heftig. Auch die ganzen Gefühle die man sieht sind heftig.

Zitat von Akatsuki03

Ich bin aber froh, dass Yuzuru das Ganze mit ihrer Kamera aufgenommen hat, so das sie und Ishida Bescheid wissen.

Was am Ende von Band 5 in der Wohnung passiert als Shoya Shoko findet wird ja auch wieder auf der Kamera aufgenommen.

Für Ueno kommt es ja rüber als wäre sie extrem eifersüchtig und denkt das Shoko ihr Shoya weggenommen hat. Mir hat das im Krankenhaus aber gar nicht gefallen, das Ueno die Tür zu hält, damit kein anderer zu Shoya kommt. Er liegt im Koma aber trotzdem kann sowas doch nicht sein. Und das Shoyas Mutter da nichts gesagt hat versteh ich einfach nicht.

In dem einen Kapitel hat man jetzt auch mitbekommen wie schwierig das ganze mit dem verstehen für Shoko ist. Ich hab mich da auch stark konzentrieren müssen um alles lesen zu können.
Shoko leidet auch sehr. Hier hat man auch gesehen wie sie als Kind schon sagt, das sie sterben will. Und auch bei ihrer Schwester und Mutter sieht man wie sie leiden. Gerade auch die Mutter als sie sich mit Ueno prügelt. Wobei Ueno da echt furchtbar war, auch das sie gegen Erwachsene die Hand hebt.

Zitat von Aki

Ich denke aber mal, dass es bei Yuzu auch einen Hintergrund gibt, warum sie so auf diese Art von Fotos steht.

In dem sechsten Band kam zu dem Thema ja jetzt etwas.

Nach diesen beiden Bänden geht mir jetzt wirklich einiges durch den Kopf.


19.05.2017 14:29

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